Schlagwort-Archive: Idee

Kreatives Unternehmertum aus Limpopo

Jungunternehmer Ludwick Marishane macht aus der Not eine Tugend: Waschen ohne Wasserhahn

(Autor: Ghassan Abid)

Ludwick Marishane erinnert sich noch gut an seine Jugend, als er noch in der nördlichsten Provinz Südafrikas lebte. Als Siebzehnjähriger fragte er sich bereits, dass bedingt durch die extreme Hitze und den eingeschränkten Wasserzugang in Limpopo ein Waschen doch möglich sein müsse.

© Der aus der Provinz Limpopo stammende Ludwick Marishane hat DryBath mit Unterstützung der Universität Kapstadt entwickelt. Es ist für Menschen gedacht, die keinen Wasserzugang haben, sich aber dennoch waschen möchten. Die deutsche Airline Lufthansa testet bereits die Lotion. Eine Zulassung des Produkts mit der geheimen Formel steht bisweilen aus.

© Der aus der Provinz Limpopo stammende Ludwick Marishane hat DryBath mit Unterstützung der Universität Kapstadt entwickelt. Es ist für Menschen gedacht, die keinen Wasserzugang haben, sich aber dennoch waschen möchten. Die deutsche Airline Lufthansa testet bereits die Lotion. Eine Zulassung des Produkts mit der geheimen Formel steht bisweilen aus.

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Schulkinder-Wanderausstellung

„Through my eyes“ von Go Ahead! zeigt Fotos von Schulkindern aus Namibia und Südafrika

(Ein Gastbeitrag von Benjamin Werner, Vorsitzender der NGO Go Ahead!)

Die junge Hilfsorganisation Go Ahead! e.V. startet mit dem Fotoprojekt „Through my eyes“, das Eindrücke aus dem Alltag von Schulkindern aus Namibia und Südafrika zeigt, eine deutschlandweite Wanderausstellung, die zum Nachdenken anregt.

© Foto aus der Wanderausstellung „Through my eyes“ von Go Ahead! (Quelle: Go Ahead!)

© Foto der Wanderausstellung „Through my eyes“ von Go Ahead! (Quelle: Go Ahead!)

Weiterlesen

Heiratsantrag-Spezial

Flashmob im Johannesburger Einkaufszentrum Sandton City. Mission: Sie muss „Ja“ sagen.

(2010sdafrika-Redaktion)

Heute vor knapp einem Jahr spielte sich im Shopping Center Sandton City in Johannesburg ein Spektakel der Romantik ab. Die Angehimmelte ahnte noch nicht, was ihr geschah, als plötzlich die Mitmenschen um sie herum anfingen zu tanzen & singen. Unter dem Titel „All You Need Is Love“ der Beattles merkte die Frau, dass sie im Mittelpunkt eines Flashmobs gerückt wurde. Wie eine Erscheinung näherte sich der künftige Bräutigam seiner großen Liebe und machte ihr vor den Augen des gesamten Einkaufszentrums einen Heiratsantrag. Sie sagte „Ja“ … diesen außergewöhnlichen Tag wird sie so schnell nicht mehr vergessen.

© Heiratsantrag in Sandton City. Ein Flashmob beflügelte einem der wichtigsten Momente im Leben eines Paares mit öffentlicher Romantik. (Quelle: YouTube)

© Heiratsantrag in Sandton City. Ein Flashmob beflügelte einem der wichtigsten Momente im Leben dieses Paares mit öffentlicher Romantik. (Quelle: YouTube)

Zapiro im Exklusiv-Interview

4.000 Cartoons und 15 Bücher. Johnathan Shapiro über sein Leben, Meinungsfreiheit und Politik

(Autorin: Annalisa Wellhäuser)

© Johnathan Shapiro alias Zapiro, Südafrika´s einflussreichster und provokantester Cartoonist. Er stand bereits mehrfach in Konflikt mit der Regierung.

Egal in welche südafrikanische Zeitung man schaut, man wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine von Zapiro gezeichnete Karikatur finden, die die Politik Südafrikas kommentiert. Wer kennt ihn nicht, den berühmten Cartoon, der den derzeitigen südafrikanische Präsidenten Jacob Zuma mit einem Duschkopf über seinem Haupt zeigt; in Anspielung auf seine Aussage, er habe nach dem Geschlechtsverkehr mit einer HIV-positiven Frau geduscht. Zapiro, geboren 1958 in Kapstadt als Jonathan Shapiro, ist zur Zeit der berühmteste Cartoonist Südafrikas. Seine Zeichnungen erscheinen im Mail and the Guardian , der Sunday Times und der Times. Außerdem wurde seine Kunst bereits in Ausstellungen in der ganzen Welt gezeigt und er erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

© Karikatur von Zapiro: Präsident Jacob Zuma glaubt AIDS wegduschen zu können. Die Zeichnung basiert auf eine Aussage Zuma´s.

Zapiro entdeckte seine Leidenschaft für das Zeichnen bereits als Kind, als er in einer Art Selbsttherapie die Monster aus seinen nächtlichen Albträumen malte. Auf diese Weise überkam er diese Träume und genoss zugleich die Malerei. Seit diesem Zeitpunkt war es sein Traum, Künstler zu werden. Er nahm an Zeichenwettbewerben teil und war in der Schülerzeitung aktiv. Für diese erfand er den kleinen ,,Prepi”, der alles kommentierte, was in der Vorschule passierte.

Mit Politik kam Zapiro dann auch als bald in Kontakt. Schon im jungen Alter machte ihn seine Mutter darauf aufmerksam, dass sie in einer ,,falschen” Gesellschaft leben würden. Seine erste, ,,so in der Art„ politische Erfahrung hatte er als Verwoerd1 ermordet wurde und er mit den anderen Kindern in seiner Schule für diesen beten sollte. Zapiro erinnert sich daran, dass er verwirrt war und sich dachte ,,Hey, dieser Typ war nicht gut!”. Im weiteren Verlauf seiner Schulzeit war er stets auf Kriegsfuß mit dem Trend, Apartheid zu unterstützen, welcher sogar unter den englischen Südafrikanern geherrscht habe. Allerdings war er während dieser Zeit noch nicht politisch aktiv. Nach der Schule studierte Zapiro Architektur; nicht weil er sich für das Fach interessierte, sondern um zu verhindern, in die Armee eingezogen zu werden. Als er sich dann dazu entschloss, Grafikdesign zu studieren, um ein Cartoonist zu werden, wurde er einberufen. Bei der Armee verweigerte er eine Waffe zu tragen. Also musste er stattdessen eine schwere Holzattrappe mit sich ,,herumschleppen“ und wurde zum Gespött seiner Kollegen. Einmal habe er sogar mit der Attrappe Wache stehen müssen, was er als absolut lächerlich empfand.

Jedoch konnten seine Kollegen nicht lange über ihn lachen, denn er zeigte ihnen, wie gut er mit der schweren Attrappe umgehen konnte, indem er all das tat und meisterte, was seine Genossen mit ihren Waffen bewerkstelligen mussten. Dies war seine Art zu rebellieren und seine politische Botschaft zu verbreiten. Man habe geglaubt, er sei ein Kommunist und er wurde als gefährlich angesehen. Zu der Zeit war Zapiro noch nicht politisch aktiv, da die UDF (United Democratic Front) erst ein Jahr nach seinem Einzug in die Armee gegründet wurde. Als diese dann ins Leben gerufen wurde, wollte er unbedingt mitwirken. Ebenso taten es seine Mutter, seine Schwester und viele seiner Freunde. Plötzlich gab es da diese ,,non-racial“ Gruppe, die sich für sie richtig anfühlte: Viel offener und viel stärker mit der nationalen Politik verbunden. Es gab auch eine Verbindung mit dem ANC (African National Congress), allerdings wollte er nicht mit diesem involviert sein oder gar darüber sprechen, denn würde dies ,,ans Licht kommen„ wäre es gefährlich geworden. Letztendlich kam es sogar dazu, dass er und einige seiner Familienmitglieder in Gewahrsam genommen wurden.

© Karikatur von Zapiro: Das Gerechtigkeitssystem in Form einer Frau wird von ANC, ANCYL, SACP und Gewerkschaft COSATU zu Boden gedrückt, während Präsident Jacob Zuma seine Hose zum bevorstehenden "Akt" öffnet - zur Vergewaltigung.

Zapiro wollte jedoch nie ein Politiker werden. Er sieht einen großen Unterschied zwischen jemandem, der professionell Politik betreibt und einem politischen Aktivisten. Seiner Meinung nach hätten es nur wenige Leute gemeistert, die Ideale ,welche sie im Kampf gegen die Apartheid hatten, beizubehalten. Der Rest der Leute sei korrupt und bequem geworden; nur ihren persönlichen Gewinn im Blick habend. Auch hätten sich einige gegen die Leute gewendet, welche sich außerhalb der Partei für gute Dinge engagiert hätten. ,,All dies würde ich hassen„, so Zapiro. Seiner Ansicht nach braucht das Land jene Leute, die Politiker werden und sowohl konzentriert bleiben als auch altruistisch und nicht korrupt sind. Allerdings brauche Südafrika auch eine Zivilgesellschaft und die Medien. Deshalb sieht Zapiro seine beste Rolle als visueller Kolumnist und zu einem kleinen Teil auch als Aktivist. Um seine Zeichnungen zu Papier bringen zu können, bedarf es natürlich einer Menge Recherche über die Politik. Hierfür hört Zapiro viel Radio, liest viele verschiedene Zeitungen und nutzt das Internet. Auch zeichnet er einige Sachen im Fernsehen auf. Insgesamt erhält er somit diverse Darstellungen desselben Themas und kann sich seine eigene diesbezügliche Meinung bilden.

Zapiro erklärt, dass Cartoons hauptsächlich Gedanken und Kommunikation seien, quasi 80% Idee und 20% Zeichnung. Man könne der beste Künstler überhaupt sein – das helfe nicht, wenn die Idee hinter der Zeichnung schwach sei. Andererseits, wenn die Botschaft eine starke sei, dann würde die Zeichnung nur einen kleinen Teil des Cartoons ausmachen. Als Beispiel bezieht sich Zapiro auf einen sehr starken, seiner Meinung nach einer seiner besten Cartoons, welcher eigentlich nur eine weiße Seite zeigte mit dem Untertitel „Weiße, die nie von der Apartheid profitiert haben“. Er habe den Cartoon deshalb gemacht, weil er es Leid gewesen sei, dass ein Teil der weißen Bevölkerung bestritt, von der Apartheid gewusst und von dieser profitiert zu haben; für diese verantwortlich gewesen zu sein.

© Karikatur von Zapiro: Weiße Südafrikaner haben von der Apartheid profitiert.

Mit seinen Karikaturen möchte Zapiro die Menschen zum Denken anregen. Vielleicht würden manche Leute sagen „Hey, das ist genau, was ich meine, ich wusste es nur nicht auszudrücken.“ Allerdings sei es nicht seine Absicht, nur die Menschen anzusprechen, welche genau so denken würden wie er; dies würde seiner Meinung nach keinen Sinn ergeben. Manche Leute stimmen ihm zu, manche nicht. Zapiro will auch nicht diejenigen überzeugen, die komplett anders denken als er. Seine Hauptzielgruppe seien die Leute „der Mitte“, welche er mit etwas Überzeugungskraft zu einer neuen Denkweise bewegen könne.

Auf die Frage, zu welchem durch die Gesellschaft oder Politik ,,verbotenen„ Thema er gerne einen Cartoon machen würde, antwortet er , dass er sich nicht sagen lassen würde, worüber er zeichnen könne und worüber nicht. Es sei vielmehr er selbst, der sich von sich aus zurückhalte, wenn es um ein bestimmtes Thema gehe. Er mag es nicht, Menschen extrem zu beleidigen, wenn diese verletzlich seien. Dennoch sei sein Toleranzbereich bezüglich über welches Thema man einen Cartoon zeichnen könne, doch noch viel größer. Wenn er der Auffassung sei, jemand greife andere Menschen an, dann nehme er kein Blatt vor den Mund. Zum Beispiel empfindet er, dass Religion eine großes Ausmaß an Schaden angerichtet habe in Bezug auf homosexuelle Menschen und Frauen. Auch habe sie die Verbreitung von HIV gefördert. Diesbezüglich würde er wirklich hart gegen die hierfür verantwortlichen Personen an der Macht vorgehen.

Zapiro fährt fort. Er habe Cartoons gemacht , die andere Menschen als extrem beleidigend empfunden hätten. Es sei sehr schwierig, sich mit bestimmten Themen rund um Tradition und Kultur in seinen Cartoons auseinanderzusetzen. Denn es gebe Menschen, die diese Themen in einer Weise behandeln würden, als handele es sich um Religion. Und gerade zurzeit käme es sehr oft vor, dass Cartoons absichtlich missinterpretiert würden, um jemanden als Rassisten darzustellen, der gar keiner ist.

Zapiro bekommt nicht nur positive Rückmeldungen bezüglich seiner Arbeit. Präsident Jacob Zuma habe ihn schon verklagt, weil er über ihn in seinen Cartoons gezeichnet hat. Zapiro glaubt an die südafrikanische Verfassung und das diese stark genug sei, Meinungsfreiheit zu schützen. Zapiro erklärt, dass seine eigene Politik sich nicht geändert habe, aber jene von einigen Menschen in Machtpositionen. Und er sei froh, dass er nicht so eingeschränkt sei wie diese, wenn es darum ginge, das zu sagen was denkt. Wenn er an etwas glauben würde, würde er sich dafür einsetzen und sagen was er glaubt.

Ich spreche Zapiro auf die Meinung einiger Leute in Südafrika an, welche behaupten, eine Art ,,umgedrehte Apartheid„ sei im Aufschwung, in welchem schwarze Südafrikaner gegenüber den anderen Kulturen dominieren würden. Zapiro antwortet, dass dies eines der Themen sei, wo er entweder in die eine oder andere Diskussion einsteigen würde, abhängig davon, wer sein Gesprächspartner sei. Einerseits, wenn er mit seinen alten Kameraden sprechen würde, dann würde er sich tierisch aufregen über das Ende von ,,non racialism“ und das Aufkommen von einer gewissen Form von Nationalismus und Elitismus. Andererseits, wenn er mit solchen weißen Südafrikanern sprechen würde, die während Apartheid nie etwas mit Politik zu tun gehabt hätten und sich auf uninformierter Art und Weise darüber aufregen, wie schlimm alles sei und dass es einen ,,umgekehrten Rassismus„ gäbe, dann führe er eine komplett andere Diskussion. Er würde versuchen, ihnen zu erklären, wie viel besser die Dinge jetzt seien. Er sagt, es gäbe immer noch einen bestimmten Rassismus innerhalb der weißen Bevölkerung. Und nach wie vor seien es immer noch vor allem weiße Menschen, die an der Spitze der Macht in vielen wichtigen Bereichen seien. Er denkt, dass die sogenannte ,,affirmative action„ nicht immer fehlerlos praktiziert würde und er sei die letzte Person, die sage, dass alles in Ordnung sei. Aber zu behaupten, die Dinge seien genau wie zu Apartheidszeiten, nur umgedreht, sei nicht wahr, sondern absoluter Blödsinn.

In Bezug auf Julius Malema`s Gesang ,,Kill the Boers„ (Tötet die Buren) sagt Zapiro, dass sein Verhalten ,,krass „ und falsch gewesen sei. Der Song stamme aus der Apartheidsära und habe eine metaphorische Bedeutung. Er sei gegen das System der Apartheid gerichtet gewesen; für die Zerstörung dessen. Ein Kampf gegen die Polizeikräfte und solche Farmer, die andere Leute brutal angegriffen und umgebracht haben. Damals sei der Song verständlich gewesen. Aber den Song heutzutage zu singen, so Zapiro, sei falsch. Es sei der Versuch, eine desillusionierte Jugend zu mobilisieren, weil der ANC es nicht geschafft habe, seine Versprechen zu halten und jetzt die Wut dieser Jugend auf die Leute richten will, welche heutzutage nicht mehr unbedingt die Attackierenden darstellen; zumindest nicht in dem Ausmaß wie zuvor. Allerdings glaubt Zapiro nicht, dass man einen Song verbieten könne. Er empfindet die Entscheidung des höchsten Gerichts in Südafrika demnach als falsch. Als Unterstützer der Meinungsfreiheit kann er dem nicht zustimmen. Man könne jemanden politisch-opportunistisch nennen ohne ihm das Singen des Liedes zu verbieten. Es sei viel komplizierter als dass man einfach sagen könne: Julius Malema sei äquivalent zu dem was Terre Blanche2 war. So funktioniere das nicht. Zapiro sagt, er habe Cartoons gemacht, die die Entscheidung des Gerichts kritisiert haben. Er stimme der Definition von Hassrede zu, welche von der Menschenrechtskommission und der UN beschlossen wurde und finde, dass Hassrede verhindert werden sollte. „ Diese Definition würde beinhalten, dass es eine Verbindung zwischen einem Mord und einer vorausgegangen Aufforderung, wie zum Beispiel eine Rede, ein Lied oder ein Schreiben geben würde. Aber er denke nicht ,, dass Leute andere Menschen auf Grund dessen umgebracht haben, was Julius gesagt hat 3

Slideshow zu Zapiro-Karikaturen mit HIV/AIDS-Bezug

Zapiro sagt weiterhin, dass es auch Beschwerden über seinen ,,Lady Justice-Cartoon“ gegeben hatte und die Menschenrechtskommission ihn diesbezüglich freisprach, da diese meinte, sein Cartoon ermutige keinen Menschen dazu, einem anderen etwas anzutun. Es sei eine Metapher über Zumas Verhalten gegenüber der Justiz gewesen. Meinungsfreiheit ist Zapiro sehr wichtig. Wenn also jemand sagen würde, man solle den Song, gesungen von Malema, verbieten, so müsse man auch seine Cartoons verbieten, denn beides könne in einer Art und Weise als ,,falsch“ interpretiert werden.

Was wünscht sich Zapiro für das neue Südafrika. Er erinnert sich an Desmond Tutu´s Idee der Regenbogennation, während der ,,inconscription campaign“ in 1985. ,,Es war etwas idealistisch.„ Tutu wünschte sich eine politische Bewegung in Form einer Regenbogenkoalition, die gemeinsam für Freiheit, ,,non-racialism“ und Demokratie kämpfen würde. Leider habe Südafrika seit Apartheidsende nur wenige solcher Regenbogenmomente zeigen können, wie zum Beispiel die Rugby-Weltmeisterschaft von 1995. Er sagt, dass er früher gedacht habe, die weiße Bevölkerung sei hauptsächlich dafür verantwortlich; sie habe sich nicht entschuldigt und keine Verantwortung gezeigt. Er glaube immer noch, dass sie eine sehr große Verantwortung dafür trage, allerdings denke er jetzt, dass viel mehr hätte erzielt werden können, wenn der ANC nicht so ,,fett, bequem und korrupt„ geworden wäre. Und wenn die Leute ganz oben nicht eine kleine Elite promoten würden, sondern versuchen würden, die Lücke zwischen Arm und Reich zu schließen. Nur dann könne man eine Art ,,Versöhnung” haben. Vieles sei nach den Anhörungen der ,,Truth Reconciliation Commission“ ungelöst geblieben. Das Wichtigste sei, die Ungerechtigkeiten in diesem Land zu beseitigen. Südafrika sei das Land mit der größten Ungleichheit zwischen den Menschen; es läge sogar hinter Brasilien. Und das sei skandalös nach 17 Jahren nach Einführung der Demokratie.

Was wünscht sich Zapiro für seine eigene Zukunft, was sind seine Pläne. Für den Moment und solange er noch das Gefühl hat, etwas mitteilen zu können, möchte er weiterhin Cartoons zeichnen. In ferner Zukunft möchte er aber zu anderen Genres von Cartoons und Geschichtserzählungen übergehen. Er habe schon 4.000 Cartoons und 15 Bücher veröffentlicht; er wolle schließlich nicht dieselbe Sache für immer und ewig machen. Auch möchte er mehr Ausgeglichenheit erlangen, denn die Intensität, mit welcher er seine Zeichnerei betreibe, sei sehr einvernehmend . Er möchte einfach mehr Zeit mit seiner Familie verbringen.

HERE YOU WILL FIND THE ENGLISH VERSION OF THIS INTERVIEW.

1 Er war der dritte Premierminister nach DF Malan und Jacob Strijdom

2 Gründer der Afrikaaner Widerstandsbewegung waehrend Apartheid; als weisser Suprematist angesehen

3 Diskussion in Südafrika über eine mögliche Verbindung zwischen Malema`s Singen des Songs ,,Kill the boers“ und dem Mord an Terre Blanche

Herzlichen Glückwunsch !!!

„SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wird 2 Jahre alt

(2010sdafrika-Redaktion)

Am heutigen Tag wird „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ genau zwei Jahre alt. Vieles hat sich seither getan. Dieses Online-Medium entwickelt sich stets weiter. Immer mehr User werden auf das Projekt aufmerksam. Die geforderte Benutzerfreundlichkeit ist nun weitgehend umgesetzt worden. Weit über 112.000 Visits, rund 1000 Facebook- sowie 820-VZ-Freunde und 300 Twitter-Follower kann „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ mittlerweile aufweisen – Tendenz mit jedem weiteren Tag steigend.

© "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" wird 2 Jahre alt!

Genauso werden immer mehr Persönlichkeiten der deutsch-südafrikanischen Beziehungen interviewt. Zudem wird tagesaktueller berichtet, weitere Redakteure engagieren sich und exklusive News werden an die (deutschsprachige) Öffentlichkeit herangetragen.

Hingegen pflegt die überregionale Presse ein ambivalentes Verhältnis zu „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. Ghassan Abid, Geschäftsführender Chefredakteur dieses Mediums, untermauert die Notwendigkeit zweier gegensätzlicher Bewertungsströmungen zum Vorantreiben des gemeinnützigen Projektes: „Denn nur Ablehner und Befürworter zeigen uns auf, welche Schwächen und Stärken wir haben. Wir haben als Team noch viel zu lernen und bestehende Kommunikationsprozesse zu verbessern“.

Recherche kostet, Kommunikation kostet ebenfalls und ehrenamtliches Engagement verlangt von den Beteiligten viel Freizeit ab. Dementsprechend sind kleine Spenden immer willkommen. Wenn alternativ Familie, Freunde und Bekannte auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ aufmerksam gemacht werden, dann wäre dies eine große Anerkennung für dieses deutsch-südafrikanische Kultur- und Bildungsvorhaben.

Wir brauchen weiterhin eure Anregungen, konstruktive Kritik und Ideen. Wir sagen danke für die Treue gegenüber „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“!!!

Gewinnspiel

Nimmt am Gewinnspiel teil und schickt eure Antwort mit dem Stichwort „2 Jahre“ bis zum 10. Februar 2012 an folgende Redaktionsmail: sdafrika2010@yahoo.de. Zu gewinnen gibt es ganz exklusiv den Dokumentarfilm „Gangster Project“ vom deutsch-südafrikanischen Regisseur Teboho Edkins, welcher noch nicht im Handel zu erwerben ist! Wir wünschen euch viel Glück bei der Verlosung!

´Ein ‚guter‘ Film eröffnet für mich neue Sichtweisen´

Die Berliner Filmregisseurin und Südafrika-Wissenschaftlerin Marietta Kesting im Interview

(Autor: Ghassan Abid)

Auf der Berlinale 2010 ist der Dokumentarfilm „Sunny Land“ präsentiert worden. Dieser thematisierte am Beispiel des Vergnügungsparadieses Sun City die Folgen der Apartheidspolitik für das innergesellschaftliche Leben. Die Berliner Regisseurin Marietta Kesting und ihr Filmkollege Aljoscha Weskott setzten diese künstlerische Idee mit 87 Minuten verwendetem Archivmaterial um. Denn Sun City war ein Prestigeprojekt der Rassentrennungsbefürworter in Pretoria. Der Versuch, diese soziopolitische Entwicklung insbesondere unter der Heranziehung architektonischer Gegebenheiten zu beschreiben, fiel bei den Zuschauern auf ein geteiltes Echo. Marietta Kesting erläutert auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ diese Idee und ihre persönliche Beziehung zu Südafrika.

© Cover zum essayistischen Dokumentarfilm "Sunny Land"

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ die Berliner Filmemacherin, Fotografin und auf Südafrika spezialisierte Wissenschaftlerin Marietta Kesting. Frau Kesting, wie gelangten Sie zum Film bzw. was fasziniert Sie am Beruf des Regisseurs?

Antwort: Mich interessiert am Filmemachen, die audiovisuelle Auseinandersetzung mit Orten, Praktiken, Menschen, und ihren Ideen, die anders funktioniert als beispielsweise einen Text zu schreiben.

Bei Dokumentarfilmen wird auch nicht so direkt ‚Regie‘ geführt, obwohl das natürlich nicht heißt, dass nicht inszeniert wird.

2010sdafrika-Redaktion: Im Dokumentarfilm „Sunny Land“ – unter der gemeinsamen Regie mit Aljoscha Weskott – thematisieren Sie die politische Lage Südafrikas am Beispiel der Vergnügungsstätte Sun City während der Apartheid. Wie kamen Sie auf die Idee eine solche Dokumentation zur Rassentrennungspolitik umzusetzen?

Antwort: Ausgangspunkt für das Filmprojekt, war die Platte von Artists United Against Apartheid mit dem Protestsong „I ain’t gonna play Sun City“, die Aljoscha auf einem Flohmarkt in New York für einen Dollar kaufte.

© Aljoscha Weskott und Marietta Kesting, beide Filmregisseure

2010sdafrika-Redaktion: Was verbindet Sie mit Südafrika?

Antwort: Nach vier längeren Arbeits – und Forschungsaufenthalten in Südafrika  habe ich sowohl persönliche Beziehungen als auch ein tieferes Verständnis und weitergehendes Interesse für die komplexe gesellschaftliche Situation dort.

2010sdafrika-Redaktion: Wie fiel die Resonanz der Öffentlichkeit auf „Sunny Land“ aus?

Antwort: Wer ist die ‚Öffentlichkeit‘? Ein selbstfinanzierter, essayistischer Dokumentarfilm wird nur von einer sehr geringen Anzahl von Menschen überhaupt wahrgenommen. Es gab sehr unterschiedliche Reaktionen auf den Film von Interesse über Lob, zu Unverständnis etc.

2010sdafrika-Redaktion: Würden Sie erneut eine Dokumentation zu Südafrika drehen wollen und falls ja, zu welchem Thema?

Antwort: Ich arbeite zur Zeit an einem kürzeren Film über migrantische PhotographInnen in Johannesburg, der sich in der Schnittphase befindet, und die unterschiedlichen Blicke auf die Stadt, als auch das Bildermachen selber thematisiert.

2010sdafrika-Redaktion: Welche künstlerischen Ideen bereiten Sie zurzeit vor und welche Träume würden Sie noch gerne verwirklichen wollen?

Antwort: Es wäre schön, wenn nicht-kommerzielle Filmprojekte zwischen Dokumentation und Fiktion, Kunst und Theorie mehr Finanzierungsmöglichkeiten hätten.

2010sdafrika-Redaktion: Was macht für Sie ein „guter Film“ aus? Welche Zielsetzungen verfolgen Sie mit Ihren Produktionen?

Antwort: Ein ‚guter‘ Film eröffnet für mich neue Sichtweisen, zeigt ungesehenes und setzt das, was wir ‚Wirklichkeit‘ nennen, neu und anders zusammen und regt dadurch zum in Frage stellen oder Nachdenken an.

2010sdafrika-Redaktion: Wir bedanken uns Marietta Kesting für dieses Interview, Filmregisseurin, Fotografin und Wissenschaftlerin.

Südafrika-Portal begrüßt 20.000 Besucher!

Qualität, Unabhängigkeit und User-Einbindung unser Schlüssel zum Erfolg

(2010sdafrika-Redaktion)

Das Portal „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ besteht seit dem 29. Januar 2010, konnte jedoch mit dem heutigen Tage schon weit über 20.000 Besucher vor allem aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA und Südafrika von sich überzeugen! Waren es im Februar noch 2.334 Besucher, stieg diese im März auf 2.592, im April auf 2.744 und im Mai auf 3.338 an. Im WM-Monat Juni erreichten wir unseren bisherigen Rekord von 5.114 Besuchern. Zur Juli-Hälfte konnten wir bereits 3.769 User im Portal willkommen heißen; Tendenz steigend. Die gewaltige Resonanz aus dem Umfeld der Presse soll hierbei mal außen vor gelassen werden. Viele Leser haben der 2010sdafrika-Redaktion mittlerweile ihren Lob ausgesprochen und uns gebeten, dieses Medium weiterhin am Leben zu halten.

Ghassan Abid, Initiator und Herausgeber des Südafrika-Portals, bekräftigt die Notwendigkeit eines Portals, in welcher die verschiedenen Ethnien, Kulturen, Nationalitäten und Meinungen aufeinander treffen und miteinander diskutieren können. „Das gemeinnützige Südafrika-Portal verfolgt einen klaren gesellschaftlichen Auftrag – die Herstellung einer soziokulturellen Brücke zwischen Berlin und Pretoria. In gewisser Weise also einen interkulturellen Austausch. Wir werden niemals, wie es zu oft leider der Fall ist, unkritisch die Meldungen der Presseagenturen übernehmen, sondern selbst recherchieren, selbst schreiben und selbst die Themenfindung betreiben. Persönlichkeiten in den deutsch-südafrikanischen Beziehungen (eingeschlossen Österreich und die Schweiz) kriegen im Südafrika-Portal weiterhin Gehör und eine Plattform der Artikulation. Das Interesse vieler Promis aus dem TV-, Sport-, Politik- und Kunstbereich am Südafrika-Portal freut mich persönlich sehr. Die Besucherzahlen sind demnach als größtes Feedback einer gelungenen Pressearbeit zu bewerten, wofür ich mich sehr herzlich bedanken möchte„, so Abid.

© Besucherzahlen im Südafrika-Portal nach Wochen – Tendenz steigend!

Der 2010sdafrika-Redaktion verfolgt für die nächste Zeit mehrere Zielvorstellungen. Einerseits gilt es, einen Sponsor von diesem wichtigen Projekt überzeugen zu können. Andererseits wird diese zeitaufwendige Arbeit ihren Niederschlag bei Auszeichnungen finden. Ebenfalls sind wir bestrebt, unsere derzeitige Redaktion von derzeit neun Personen auf zwanzig Redakteure zu erhöhen. Mit dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 sind wir außerdem dazu angehalten, unser WM 2010-Ressort ab- und die Ressorts „Literatur und Wissenschaft“ sowie „Kultur und Gesellschaft“ auszubauen. Konkrete Projektvorbereitungen laufen zurzeit auf Hochtouren, aber nähere Angaben wollen und können wir hierzu noch nicht machen. Lasst euch einfach überraschen! (;