Schlagwort-Archive: KfW

„Die Anleger sollten keine Angst haben“

Bundespräsident Steinmeier reiste mit Delegation nach Südafrika und wünscht Neuanfang mit Pretoria

(2010sdafrika-Redaktion)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stattete vom 18. bis 21. November 2018 einen Arbeitsbesuch in Südafrika ab. Begleitet wurde das Staatsoberhaupt von einer Wirtschaftsdelegation und von in Deutschland lebenden südafrikanischen Künstlern. Im Vorfeld der Reise lobte der ehemalige Außenminister die Anstrengungen von Südafrikas Staatspräsidenten Cyril Ramaphosa im Hinblick auf die Bekämpfung der Korruption im Land.

© Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hielt sich im November 2018 anlässlich eines Arbeitsbesuchs in Südafrika auf. Beim Gespräch mit Staatspräsident Ramaphosa untermauerte Steinmeier die Kooperation mit Pretoria im Rahmen eines „Neuanfangs“ ausbauen zu wollen. (flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

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Deutsch-südafrikanische Energiepartnerschaft

Im Interview mit Thorsten Herdan, Abteilungsleiter für Energie im Bundeswirtschaftsministerium

(Autor: Ghassan Abid)

Herdan (2)

© Thorsten Herdan ist Abteilungsleiter für die Bereiche Internationale Energiepolitik, Wärme und Energieeffizienz im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Für die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ erläutert er die deutsch-südafrikanische Energiepartnerschaft. Dabei betont Herdan, dass die Finanzierung von Kohleprojekten am Kap durch die KfW-Bank derzeit auf dem Prüfstand stehe und die Bundesregierung dem Partner in Pretoria geraten hatte, auf Kernenergie zu verzichten. (Quelle: BMWi)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Thorsten Herdan, Abteilungsleiter für die Bereiche Internationale Energiepolitik, Wärme und Energieeffizienz im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Lassen Sie mich zum Anfang eine allgemeine Frage stellen: Was macht eine moderne Energiepolitik aus?

Antwort: Guten Tag, da beginnen Sie mit einer guten Frage. Ich denke, eine moderne Energiepolitik ist eine vorausschauende Energiepolitik, wie sie in Deutschland mit der Energiewende umgesetzt wird. Die Energiewende soll zu einer sicheren und wirtschaftlich tragfähigen Energieversorgung in Deutschland führen, die vorwiegend auf erneuerbaren Quellen aufbaut und schrittweise bis 2022 die Stromerzeugung aus Kernenergie beendet. Zudem wollen wir mit der Energiewende die Abhängigkeit von internationalen Öl- und Gasimporten verringern, unsere Klimaschutzziele erreichen sowie mit der Entwicklung neuer Technologien Wachstumsbranchen und Arbeitsplätze schaffen. Dazu werden wir die Steigerung der Energieeffizienz sowohl auf der Ebene der Erzeugung wie auch auf der Verbrauchsseite zur zweiten Säule der Energiewende machen.

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Land Brandenburg als Partner Südafrikas

Im Interview mit Ralf Christoffers, Wirtschaftsminister des Landes Brandenburg

(Autor: Ghassan Abid)

© Ralf Christoffers, Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, hielt sich im Mai 2013 auf einer Arbeitsreise in Südafrika auf. Er führte Gespräche mit Politikern, Unternehmern und Vertretern der Wissenschaft. (Quelle: MWE Brandenburg)

© Ralf Christoffers, Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, hielt sich im Mai 2013 auf einer Arbeitsreise in Südafrika auf. Er führte Gespräche mit Politikern, Unternehmern und Vertretern der Wissenschaft. (Quelle: MWE Brandenburg)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ganz herzlich Herrn Ralf Christoffers, Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten das Landes Brandenburg. Vor kurzem hielten Sie sich anlässlich einer Arbeitsreise erstmalig in Südafrika auf. Welche persönlichen Eindrücke bringen Sie von Land und Leute mit?

Antwort: Auch wenn wir auf unserer Reise kaum Zeit hatten uns umzusehen, haben wir doch festgestellt, dass Südafrika ein landschaftlich sehr reizvolles Land ist. Bei unseren Gesprächen mit Politikern, Unternehmen und Vertretern der Wissenschaft ist deutlich geworden, Südafrika ist auch ein Land, das vor großen Herausforderungen steht. Die Folgen der Apartheid sind bis heute spürbar. Die wichtigsten Aufgaben, die zu bewältigen sind, liegen sicherlich in der Vermittlung von Bildung und in der Verbesserung der Infrastruktur. Ein weiteres zentrales Thema ist, das Land in die wirtschaftliche Stabilität zu führen. Ich habe einen hohen Respekt vor denjenigen, die sich diesen Aufgaben stellen.

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„Die Arbeit des BMZ in Südafrika zeigt Wirkung“

Im Interview mit Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär beim Bundesentwicklungsminister

(Autor: Ghassan Abid)

© Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). (Quelle: Lukas Kolodziej)

© Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). (Quelle: Lukas Kolodziej)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Herrn Hans-Jürgen Beerfeltz.

Frauen in Südafrika sind besonders stark von sexueller Gewalt betroffen. Laut aktuellsten Angaben des „SA Institute of Race Relations (SAIRR)“ werden pro Jahr 2.500 Frauen getötet und über 200.000 Frauen attackiert. Hervorzuheben ist hierbei die Vergewaltigung der 17-jährigen Anene Booysens in Bredasdorp. Wie erklären Sie sich diese gesellschaftliche Stellung des weiblichen Geschlechts am Kap?

Antwort: Die erschreckende Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Südafrika hat viele Ursachen: Traditionelle Geschlechterrollen gehören dazu, aber auch die Zerrissenheit der Gesellschaft durch die Apartheid wirkt heute noch nach. Viele Familien wurden durch das System der Wanderarbeit auseinander gerissen. Wo in den Arbeiterwohnheimen der Bergbaustädte nur Männer unter sich waren – und zum Teil heute immer noch sind – hat Gewalt immer weiter um sich gegriffen. Arbeitslosigkeit und Alkohol unter jungen Männern verstärken die Brutalisierung.

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Energieversorgungsengpässe in Südafrika

Staatskonzern Eskom baut neue Kohleanlagen mit Unterstützung aus Deutschland

(Autor: Ghassan Abid)

Die junge Demokratie hat mit vielen Problemen zu kämpfen, unter anderem mit der jahrelangen Stromknappheit, die Anfang 2008 erstmals zu landesweiten Stromausfällen führte. Deshalb hat der staatliche Energiekonzern Eskom den Ausbau seiner Energiekapazitäten angekündigt und in den nächsten Jahren zusätzliche 22.000 MW in Aussicht gestellt. Bis 2026 sollen die MW-Kapazitäten im Lande auf 80.000 MW verdoppelt werden, zum Nachteil des Klimawandels.

Geplant sind die Kohlekraftwerke Medupi und Kusile in der nördlichen Provinz Limpopo. Laut Angaben von Eskom sollen beide Projekte jeweils bis zu 4.800 MW an Strom erzeugen und weltweit zu den größten Kraftwerken ihrer Art zählen. Beide Kraftwerke werden voraussichtlich umgerechnet 20 Mrd. Euro kosten, mit einer Beteiligung seitens die für Projektfinanzierungen im In- und Ausland zuständige deutsche KfW IPEX-Bank (allein 81,5 Mio. Euro für die Anlage Medupi). Auch deutsche Unternehmen, wie Hitachi Power Europe aus Duisburg, werden sich am Mammutprojekt beteiligen. Ferner hat Eskom die drei stillgelegten Kohlekraftwerke Camden, Grootvlei und Komati für eine erneute Inbetriebnahme vorgesehen. Insgesamt werden diese maximal 3.600 MW an Strom erzeugen können.

Die südafrikanische Regierung betreibt nach wie vor ein ehrgeiziges Stromerzeugungsmaximierungprogramm und setzt vor allem auf klassische Energieträger, zumal sich die gegenwärtige Strombedarfsdeckung zu 90 Prozent aus Kohle zusammensetzt. Jedoch ist spätestens seit Januar 2010, dem Beitritt Südafrikas zur Organisation für erneuerbare Energien (IRENA), ein kleiner Umschwenk in der nationalen Energiepolitik zu erkennen. Schon 2009 hat Eskom mit dem Bau von 50 Windrädern einen ersten Impuls gesetzt, der mit dem Bau des Wasserkraftwerkes Ingula in den Drakensbergen fortgesetzt wird.

Doch solange die milliardenschweren Kraftwerksbauten nicht abgeschlossen sind, müssen bis dato Unternehmen und Privathaushalte jederzeit mit Stromausfällen rechnen, insbesondere während der Fußball-WM 2010, wenn wie erwartet nach Angaben des Gastgebers etwa eine halbe Million Gäste anreisen sollten. Das anglo-australische Rohstoffunternehmen BHP Billiton hat bereits seine Investitionspläne in der gesamten Region bis auf weiteres auf Eis gelegt – begründet mit der Energieversorgungsunsicherheit der nächsten Jahre. Deshalb müssen schnelle Lösungen her – im Falle Südafrikas setzt man auf Kohle. Dabei sind CO2-Emisionen, die vor allem bei Kohlekraftwerken massiv ausgestoßen werden, nach dem Verständnis der südafrikanischen Regierung eher ein sekundärer Faktor bei der Schwerpunktsetzung in der nationalen Energiepolitik.

© Athlone Towers bei Kapstadt – Strom als Mangelware

Kapazitätsmaximierungspläne des Staatskonzerns Eskom: 

http://www.eskom.co.za/live/content.php?Item_ID=5981

KfW IPEX-Bank zum Kohlekraftwerk Medupi:

http://www.kfw.de/Applications/OpenIpexPM.jsp?oid=33280&lang=De