Schlagwort-Archive: Investor

„Volkswagen muss die Sache korrigieren“

Südafrikas Staatspräsident Jacob Zuma richtet klaren Appell an VW-Tochter im südlichen Afrika

(2010sdafrika-Redaktion)

Am 10. November 2015 traf Südafrikas Präsident Jacob Zuma auf Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Ein Journalist stellte während einer Pressekonferenz dem 73-jährigen Staatsgast die Frage, ob er Beeinträchtigungen wirtschaftlicher Art durch den VW-Skandal in Südafrika erwarte. Denn die Volkswagen AG ist mit ihrer Tochter Volkswagen Group South Africa ein bedeutender Investor am Kap. Zuma antwortete klipp und klar in Richtung Wolfsburg: „Volkswagen muss die Sache korrigieren“.

DB2015AU01438_small.JPG

© Der Skandal um manipulierte Abgaswerte in Dieselfahrzeugen der Volkswagen AG hat längst den afrikanischen Kontinent erreicht. Südafrikas Staatspräsident Jacob Zuma richtet einen klaren Appell an den Wolfsburger Konzern, der am Kap zu den größten Investoren des Landes zählt. Der Automobilriese müsse reagieren und die Sache korrigieren. (Quelle: Volkswagen AG)

Weiterlesen

Lindiwe Mazibuko wirft das Handtuch

DA-Fraktionschefin zieht sich wegen großen Differenzen zu Südafrikas Gleichstellungspolitik zurück

(Autor: Ghassan Abid)

Am gestrigen Sonntag verkündete die bisherige Fraktionschefin der Demokratischen Allianz, Lindiwe Mazibuko, dass sie ihr Parlamentsmandat niederlegt und sich stattdessen für ein Studium an die Harvard Universität in den USA begibt. Jedoch ist aus gut informierten Kreisen der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ bekannt, dass sich Mazibuko aus Frust zurückzieht. Streitthema ist die Position der DA zur bisherigen Gleichstellungspolitik. Mit Helen Zille soll sie sich im Streit befinden.

The Democratic Alliance

© Lindiwe Mazibuko [im Bild ganz rechts] hat bekannt gegeben, sich aus der Politik zurückzuziehen. Das schwarze Aushängeschild der weißen Oppositionspartei DA will sich weiterentwickeln. Doch laut internen Quellen gilt Mazibuko als frustriert. Sie soll zudem im Streit mit Helen Zille sein. (Quelle: flickr/ The Democratic Alliance)

Weiterlesen

Zentralbank versucht Währungsverfall zu stoppen

Rand im Sturzflug. Drohende Finanzkrise könnte neue soziale Unruhen in Südafrika schüren

(Autor: Ghassan Abid)

Die südafrikanische Währung ist seit Jahren im Sturzflug. Der Rand verliert zunehmend an Wert. Investitionen wurden bereits auf Eis gelegt, Kapital ist abgezogen worden und Arbeitsplätze fielen weg. Die kürzlich beschlossene Leitzinserhöhung der Zentralbank (SARB) konnte den Abwärtstrend bisher nicht stoppen. Die ersten Ökonomen und Wirtschaftsjournalisten fürchten eine Finanzkrise, die im Land zu neuen sozialen Unruhen führen könnte.

    © Der Sturzflug der südafrikanischen Rand-Währung hat die Zentralbank-Führung [im Bild] dazu veranlasst, den Leitzins anzuheben. Denn Südafrika droht eine Finanzkrise, die neue soziale Unruhen schüren könnte. Das Vertrauen der Investoren muss zurückgewonnen werden, so die Mehrheit der Südafrika-Experten. (Quelle: flickr/ SAReserveBank)

© Der Sturzflug der südafrikanischen Rand-Währung hat die Zentralbank-Führung [im Bild] dazu veranlasst, den Leitzins anzuheben. Denn Südafrika droht eine Finanzkrise, die neue soziale Unruhen schüren könnte. Das Vertrauen der Investoren muss zurückgewonnen werden, so die Mehrheit der Südafrika-Experten. (Quelle: flickr/ SAReserveBank)

Weiterlesen

„Die Klageabweisung in den USA ist enttäuschend“

Im Interview mit Barbara Müller, Koordinatorin der Schweizer Entschädigungskampagne KEESA

(Autor: Ghassan Abid)

© Barbara Müller ist Koordinatorin der Schweizer „Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika (KEESA)“. Ihre Organisation setzt sich seit 1998 dafür ein, dass südafrikanischen Apartheidsopfern durch westliche Konzerne Entschädigungszahlungen geleistet werden sollen. Deutschen Unternehmen wie Rheinmetall und Daimler wirft KEESA vor, durch ihre Geschäftstätigkeit Beihilfe zu den schweren Menschenrechtsverletzungen des Apartheidregimes begangen zu haben.

© Barbara Müller ist Koordinatorin der Schweizer „Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika (KEESA)“. Ihre Organisation setzt sich seit 1998 dafür ein, dass südafrikanischen Apartheidsopfern durch westliche Konzerne Entschädigungszahlungen geleistet werden sollen. Deutschen Unternehmen wie Rheinmetall und Daimler wirft KEESA vor, durch ihre Geschäftstätigkeit Beihilfe zu den schweren Menschenrechtsverletzungen des Apartheidregimes begangen zu haben.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Barbara Müller, Koordinatorin der „Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika (KEESA)“. Seit wann gibt es Ihre Organisation und welche Ziele verfolgt diese?

Antwort: Die KEESA wurde 1998 in der Schweiz gegründet, sie ist Teil einer internationalen Kampagne, welche die Forderung erhob, dem Neuen Südafrika die Apartheid-Schulden zu erlassen und die Apartheid-Opfer zu entschädigen. Die Kampagne entstand im Rahmen von Jubilee 2000, einer Kampagne, die sich unter anderem auch mit der Frage von illegitimen Schulden befasste. In der Schweiz tritt die KEESA darüber hinaus auch dafür ein, dass Politik und Wirtschaft Verantwortung für ihre Verstrickung mit dem Apartheid-Regime übernehmen. Sie hat erreicht, dass der schweizerische Bundesrat 2001 ein nationales Forschungsprojekt zur Untersuchung der Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika in Auftrag gab, dessen Resultate 2005 publiziert wurden [Anmerkung der Redaktion: Der Bundesrat in der Schweiz ist vergleichbar mit der Bundesregierung in Deutschland] .

Weiterlesen

Kap-Kolumne: Nur ein Märchen?

Von Marketing-Gold und anderen Gaukeleien: Die Präsidentenaudienz des Willi Karl Balthasar Breuer

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Diesmal geht es hier zu wie im Märchen von Hans Christian Andersen: Des Kaisers neue Kleider. Es war einmal ein Unternehmer, der unternahm etwas. So schaffte er es, beispielsweise, eine Audienz im höchsten Amt eines großen Landes an des Südspitze Afrikas zu ergattern. Also, unser Unternehmer erzählte da dem Präsidenten, er wolle das Land mit dem besten Abfallmanagement beglücken. Und ich sage euch, Abfall gab es reichlich in diesem Land. Seine Firma, so der Unternehmer, handele zudem mit Gold und habe sogar Zugang zum Goldschatz des Vatikan.

© Dem Deutschen Willi Karl Balthasar Breuer werden nach Recherchen von City Press-Journalisten dubiose Geschäftspraktiken vorgeworfen, die dem Betrug zuzuordnen seien. Außerdem soll sich Breuer jahrelang bereits ohne gültigen Pass und ohne Visum in Südafrika aufhalten. Ein Gaukler, der beim höchsten Mann im Staat einen persönlichen Termin erhielt.

© Dem Deutschen Willi Karl Balthasar Breuer werden nach Recherchen von City Press-Journalisten dubiose Geschäftspraktiken vorgeworfen, die dem Betrug zuzuordnen seien. Außerdem soll sich Breuer jahrelang bereits ohne gültigen Pass und ohne Visum in Südafrika aufhalten. Ein Gaukler, der beim höchsten Mann im Staat einen persönlichen Termin erhielt.

Weiterlesen

Südafrikas Wirtschaft erliegt Streikchaos

Hunderttausende Arbeitnehmer fordern gerechtere Entlohnung und bessere Arbeitsbedingungen

(Autor: Ghassan Abid)

Wer zurzeit in Südafrika gefragt wird, in welchen Branchen am Kap gestreikt wird, der muss erstmal lange nachdenken. Denn noch nie in der Geschichte der jungen Republik im südlichen Afrika ist in so vielen Wirtschaftsbereichen gleichzeitig gestreikt worden wie es gegenwärtig der Fall ist. Nach eigenen Schätzungen dürften zwischen 250.000 bis 300.000 Menschen ihre Arbeit niedergelegt haben. Genau weiß das keiner. Die Politik hat in Anbetracht der Situation längst jeglichen Einfluss auf die Ökonomie verloren.

    © Die südafrikanische Wirtschaft erlebt die größte Streikwelle seit Bestehen der jungen Republik im Jahr 1994. Mehrere Branchen sind lahmgelegt worden bzw. werden noch bestreikt. Der Machtkonflikt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern hat sich verschärft. Die Politik hat längst keinen Einfluss mehr auf die Ökonomie. (Quelle: flickr/ Cherisse Fredricks)

© Die südafrikanische Wirtschaft erlebt die größte Streikwelle seit Bestehen der jungen Republik im Jahr 1994. Mehrere Branchen sind lahmgelegt worden bzw. werden noch bestreikt. Der Machtkonflikt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern hat sich verschärft. Die Politik hat längst keinen Einfluss mehr auf die Ökonomie. (Quelle: flickr/ Cherisse Fredricks)

Weiterlesen