Schlagwort-Archive: Jugend

Kunst im Post-Apartheid-Südafrika

Solo-Installation „Extra“: Candice Breitz als weißes Wesen in einer schwarzen Umgebung

(Autorin: Nadja Krupke)

Ihre letzte künstlerische Arbeit gräbt in den Wunden des immer noch gebrochenen südafrikanischen Staates. Candice Breitz, geborene Foto- und Videokünstlerin aus  Johannesburg, hinterfragt die Rolle und die Position des „Weißen“ in der Gesellschaft des heutigen Post-Apartheid-Südafrikas. Mit ihrer Solo-Installation „Extra“, die 2012 in Südafrika entstand und ausgestellt wurde, symbolisiert sie das unangenehme Gefühl im modernen Südafrika, ein weißer Bürger zu sein.

© Foto aus der Solo-Installation "CANDICE BREITZ: EXTRA!". (Quelle: Candice Breitz)

© Foto aus der Solo-Installation „CANDICE BREITZ: EXTRA!“. (Quelle: Candice Breitz)

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Kap-Kolumne: Wann sagt die Jugend – Es reicht!

Schüler zwischen Aufstand gegen die Apartheid und Bildungsnotstand im Neuen Südafrika.

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger West-Berliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Am 16. Juni, am heutigen Tage, gedenkt Südafrika des Schüleraufstandes in Soweto 1976. Erinnern wir uns: Das Diktat des weißen Apartheid-Regimes, Afrikaans als Unterrichts- und Prüfungssprache an allen schwarzen Schulen einzuführen, war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Der Apartheidstaat verschärfte damit die so genannte Bantu-Erziehung („Bantu Education“), deren erklärtes Ziel es war, die schwarze Mehrheit in Südafrika auf ewig als Knechte und Mägde der weißen Herren(rasse) zu erhalten. Einer der Architekten des Apartheid-Systems, Hendrik Frensch Verwoerd, stellte in den fünfziger Jahren zynisch fest, den Schwarzen könne nur so viel Wissen zugemutet werden, wie sie „als Holzsammler und Wasserträger“ benötigten.

© Der landesweite Bildungsnotstand stellt ein großes Problem für die Entwicklung des Landes dar. Die Jugend im Neuen Südafrika könnte infolge der Perspektivlosigkeit den Aufstand gegen die Regierung proben. Es ist allgemeines Wissen, dass Schüler die Grundschulen verlassen, ohne wirklich lesen, schreiben oder rechnen zu können. Die Bildungsmisere verursacht verherrende Gefahren für die Demokratie am Kap: Armut, Arbeitslosigkeit oder Kriminalität.

© Der landesweite Bildungsnotstand stellt ein großes Problem für die Entwicklung des Landes dar. Die Jugend im Neuen Südafrika könnte infolge der Perspektivlosigkeit den Aufstand gegen die Regierung proben. Es ist allgemeines Wissen, dass Schüler die Grundschulen verlassen, ohne wirklich lesen, schreiben oder rechnen zu können. Die Bildungsmisere verursacht verherrende Gefahren für die Demokratie am Kap: Armut, Arbeitslosigkeit oder Kriminalität.

Vor sechsunddreißig Jahren also sagte die Jugend Südafrikas: Es reicht! Und der Apartheidstaat erklärte dieser Jugend den Krieg. Das erste Opfer, Hector Petersen, ging in die Annalen der Weltgeschichte ein. Abertausende Tote, Verletzte, Gefolterte folgten ihm. Die Protagonisten des Apartheidsystems verloren am Ende ihre politische Macht. Südafrika ist heute eine konstitutionelle Demokratie, frei vom staatlich verordneten Rassismus, alle Bürger und Bürgerinnen sind vor dem Gesetz gleich.

Hat damit die schwarze Jugend ihren Kampf um Freiheit, um eine gleiche und bessere Bildung gewonnen? Diese Frage darf gestellt werden, angesichts der täglichen Misere an den Schulen. Diese Misere zeigt sich in vielerlei Symptomen. Nehmen wir Beispiele aus der Provinz Limpopo, wo ich als Freiwilliger in einem Kinderprojekt tätig bin. In Limpopo blieben die meisten Schulen bis sechs Monate nach Beginn des Schuljahres 2012 ohne Schulbücher, wegen Unfähigkeit der Schulbehörden. Dieser Skandal beschäftigt die nationalen Medien und nun auch die Gerichte. Lehrkräfte sind schlecht ausgebildet, kommen häufig nicht zur Arbeit. Ich höre die Klagen von Schülerinnen und Schülern, dass sie „heute mal wieder ein paar Schulstunden ohne Lehrer“ in der Klasse verbracht haben. Es ist allgemeines Wissen, dass die Schüler und Schülerinnen die Grundschulen verlassen, ohne wirklich lesen, schreiben oder rechnen zu können. Und das setzt sich munter in der Oberschule fort. Jeder Pädagoge weiß, wenn die Grundlagen nicht gelegt sind, kann der Unterricht noch so gut sein, das Ergebnis wird im besten Falle mager ausfallen. Die Liste der Mängel ist lang.

Das in Limpopo erlebte ist leider ein landesweiter Zustand, um nicht zu sagen ein nationaler Bildungsnotstand. An zu geringen staatlichen Mitteln für die Bildung liegt das nicht. Und doch ist es keine Seltenheit, dass Angestellte des Staates wie Lehrer, Polizisten, Sozialarbeiter, höhere Beamte Nebengeschäften nachgehen. Frei nach dem Motto: Die unternehmerische Initiative ergreifen, beispielsweise bei staatlichen Ausschreibungen mitmischen. „Tenderpreneurship“ heißt das hier. Der Traum vom großen Geld ohne Maloche von „8 to 6“ ist eben eine starke Versuchung.

Soweto-Schüleraufstand von 1976 in Bildern

Die Misere im Bildungswesen Südafrikas steht im krassen Widerspruch zu den hehren Zielen der Befreiungsbewegung und auch zur Verfassung. Kein geringerer als Nelson Mandela hat der Jugend immer wieder eingehämmert, Bildung ist der Schlüssel zur Freiheit, zur Teilhabe am Aufbau einer neuen Gesellschaft. Doch irgendwo bei den Mühen der Ebene ist diese Geisteshaltung am Wegesrand liegengeblieben. Ich denke, einen wesentlichen Anteil an diesem Verlust hat der fast religiöse Glaube an den freien Markt, die Orientierung der Gesellschaft auf den individuellen ökonomischen Erfolg. „Reich sein ist geil“ ist auch in Südafrika der Wahlspruch der Eliten, die, übrigens, ihren Kindern auf teuren Privatschulen eine bessere Bildung zukommen lassen können. Wer wirtschaftlich erfolgreich ist, ist „gesegnet“. Auf wessen Kosten? Diesen unbequemen Gedanken überläßt man, so er denn überhaupt gehegt wird, gern den „Sozialheinis“ und „Weltverbessern“.

Die herrschenden Eliten in Südafrika haben nicht mehr viel Zeit, einen neuen Aufstand der Jugend unter anderen Vorzeichen zu vermeiden. Sie müssen nur die Schrift an der Wand lesen: „Come back to the people“.

Machtkämpfe im ANC

Julius Malema & ANCYL, Kgalema Motlanthe und Fikile Mbalula formieren Bündnis gegen Zuma

(Autor: Ghassan Abid)

Vor einigen Tagen zelebrierte die ANC-Jugendliga (ANCYL) das hundertjährige Bestehen des ANC im Nkowankowa Stadium in der nördlichen Provinz Limpopo. Obwohl die Jahrhundertparty bereits am 08. Januar 2012 in Bloemfontein begangen wurde, versammelten sich rund 30.000 Südafrikaner um dem Sieg des Afrikanischen Nationalkongresses gegen die rassistische Ungerechtigkeit durch das Apartheidsregime zu gedenken.

© Machtkämpfe innerhalb der obersten ANC-Führung intensivieren sich zunehmend. Von links nach rechts: Präsident Jacob Zuma, Sportminister Fikile Mbalula und der stellvertretende Präsident Kgalema Motlanthe. Julius Malema agiert vom Hintergrund aus in die Johannesburger ANC-Zentrale hinein. Mit ersten Erfolgen: Präsident Zuma erhält immer stärkere parteiinterne Konkurrenz. (Quelle: flickr/The Presidency of the Republic of South Africa + GCIS)

© Machtkämpfe innerhalb der obersten ANC-Führung intensivieren sich zunehmend. Von links nach rechts: Präsident Jacob Zuma, Sportminister Fikile Mbalula und der stellvertretende Präsident Kgalema Motlanthe. Julius Malema agiert vom Hintergrund aus in die Johannesburger ANC-Zentrale hinein. Mit ersten Erfolgen: Präsident Zuma erhält immer stärkere parteiinterne Konkurrenz. (Quelle: flickr/The Presidency of the Republic of South Africa + GCIS)

Stellt sich dennoch die Frage, warum der ANC seinen hundertsten Geburtstag erneut feiert? Welche politische Message an wen verschickt werden soll? Und welche Rolle die ANC-Jugendliga hierbei einnimmt?

Der Sachverhalt stellt sich viel komplexer dar und geht auf die aktuellen ANC-internen Machtkämpfe zurück. Klar ist, dass die ANC-Jugendliga zur Teilnahme an dieser Veranstaltung aufgerufen hatten und dementsprechend hauptsächlich Mitglieder der ANCYL anwesend waren. Neben dem vom ANC ausgeschlossenen ANCYL-Präsidenten Julius Malema, nahm auch Kgalema Motlanthe, der derzeitige stellvertretende Präsident Südafrikas, teil und bekrätigte in seiner Rede die Bedeutung des ANC für das heutige Südafrika.

Erstaunlicherweise findet sich kein Eintrag zur Rede von Motlanthe auf der Homepage der Presidency wieder. Vielmehr hat sein Haus am gestrigen Tage einen sogenannten „Transcript of the Address“ an die registrierten Pressevertreter versandt, welcher auch „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ vorliegt. Es lässt sich schlussfolgern, dass Motlanthe’s Besuch in Limpopo als private Angelegenheit eingestuft werden kann.

© Transcript of the Address von Kgalema Motlanthe: Die Rede ist auf die ANC-Jugendliga zugeschnitten gewesen. Motlanthe vertraut auf die Stimmen der Jugend.

© Transcript of the Address von Kgalema Motlanthe: Die Rede ist auf die ANC-Jugendliga zugeschnitten gewesen. Motlanthe vertraut auf die Stimmen der Jugend.

© Julius Malema und Kgalema Motlanthe ziehen nun gegen Jacob Zuma an einem Strang. (Quelle: flickr/The Presidency of the Republic of South Africa + GCIS)

© Julius Malema und Kgalema Motlanthe ziehen vorsichtig gegen Jacob Zuma an einem Strang. (Quelle: flickr/The Presidency of the Republic of South Africa + GCIS)

Kgalema Motlanthe, der seit der 52. Nationalkonferenz  von 2007 [vergleichbar mit dem Bundesparteitag] auch stellvertretender ANC-Präsident ist, wurde von den ANCYL-Mitgliedern und von Julius Malema herzlich empfangen. Viele der ANC-Jugendparteianhänger trugen T-Shirts mit Motlanthe-Fotos. Sein Name wurde immer wieder und wieder aus der Menge heraus gerufen: „Motlanthe for President!“.

Motlanthe setzte auf die Jugendanhänger und betonte in seiner Rede mehrfach die Notwendigkeit einer streitbaren Jugendorganisation für den ANC: „We need the Youth League to be militant, determined and creative … We want a militant Youth League, nge sizulu „o’vuka aibambe” … An organisation is only relevant to the extent that it is radical.

Ebenso nahm der einflussreiche ANC-Politiker und derzeitige Sportminister Fikile Mbalula am ANCYL-Treffen in Limpopo teil. Mbalula ist kein Unbekannter, zumal dieser mit provokant-beleidigenden Thesen gerne Aufmerksamkeit erzeugt. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass dieser mit Julius Malema am morgigen Tage einen öffentlichen Vortrag zur Partei an der Wits University in Johannesburg halten wird.

Alex Matlala, renommierter Journalist der Zeitung Sowetan, hat in einem Artikel die ANCYL-Feier in Limpopo als klaren Angriff gegen Präsident Jacob Zuma interpretriert. Ihm obliegen Informationen des zumindest nach offizieller Darstellung ehemaligen Generalsekretärs der ANCYL, Sindiso Magaqa, wonach Motlanthe mit Unterstützung der Jugendorganisation den amtierenden Präsidenten ersetzen soll. Die ANCYL stellt mit seinen rund 360.000 Mitgliedern einen bedeutenden Machtfaktor dar, auf welchen Zuma nun verzichten muss.

Julius Malema und Kgalema Motlanthe betonen im Nkowankowa Stadium die Gemeinsamkeiten zwischen ANC und ANCYL

Motlanthe hält sich (noch) über seine wahren Absichten im Hinblick auf die nächste Präsidentschaft und seinem Verhältnis zu Jacob Zuma bedeckt. Zwischen dem 25. September 2008 und dem 9. Mai 2009 übernahm Motlanthe infolge des Rücktritts von Thabo Mbeki übergangsweise das Amt des Präsidenten, welches an Jacob Zuma abgegeben wurde.

Zapiro im Exklusiv-Interview

4.000 Cartoons und 15 Bücher. Johnathan Shapiro über sein Leben, Meinungsfreiheit und Politik

(Autorin: Annalisa Wellhäuser)

© Johnathan Shapiro alias Zapiro, Südafrika´s einflussreichster und provokantester Cartoonist. Er stand bereits mehrfach in Konflikt mit der Regierung.

Egal in welche südafrikanische Zeitung man schaut, man wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine von Zapiro gezeichnete Karikatur finden, die die Politik Südafrikas kommentiert. Wer kennt ihn nicht, den berühmten Cartoon, der den derzeitigen südafrikanische Präsidenten Jacob Zuma mit einem Duschkopf über seinem Haupt zeigt; in Anspielung auf seine Aussage, er habe nach dem Geschlechtsverkehr mit einer HIV-positiven Frau geduscht. Zapiro, geboren 1958 in Kapstadt als Jonathan Shapiro, ist zur Zeit der berühmteste Cartoonist Südafrikas. Seine Zeichnungen erscheinen im Mail and the Guardian , der Sunday Times und der Times. Außerdem wurde seine Kunst bereits in Ausstellungen in der ganzen Welt gezeigt und er erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

© Karikatur von Zapiro: Präsident Jacob Zuma glaubt AIDS wegduschen zu können. Die Zeichnung basiert auf eine Aussage Zuma´s.

Zapiro entdeckte seine Leidenschaft für das Zeichnen bereits als Kind, als er in einer Art Selbsttherapie die Monster aus seinen nächtlichen Albträumen malte. Auf diese Weise überkam er diese Träume und genoss zugleich die Malerei. Seit diesem Zeitpunkt war es sein Traum, Künstler zu werden. Er nahm an Zeichenwettbewerben teil und war in der Schülerzeitung aktiv. Für diese erfand er den kleinen ,,Prepi”, der alles kommentierte, was in der Vorschule passierte.

Mit Politik kam Zapiro dann auch als bald in Kontakt. Schon im jungen Alter machte ihn seine Mutter darauf aufmerksam, dass sie in einer ,,falschen” Gesellschaft leben würden. Seine erste, ,,so in der Art„ politische Erfahrung hatte er als Verwoerd1 ermordet wurde und er mit den anderen Kindern in seiner Schule für diesen beten sollte. Zapiro erinnert sich daran, dass er verwirrt war und sich dachte ,,Hey, dieser Typ war nicht gut!”. Im weiteren Verlauf seiner Schulzeit war er stets auf Kriegsfuß mit dem Trend, Apartheid zu unterstützen, welcher sogar unter den englischen Südafrikanern geherrscht habe. Allerdings war er während dieser Zeit noch nicht politisch aktiv. Nach der Schule studierte Zapiro Architektur; nicht weil er sich für das Fach interessierte, sondern um zu verhindern, in die Armee eingezogen zu werden. Als er sich dann dazu entschloss, Grafikdesign zu studieren, um ein Cartoonist zu werden, wurde er einberufen. Bei der Armee verweigerte er eine Waffe zu tragen. Also musste er stattdessen eine schwere Holzattrappe mit sich ,,herumschleppen“ und wurde zum Gespött seiner Kollegen. Einmal habe er sogar mit der Attrappe Wache stehen müssen, was er als absolut lächerlich empfand.

Jedoch konnten seine Kollegen nicht lange über ihn lachen, denn er zeigte ihnen, wie gut er mit der schweren Attrappe umgehen konnte, indem er all das tat und meisterte, was seine Genossen mit ihren Waffen bewerkstelligen mussten. Dies war seine Art zu rebellieren und seine politische Botschaft zu verbreiten. Man habe geglaubt, er sei ein Kommunist und er wurde als gefährlich angesehen. Zu der Zeit war Zapiro noch nicht politisch aktiv, da die UDF (United Democratic Front) erst ein Jahr nach seinem Einzug in die Armee gegründet wurde. Als diese dann ins Leben gerufen wurde, wollte er unbedingt mitwirken. Ebenso taten es seine Mutter, seine Schwester und viele seiner Freunde. Plötzlich gab es da diese ,,non-racial“ Gruppe, die sich für sie richtig anfühlte: Viel offener und viel stärker mit der nationalen Politik verbunden. Es gab auch eine Verbindung mit dem ANC (African National Congress), allerdings wollte er nicht mit diesem involviert sein oder gar darüber sprechen, denn würde dies ,,ans Licht kommen„ wäre es gefährlich geworden. Letztendlich kam es sogar dazu, dass er und einige seiner Familienmitglieder in Gewahrsam genommen wurden.

© Karikatur von Zapiro: Das Gerechtigkeitssystem in Form einer Frau wird von ANC, ANCYL, SACP und Gewerkschaft COSATU zu Boden gedrückt, während Präsident Jacob Zuma seine Hose zum bevorstehenden "Akt" öffnet - zur Vergewaltigung.

Zapiro wollte jedoch nie ein Politiker werden. Er sieht einen großen Unterschied zwischen jemandem, der professionell Politik betreibt und einem politischen Aktivisten. Seiner Meinung nach hätten es nur wenige Leute gemeistert, die Ideale ,welche sie im Kampf gegen die Apartheid hatten, beizubehalten. Der Rest der Leute sei korrupt und bequem geworden; nur ihren persönlichen Gewinn im Blick habend. Auch hätten sich einige gegen die Leute gewendet, welche sich außerhalb der Partei für gute Dinge engagiert hätten. ,,All dies würde ich hassen„, so Zapiro. Seiner Ansicht nach braucht das Land jene Leute, die Politiker werden und sowohl konzentriert bleiben als auch altruistisch und nicht korrupt sind. Allerdings brauche Südafrika auch eine Zivilgesellschaft und die Medien. Deshalb sieht Zapiro seine beste Rolle als visueller Kolumnist und zu einem kleinen Teil auch als Aktivist. Um seine Zeichnungen zu Papier bringen zu können, bedarf es natürlich einer Menge Recherche über die Politik. Hierfür hört Zapiro viel Radio, liest viele verschiedene Zeitungen und nutzt das Internet. Auch zeichnet er einige Sachen im Fernsehen auf. Insgesamt erhält er somit diverse Darstellungen desselben Themas und kann sich seine eigene diesbezügliche Meinung bilden.

Zapiro erklärt, dass Cartoons hauptsächlich Gedanken und Kommunikation seien, quasi 80% Idee und 20% Zeichnung. Man könne der beste Künstler überhaupt sein – das helfe nicht, wenn die Idee hinter der Zeichnung schwach sei. Andererseits, wenn die Botschaft eine starke sei, dann würde die Zeichnung nur einen kleinen Teil des Cartoons ausmachen. Als Beispiel bezieht sich Zapiro auf einen sehr starken, seiner Meinung nach einer seiner besten Cartoons, welcher eigentlich nur eine weiße Seite zeigte mit dem Untertitel „Weiße, die nie von der Apartheid profitiert haben“. Er habe den Cartoon deshalb gemacht, weil er es Leid gewesen sei, dass ein Teil der weißen Bevölkerung bestritt, von der Apartheid gewusst und von dieser profitiert zu haben; für diese verantwortlich gewesen zu sein.

© Karikatur von Zapiro: Weiße Südafrikaner haben von der Apartheid profitiert.

Mit seinen Karikaturen möchte Zapiro die Menschen zum Denken anregen. Vielleicht würden manche Leute sagen „Hey, das ist genau, was ich meine, ich wusste es nur nicht auszudrücken.“ Allerdings sei es nicht seine Absicht, nur die Menschen anzusprechen, welche genau so denken würden wie er; dies würde seiner Meinung nach keinen Sinn ergeben. Manche Leute stimmen ihm zu, manche nicht. Zapiro will auch nicht diejenigen überzeugen, die komplett anders denken als er. Seine Hauptzielgruppe seien die Leute „der Mitte“, welche er mit etwas Überzeugungskraft zu einer neuen Denkweise bewegen könne.

Auf die Frage, zu welchem durch die Gesellschaft oder Politik ,,verbotenen„ Thema er gerne einen Cartoon machen würde, antwortet er , dass er sich nicht sagen lassen würde, worüber er zeichnen könne und worüber nicht. Es sei vielmehr er selbst, der sich von sich aus zurückhalte, wenn es um ein bestimmtes Thema gehe. Er mag es nicht, Menschen extrem zu beleidigen, wenn diese verletzlich seien. Dennoch sei sein Toleranzbereich bezüglich über welches Thema man einen Cartoon zeichnen könne, doch noch viel größer. Wenn er der Auffassung sei, jemand greife andere Menschen an, dann nehme er kein Blatt vor den Mund. Zum Beispiel empfindet er, dass Religion eine großes Ausmaß an Schaden angerichtet habe in Bezug auf homosexuelle Menschen und Frauen. Auch habe sie die Verbreitung von HIV gefördert. Diesbezüglich würde er wirklich hart gegen die hierfür verantwortlichen Personen an der Macht vorgehen.

Zapiro fährt fort. Er habe Cartoons gemacht , die andere Menschen als extrem beleidigend empfunden hätten. Es sei sehr schwierig, sich mit bestimmten Themen rund um Tradition und Kultur in seinen Cartoons auseinanderzusetzen. Denn es gebe Menschen, die diese Themen in einer Weise behandeln würden, als handele es sich um Religion. Und gerade zurzeit käme es sehr oft vor, dass Cartoons absichtlich missinterpretiert würden, um jemanden als Rassisten darzustellen, der gar keiner ist.

Zapiro bekommt nicht nur positive Rückmeldungen bezüglich seiner Arbeit. Präsident Jacob Zuma habe ihn schon verklagt, weil er über ihn in seinen Cartoons gezeichnet hat. Zapiro glaubt an die südafrikanische Verfassung und das diese stark genug sei, Meinungsfreiheit zu schützen. Zapiro erklärt, dass seine eigene Politik sich nicht geändert habe, aber jene von einigen Menschen in Machtpositionen. Und er sei froh, dass er nicht so eingeschränkt sei wie diese, wenn es darum ginge, das zu sagen was denkt. Wenn er an etwas glauben würde, würde er sich dafür einsetzen und sagen was er glaubt.

Ich spreche Zapiro auf die Meinung einiger Leute in Südafrika an, welche behaupten, eine Art ,,umgedrehte Apartheid„ sei im Aufschwung, in welchem schwarze Südafrikaner gegenüber den anderen Kulturen dominieren würden. Zapiro antwortet, dass dies eines der Themen sei, wo er entweder in die eine oder andere Diskussion einsteigen würde, abhängig davon, wer sein Gesprächspartner sei. Einerseits, wenn er mit seinen alten Kameraden sprechen würde, dann würde er sich tierisch aufregen über das Ende von ,,non racialism“ und das Aufkommen von einer gewissen Form von Nationalismus und Elitismus. Andererseits, wenn er mit solchen weißen Südafrikanern sprechen würde, die während Apartheid nie etwas mit Politik zu tun gehabt hätten und sich auf uninformierter Art und Weise darüber aufregen, wie schlimm alles sei und dass es einen ,,umgekehrten Rassismus„ gäbe, dann führe er eine komplett andere Diskussion. Er würde versuchen, ihnen zu erklären, wie viel besser die Dinge jetzt seien. Er sagt, es gäbe immer noch einen bestimmten Rassismus innerhalb der weißen Bevölkerung. Und nach wie vor seien es immer noch vor allem weiße Menschen, die an der Spitze der Macht in vielen wichtigen Bereichen seien. Er denkt, dass die sogenannte ,,affirmative action„ nicht immer fehlerlos praktiziert würde und er sei die letzte Person, die sage, dass alles in Ordnung sei. Aber zu behaupten, die Dinge seien genau wie zu Apartheidszeiten, nur umgedreht, sei nicht wahr, sondern absoluter Blödsinn.

In Bezug auf Julius Malema`s Gesang ,,Kill the Boers„ (Tötet die Buren) sagt Zapiro, dass sein Verhalten ,,krass „ und falsch gewesen sei. Der Song stamme aus der Apartheidsära und habe eine metaphorische Bedeutung. Er sei gegen das System der Apartheid gerichtet gewesen; für die Zerstörung dessen. Ein Kampf gegen die Polizeikräfte und solche Farmer, die andere Leute brutal angegriffen und umgebracht haben. Damals sei der Song verständlich gewesen. Aber den Song heutzutage zu singen, so Zapiro, sei falsch. Es sei der Versuch, eine desillusionierte Jugend zu mobilisieren, weil der ANC es nicht geschafft habe, seine Versprechen zu halten und jetzt die Wut dieser Jugend auf die Leute richten will, welche heutzutage nicht mehr unbedingt die Attackierenden darstellen; zumindest nicht in dem Ausmaß wie zuvor. Allerdings glaubt Zapiro nicht, dass man einen Song verbieten könne. Er empfindet die Entscheidung des höchsten Gerichts in Südafrika demnach als falsch. Als Unterstützer der Meinungsfreiheit kann er dem nicht zustimmen. Man könne jemanden politisch-opportunistisch nennen ohne ihm das Singen des Liedes zu verbieten. Es sei viel komplizierter als dass man einfach sagen könne: Julius Malema sei äquivalent zu dem was Terre Blanche2 war. So funktioniere das nicht. Zapiro sagt, er habe Cartoons gemacht, die die Entscheidung des Gerichts kritisiert haben. Er stimme der Definition von Hassrede zu, welche von der Menschenrechtskommission und der UN beschlossen wurde und finde, dass Hassrede verhindert werden sollte. „ Diese Definition würde beinhalten, dass es eine Verbindung zwischen einem Mord und einer vorausgegangen Aufforderung, wie zum Beispiel eine Rede, ein Lied oder ein Schreiben geben würde. Aber er denke nicht ,, dass Leute andere Menschen auf Grund dessen umgebracht haben, was Julius gesagt hat 3

Slideshow zu Zapiro-Karikaturen mit HIV/AIDS-Bezug

Zapiro sagt weiterhin, dass es auch Beschwerden über seinen ,,Lady Justice-Cartoon“ gegeben hatte und die Menschenrechtskommission ihn diesbezüglich freisprach, da diese meinte, sein Cartoon ermutige keinen Menschen dazu, einem anderen etwas anzutun. Es sei eine Metapher über Zumas Verhalten gegenüber der Justiz gewesen. Meinungsfreiheit ist Zapiro sehr wichtig. Wenn also jemand sagen würde, man solle den Song, gesungen von Malema, verbieten, so müsse man auch seine Cartoons verbieten, denn beides könne in einer Art und Weise als ,,falsch“ interpretiert werden.

Was wünscht sich Zapiro für das neue Südafrika. Er erinnert sich an Desmond Tutu´s Idee der Regenbogennation, während der ,,inconscription campaign“ in 1985. ,,Es war etwas idealistisch.„ Tutu wünschte sich eine politische Bewegung in Form einer Regenbogenkoalition, die gemeinsam für Freiheit, ,,non-racialism“ und Demokratie kämpfen würde. Leider habe Südafrika seit Apartheidsende nur wenige solcher Regenbogenmomente zeigen können, wie zum Beispiel die Rugby-Weltmeisterschaft von 1995. Er sagt, dass er früher gedacht habe, die weiße Bevölkerung sei hauptsächlich dafür verantwortlich; sie habe sich nicht entschuldigt und keine Verantwortung gezeigt. Er glaube immer noch, dass sie eine sehr große Verantwortung dafür trage, allerdings denke er jetzt, dass viel mehr hätte erzielt werden können, wenn der ANC nicht so ,,fett, bequem und korrupt„ geworden wäre. Und wenn die Leute ganz oben nicht eine kleine Elite promoten würden, sondern versuchen würden, die Lücke zwischen Arm und Reich zu schließen. Nur dann könne man eine Art ,,Versöhnung” haben. Vieles sei nach den Anhörungen der ,,Truth Reconciliation Commission“ ungelöst geblieben. Das Wichtigste sei, die Ungerechtigkeiten in diesem Land zu beseitigen. Südafrika sei das Land mit der größten Ungleichheit zwischen den Menschen; es läge sogar hinter Brasilien. Und das sei skandalös nach 17 Jahren nach Einführung der Demokratie.

Was wünscht sich Zapiro für seine eigene Zukunft, was sind seine Pläne. Für den Moment und solange er noch das Gefühl hat, etwas mitteilen zu können, möchte er weiterhin Cartoons zeichnen. In ferner Zukunft möchte er aber zu anderen Genres von Cartoons und Geschichtserzählungen übergehen. Er habe schon 4.000 Cartoons und 15 Bücher veröffentlicht; er wolle schließlich nicht dieselbe Sache für immer und ewig machen. Auch möchte er mehr Ausgeglichenheit erlangen, denn die Intensität, mit welcher er seine Zeichnerei betreibe, sei sehr einvernehmend . Er möchte einfach mehr Zeit mit seiner Familie verbringen.

HERE YOU WILL FIND THE ENGLISH VERSION OF THIS INTERVIEW.

1 Er war der dritte Premierminister nach DF Malan und Jacob Strijdom

2 Gründer der Afrikaaner Widerstandsbewegung waehrend Apartheid; als weisser Suprematist angesehen

3 Diskussion in Südafrika über eine mögliche Verbindung zwischen Malema`s Singen des Songs ,,Kill the boers“ und dem Mord an Terre Blanche

ANC setzt ihre Bulldogge aus

Julius Malema wird suspendiert – doch der ANC-interne Kampf geht erst jetzt richtig los

(Autor: Ghassan Abid)

Bulldoggen gelten als selbstbewusste, eigenwillige und äußerst mutige Hunde. Als Kampfhunde ist deren Erziehung alles andere als einfach. Jeder Hundehalter wird dies bestätigen können. Julius Malema, Präsident der ANC-Jugendorganisation, wurde genau aufgrund dieser Verhaltensweisen als Bulldogge betitelt. Immer wieder machte Malema mit provokanten, rassistischen und beleidigenden Äußerungen von sich aufmerksam. Weiße Südafrikaner sahen in Malema einen Demagogen, der dem simbabwischen Diktator Robert Mugabe in nichts nach stand. Insbesondere die von Malema  gesungenen Anti-Weißen-Lieder („Kill the boer“) sorgten für viel Unmut innerhalb der südafrikanischen Gesellschaft. Der Aufruf eines Staatsstreiches in Botswana könnte ihm nun das Genick gebrochen haben.

© Julius Malema ruft zum Widerstand gegen seine Partei auf (Quelle: Gary van der Merwe/ Wikimedia)

Denn am vergangenen Donnerstag entschied ein Disziplinarausschuss des ANC in einem 34 Seiten umfassenden Dokument in Johannesburg, dass der im Studium der Politologie befindende Julius Malema und weitere Parteigenossen infolge ihrer verbalen Entgleisungen für ganze fünf Jahre aus dem ANC suspendiert werden. Malema kündigte unterdessen Widerstand zum Urteil an. Doch der Erfolg eines Revisionverfahrens gilt in Südafrika als unwahrscheinlich.

Jacob Zuma, Südafrikas aktueller Präsident, hielt in der Vergangenheit stets zu seinem Schützling. Im Gegenzug unterstützte Malema seinen politischen Mentor im Wahlkampf und mobilisierte vor allem die Jugend. Doch nachdem Präsident Zuma – so heißt es aus ANC-Kreisen gegenüber „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ – parteiintern von den Forderungen der Jugendorganisation ANCYL nichts mehr hören wollte, konnte Malema mit dieser Ignoranz und der damit verbundenen Enttäuschung nicht mehr leben. Malema holte aus und griff als Reaktion den Präsidenten öffentlich an.

Julius Malema ist nun für fünf Jahre aus dem ANC suspendiert, doch wird seine Stimme nicht schweigen. Ganz im Gegenteil – es ist anzunehmen, dass das Urteil des ANC-Disziplinarausschusses instrumentalisiert wird. „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ist darüber informiert worden, dass von Malema-Anhängern in Erwägung gezogen wird, das Urteil als Verschwörung zu politisieren. Der Einfluss von Julius Malema alias JuJu könnte demnach größer werden, als je zuvor.

Bonteheuwel – Töten oder getötet werden!

Rezension von „Gangster Project“, ein Dokumentarfilm von Teboho Edkins

(Autor: Ghassan Abid)

Gewalt, Drogen, Arbeitslosigkeit, Knast und Schusslöscher in sämtlichen Wänden. So stellt man sich das Alltagsleben einer Gemeinschaft vor, welche durch Gangster dominiert wird. Mit der Dokumentation „Gangster Project“ entführt der Regisseur Teboho Edkins den Zuschauer nach Bonteheuwel, einer der ärmlichsten und kriminellsten Vororten Kapstadts.

Im Januar 2010 begab sich Edkins mit einem Kameramann in eine Welt, wo das Leben im Knast schöner erscheint, als jenes an diesem tristen Ort. Bonteheuwel ist wie viele Orte in Südafrika in der Hand mehrerer Gangs. Ganze Straßenzüge stehen unter der Kontrolle einer bestimmten Gang – in Bonteheuwel herrschen Gangs wie Wonder Kids, Stupaboys, youngsters oder Junior Night Pigs über die Territorien und deren Anwohner. Im Kindesalter wird den Bewohnern dieses Suburbs bereits klar, dass die pure Gewalt für das eigene Überleben als scheinbar einzige Option übrig bleibt. Mit bestialischen Filmsequenzen, etwa dem Kampf von Hunden, schafft es Edkins den Zuschauer in eine Atmosphäre des anderen Südafrikas jenseits von TV-Glamour zu entführen.

© Gangster Project – Filmsequenzen (oberstes Foto: Hunde im Kampf, mittleres Foto: Gangster als Familienvater, unteres Foto: Jugendliche mit Schusswaffen)

Die Produktion verlief nicht ohne Risiko und wurde trotz der Skepsis der eigenen Eltern vom Regisseur durchgezogen. Edkins gelang das Eintauchen in diese Unterwelt mittels eines Insiders, welcher den Namen Thurston trägt. Denn war es dieser, der die Kontakte zu den verschiedenen Kollektiven des kriminellen Milieus ermöglichte. Mit Macho-Verhaltensweisen und verbalen Machtansprüchen wie „We have to fight“ (zu Deutsch: We müssen kämpfen) oder „We try to protect the area“ (Wir versuchen das Gebiet zu schützen) wird dem Außenstehenden klar, dass die soziale Situation in Bonteheuwel jederzeit und vor allem völlig unerwartet kippen kann. Edkins konfrontiert die Gangster ganz bewusst mit stereotypischen Gangster-Perzeptionen westlicher Lebenskultur, wonach ein Gangster beispielsweise jemand ist, der mit viel Charisma in Erscheinung tritt.

Gangster Project bringt den Zuschauer 55 minutenlang in eine völlig neue Dimension der Erkenntnis, in welcher der Tod allgegenwärtig ist. Edkins macht mit seiner Dokumentation klar, dass das Gangster-Dasein in erster Linie mit der Perspektivlosigkeit von jungen Menschen verbunden ist, die im Grunde genommen nach nichts zu verlieren haben. Die Gangster schauen nicht – wie unser eins – in die Zukunft, sondern lediglich in die Gegenwart.Ein Gangster will man nicht werden, sondern man muss es werden, um letztendlich überleben zu können. Mit dem Drogenkonsum wie TIK versuchen diese junge Menschen ihrer trostlosen Wirklichkeit zu entfliehen – wenn auch nur für wenige Stunden.

Teaser zur Dokumentation „Gangster Project“

Jeder einzelne dieser Protagonisten verdeutlicht letztendlich das Scheitern der südafrikanischen Regierung, diesem Problem Herr zu werden. Offen bleibt der Einfluss von Gangs auf die Rolle der Frauen, welche nach Berichten mehrerer NGOs in vielen Fällen Opfer von sexuellen Übergriffen durch Banden sind. Auch bleibt unklar, wie das Verhältnis der Gangster zu den eigenen Familienangehörigen ausgestaltet ist; was die Eltern von der kriminellen Karriere ihrer Sprösslinge halten.

„SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ empfiehlt Gangster Project als einen beeindruckenden, nachdenklich machenden und erschreckenden Film über den wahren Alltag von Millionen Südafrikanern, die nichts anderes kennen als Blut, Gewalt und die Furcht vor dem Tod. Absolut sehenswert!