Schlagwort-Archive: Khayelitsha

Sicherheitsdesaster in Südafrika

Gangster rauben Militärbasis in Kapstadt aus. Sturmgewehre der Armee wurden entwendet

(Autor: Ghassan Abid)

Am Karfreitag ereignete sich auf der Militärbasis des 9. Infanterie-Bataillons in Khayelitsha bei Kapstadt ein äußerst erschreckender Vorgang, der bei Polizei und Militär gleichermaßen für ein großes Entsetzen sorgte. Demnach sollen Unbekannte mehrere Sturmgewehre der südafrikanischen Armee unter Waffengewalt erbeutet haben. Sicherheitsexperten zeigten sich schockiert und fordern eine umfassende Aufklärung, wie es zu solch einem Desaster kommen konnte. Die zuständigen Stellen schweigen zum Tathergang.

© Am Karfreitag wurde eine Militärbasis bei Kapstadt ausgeraubt. Mehrere R4-Sturmgewehre samt Munition [im Bild] der südafrikanischen Armee wurden entwendet. Sicherheitsexperten fordern eine rasche Aufklärung und warnen die Bevölkerung vor einem Missbrauch der Schusswaffen. (Quelle: flickr/ US Army Africa)

Weiterlesen

Hunderttausend Gangmitglieder am Westkap

Numbers Gangs, Americans, Hard Livings und Co. – kriminelle Banden kontrollieren ganze Gegenden

(Autor: Ghassan Abid)

An Brutalität sind die Männer der sogenanten „Numbers Gangs“ kaum zu übertreffen. Sie greifen notfalls nach einer Zahnbürste, um einen Menschen zu töten. Die Mitglieder dieser straff organisierten Vereinigungen sind einem hierarchischen System untergeordnet, das einer militärischen Rangordnung ähnelt. Je mehr tätowierte Sterne man auf den Schultern hat, desto höher ist die eigene Machtbefugnis. Die höchsten Gang-Mitglieder bezeichnet man als „Generäle“. Ihre Aufträge – ob Mord, Raub oder Vergewaltigung – werden umgehend umgesetzt. Die Bevölkerung lebt in großer Angst.

DFID

© Die Numbers Gangs (26, 27 und 28er), Americans und Hard Livings sind die größten und einflussreichsten Banden in Südafrika. Sie haben längst die Kontrolle über ganze Gegenden an sich gerissen. Der Staat erscheint bei mittlerweile über hunderttausend Gangmitgliedern allein am Westkap machtlos. (Quelle: flickr/ DFID)

Weiterlesen

Enkosi kakhulu, Khayelitsha!

„Ich hab das Gefühl, kotzen zu müssen“. Ein Erlebnis-Bericht von den Wellblechhütten Südafrikas

(Autorin: Doris Wöhncke)

Ethisch zu leben ist mir wichtig. Auch beim Reisen. Dabei begegnet nicht nur mir oft die Frage, ob man sich bei Reisen in fremde Länder auch das Leben der sozialen Unterschichten angucken darf, oder ob dieser “Slum-Tourismus” ausnahmslos und absolut verwerflich ist. Ich selbst weiss es einfach nicht. Ich finde es falsch, diese Gruppen aus dem ganzen Tourismus auszuschließen (ja, toll, sie dürfen die Hoteltoiletten putzen, aber sonst…), ihnen die Chance auf ein bißchen Kohle zu verwehren und sie auch als kulturell wichtigen Part der Gesellschaft zu ignorieren.

wellbl

© Doris Wöhncke, Betreiberin des Reiseblogs „Reiserella„, hielt sich am Neujahrstag im Township Khayelitsha auf. 400.000 Menschen leben auf engstem Raum miteinander. Ihre Erlebnisse schildert sie in diesem Gastbeitrag, untermauert mit Bildmaterial von den Wellblechhütten in Südafrika. (Quelle: Privat)

Weiterlesen

Brite Shrien Dewani an Südafrika ausgeliefert

„Flitterwochen-Mörder“ scheitert nach dreieinhalb Jahren mit Verhinderung eines Kap-Prozesses

(Autor: Ghassan Abid)

Nun ist es soweit. Der Brite Shrien Dewani ist kürzlich an die südafrikanische Justiz überstellt worden. Er ist bereits in Kapstadt eingetroffen und wird sich vor dem Western Cape High Court wegen eines ihm nachgesagten Auftragsmordes an seine frisch getraute Frau Anni Dewani verantworten müssen. Die Familie des schwedischen Opfers hatte lange darauf gewartet, dass der Prozess in Südafrika anfangen kann. Sie fordern Gerechtigkeit und sind davon überzeugt, dass an den Händen des Ausgelieferten Blut klebt.

Anni Hindocha

© Anni Dewani wurde in den Flitterwochen im November 2010 erschossen. Ihr eigener Ehemann, der britische Millionär Shrien Dewani, wird eines Auftragsmordes verdächtigt. Nun ist er an Südafrikas Justiz überstellt worden. (Quelle: Privat)

Weiterlesen

Bewegung im Mordfall Anni Dewani

Brite Dewani verliert Abweisung eines Auslieferungsersuchens der Justiz Südafrikas

(Autor: Ghassan Abid)

Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Shrien Dewani, ein Brite indischer Abstammung, verlor am gestrigen Freitag vor dem High Court in London seine Abweisung eines Auslieferungsersuchens der südafrikanischen Justiz. Die Richter machten unmissverständlich klar, dass sofern sich der Gesundheitszustand des Angeklagten stabilisiert hat, er mit einer unverzüglichen Auslieferung zu rechnen hat.

    © Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

© Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

Weiterlesen

20 Boeremag-Mitglieder zu Haftstrafen verurteilt

Südafrikanischer Staat zeigt Härte gegen burische Rechtsextremisten: Bis zu 35 Jahre Haft

(2010sdafrika-Redaktion)

Im Juli 2012 sind die Mitglieder der rechtsextremistischen Boeremag-Organisation (zu Deutsch: Burenmacht) vom zuständigen Strafrichter am North High Court in Pretoria, Eben Jordaan, für schuldig erklärt worden. Nun ist am 29. Oktober 2013 unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen das Strafmaß gegen 20 Buren bekannt gegeben worden: Bis zu 35 Jahre Haft. Die Urteile zeigen auf, dass der südafrikanische Staat keinen rechtsextremistischen Terrorismus am Kap dulden werde.

© Am 29. Oktober 2013 ist das Strafmaß gegen die 20 Mitglieder der rechtsextremistischen Boeremag-Organisation verkündet worden: Bis zu 35 Jahre Haft. Der Vorsitzende Strafrichter am North Gauteng High Court in Pretoria, Eben Jordaan, hat nach rund 10-jähriger Prozessdauer das Verfahren zum Abschluss gebracht. Ihm wird "Prozessverschleppung" vorgeworfen. (Quelle: flickr/ Michael Thurm)

© Am 29. Oktober 2013 ist das Strafmaß gegen 20 Mitglieder der rechtsextremistischen Boeremag-Organisation verkündet worden: Bis zu 35 Jahre Haft. Der Vorsitzende Strafrichter am North Gauteng High Court in Pretoria, Eben Jordaan, hat nach rund 10-jähriger Prozessdauer das Verfahren zum Abschluss gebracht. Ihm wird „Prozessverschleppung“ vorgeworfen. (Quelle: flickr/ Michael Thurm)

Weiterlesen

Lichtblick-Kolumne: Initiativen ausm Township

Der Ilizwi Photo Club aus dem Khayelitsha-Township in Kapstadt

(Autorin: Melanie Akerboom berichtet in ihrer Kolumne über innovative Projekte aus den Townships. Gegenwärtig ist sie als Fotografin tätig. Im Vorfeld studierte sie Social Entrepreneurship in London, verbunden mit Arbeitseinsätzen in Südafrika.)

Durch Zufall stieß ich auf Facebook auf den Ilizwi Photo Club. Selber Fotografin und durch meine Masterarbeit über Sozialunternehmen in Südafrika an sozialen Township-Initiativen interessiert, verabredete ich mich im Juli 2012 mit der jungen Gründerin Megan Sinesipho Daniels in Kapstadt. Die damals 19-Jährige sprühte vor Energie und man merkte sehr schnell, wie viel Spaß und Leidenschaft sie für Ilizwi hat. Sie erzählte mir, dass sie durch das Enke Youth Forum inspiriert wurde Ilizwi zu starten. Inzwischen studiert die Südafrikanerin und arbeitet erfolgreich mit anderen Unternehmen zusammen.

© Die damals 19-Jährige Megan Sinesipho Daniels aus Kapstadt gründete den Ilizwi Photo Club. Diese Initiative richtet sich an junge Menschen aus dem Khayelitsha-Township, die auf eine Aktivierung von bürgerlichem Engagement abzielt. Lichtblick-Kolumnistin Melanie Akerboom schaute sich das Projekt vor Ort an.

© Die damals 19-Jährige Megan Sinesipho Daniels aus Kapstadt gründete den Ilizwi Photo Club. Diese Initiative richtet sich an junge Menschen aus dem Khayelitsha-Township, die auf eine Aktivierung von bürgerlichem Engagement abzielt. Lichtblick-Kolumnistin Melanie Akerboom schaute sich das Projekt vor Ort an.

Weiterlesen