Schlagwort-Archive: Immunschwäche

HIV pandemic in Soweto

Every day, 900 South Africans are dying by HIV/AIDS – An Al Jazeera Documentary

(Editor: Ghassan Abid)

Soweto (South Western Townships) was established in 1963 as a merger of 30 townships in the south-west of the South African industrial city of Johannesburg. From 1983 to 2002, Soweto was a separate city. Since 2002 Soweto is belonging in territorial view to Johannesburg. Soweto is known for the uprising in 1976 against the system of Apartheid.

According unofficial estimates more than 3.5 million people are living on 130 sq km. That means, that this part of Johannesburg is counting to the most populous area in Southern Africa. However, Soweto is challenging several problems – poverty, crime, unemployment, corruption, absent ecology and first of all the AIDS pandemic. Children are the most vulnerable victims in this dangerous society.

The Al Jazeera Channel is presenting from today an expressive documentary to the  Chris Hani Baragwanath Hospital, which is fighting against the  human immunodeficiency virus and trying to help babies & children with HIV. The saddest aspect is the fact that infants are inborn with the HI-Virus, transmitted by their mothers.  If these babies are keeping untreated, they will die. Every day, 900 South Africans are dying by HIV.

2010sdafrika-Artikel zum Welt-Aids-Tag 2010 – Bilanz zu Südafrika:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/12/01/welt-aids-tag-2010-bilanz-zu-sudafrika/

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Medizinmänner und Aberglaube in Südafrika

Sangomas dominieren dank der Passivität ihres Präsidenten das Gesundheitssystem

(Autor: Ghassan Abid)

Wenn man in Deutschland krank ist, dann sucht man normalerweise einen Arzt auf. Diese uns so selbstverständliche Sicht eines modernen Gesundheitssystems unterscheidet sich jedoch in doppelter Hinsicht von jenem in Südafrika.

Zum einen arbeiten neben westlichen Medizinern auch traditionelle Heiler auf dem Terrain der medizinischen Versorgung, die man terminologisch mit dem Wort „Sangoma“ erfasst. Man schätzt, dass etwa 200.000 Menschen diese traditionelle Heilpraxis  anbieten, die im Stamm der Nguni ihren Niederschlag finden. Die Ethnien Zulu, Xhosa, Ndebele und Swasi gehören diesem Stamm an und da der Präsident Jacob Zuma ein stolzer und bekennender Zulu ist, vertraut auch dieser den übermenschlichen Kräften der Sangomas – etwa bei einstigen Gerichtsprozessen gegen seine Person.

© Machtfaktor Medizinmann

Zum andern sind Sangomas per Gesetz den Kollegen der westlichen Medizin gleichgestellt und vom Department of Health, dem nationalen Gesundheits-ministerium, in statistische Erhebungen aufgeführt. Wer einen solchen „Heiler“ aufsucht, dem ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse garantiert – und die Kräutermedizin gibt es auf Rezept gleich dazu.

Eine Umfrage des „Pietermaritzburg Institute of Natural Resources“ hatte ergeben, dass 84 Prozent der Südafrikaner – der o.g. Ethnien – regelmäßig einen Sangoma aufsuchen. Denn dieser Heiler ist nicht nur Arzt, sondern auch Heilpraktiker, Sozialarbeiter oder Hellseher. Demnach ist der sozio-ökonomische Rollenwert dieser Berufsgruppe nicht zu unterschätzen, zumal diese gemeindlichen „Vorbilder“ für erhebliche Probleme sorgen. Bis heute existieren Gerüchte, die unter anderem durch Sangomas verbreitet werden, wonach HIV-Infizierte ihre Immunschwächekrankheit durch Sex mit einer Jungfrau behandeln könnten. Die Konsequenz ist, dass bereits weibliche Babies und Kinder vergewaltigt werden. Experten rechnen mit einer Opferzahl im fünfstelligen Bereich. Vor allem in den Townships der betreffenden Ballungsräume müssen Eltern um die Unversehrtheit ihres Mädchens bei 5,7 Millionen infizierten Personen im Lande jeden Tag aufs Neue beten. Auch der Herausgeber dieses Portals, Ghassan Abid, hielt sich mehrfach in Townships auf und suchte den Kontakt vor allem zu Müttern, die ihm ihre Sorgen bezüglich eines Kindesmissbrauchs bestätigen konnten.

Diesen Aspekt greift seit dem Jahre 2003 der deutsche Verein HOPE Cape Town auf, welcher ein Fundament für eine längerfristige Zusammenarbeit auf lokaler Basis zwischen westlichen und klassischen Medizinern etablieren möchte. Die Aufklärungsarbeit auf dem Gebiet von HIV/AIDS wird mittlerweile durch die Universität Kapstadt und durch die deutsche AIDS-Stiftung unterstützt.

Der Sangoma-Freund Jacob Zuma lässt bisweilen weder an der Praxis der traditionellen Heiler einen kritischen Diskurs zu, noch thematisiert er mit Ernsthaftigkeit und festem Willen die erschreckende HIV/AIDS-Problematik im Lande. Zivilgesellschaftliche Akteure der HIV-Prävention, etwa das „Treatment Action Campaign“ schlagen dementsprechend Alarm und fordern ein Handeln des südafrikanischen Präsidenten, damit die Vergewaltigungswelle von Babies und Kindern und die ansteigende HIV-Prävalenz bald wirksam begegnet werden können.

Sangoma-Analyse der University of Pretoria:

http://www.up.ac.za/dspace/bitstream/2263/11550/1/Botha_Sangomal%282004%29.pdf

NGO „Treatment Action Campaign“ schlägt Alarm:

http://www.tac.org.za/community/node/2819

Deutscher Verein HOPE Cape Town verbindet Moderne und Aberglaube:

http://www.hopecapetown.com/09German/program_sangoma_g.html

Videobeitrag des ZDF zu einer traditionellen Zeremonie in Südafrika:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/beitrag/video/482120/Aberglaube-im-modernen-S%C3%BCdafrika