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Kap-Kolumne: „Alive and kicking“

Südafrikas junge Demokratie lebt und strampelt – trotz der Vielzahl an Fehlentwicklungen.

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger West-Berliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Neulich ruft mich ein besorgter Freund aus Deutschland an. Was ist los bei euch? Wir lesen und hören von Unruhen in Südafrika. Seid ihr in Gefahr? Es sei um Südafrikas junge Demokratie schlecht bestellt, so geht die Rede. Die Medien sind voll von Berichten über wilde Streiks, schwache politische Führung, vom Verschwenden und Verschwinden öffentlicher Mittel, von Kämpfen und Krämpfen im allzu mächtigen ANC.

Ich kann ihn beruhigen. Der Alltag zeigt: Südafrikas junge Demokratie lebt und strampelt – „alive and kicking“ wie man hier sagt.

    © Wilde Streiks, eine schwache politische Führung, Verschwenden & Verschwinden öffentlicher Mittel und ANC-Machtkämpfe dominieren das mediale Bild Südafrikas. Doch die junge Demokratie weiß sich gegen Fehlentwicklungen zu wehren. Die Einrichtung "Public Protector" und die südafrikanische Zivilgesellschaft werden immer dann aktiv, wenn wesentliche Grundsätze der Verfassung und gesetzmäßigen Ordnung verstoßen werden. (Quelle: flickr/ Darryn van der Walt)

© Wilde Streiks, eine schwache politische Führung, Verschwenden & Verschwinden öffentlicher Mittel und ANC-Machtkämpfe dominieren das mediale Bild Südafrikas. Doch die junge Demokratie weiß sich gegen Fehlentwicklungen zu wehren. Die Einrichtung „Public Protector“ und die südafrikanische Zivilgesellschaft werden immer dann aktiv, wenn wesentliche Grundsätze der Verfassung und gesetzmäßigen Ordnung verstoßen werden. (Quelle: flickr/ Darryn van der Walt)

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Deutsch-südafrikanische Hells Angels Bruderschaft

Organisierte Kriminalität im Globalisierungsprozess

© Deutsch-südafrikanische Hells Angels (Collage: 2010sdafrika-Redaktion/ Bildquellen: Wikimedia)

(2010sdafrika-Redaktion)

Die 2010sdafrika-Redaktion konnte interessante Erkenntnisse in Erfahrung bringen, die bisweilen weder durch die Presse noch offiziell durch die Behörden aufgegriffen worden sind. Demnach sind die Hells Angels Südafrika mit den „Brüdern“ Deutschlands vernetzt, welche untereinander gute Beziehungen pflegen.

So wurde das Charter (= lokaler Motorclub) Kapstadt maßgeblich durch Deutsche aufgebaut. Der Kapstädter Hells Angel „Batschi“ pflegt bis zum heutigen Tage sehr gute Verbindungen zu den Höllenengeln der Charters Hannover, Hamburg, Saarbrücken, Heilbronn, Offenbach und Mannheim. Das im April 2008 veranstaltete „World Run“ in Kapstadt, eine Party nur für registrierte und angehende Höllenengel, soll ferner durch zahlreiche Mitglieder aus Deutschland aufgesucht worden sein. Insbesondere die Kontakte zwischen Kapstadt und Hannover sind aufgrund personeller Verflechtungen sehr intensiv, sodass das Charter Cape Town die Hannoveraner auf ihrer Website verlinkt hat.

Kritisch sind die oben aufgeführten Kontakte deshalb, weil die Hells Angels einerseits mit kriminellen Handlungen und andererseits mit Revierkämpfen gegen die Bandidos von sich reden machen konnten. Inwieweit die kriminelle Energie der Rocker infolge zwischenstaatlicher Verflechtungen beeinflusst wurde und wird, konnte die 2010sdafrika-Redaktion nicht ermitteln. Es bleibt zu hoffen, dass die Sicherheitsbehörden und insbesondere das Wiesbadener Bundeskriminalamt als zuständige Behörde der Bundesrepublik in Kooperation mit den südafrikanischen Kollegen & Interpol – zumindest hinsichtlich der bilateralen Entwicklungen der Hells Angels – auf dem Laufenden sind.

Hintergrund für diese Befürchtung sind Pläne, wonach die Höllenengel Südafrikas neben ihren bereits drei bestehenden Charters in Durban, Johannesburg und Kapstadt, noch zwei weitere (West Rand, Nomads) errichten wollen und eine Unterstützung aus Deutschland dementsprechend willkommener wäre als denn je. Fest steht nur, dass die Bandidos noch nicht in Südafrika präsent sind und die Kriminalität in Südafrika sich gegenwärtig auf andere soziale Gruppen konzentriert – so zynisch es auch klingen mag.

NACHTRAG vom 02. April 2010:

Die 2010sdafrika-Redaktion erhielt auf diesen Artikel hin eine anonyme Reaktion aus Kreisen der Hells Angels, wonach folgende Erkenntnisse richtig zu stellen seien:

– Das Charter Kapstadt wurde 1998 gegründet, jedoch sei das Hells Angels-Mitglied „Batschi“ zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Südafrika gewesen.

Bereits seit dem Jahr 2004 bestehen in Südafrika alle fünf oben genannten Charters, sodass keine in Planung sei.

– Es soll sogar ein sechstes Charter gegeben haben, welches mittlerweile aufgelöst wurde.

Hells Angels South Africa:

http://www.hells-angels.co.za/index1.htm