Schlagwort-Archive: Kleinstadt

Hells Angels Südafrikas im Visier des FBI

Exklusiv: Johannesburger Rocker am US-Drogenhandel beteiligt. Ein geschasster Höllenengel packte aus

(2010sdafrika-Redaktion)

Um die Jahrhundertwende herum ereignete sich ein bisher einmaliger Vorgang in der Geschichte der Hells Angels. Johannesburger Rocker waren am internationalen Drogenhandel unter der Federführung US-amerikanischer „Brüder“ umfangreich beteiligt. Ihr Einfluss war so groß, dass die zuständige Arizona Police die US-Bundespolizei FBI einschalten musste. Gesucht wurden zwei Südafrikaner, die Drogen vom Kap aus in die USA exportierten. Mittlerweile wird der US-Drogenhandel von Mexiko und Lateinamerika aus abgewickelt. Und die Johannesburger Rocker sind längst nicht mehr im US-Drogengeschäft involviert. Einer wurde bereits erschossen.

© Die Redaktion von "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" ist auf das amerikanisch-südafrikanische Drogengeschäft und auf die inneren Strukturen der Hells Angels aufmerksam gemacht geworden. Die Johannesburger Rocker Michael Hall und Peter Conway nahmen bei den Höllenengeln in Südafrika eine Schlüsselrolle ein. Sogar die Zentrale der US-Bundespolizei FBI in Washington D.C. [im Bild] musste ermitteln, um den starken Einfluss der Hells Angels einzudämmen. (Quelle: FBI)

© Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ist auf das amerikanisch-südafrikanische Drogengeschäft und auf die inneren Strukturen der Hells Angels aufmerksam gemacht geworden. Die Johannesburger Rocker Michael Hall und Peter Conway nahmen bei den Höllenengeln in Südafrika eine Schlüsselrolle ein. Sogar die Zentrale der US-Bundespolizei FBI in Washington D.C. [im Bild] musste ermitteln, um den starken Einfluss der Hells Angels einzudämmen. (Quelle: FBI)

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Anene Booysens als Spiegelbild Südafrikas

Politik und Medien fordern nach Vergewaltigung weitreichende Folgen – ein Trugschluss?

(2010sdafrika-Redaktion)

Am vergangenen Donnerstag verbreitete sich im In- und Ausland die Schreckensnachricht der Vergewaltigung von Anene Booysens. Vier Männer haben die Siebzehnjährige in der Kleinstadt Bredasdorp brutal vergewaltigt und im Anschluss verstümmelt. Wenig später verstarb sie. Seither ist am Kap eine Debatte darüber angestoßen worden, inwieweit die südafrikanische Gesellschaft aus dem Tod Booysens seine Lehren ziehen kann.

    © Anene Booysens starb in der Nacht vom 2. zum 3. Februar 2013 mit jungen 17 Jahren an den Folgen einer brutalen Vergewaltigung in Bredasdorp. Medien und Politik fordern ein Umdenken, doch die breite Masse der südafrikanischen Gesellschaft reagiert passiv.

© Anene Booysens starb in der Nacht vom 2. zum 3. Februar 2013 mit jungen 17 Jahren an den Folgen einer brutalen Vergewaltigung in Bredasdorp. Medien und Politik fordern ein Umdenken, doch die breite Masse der südafrikanischen Gesellschaft reagiert passiv.

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Entsetzen in Bredasdorp

Neu-Delhi-Déjà-vu: Siebzehnjährige Frau am Westkap brutal vergewaltigt und getötet. Eine Nation im Schock

(Autor: Ghassan Abid)

Südafrikas Öffentlichkeit kennt unzählige Fälle, bei denen Mädchen und Frauen sexuell missbraucht und vergewaltigt wurden. In einigen Statistiken führt das beliebte Tourismusland im südlichen Afrika die höchste Vergewaltigungsrate weltweit an. Und dennoch ereignete sich am Westkap eine abscheuliche Tat, die ein gesellschaftliches Umdenken notwendig macht.

© Eine ganze Nation ist entsetzt: Am 2. Februar 2013 ist in Bredasdorp am Westkap eine siebzehnjährige Frau von vier Männern brutal vergewaltigt und verstümmelt worden. Kurze Zeit später starb sie im Krankenhaus. Die Regierung ist über die Brutalität der Tat geschockt. Ein gesellschaftliches Umdenken, ähnlich den Vorgängen in Indien, wird vor allem von Frauenrechtlerinnen gefordert. (Quelle: flickr/ Proteus250245(

© Eine ganze Nation ist entsetzt: Am 2. Februar 2013 ist in Bredasdorp am Westkap eine siebzehnjährige Frau von vier Männern brutal vergewaltigt und verstümmelt worden. Kurze Zeit später starb sie im Krankenhaus. Die Regierung ist über die Brutalität der Tat geschockt. Ein gesellschaftliches Umdenken, ähnlich den Vorgängen in Indien, wird vor allem von Frauenrechtlerinnen gefordert. (Quelle: flickr/ Proteus250245)

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Grundschule abgefackelt

Schwarze und Coloureds gehen in Grabouw aufeinander los

(Autor: Ghassan Abid)

Ausgerechnet kurz vor der Zelebrierung des Human Rights Day´s am 21. März 2012, an welchem in erster Linie für die im Apartheids-Südafrika getöteten Demonstranten von Sharpeville gedacht wird, machten Schwarze und Coloureds aufeinander Jagd.

© Rund 1.800 Kinder können nach der Zerstörung ihrer Umyezo wama Apile School vorübergehend nicht mehr zur Schule gehen. (Quelle: Rodger Bosch/ MediaClubSouthAfrica.com)

© Rund 1.800 Kinder können nach der Zerstörung ihrer Umyezo wama Apile School vorübergehend nicht mehr zur Schule gehen. (Quelle: Rodger Bosch/ MediaClubSouthAfrica.com)

Am letzten Wochenende begannen die ersten ernsten Übergriffe zwischen den beiden Ethnien in Grabouw, einer Kleinstadt mit rund 38.000 Menschen am Westkap. Es wird berichtet, dass ein aus rund 15 Personen bestehender Mob die Jagd auf wohl farbige Bewohner aufgenommen hatte. In diesem Zusammenhang ist dann ein Passant mit Steinen beworfen und mit Stöckern schwer verletzt worden. Weitere 14 Menschen mussten zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus.

Im Anschluss kam es im Stadtbereich zu mehreren Übergriffen zwischen Schwarzen und Coloureds. Die Umyezo wama Apile School, eine Grundschule mit rund 1.800 Schülern, ist vollständig abgefackelt worden. Daraufhin schützten beide Ethnien die von ihnen genutzten Schulen und verhinderten zudem ein territoriales Überqueren durch die andere Ethnie. Außerdem sind zwei Dienstsitze von Stadträten und ein Gebäude der Stadtverwaltung im Verlauf der weiteren Eskalation abgebrannt worden.

Rund zwei Dutzend Personen sollen sich nun vor dem Amtsgericht in Grabouw verantworten, heißt es aus südafrikanischen Pressekreisen. Die südafrikanische Ministerin für Schulbildung, Angie Motshekga, verurteilte die Gewalt an der Schule in Grabouw und bedauert den Vandalismus von Einwohnern an Schuleigentum. Der Landesminister für Bildung am Westkap, Donald Grant, bekräftigt den Aufbau eines neuen Schulgebäudes. Er macht die Elgin Grabouw Civic Organisation (EGCO) als Drahtzieher für die Proteste verantwortlich. EGCO setzt sich als zivilgesellschaftlicher Akteur für den Ausbau von Lehrqualität und Schulkapazität ein.

Gegenwärtig ist wieder Ruhe in Grabouw eingekehrt. Grabouw zählt zu einem der größten Standorte für die Produktion von Früchten im südlichen Afrika. Insbesondere Saisonarbeitskräfte auf den Obstfeldern hoffen auf ein dauerhaftes Gewaltende und damit verbunden auf die Möglichkeit einer reibungsfreien Arbeitsaufnahme.