Schlagwort-Archive: Konfrontation

Boxerklub „Osmanen“ vor der Zerreißprobe

Exklusiv: Von kriminellen Aktivitäten bis hin zu sexuellen Übergriffen auf die weibliche Anhängerschaft

(2010sdafrika-Redaktion)

Der Boxerklub Osmanen, der sich selbst als gleichwertigen Klub innerhalb der deutschen Rockerszene sieht, ist erst seit wenigen Monaten auf der Bildfläche. Allerdings treten schon etliche Probleme auf, die von kriminellen Aktivitäten Einzelner bis hin zur sexuellen Belästigung Vieler reichen. Mehrfach mussten auf lokaler Ebene Ansagen gemacht werden. Die beiden Klubchefs Can S. und Mehmet B. sind halbherzig bemüht, die Ordnung aufrechtzuerhalten. Ein Insider prognostiziert den Zerfall der „Osmanen“, nachdem die Autorität des Duos unter vorgehaltener Hand bereits in Frage gestellt wird.

Osmanen

© Der Boxerklub „Osmanen“ wächst schnell und ist zurzeit auf dem Vormarsch in Deutschland. Doch genauso schnell dürfte diese rockerähnliche Gruppierung auch wieder zerfallen, prognostiziert ein Insider. Der Klub hat ernste interne Schwierigkeiten. Etliche weibliche Supporter sind bereits abgesprungen. (Quelle: Privat)

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„Osmanen“ provozieren Old-School-Rocker

Exklusiv: Boxerklub traf sich erneut mit türkischen Hells Angels. Insider befürchtet nun eine Eskalation

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Berichterstattung der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ über den Boxerklub „Osmanen“ hat in den sozialen Medien hohe Wellen geschlagen. Auch die BILD-Zeitung griff in ihrer Printausgabe die eigenen Erkenntnisse über die Gruppierung auf, die zurzeit auf dem Vormarsch in Deutschland ist. Wie die Redaktion nun erfahren hat, gab es heute erneut ein wichtiges Treffen mit den türkischen Hells Angels aus dem Landkreis Gießen. Rund siebzig Personen beider Klubs kamen zusammen. Ein Insider befürchtet nun eine Eskalation im Rhein-Main-Gebiet.

Osmanen und Nomads Turkey

© Am 19. Juli 2015 trafen sich Mitglieder des Boxerklubs „Osmanen“ zum nun zweiten Mal mit den türkischen Hells Angels aus dem Landkreis Gießen. Auf dem Bild zu sehen sind die beiden „Osmanen“-Chefs Can S. sowie Mehmet B. [beide Personen ganz links] und der Höllenengel Aygün Mucuk [in der Bildmitte]. (Quelle: Privat)

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Eskalation im Krüger-Park

Safari-Führer steigt neben Löwen aus dem Auto aus, um ein altes Touristenpaar anzuschreien

(Autor: Ghassan Abid)

Die folgende Geschichte, die sich vor wenigen Tagen im Krüger-Nationalpark in Südafrika abspielte, ist unfassbar und verdeutlicht die Notwendigkeit, dass weitere Maßnahmen eingeleitet werden müssen und eine stärkere Informationspolitik erforderlich ist. Denn immer wieder bringen sich Touristen durch unverantwortliches Verhalten in Gefahr. Tiere fühlen sich bedroht und holen zum Angriff aus. Nun schließt sich ein Safari-Führer dieser Serie an.

© Vor wenigen Tagen ereignete sich im Krüger-Nationalpark ein erschreckender Zwischenfall. Ein Safari-Führer stieg neben einem Rudel von Löwen aus seinem Auto aus, um ein älteres Touristenpaar anzuschreien. Der Arbeitgeber des Tourguide hat die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet. (Foto: Privat)

© Vor wenigen Tagen ereignete sich im Krüger-Nationalpark ein erschreckender Zwischenfall. Ein Safari-Führer stieg neben einem Rudel von Löwen aus seinem Auto aus, um ein älteres Touristenpaar anzuschreien. Der Arbeitgeber des Tourguide hat die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet. (Foto: Privat)

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50 Jahre Afrikanische Union

Präsident Jacob Zuma erinnerte an Aufteilung Afrikas durch Reichskanzler Otto von Bismarck

 (2010sdafrika-Redaktion)

Lass uns alle eins sein und zusammen feiern“ wurde bei der heutigen Jubiläumsfeier in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba von afrikanischen Staats- und Regierungschefs gesungen. Ausländische Staatsgäste aus den USA, Frankreich und China begleiteten den 50. Jahrestag der Afrikanischen Union (AU). Präsident Jacob Zuma traf einerseits seine Ex-Frau und die amtierende Vorsitzende der AU-Kommission, Nkosazana Dlamini-Zuma. Andererseits adressierte er in einer Erklärung die Bedeutung der AU für die Entwicklung des Kontinents; mit kritischem Rückblick auf Deutschland.

    © Heute feierte die Afrikanische Union (AU) ihr 50-jähriges Bestehen. Vor 2002 hieß die AU noch OAU. Präsident Jacob Zuma erinnerte in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba an die Aufteilung Afrikas durch die europäischen Mächte, die durch Reichskanzler Otto von Bismarck mit der Berlin-Konferenz im Jahr 1884 vorangetrieben wurde. (Quelle: flickr/ State Department)

© Heute feierte die Afrikanische Union (AU) ihr 50-jähriges Bestehen. Vor 2002 hieß die AU noch OAU. Präsident Jacob Zuma erinnerte in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba an die Aufteilung Afrikas durch die europäischen Mächte, die durch Reichskanzler Otto von Bismarck mit der Berlin-Konferenz im Jahr 1884 vorangetrieben wurde. (Quelle: flickr/ State Department)

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Südafrikas freie Wahlen als Glücksgefühl

Im Interview mit Ingeborg Wick, damalige Geschäftsführerin der Anti-Apartheid-Bewegung (AAB)

(Autor: Detlev Reichel)

© Als Geschäftsführerin und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Anti-Apartheid-Bewegung - kurz: AAB - engagierte sie sich für die Befreiung Süafrikas von der rassistischen Minderheitsregierung. Darunter zählte auch der Kampf gegen die politische, wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit zwischen Bonn und Pretoria.

© Als Geschäftsführerin und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Anti-Apartheid-Bewegung – kurz: AAB – engagierte sie sich für die Befreiung Süafrikas von der rassistischen Minderheitsregierung. Darunter zählte auch der Kampf gegen die politische, wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit zwischen Bonn und Pretoria.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ die westdeutsche Anti-Apartheid-Aktivistin Ingeborg Wick. Die Befreiung Süafrikas von der Geissel der Apartheid war auch ein Erfolg der Anti-Apartheid-Bewegung in Ländern außerhalb Südafrikas. Du hast als Geschäftsführerin und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der AAB in der Bundesrepublik Deutschland daran wesentlich mitgewirkt. Und das in einer Zeit, als es weder schick noch opportun war, die unmenschliche Politik des bedeutenden Wirtschaftspartners Südafrika anzugreifen. Was ist das für ein Gefühl, bei diesem Erfolg teilhaben zu können?

Antwort: Noch heute empfinde ich ein großes Glücksgefühl, wenn ich an die ersten demokratischen Wahlen in Südafrika im Jahr 1994 zurückdenke, die ich als internationale Wahlbeobachterin begleitet habe. In dieses Glücksgefühl mischen sich Befriedigung, Stolz, Staunen und Dankbarkeit. Es befriedigt mich, einen Beitrag zur Befreiung von einem unmenschlichen Herrschaftssystem geleistet zu haben. Ich bin stolz, diesen Beitrag gegen erhebliche politische Widerstände durchgehalten zu haben. Mit Staunen erfüllt mich immer noch, dass eine historische Epoche zu einem Ende kam, die lange als unüberwindlich galt. Und dankbar bin ich für die vielen wertvollen menschlichen Begegnungen und Einsichten, die meine Zeit in der AAB prägten.

Gleichzeit bin ich mir bewusst, dass die Solidarität und die Boykottaktionen der weltweiten Bewegung gegen die Apartheid nur einen begrenzten Einfluss auf das Ende des Apartheidsystems hatten. Dieses wurde vor allem durch den legalen und illegalen Widerstand in Südafrika und im Exil bewirkt. Begünstigend kamen ökonomische Umstrukturierungen in Südafrika sowie das Ende der globalen Blockkonfrontation hinzu.

2010sdafrika-Redaktion: Südafrika besitzt heute eine demokratische Verfassung, die als eine der fortschrittlichsten in der Welt bezeichnet wird. Ist damit „alles in Butter“, und können wir uns zufrieden zurücklehnen – mission accomplished?

Antwort: Die Einmaligkeit im Völkerrecht, die der gesetzlich verankerte Rassismus in Südafrika bis 1994 darstellte, ist zwar verschwunden. Geblieben ist jedoch das schwere Erbe der Apartheid – politisch, ökonomisch, sozial und psychisch – dessen Überwindung eine Herausforderung für Jahrzehnte sein wird. Ein Beispiel: das Problem der Landreform. In der Apartheid-Ära waren 2,5 Mio. Schwarze zwangsumsiedelt worden. Nach 1994 beschloss die Regierung, dass bis 2014 insgesamt 30% der Agrarfläche an die Enteigneten zurückgegeben werden sollte. Bis heute wurde dieses Ziel jedoch nur zu einem Bruchteil erreicht.

Eng verknüpft mit dem Problem dieser Erblast ist die alltägliche Auseinandersetzung mit den sozialen Spaltungen, der Verarmung und Ausbeutung, wie sie die auch in Südafrika vorherrschende neoliberale Wirtschaftsordnung mit sich bringt. Zu nennen wäre hier z.B. die landesweite Kampagne gegen die Privatisierung der Wasserversorgung in den 1990er Jahren.

2010sdafrika-Redaktion: Ein Bundesbezirksgericht in New York hat im April 2009 eine Sammelklage von Opfern des Apartheidregimes zugelassen. Unter den Unternehmen, die das rassistische Regime gestützt haben, auch die deutsche Rheinmetall und der Daimler-Konzern. Kannst du uns mehr über diesen Prozess sagen?

© Der Daimler-Konzern steht bis zum heutigen Tage in der Kritik für seine Geschäfte mit dem Apartheidregime.

© Der Daimler-Konzern steht bis zum heutigen Tage in der Kritik für seine Geschäfte mit dem Apartheidregime.

Antwort: Stellvertretend für 65.000 Apartheidopfer hat die südafrikanische Menschenrechtsorganisation Khulumani 2002 in den USA eine Entschädigungsklage gegen mehrere international tätige Unternehmen eingereicht. Diesen wird vorgeworfen, durch ihre Geschäfte während der Apartheidzeit Beihilfe zu schweren Menschenrechtsverletzungen geleistet zu haben. Zu diesen Unternehmen zählen Daimler und Rheinmetall. Daimler hatte Fahrzeuge und Maschinen an die Polizei und das Militär des Apartheidregimes verkauft. Rheinmetall hatte eine komplette Munitionsabfüllanlage nach Südafrika geliefert.

Mit einer endgültigen Entscheidung des Verfahrens wird im Frühjahr 2013 gerechnet. Einen Teilerfolg hat Khulumani jedoch vor kurzem erreicht: Ende Februar 2012 bestätigte ein US-Gericht, dass das beklagte US-Unternehmen General Motors in einem Vergleich zugesagt hat, die südafrikanischen Apartheidopfer mit einer Summe von 1,5 Mio. US $ zu entschädigen. Ob dies ein Präzedenzfall für die restlichen beklagten Unternehmen – neben Daimler und Rheinmetall die US-Firmen IBM und Ford – sein wird, ist dahin gestellt.

2010sdafrika-Redaktion: Wie schätzt du das Bild Südafrikas in den deutschen Medien ein?

Antwort: Nach meiner Beobachtung klang die Medien-Euphorie mit dem Ende der Präsidentschaft Nelson Mandelas 1999 und der Veröffentlichung des Abschlussberichts der Wahrheits- und Versöhnungskommission unter Leitung von Erzbischof Tutu im Jahr 1998 deutlich ab. Schlagzeilen machten jedoch immer wieder die dramatische HIV-/Aidspandemie in Südafrika sowie die fatale Aidspolitik des südafrikanischen Präsidenten Mbeki, die erst unter der Präsidentschaft von Zuma beendet wurde. Rund um die Fußball-WM 2010 in Südafrika berichteten zahlreiche deutsche Medien positiv über die Spiele und durchaus differenziert über die sozialen Verwerfungen der südafrikanischen Gesellschaft. Anlässlich der ANC-Hundertjahres-Feiern am 8. Januar 2012 hoben deutsche Medien vor allem die Versäumnisse der ANC-Regierungen und eklatante Korruptionsfälle im Regierungslager hervor. Insgesamt nimmt Südafrika heute einen eher geringen Stellenwert in der deutschen Medienberichterstattung ein.

2010sdafrika-Redaktion: Wie siehst du die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen dem neuen Südafrika und Deutschland?

Antwort: Deutschland ist eines der wichtigsten Partnerländer Südafrikas – auf politischer, ökonomischer und militärischer Ebene. Eine offizielle Aufarbeitung der engen Kollaboration der Bundesrepublik Deutschland mit dem Apartheidregime hat es bisher kaum gegeben – im Gegenteil: Gegen die Khulumani-Klage in den USA haben die südafrikanische Mbeki-Regierung und die deutsche Regierung sowie betroffene Firmen Proteste eingelegt. Nach seinem Amtsantritt widerrief Präsident Zuma allerdings diese Haltung und erklärte die Unterstützung Südafrikas für das Klageverfahren. Die Kritik der südafrikanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission an der Rolle multinationaler Unternehmen bei der Unterstützung des Rassistenregimes griffen bisher in beiden Ländern nur zivilgesellschaftliche Gruppen auf.

Deutsche Militärexporte nach Südafrika sind nach dem Abschluss eines Rüstungsgeschäfts mit EU-Firmen von 1999 über umgerechnet 7 Mrd. € drastisch gestiegen. Es beinhaltete u.a. die mit Hermeskrediten abgesicherte Lieferung von vier Fregatten und drei U-Booten aus deutscher Produktion. Zu Recht rief dieses Geschäft nicht nur in Südafrika eine Welle der Empörung hervor, die bis heute nicht abgeebbt ist, zumal der Deal von Bestechungen südafrikanischer Politiker durch Firmenvertreter begleitet gewesen sein soll. Abgesehen hiervon ist der Kostenumfang des Geschäfts geradezu skandalös angesichts der erforderlichen Mittel für eine verbesserte soziale Versorgung der Bevölkerung und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die auf mehr als 50% geschätzt wird.

2010sdafrika-Redaktion: Welche Rolle kann und sollte Deutschland beim Aufbau einer nicht-rassisch orientierten, demokratischen Gesellschaft in Südafrika spielen? Und wird die BRD, deiner Meinung nach, dieser Rolle gerecht?

Antwort: Die Rolle der Bundesrepublik bei der Unterstützung des Apartheidregimes sollte umfassend aufgearbeitet und weitere, über die Khulumani-Klage hinausgehende Entschädigungszahlungen geprüft werden. Die Bestechungsvorwürfe gegen deutsche Firmenvertreter im Fall des Rüstungsdeals von 1999 sollten untersucht werden. Deutsche Rüstungslieferungen an Südafrika sollten eingestellt werden. Die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder sollten nicht am Ziel des Freihandels ausgerichtet werden, wie dies im EU-Freihandelsabkommen mit Südafrika zum Ausdruck kommt, sondern an den Forderungen des 1994 für das unabhängige Südafrika erarbeiteten „Reconstruction and Development Programme“, das sich an der notwendigen Versorgung der Schwarzen mit Wohnraum, Zugang zu Wasser und Elektrizität u.ä. orientierte. Unterstützung verdient die Kampagne zum People’s Budget des südafrikanischen Gewerkschaftsbundes COSATU, des Südafrikanischen Kirchenrates SACC und des NRO-Netzwerks SANGOCO, mit der seit 2005 eine Debatte über die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Regierung sowie die Armutsbekämpfung angeregt wurde.

2010sdafrika-Redaktion: Zu guter Letzt: Womit beschäftigst du dich heute?

Antwort: Seit Beginn meines Ruhestands im Juni 2011 genieße ich meine freie Zeit, engagiere mich aber auch weiterhin im Fachbereich „Frauen und Weltwirtschaft“, den ich im SÜDWIND-Institut für Ökonomie und Ökumene 20 Jahre lang geleitet habe. Ebenso bin ich im „Forum Arbeitswelten China-Deutschland“ aktiv, das sich für den Austausch von gewerkschaftlichen Basiskontakten zwischen beiden Ländern einsetzt.

2010sdafrika-Redaktion: Ingeborg Wick, westdeutsche Anti-Apartheid-Aktivistin, vielen Dank für das Interview!

Nationaler Protest

Gewerkschaft COSATU mobilisiert 100.000 Menschen: Abschaffung von Zeitarbeit und Pkw-Maut gefordert

(Autor: Ghassan Abid)

Der Dachverband der südafrikanischen Gewerkschaften, der Congress of South African Trade Unions (COSATU), hat den heutigen 7. März 2012 zum Massenprotesttag erklärt. 100.000 Südafrikaner aus Kapstadt, Johannesburg, George, Worcester, East London, Port Elizabeth, Polokwane, Bloemfontein und vielen anderen Städten schließen sich dieser nationalen Aktion an. Während der Afrikanische Nationalkongress (ANC) den Protest unterstützt, partizipiert ebenfalls Julius Malema und die ANC-Jugendliga öffentlichkeitswirksam in Johannesburg.

COSATU-Protest in Kapstadt in der Provinz Western Cape

In roter Kleidung, ganz nach der Farbe von COSATU, soll die Arbeit der Zeitarbeitsvermittler angeprangert werden. Denn diese vermitteln Arbeitskräfte – so heißt es seitens der Gewerkschaft – zu schlechten, unmenschlichen und sklavenähnlichen Bedingungen. Andere Stimmen sprechen in diesem Kontext auch von einem Menschenhandel. In Südafrika ist es ähnlich in Deutschland üblich, dass die Kontaktaufnahme mit Arbeitgebern über Zeitarbeitsfirmen erfolgt, die die Konditionen für ihr vermitteltes Klientel aushandeln. Dementsprechend sollen diese „Sklavenhändler“ abgeschafft werden.

Auch protestieren die Menschen gegen das E-Tolling-System, was vergleichbar ist mit einer Pkw-Maut. Bereits jetzt sind einige Straßen  nur gegen Zahlung  einer Gebühr befahrbar. Gewerkschafter lehnen die Abgabe für die Nutzung von öffentlichen Straßen strikt ab. Solange Armut in Südafrika besteht, erweist sich eine solche Gebühr als ungerecht, heißt es seitens der Interessensvertretung der Arbeiter.

COSATU verfolgt mit dem heutigen Protesttag zwei Ziele: Zum Einen will die Gewerkschaft auf die prekäre Arbeitssituation vieler südafrikanischer Arbeiter hinweisen. Fakt ist, dass sich die Lebensbedingungen mit der anhaltenden Inflation von Jahr zu Jahr verschlechtern. Zum Andern untermauern „die Roten“ ihre starke Rolle innerhalb der „Drei-Parteien-Allianz“ (Tripartite Alliance) zwischen ANC, COSATU und der Kommunistenpartei SACP.

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© COSATU-Protest in Burgersfort in der Provinz Limpopo (Quelle: Manyosi Gilbert  Kganyago)

Nach der Konfrontation des ANC mit seiner Jugendorganisation ANCYL, wird sich Jacob Zuma auf jeden Fall vor einem politischen Disput mit COSATU hüten. In zwei Jahren bereits sind die nächsten Nationalwahlen in Südafrika.

2010sdafrika-Interview mit Andreas Storm, Staatssekretär im BMAS:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2011/05/23/bundesagentur-fur-arbeit-arbeitsvermittlungsmodell-fur-sudafrika/

ANC-Jugendliga stützt Julius Malema

Jugendorganisation widersetzt sich ausdrücklich dem ANC: Malema bleibt Präsident!

(Autor: Ghassan Abid)

© ANC-Jugendliga hält zu ihrem Präsidenten Julius Malema. Die Jugendorganisation distanziert sich somit zum ersten Mal in ihrer Geschichte in scharfer Form vom ANC. (Quelle: ANCYL)

Am 4. März 2012 tagte in Johannesburg als oberstes Führungsgremium der ANC-Jugendliga das National Executive Committee (NEC), welches die volle Rückendeckung für ihren Präsidenten Julius Malema untermauert hat.

Die ANC-Jugendliga (ANCYL) hält mit Nachdruck fest, dass die gemachten Aussagen des vom ANC ausgeschlossenen Präsidenten auch die Standpunkte der Liga widerspiegeln. Malema habe mit seinen umstrittenen Aussagen den Beschlüssen des 24. Nationalkongresses und des NEC vom 31. Juli 2011 entsprochen, heißt es in der entsprechenden ANCYL-Erklärung vom 5. März 2012. Die Sanktionen des ANC-Disziplinarausschusses gegen mehrere Jugendpolitiker seien dementsprechend nicht nachvollziehbar. Darüberhinaus betont die Jugendliga, dass die unfaire Entscheidungspraxis des ANC nicht auf die ANCYL Anwendung findet, sodass Julius Malema weiterhin Präsident bleibe.

Die Verstaatlichung der Minen bleibt, trotz der Ablehnung durch den Präsidenten Jacob Zuma, demnach weiterhin ein wichtiges politisches Ziel der ANC-Jugendliga. Von den rassistischen Aussagen ihrer Führung gegenüber weißen Farmern hat sich die Liga jedoch nicht distanziert.

Julius Malema kritisiert Ende Februar 2012 den ANC für die ausbleibende Dialogbereitschaft mit ihrer Jugendorganisation ANCYL. Auch warnt er vor den Widersachern innerhalb der Partei.

Diese Konfrontation, die sich nun von Malema auf die gesamte Jugendliga umverlagert hat, dürfte erhebliche Konsequenzen für den Afrikanischen Nationalkongress mit sich bringen. Eine weitere ANC-Abspaltung, wie 2008 mit dem Congress of the People (COPE) zu beobachten gewesen, könnte erneut auftreten, wenn entweder der ANC oder die ANCYL in ihrem Streit um Julius Malema nicht nachgibt.

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2010sdafrika-Artikel zu den WikiLeaks-Depeschen über Julius Malema:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2011/01/03/julius-malema-albtraum-fuer-suedafrika/