Schlagwort-Archive: Intellektuelle

Ex-Geheimdienstminister greift Israel scharf an

„Israels Handeln ist kriminell und verstößt gegen Menschenrechte und Völkerrecht“, so Ronnie Kasrils

(2010sdafrika-Redaktion)

Zunehmend mehr Politiker, Intellektuelle und Prominente in Südafrika äußern sich kritisch zum israelischen Vorgehen in Gaza. Der Ton wird spürbar aggressiver, nachdem rund eine Viertelmillion Menschen in Kapstadt für ein dauerhaftes Ende der Militäroffensive und gleichzeitig für die Unabhängigkeit Palästinas demonstriert hatten. Nun meldet sich der ehemalige Geheimdienstminister Ronnie Kasrils zu Wort. Er übt scharfe Kritik am jüdischen Staat. Längst ist die jüdische Gemeinde am Kap zerstritten.

Ronnie Kasrils

© Der Ex-Geheimdienstminister Ronnie Kasrils bezeichnete das israelische Vorgehen in Gaza als kriminell, rechtswidrig und teuflisch. Unterdessen befindet sich auch die jüdische Gemeinde in Südafrika im Streit über die Bewertung der jüngsten Militäroperation des jüdischen Staates. (Quelle: Books LIVE)

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Südafrika debattiert über Israel-Sanktionen

Eine Viertelmillion Pro-Palästina-Demonstranten in Kapstadt setzen Regierung unter Handlungsdruck

(2010sdafrika-Redaktion)

Am gestrigen Samstag demonstrierten nach Angaben der Veranstalter rund eine Viertelmillion Kapstädter für ein Ende der Offensive Israels in Gaza und gleichzeitig für die Unabhängigkeit Palästinas. Andere Quellen gehen von 100.000 bzw. 200.000 Demonstranten aus. Jedoch spielt für den gegenwärtigen Handlungsdruck der Regierung in Pretoria die Anzahl der Demo-Teilnehmer keine Rolle. Denn die Öffentlichkeit erwartet eine Reaktion von Präsident Jacob Zuma gegen Israel. Lange wird sich Zuma dem Appell seines Volkes nicht entziehen können.

CT Gaza 4

© Am 9. August demonstrierten nach Angaben der Veranstalter rund eine Viertelmillion Pro-Palästina-Demonstranten in Kapstadt. Präsident Jacob Zuma wird zum Handeln gegen den jüdischen Staat aufgefordert. Neben diplomatischen sollen auch wirtschaftliche Maßnahmen gegen Israel verhängt werden. (Quelle: Privat)

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Waffenembargo gegen Israel gefordert

Südafrikas Intellektuelle fordern Sanktionen gegen jüdischen Staat. Zehntausende gehen auf die Straßen

(2010sdafrika-Redaktion)

In diesen Tagen erreicht das Image Israels in Südafrika einen neuen historischen Tiefstand. Während in Johannesburg und Kapstadt nach Angaben der Organisatoren rund 40.000 Menschen auf die Straße gingen, um ein Ende der israelischen Offensive in Gaza zu verlangen, melden sich nun auch die südafrikanischen Intellektuellen zu Wort. Sie fordern, dass die internationale Gemeinschaft ein Waffenembargo gegen den jüdischen Staat verhängen sollte. Die Persönlichkeiten sehen sich in der Tradition Nelson Mandelas.

Books Live

© In Südafrika hat sich seit Jahren eine erfolgreiche Pro-Palästina-Kampagne entwickelt, der zahlreiche Intellektuelle wie der Nobelpreisträger Desmond Tutu angehören. Bereits in den 1990er-Jahren hatte sich Nelson Mandela als Freund der Palästinenser bezeichnet und die Freiheit Südafrikas vom Schicksal der Araber abhängig gemacht. (Quelle: flickr/ Books Live)

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Kenako-Festival 2013

Ein Rückblick auf das Kenako-Festival 2012: Afrika als kontroverses Thema der Deutschen

(2010sdafrika-Redaktion)

Es ist bald wieder soweit. Vom 23. bis 26. Mai 2013 findet zum zweiten Mal das Kenako-Festival in Berlin statt. Letztes Jahres endete das Festival unter großem Interesse des Publikums. Wir blicken zurück. Viele Persönlichkeiten der deutschen und österreichischen Afrikaszene trafen mit deutschen Intellektuellen zusammen, um bestehende Chancen, Probleme, Herausforderungen und Potentiale der europäisch-afrikanischen Beziehungen zu erörtern. Der Blick dessen erfolgte oft in die schwierige gemeinsame Vergangenheit zwischen europäischen Kolonialmächten und afrikanischen Kolonien. Die Gegenwart wurde von vielen Protagonisten mit der Vergangenheit in Verbindung gebracht. Hingegen wird die Zukunft Afrikas mit China als neuem Partner begegnet – teils positiv, teils kritisch.

© Das 2. Kenako-Festival 2013 in Berlin steht in Kürze an. Vom 23.05. bis 26.05.2013 diskutieren Afrikaexperten und das Publikum mehrere Sachverhalte zum aufstrebenden Kontinent. Genauso wie 2012, wird auch dieses Jahr Ghassan Abid als Chefredakteur von "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" als Referent und Moderator mitwirken. Alle sind herzlich eingeladen!

© Das 2. Kenako-Festival 2013 in Berlin steht in Kürze an. Vom 23.05. bis 26.05.2013 diskutieren Afrikaexperten und das Publikum mehrere Sachverhalte zum aufstrebenden Kontinent. Genauso wie 2012, wird auch dieses Jahr Ghassan Abid als Chefredakteur von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ [im Bild] als Referent und Moderator mitwirken. Alle sind herzlich eingeladen!

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Südafrika mobilisiert für Israel-Boykott

Künstler, Wissenschaftler und Politiker fordern ein Ende der „Apartheid“ bzw. Freiheit Palästinas

(2010sdafrika-Redaktion)

Die südafrikanische Mehrheitsgesellschaft hat infolge der Unterdrückung durch das Apartheidregime lange gelitten. Umso sensibler ist man am Kap, wenn andere Völker ebenfalls um ihre politischen und sozialen Freiheiten entbehrt werden. Dementsprechend war und ist die Politik Israels gegenüber den Palästinensern ein großes Thema in Südafrika. Während in Deutschland ein kritischer Umgang mit dem Staat im Nahen Osten ein äußerst sensibles Thema darstellt, fühlen sich die Menschen am Kap umso mehr in der Verantwortung, sich für mehr Gerechtigkeit im Ausland einzusetzen.

© In Südafrika ist eine Kampagne zum Boykott israelischer Produkte entfacht, welche bei Künstlern, Wissenschaftlern und Politikern großen Zuspruch erfährt. Jüdische Einrichtungen im Lande und die israelische Botschaft in Pretoria sind besorgt. (Carlos Latuff/ Wikimedia)

© In Südafrika ist eine Kampagne zum Boykott israelischer Produkte entfacht, welche bei Künstlern, Wissenschaftlern und Politikern großen Zuspruch erfährt. Jüdische Einrichtungen im Lande und die israelische Botschaft in Pretoria sind besorgt. (Carlos Latuff/ Wikimedia)

Der ehemalige anglikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat mehrfach den Staat Israel mit der Apartheid verglichen und im Anschluss an einen Israel-Besuch es als unerträglich bezeichnet, welches Leid die Palästinenser durch die Besatzung erleiden müssen. Nun schließen sich dieser Debatte immer mehr namhafte Dichter, Musiker, Entertainer, Comedians, Fotokünstler, Filmregisseure, DJs und Produzenten aus Südafrika an. Tutu forderte bereits 2005 von der angesehenen Cape Town Opera nicht in Israel aufzutreten. Stattdessen wurde ihre Tour zum Politikum, welche von Aktivisten zum öffentlichen Protest genutzt wurde (siehe u.a. Video).

Anlässlich der durchgeführten Israel-Tour der Cape Town Opera von 2005 protestierten Aktivisten für ein Ende der israelischen Apartheid. Seither hat sich eine starke Israel-kritische Bewegung am Kap entwickelt.

In der am 1. November 2010 gegründeten Künstlerinitiative „South African Artists Against Apartheid“ wird festgehalten, dass jede Zusammenarbeit mit Institutionen des jüdischen Staates eine Beteiligung am Unrecht gegenüber den Palästinensern gleichkomme. Nicht nur der renommierte Wissenschaftsrat „Human Sciences Research Council (HSRC)“ verurteilte in einer Studie die Politik Israels als „Anwendung von Kolonialismus und Apartheid in den besetzten Palästinenser-Gebieten, sondern auch populäre Künstler vor allem aus Großbritannien – wie der Schriftsteller John Berger, Filmemacher Ken Loach oder Drehbuchautor Paul Laverty – greifen die Politik des jüdischen Staates an. Auch US-amerikanische Intellektuelle, wie die Autorin Alice Walker oder Dichterin Adrienne Rich, setzen sich auch aktuell für ein freies Palästina ein.

„South African Artists Against Apartheid“ fordert Freiheit für Palästina

Sowohl der South African Jewish Board of Deputies (SAJBD), also der Zentralrat der Juden in Südafrika, als auch die für den Zionismus stehende SA Zionist Federation (SAZF), fühlen sich durch die Politik Südafrikas im Stich gelassen. Präsident Jacob Zuma hat mehrfach in der Presse betont, dass sich die Regierung jederzeit für die Unabhängigkeit Palästinas einsetzen wird. Dementsprechend steht die Regierungspartei ANC grundsätzlich hinter dem Engagement der „South African Artists Against Apartheid“. Problematisch an den südafrikanisch-israelischen Beziehungen ist die Tatsache, dass Tel Aviv sehr eng mit dem Apartheidregime kooperierte und somit maßgeblich an der Unterdrückung der schwarzen Mehrheitsgesellschaft partizipierte. Dieser Makel ist nicht vergessen. Umso weniger überraschend ist die Beobachtung in mehreren Städten Südafrikas, wo Bürger T-Shirts mit Boykott-Aufrufen gegen Israel tragen. Dov Segev-Steinberg, aktueller Botschafter Israels in Pretoria, zeigte sich über die aktuelle Entwicklung besorgt.

Im Vorfeld hatte sich Handelsminister Rob Davies dafür eingesetzt, dass Produkte aus den besetzten Gebieten mit einem diesbezüglichen Label versehen und nicht wie bisher mit „Made in Israel“ importiert werden sollen. Auf diesem Wege könne dann der südafrikanische Verbraucher entscheiden, ob diese  Zitrusfrüchte, Olivenöl oder Kosmetik aus dem Heiligen Land überhaupt in den Einkaufswagen legen wollen. Israel ist empört und droht gar mit Konsequenzen. EU-Staaten wie Dänemark und Irland erwägen ebenfalls solche Schritte, während in Großbritannien schon im Jahr 2009 eine ähnliche Produktkennzeichnung in Kraft getreten ist. In der Schweiz fand die Debatte in Südafrika ebenfalls große Beachtung, sodass der Künstlerinitiative eines gelungen ist – internationale Aufmerksamkeit.

Andrew Brown – Südafrikas literarisches Sozialgewissen

Kapstädter Schriftsteller zu den Chancen und Risiken des Projektes „Regenbogennation“

(Autoren/ Editors: Anne Schroeter, Annalisa Wellhäuser, Ghassan Abid)

© Schriftsteller Andrew Brown

Deutsche Interview-Zusammenfassung:

Das südlichste Land des afrikanischen Kontinents konnte sich nach dem Ende der Apartheid in vielerlei Hinsicht kräftig entwickeln, unter anderem auf der literarischen Ebene. Mit Andrew Brown –  einem Juristen, Polizisten und Schriftsteller aus Kapstadt – verfügt Südafrika eine weitere Persönlichkeit, die sich mit sozialen Themen im Lande beschäftigt. Während der Apartheid wurde er von Polizisten aufgrund einer Freundschaft zu einem Schwarzen festgenommen. Nun thematisiert er als Buchautor die gegenwärtige und zugleich schwierige Lage von Flüchtlingen in Südafrika. Nigerianer sind oft der Willkür südafrikanischer Behörden ausgeliefert und müssen ferner die fremdenfeindliche Stimmung in den Townhships dulden. In seinem Buch „Würde“ geht er auf genau diese soziale Schieflage in Südafrika ein und verbindet die unterschiedlichsten Protagonisten miteinander: Richard Calloway ist ein weißer und erfolgreicher Anwalt der Kapständer Mittelschicht, der trotz Ruhm und sozialem Aufstieg ein tristes Leben führt. Doch eines Tages trifft er auf Abayomi, eine Immigrantin aus Nigeria. Schnell erkennt Calloway, dass er ihrem Wesen sehr aufgeschlossen ist und sich zunehmend in ihrer Welt verfestigt – mit ungewissem Ausgang. Das Buch ist deshalb so bemerkenswert, weil Andrew Brown hierfür umgangreiche und hintergründige Gespräche mit nigerianischen Einwanderern in Südafrika unternommen hat.

Zum Sinn und Zweck der WM 2010 für die Volkswirtschaft des Gastgebers äußerte sich Brown dahingehend, dass er grundsätzlich von langfristig positiven Effekten ausgeht, die vor allem dem Tourismus zugute kommen werden.  Der Kriminalität im Lande können man jedoch nur mit einer Ausweitung des gesellschaftlichen Bildungsstandes begegnen, so der Kapstädter Schriftsteller gegenüber dem Südafrika-Portal. Der aktuellen Debatte um die Regulierung der Medien durch die südafrikanische Regierungspartei ANC schaut Brown, auch ein ANC-Mitglied, jedoch mit großer Sorge entgegen, wofür man notfalls erneut auf die Straße ziehen müsste. Zum Abschluss äußerte er seinen Wunsch, noch ein weiteres Buch veröffentlichen zu wollen und öfters, vor allem nach Europa und Deutschland, zu reisen. Nachstehend ist das Originalinterview in Englisch als Text und als Video abgebildet.


2010sdafrika-editorial staff: Mr. Brown, you was born and raised in Cape Town / South Africa . You mobilized against the Apartheid and had been captured too. Which moment or occurrence has activate your mind for justice?

Answer: Probably when I was 17 years old and I was arrested simply because I was friendly with a black boy of my age.  I was taking him home after playing soccer and we were both arrested and held few a few days.  We were both interrogated because the police could not understand that we were simply friends.  That showed me how unjust the system was and that it needed to be changed.

2010sdafrika-editorial staff: You are a really big performer in terms of profession. I noted you are actually and at the same time a police man (in reserve), an advocate and a writer. Which personal objectives are you following in each job and which one is your most challenging one?

Answer: They are all quite challenging, but in different ways.  I get a lot of personal satisfaction out of working as a policeman, because it feels like I am making a contribution to the society that I am living in.  Writing is something I do for my own enjoyment and I don’t feel pressure to write ‘for’ anyone.  If people like my writing, then that is great, but I don’t feel that I have to produce something for publishers or readers to read.

2010sdafrika-editorial staff: During the World Cup 2010, you have untertaken as police seargent patrols in townships. Which benefits has the South African nation and the population, especially the township citizens, taken from this event? What is your mind in this matter?

Answer: I hope that there will be long-term benefits.  The focus of the world on us as a country, and the fact that it was a success, was really a big thing for us.  But that focus does not bring any benefit on its own.  Hopefully, it will result in more tourism, perhaps better trade and confidence in South Africa .  The World Cup did a lot to unite the nation and to build our sense of pride in our country, which is very important. The transport system was improved a lot before the World Cup, and I think that is one thing that we will definitely benefit from in the future.

© Cover von "Würde"

2010sdafrika-editorial staff: In your new novel „WÜRDE“ (in English it means „dignity“) – the original title called „REFUGE“- you are writing about the two faces of South Africa; the rich and the poor one. On the one hand, we have the protagonist „Richard Calloway“ – a white, successful and in security living advocate. On the other hand, you have installed the character „Abayomi“, a native of Nigeria – an immigrant. Could you please give us a short summary of this novel and which social targets would you like to achieve?

Answer: The book is partly about the white middle-class in South Africa , which often shuts itself off from the real issues going on around it.  People protect themselves against the guilt and anguish that comes from seeing the poverty around you, by pretending that it doesn’t exist.  The book is partly about a successful middle-class man who starts to reach out to touch the ordinary people around him; he comes to realise just how small and isolated his life has been.  The other part of the book is about the immigrants, the other ‘outsiders’ of our society, who are there not by choice but because they are fleeing injustice or violence. It is about how we treat them and about how we stop seeing them as equal human beings.

2010sdafrika-editorial staff: I have taken notice, that you have met with immigrants from Nigeria , in accordance with the preparation of your new book. Which impressions have you collected about the life conditions of these people in South Africa ?

Answer: I interviewed a lot of immigrants to hear their stories.  Once they realised that I was not a threat, they were very happy to talk to me and to share their stories with me.  I met incredible people who told me stories of great suffering, of courage and of humiliation at the hands of South African officials.  I have incorporated some of their stories into the book, to try and make it as realistic as possible.   I chose Nigerians in the book because they are the most stereotyped immigrants in South Africa: they are seen as all being drug dealers or prostitutes, and for this reason I wanted to show them as being human beings with their own special culture, language and lifestyle.

2010sdafrika-editorial staff: In these weeks, the African National Congress (ANC) follows up a regulation of commentatorship. South African and international media are still protesting against these plans to establish a „secrecy bill“ and „media tribunal“, which allows the government to increase their control over media. How would you like to evaluate these developments?

Answer: Because of our history, it is very concerning when government starts talking about controlling media reports and press coverage.  We are very sensitive to this kind of censorship, given what we experienced under apartheid.  People are opposing the bill and there is a petition signed by many writers and other people who are protesting against the bill.  Government has tried to explain the need for the bill, but so far we are not accepting that it is necessary.

2010sdafrika-editorial staff: As „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, the German gateway to South Africa, we have interviewed the writer Roger Smith, who is denouncing in his novels the crime situation in South Africa, like you. What do you think should the government do to face this big challenge? Or rewording, how could South Africa solve this problem?

Answer: Crime is a problem in South Africa , but it should not be over-emphasised.  Our crime is a result of poverty, our history and poor education.  Of all of these, it is most important to address education, because literacy and numeracy continue to be problems, and we cannot advance our society unless we take care of these problems first.  Crime is not getting better, but it is not getting worse either.  It will not improve simply by policing, or introducing new laws.  You need to change the way that people think, about themselves and about others.  To do this, we need to concentrate on education.

2010sdafrika-editorial staff: Last but not least, which personal dreams would you like to realize?

Answer: There are many dreams I have – one would be to publish another book.  Another would be to travel more – I have travelled a lot in Africa, but not much in Europe and there are many countries and places that I would like to see.  I have so enjoyed being in Germany, and I would very much like to return to spend more time here as well.

Quo vadis? Neue Afrika-Politik?

Mit der Amtsübernahme von Christian Wulff ergeben sich viele offene Fragen

(2010sdafrika-Redaktion)

© Horst Köhler, Bundespräsident a.D. (Quelle: BPA)

Am 30. Juni 2010 wurde Christian Wulff im dritten Wahlgang mit 625 Stimmen von 1.244 Mitgliedern der Bundesversammlung zum zehnten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschlands gewählt. Mit der Amtsübernahme tritt Wulff die Nachfolge von Horst Köhler an, der von 2004 bis 2010 das Bundespräsidialamt geleitet hatte. Die „Partnerschaft mit Afrika“, welche Köhler im November 2005 initiiert hatte, steht aus diesem Grund erstmal unter ungewissen Sternen. Noch ist unklar, ob diese Initiative durch Christian Wulff fortgeführt wird.

Der auf die deutsch-südafrikanischen Beziehungen spezialisierte Politikwissenschaftler Ghassan Abid spricht sich ausdrücklich für eine Fortsetzung der Initiative durch den neuen Bundespräsidenten aus Niedersachsen aus. Staatschefs, Intellektuelle, Unternehmer, zivilgesellschaftliche Repräsentanten und Journalisten aus Europa und Afrika erhielten im Rahmen dieser Partnerschaft die Möglichkeit eines Gespräches auf Augenhöhe; zu bildungspolitischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Aspekten. So vertrat Köhler die Auffassung, dass auch Europa etwas von Afrika lernen könne.

Insbesondere der ehemalige Präsident Südafrikas, Thabo Mbeki, begrüßte diese Politik als Chance zum „wahren“ Dialog. Köhler untermauerte bei der Auftaktveranstaltung zur „Partnerschaft mit Afrika“ die Notwendigkeit eines Miteinanderredens: „Mir geht es um Mitmenschlichkeit in dieser einen Welt, um das Bewusstsein des aufeinander Angewiesenseins. Und ja, es geht mir auch um Moral und ein Weltethos. Wir müssen Fragen der sozialen Gerechtigkeit immer mehr im globalen Maßstab diskutieren, nicht allein im nationalen“.

© Logo „Partnerschaft mit Afrika“

Ob „Partnerschaft mit Afrika“ bestehen bleibt, unter welchen Voraussetzungen eventuell fortgeführt oder wie ausgestaltet wird, bleibt vorerst ungewiss. Das Bundespräsidialamt bestätigte auf Nachfrage der 2010sdafrika-Redaktion die ungewisse Zukunft dieser Initiative. Fest steht jedoch, dass die Internetpräsenz zur „Partnerschaft mit Afrika“ vorerst aus dem Netz genommen wurde – wohl kein gutes Zeichen!?


Bundespräsidialamt berichtet von „Partnerschaft mit Afrika“:

http://www.bundespraesident.de/-,2.627417/Auftaktkonferenz-der-Initiativ.htm

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung – Christian Wulff neuer Bundespräsident:

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2010/06/2010-06-30-bundesversammlung.html