Schlagwort-Archive: Justiz

Hunderttausend Gangmitglieder am Westkap

Numbers Gangs, Americans, Hard Livings und Co. – kriminelle Banden kontrollieren ganze Gegenden

(Autor: Ghassan Abid)

An Brutalität sind die Männer der sogenanten „Numbers Gangs“ kaum zu übertreffen. Sie greifen notfalls nach einer Zahnbürste, um einen Menschen zu töten. Die Mitglieder dieser straff organisierten Vereinigungen sind einem hierarchischen System untergeordnet, das einer militärischen Rangordnung ähnelt. Je mehr tätowierte Sterne man auf den Schultern hat, desto höher ist die eigene Machtbefugnis. Die höchsten Gang-Mitglieder bezeichnet man als „Generäle“. Ihre Aufträge – ob Mord, Raub oder Vergewaltigung – werden umgehend umgesetzt. Die Bevölkerung lebt in großer Angst.

DFID

© Die Numbers Gangs (26, 27 und 28er), Americans und Hard Livings sind die größten und einflussreichsten Banden in Südafrika. Sie haben längst die Kontrolle über ganze Gegenden an sich gerissen. Der Staat erscheint bei mittlerweile über hunderttausend Gangmitgliedern allein am Westkap machtlos. (Quelle: flickr/ DFID)

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„Flitterwochen-Mörder“ erhält Freispruch

Shrien Dewani verlässt Südafrika als freier Mann. Prozessbeobachter sind überrascht. Opfer-Familie ist empört

(2010sdafrika-Redaktion)

Der Mordprozess gegen Shrien Dewani hat ein plötzliches Ende gefunden. Richterin Jeanette Traverso kam am vergangenen Montag zu der Erkenntnis, dass aufgrund der widersprüchlichen Angaben der Anklage und mangels Beweisen das Strafverfahren gegen den „Flitterwochen-Mörder“ eingestellt werden müsse. Prozessbeobachter zeigen sich überrascht. Die Familie des Opfers ist geschockt. Sie fühlen sich von der Justiz am Kap betrogen.

Shrien Dewani

© Shrien Dewani, der als „Flitterwochen-Mörder“ bekannt wurde, ist vom Vorwurf des Auftragsmordes an seine Ehefrau Anni Dewani freigesprochen worden. Prozessbeobachter zeigen sich über das plötzliche Ende des Strafverfahrens überrascht. Die Familie des Opfers fühlt sich von der Justiz am Kap hintergangen.

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„Südafrikas Hells Angels sind eine Gefahr“

Im Interview mit André Schulz, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK)

(Autor: Ghassan Abid)

Andre Schulz

© André Schulz ist seit 2011 Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), dem gewerkschaftlichen Berufsverband der Kriminalpolizei in Deutschland. Im Interview mit der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ warnt der beim LKA Hamburg tätige BDK-Vorsitzende vor den wachsenden Rockerstrukturen in Südafrika. Dafür bedarf es aber politischen Willen, um auch am Kap gegen Hells Angels und Red Devils vorzugehen. Denn Südafrikas Hells Angels sind ähnlich wie der deutsche Ableger eine Bedrohung für die Gesellschaft, so Schulz.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn André Schulz, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) und Mitarbeiter beim LKA Hamburg im Bereich der wissenschaftlichen Analyse und Forschung. Die Bekämpfung der Rockerkriminalität hat sich zu einem Schwerpunktthema deutscher Behörden entwickelt. Wie wirksam sind Kuttenverbote, Klubschließungen und eine demonstrative Polizeipräsenz tatsächlich?

Antwort: All das sind erforderliche Bausteine bei der Bekämpfung der Rockerkriminalität. Kriminelle Rockergruppierungen spielen für die Polizei mehr und mehr eine Rolle. Im Jahr 2013 stand in Deutschland beinahe jedes achte Verfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität (OK) im Zusammenhang mit Rockergruppierungen. Der BDK weist bereits seit Jahren auf die steigende Bedrohung für die Gesellschaft durch polizeirelevante Rockerclubs (sog. OMCG’s = outlaw motorcycle gangs), wie die Hells Angels, Bandidos oder Gremium MC, hin.

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Vom Hells Angels-Fall zum Pistorius-Urteil

Im Interview mit Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner

(Autor: Ghassan Abid)

Foto

© Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Berliner Kanzlei Dr. Schulte und Partner, bewertete für die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zum Einen das Pistorius-Verfahren und zum Anderen das sogenannte Hells Angels-Urteil. Bei beiden Strafverfahren lassen sich Gemeinsamkeiten erkennen. (Quelle: Privat)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner. Als Strafrechtler haben Sie das Verfahren gegen Oscar Pistorius aufmerksam beobachtet. Der Paralympics-Star wurde am 12. September wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Ab morgen geht es um das Strafmaß. Teilen Sie die Ansicht von Richterin Thokozile Masipa, wonach kein Tötungsvorsatz vorlag?

Antwort: Diese Ansicht teile ich nicht. Dies liegt insbesondere daran, dass die Richterin in ihrer Urteilsbegründung davon sprach, eine „Tötungsabsicht“ hinsichtlich der Tötung von Reeva Steenkamp habe nicht vorgelegen. Für eine Tötung reicht meines Erachtens auch in Südafrika ein einfacher Tötungsvorsatz, der bei Schüssen durch eine geschlossene Badezimmertür ohne Frage, wer dort sei, in Kenntnis der Anwesenheit von Reeva im Apartment – auch wenn Pistorius sie angeblich im Bett wähnte – durchaus bejaht werden kann. Denn angesichts der gesamten Umstände, auch angesichts der Existenz eines Sicherheitsdienstes, an dem man erst einmal vorbei musste und dem Fehlen früherer Einbrüche, kann es kaum zweifelhaft sein, dass er zumindest in Kauf genommen hat, Reeva tödlich zu treffen.

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Berliner Justiz macht Hells Angels den Prozess

Ein Kronzeuge und vierzehn angeklagte Rocker: Landgericht verhandelt zwei Mordverfahren

(2010sdafrika-Redaktion)

Berlin bereitet sich auf die größten Rockerprozesse Deutschlands vor. Die Pressestelle des Landgerichts Berlin hat angekündigt, den Mord an dem Soda Club-Türsteher Sebastian „Locke“ K. ab dem 24. September zu verhandeln. Drei Personen aus dem Umfeld der Hells Angels sind angeklagt worden. Am 17. Oktober schließt sich dann der zweite Prozess gegen elf weitere Rocker an, die im Wettbüro-Mord für den Tod von Tahir Özbek verantwortlich sein sollen.

Marc Fray

© Am Landgericht Berlin werden in Kürze zwei bedeutende Rockerverfahren verhandelt: Der Mord an dem Soda Club-Türsteher Sebastian „Locke“ K. und der Wettbüro-Mord an Tahir Özbek. Insgesamt befinden sich vierzehn Personen aus dem Hells Angels-Umfeld auf der Anklagebank. (Quelle: flickr/ Marc Fray)

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Kap-Kolumne: Das Urteil – Fahrlässige Tötung

Verurteilter Oscar Pistorius ist bis zur Verkündung des Strafmaßes auf Kaution frei

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Nun ist es raus. Oscar Pistorius ist der fahrlässigen Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp schuldig gesprochen worden. Die Vorsitzende Richterin Thokozile Masipa am Hohen Gericht in Pretoria gab diesen einstimmigen Beschluss des Gerichts am Freitag bekannt. Damit hat das Verteidigerteam mit allen seinen teuren Experten einen Erfolg errungen. Die Staatsanwaltschaft hatte auf vorsätzlichen Mord plädiert.

George Selimashvili

© Kap-Kolumnist Detlev Reichel hat das Strafverfahren gegen Oscar Pistorius verfolgt. Seiner Meinung nach sollte nicht über das Strafmaß debattiert werden, sondern vielmehr über die Waffengesetze Südafrikas. Hätte Pistorius keine Schusswaffe gehabt, wäre sein Opfer Reeva Steenkamp heute noch am Leben. (Quelle: flickr/ George Selimashvili)

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Babies bei Geburt in Südafrika verwechselt

Zwei Mütter streiten vor Gericht: Die Eine möchte ihr Kind behalten, die Andere hingegen einen Tausch

(Autor: Ghassan Abid)

Für jedes Elternpaar ist es eine Schreckensmeldung, wenn es erfährt, dass das leibliche Kind nicht bei ihnen lebt, sondern bei fremden Personen. Im Tambo Memorial-Krankenhaus in Boksburg ist eine Verwechslung eingetreten, die genau diese Situation verursacht hat. Vier Jahre nach dem Irrtum streiten sich nun die Mütter vor Gericht. Die Eine möchte ihr leibliches Kind zurück, die Andere hingegen betrachtet das vertauschte Kind als ihres und wehrt sich.

US Army Africa

© In Südafrika streiten sich zurzeit zwei Mütter vor Gericht. Ihre Babies sind vor vier Jahren in einem Krankenhaus verwechselt worden. Die eine Mutter möchte ihr leibliches Kind zurück, die andere hingegen wehrt sich gegen einen Tausch. (Quelle: flickr/ US Army Africa)

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