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Die Antwoord – Eine Band der Präpotenz

Kein Interview für „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“

(2010sdafrka-Redaktion)

Die Antwoord“ ist Südafrikas ´unschönstes´ Musikgesicht des Jahres 2010. Mit übertriebenem Gestikulieren, frechen Rap-Parolen aus der Mitte der Unterschicht heraus und skurrilen Outfits ist diese Künstlergruppe auf dem Siegeszug im World Wide Web. Mit Hilfe des Internets konnten die eigentlichen Comedians aus Kapstadt mit ihren anfänglich in Afrikaans gesungenen Texten das Interesse eines großen US-Plattenlabels wecken. Seither stehen sie unter Vertrag und treten international auf, unter anderem in Deutschland.  Beim Hessentag 2011 im Juni dieses Jahres begrüßte Die Antwoord mit provokanten Sprüchen und beleidigenden non-verbalen Kommunikationsformen das deutsche Publikum. Schnell wurden die Südafrikaner ausgebuht und mit Gegenständen beworfen.

Die Band besteht aus den Mitgliedern Ninja (Gesang), ¥O-LANDI VI$$ER (Gesang), DJ Hi-Tek (Beats), Wanga (Gesang) und anderen Personen. DJ Leon Botha, der im bisher erfolgreichsten Song „Enter the Ninja“ aufgetreten ist, verstarb am 05. Juni 2011 an den Folgen der Erbkrankheit Hutchinson-Gilford-Syndrom/ HGPS (besser bekannt als Progerie, welches mit überschnellem Altern einhergeht).

Das Konzept von Die Antwoord ist einfach – provozieren, provozieren und nochmal provozieren. Im Song „Rich Bitch“ (zu Deutsch: Reiche Schlampe) ist das weibliche Bandmitglied ¥O-LANDI VI$$ER auf der Toilette zu sehen, die ihren Po mit Toilettenpapier abwischt, auf welchem der ANC-Jugendpräsident Julius Malema zu sehen ist. Hingegen erscheint im Song „Evil Boy“ (zu Deutsch: Böser i.S.v. unanständiger Junge) ein dunkelhäutiger Südafrikaner,  der seinen Penis gezielt an die Frauen adressiert und gleichzeitig schwule Männer ablehnt. Neu ist hierbei, dass dieser Künstler namens Wanga in der Lokalsprache Xhosa singt.

Auftritt „Die Antwoord“ zum Song Evil Boy

Die Antwoord ist bemüht den einstigen Erfolgskurs fortzusetzen. Nur so ist zu erklären, dass die Bandzusammenstellung flexibel ausgestaltet wird, Texte in neue Sprachen performt werden und die Produktion von Kurzfilmen verfolgt wird. Nicht zu vergessen ist, dass Die Antwoord ihren Ruhm vor allem den Social Networks und Blogs verdankt. Und doch erfahren diese die größte Ablehnung, so wie es „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ergangen ist – vom technischen System her ebenfalls ein Blog.

Ein Interview mit der 2010sdafrika-Redaktion ist deshalb abgelehnt worden, da Die Antwoord nur großen Medienhäusern und keinen Blogs Rede und Antwort steht – heißt es in einer an uns gerichteten schriftlichen Stellungnahme aus New York. Sollte diese präpotente Einstellung weiter anhalten, so wird Die Antwoord genauso schnell untergehen, wie sie aufgestiegen ist. Doch vielleicht gehört dieses skurrile Verhalten einfach nur zu einem skurrilen Konzept dazu!?