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Türkische Hells Angels im Musik-Clip

Französischer Gangster-Rapper „PPROS“ zu Gast bei Nomads Turkey und Necati „Neco“ Arabaci in Izmir

(Autor: Ghassan Abid)

Aus Frankreich ist die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ auf eine ungewöhnliche Zusammenarbeit aufmerksam gemacht worden. Demnach hielt sich der in Orléans beheimatete Gangster-Rapper „PPROS“ kürzlich bei den Nomads Turkey auf, um mit ihnen ein Musik-Clip zu produzieren. Dadurch wird der Einblick in die Welt des türkischen Rockerchefs Necati „Neco“ Arabaci gewährt. Teure Autos, luxuriöse Einrichtungen und mediterrane Gelassenheit bestimmten den Alltag des in Izmir lebenden Präsidenten der Nomads Turkey, der in Deutschland für den Konflikt mit den Old-School-Rockern verantwortlich gemacht wird.

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© Der französische Rapper „PPROS“ gemeinsam mit Necati „Neco“ Arabaci [in der Mitte], dem Präsidenten der Nomads Turkey, und einem weiteren führenden Höllenengel. Der Musiker drehte kürzlich mit den türkischen Hells Angels ein Video in Izmir. (Quelle: Instagram/ PPROS)

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Südafrika mobilisiert für Israel-Boykott

Künstler, Wissenschaftler und Politiker fordern ein Ende der „Apartheid“ bzw. Freiheit Palästinas

(2010sdafrika-Redaktion)

Die südafrikanische Mehrheitsgesellschaft hat infolge der Unterdrückung durch das Apartheidregime lange gelitten. Umso sensibler ist man am Kap, wenn andere Völker ebenfalls um ihre politischen und sozialen Freiheiten entbehrt werden. Dementsprechend war und ist die Politik Israels gegenüber den Palästinensern ein großes Thema in Südafrika. Während in Deutschland ein kritischer Umgang mit dem Staat im Nahen Osten ein äußerst sensibles Thema darstellt, fühlen sich die Menschen am Kap umso mehr in der Verantwortung, sich für mehr Gerechtigkeit im Ausland einzusetzen.

© In Südafrika ist eine Kampagne zum Boykott israelischer Produkte entfacht, welche bei Künstlern, Wissenschaftlern und Politikern großen Zuspruch erfährt. Jüdische Einrichtungen im Lande und die israelische Botschaft in Pretoria sind besorgt. (Carlos Latuff/ Wikimedia)

© In Südafrika ist eine Kampagne zum Boykott israelischer Produkte entfacht, welche bei Künstlern, Wissenschaftlern und Politikern großen Zuspruch erfährt. Jüdische Einrichtungen im Lande und die israelische Botschaft in Pretoria sind besorgt. (Carlos Latuff/ Wikimedia)

Der ehemalige anglikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat mehrfach den Staat Israel mit der Apartheid verglichen und im Anschluss an einen Israel-Besuch es als unerträglich bezeichnet, welches Leid die Palästinenser durch die Besatzung erleiden müssen. Nun schließen sich dieser Debatte immer mehr namhafte Dichter, Musiker, Entertainer, Comedians, Fotokünstler, Filmregisseure, DJs und Produzenten aus Südafrika an. Tutu forderte bereits 2005 von der angesehenen Cape Town Opera nicht in Israel aufzutreten. Stattdessen wurde ihre Tour zum Politikum, welche von Aktivisten zum öffentlichen Protest genutzt wurde (siehe u.a. Video).

Anlässlich der durchgeführten Israel-Tour der Cape Town Opera von 2005 protestierten Aktivisten für ein Ende der israelischen Apartheid. Seither hat sich eine starke Israel-kritische Bewegung am Kap entwickelt.

In der am 1. November 2010 gegründeten Künstlerinitiative „South African Artists Against Apartheid“ wird festgehalten, dass jede Zusammenarbeit mit Institutionen des jüdischen Staates eine Beteiligung am Unrecht gegenüber den Palästinensern gleichkomme. Nicht nur der renommierte Wissenschaftsrat „Human Sciences Research Council (HSRC)“ verurteilte in einer Studie die Politik Israels als „Anwendung von Kolonialismus und Apartheid in den besetzten Palästinenser-Gebieten, sondern auch populäre Künstler vor allem aus Großbritannien – wie der Schriftsteller John Berger, Filmemacher Ken Loach oder Drehbuchautor Paul Laverty – greifen die Politik des jüdischen Staates an. Auch US-amerikanische Intellektuelle, wie die Autorin Alice Walker oder Dichterin Adrienne Rich, setzen sich auch aktuell für ein freies Palästina ein.

„South African Artists Against Apartheid“ fordert Freiheit für Palästina

Sowohl der South African Jewish Board of Deputies (SAJBD), also der Zentralrat der Juden in Südafrika, als auch die für den Zionismus stehende SA Zionist Federation (SAZF), fühlen sich durch die Politik Südafrikas im Stich gelassen. Präsident Jacob Zuma hat mehrfach in der Presse betont, dass sich die Regierung jederzeit für die Unabhängigkeit Palästinas einsetzen wird. Dementsprechend steht die Regierungspartei ANC grundsätzlich hinter dem Engagement der „South African Artists Against Apartheid“. Problematisch an den südafrikanisch-israelischen Beziehungen ist die Tatsache, dass Tel Aviv sehr eng mit dem Apartheidregime kooperierte und somit maßgeblich an der Unterdrückung der schwarzen Mehrheitsgesellschaft partizipierte. Dieser Makel ist nicht vergessen. Umso weniger überraschend ist die Beobachtung in mehreren Städten Südafrikas, wo Bürger T-Shirts mit Boykott-Aufrufen gegen Israel tragen. Dov Segev-Steinberg, aktueller Botschafter Israels in Pretoria, zeigte sich über die aktuelle Entwicklung besorgt.

Im Vorfeld hatte sich Handelsminister Rob Davies dafür eingesetzt, dass Produkte aus den besetzten Gebieten mit einem diesbezüglichen Label versehen und nicht wie bisher mit „Made in Israel“ importiert werden sollen. Auf diesem Wege könne dann der südafrikanische Verbraucher entscheiden, ob diese  Zitrusfrüchte, Olivenöl oder Kosmetik aus dem Heiligen Land überhaupt in den Einkaufswagen legen wollen. Israel ist empört und droht gar mit Konsequenzen. EU-Staaten wie Dänemark und Irland erwägen ebenfalls solche Schritte, während in Großbritannien schon im Jahr 2009 eine ähnliche Produktkennzeichnung in Kraft getreten ist. In der Schweiz fand die Debatte in Südafrika ebenfalls große Beachtung, sodass der Künstlerinitiative eines gelungen ist – internationale Aufmerksamkeit.

Designer Craig Native in interview

The world doesn´t need more glamour brands if there are children living on the streets

(Autor/ Editor: Ghassan Abid)

Deutsche Interview-Zusammenfassung:

Craig Native ist ein Modedesigner mit internationalem Ruf. Dem in absoluter Armut aufgewachsenen Modefan ist es gelungen, sich kreativ zu entfalten  und zur südafrikanischen Identität beizusteuern. Anfänglich interessierte sich dieser als Kind für Gebäude, Autos und Menschen, die er in eigene Zeichnungen untergebracht hatte. Mit zunehmendem Alter entwickelte sich seine Vorliebe für die Mode, welche mittlerweile verbunden mit südafrikanischen Elementen einen besonderen und vor allem einmaligen Touch erhalten hat. Mit der Kollektion „Native Clothing“ verfolgt der Designer einen sportlich-afrikanischen Style, welcher in der Zielgruppe der 18 bis 38-jährigen Südafrikaner große Resonanz erfährt. Glamour und Eleganz, welche vom renommierten Johannesburger Modelabel „Black Coffee“ vordergründig verfolgt werden, lehnt Craig Native vehement ab. Er untermauert, dass Eleganz immer dann überflüssig ist, solange Kinder in ärmlichen Verhältnissen auf den Straßen leben müssen. Mit dem deutschen Modeunternehmen OTTO konnte Native bereits zusammenarbeiten, indem seine Klamotten auch in Deutschland erhältlich sind. Grundsätzlich verbindet er die deutsche Mode mit Individualität und Kreativität. Sein größter  Traum wäre es, wenn er mittels seiner Fashionkreationen zum Wohlstand auf dem afrikanischen Kontinent beitragen könnte.

© South African street style by fashion designer Craig Native

© Craig Native, one of the most popular fashion designers from South Africa

2010sdafrika-editorial staff: We would like to welcome on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, the German Gateway to South Africa, the fashion designer from Cape Town, Craig Native. Mr. Native, you are originally from Cape Flats, the poor side of Cape Town. How did you come up with fashion?

Answer: I drew or sketched pictures to keep me occupied at home. It was not fashion but buildings, cars and sports people. In my teen years when you got more fashion conscious clothing design became interesting, especially sportswear.

2010sdafrika-editorial staff: „Native Clothing“ is your fashion label, that was launched in 2000. Your collection is combining African elements, socio-political messages and sportive attributes. Who is your target group, what is „Native Clothing“ standing for and how many creations do you have realized this day?

Answer: Target group is 18- 38 years predominantly but it has not been a rule. I like making clothes for those who want to spend time thinking about their world around them being more conscious rather than not questioning choices one makes.

2010sdafrika-editorial staff: In the past, we have interviewed the designers from Johannesburg label „Black Coffee“, who are working very striktly on the basis of fashionableness. Do you think, that elegance could take a bigger emphasis in your style?

Answer: Growing up in poorer areas in Africa, makes me not worry about glamour and elegance. Fashion is not only about that. I would rather use fashion as a avenue to spread messages of social and environmental development of 3rs world countries. The world doesnt need another glamour brand if there are children starving and living on the street .

2010sdafrika-editorial staff: You are known for your interest in political matters. The African National Congress (ANC) celebrated his centenary on 8th January 2012. The ANC has been criticized many times by media. What do you think about the current developments in South Africa?

Answer: The world loves negative press it causes more sensation.  Any one who runs South Africa will have a difficult time because you cant wipe away 40 years of negative history is just over a decade. Every country will have their issues. It could be a lot worse in South Africa so I choose to look at what our government are getting right rather than what they getting wrong. The future generations I believe will help paint a different picture for South Africa.

© A model is wearing clothes designed by Craig Native

© A model is wearing clothes designed by Craig Native

2010sdafrika-editorial staff: „46664Fashion“ is a brand, which has been designed by you and your South African colleagues Chris Vogelpoel and Barbara Tosalli. 46664 was the prison number of Nelson Mandela.
What would you say to people, who are expressing their discomfort, that Nelson Mandela´s life could be commercialised by this brand?

Answer: 46664 has been endorsed by the Nelson Mandela Foundation. It would not exist without their approval. Its a legacy of that represents itself through cloth.

2010sdafrika-editorial staff: Which designers are your role models?

Answer: I dont really have favorites and many of them aren’t world famous. I admire creatives like artists, interior designers, african crafters.

Craig Native is participating in „Cotton Made in Africa“, an initiative to support African cotton workers. His fashion is based on African styles and identities. 

2010sdafrika-editorial staff: You are still working with German fashion retailer OTTO. What is your impression of Germany, German fashion and culture?

Answer: My impression that there is a lot of individual style. The street fashion is quite interesting. It´s certainly creative and experimental.

2010sdafrika-editorial staff: Mr. Native, which dreams would you like to realize in regard to your private and professional life?

Answer: If my clothing can contribute towards the development of the continent of Africa then I would be happy.

2010sdafrika-editorial staff: Craig Native, fashion designer, thank you very much for this interview!

Die Antwoord – Eine Band der Präpotenz

Kein Interview für „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“

(2010sdafrka-Redaktion)

Die Antwoord“ ist Südafrikas ´unschönstes´ Musikgesicht des Jahres 2010. Mit übertriebenem Gestikulieren, frechen Rap-Parolen aus der Mitte der Unterschicht heraus und skurrilen Outfits ist diese Künstlergruppe auf dem Siegeszug im World Wide Web. Mit Hilfe des Internets konnten die eigentlichen Comedians aus Kapstadt mit ihren anfänglich in Afrikaans gesungenen Texten das Interesse eines großen US-Plattenlabels wecken. Seither stehen sie unter Vertrag und treten international auf, unter anderem in Deutschland.  Beim Hessentag 2011 im Juni dieses Jahres begrüßte Die Antwoord mit provokanten Sprüchen und beleidigenden non-verbalen Kommunikationsformen das deutsche Publikum. Schnell wurden die Südafrikaner ausgebuht und mit Gegenständen beworfen.

Die Band besteht aus den Mitgliedern Ninja (Gesang), ¥O-LANDI VI$$ER (Gesang), DJ Hi-Tek (Beats), Wanga (Gesang) und anderen Personen. DJ Leon Botha, der im bisher erfolgreichsten Song „Enter the Ninja“ aufgetreten ist, verstarb am 05. Juni 2011 an den Folgen der Erbkrankheit Hutchinson-Gilford-Syndrom/ HGPS (besser bekannt als Progerie, welches mit überschnellem Altern einhergeht).

Das Konzept von Die Antwoord ist einfach – provozieren, provozieren und nochmal provozieren. Im Song „Rich Bitch“ (zu Deutsch: Reiche Schlampe) ist das weibliche Bandmitglied ¥O-LANDI VI$$ER auf der Toilette zu sehen, die ihren Po mit Toilettenpapier abwischt, auf welchem der ANC-Jugendpräsident Julius Malema zu sehen ist. Hingegen erscheint im Song „Evil Boy“ (zu Deutsch: Böser i.S.v. unanständiger Junge) ein dunkelhäutiger Südafrikaner,  der seinen Penis gezielt an die Frauen adressiert und gleichzeitig schwule Männer ablehnt. Neu ist hierbei, dass dieser Künstler namens Wanga in der Lokalsprache Xhosa singt.

Auftritt „Die Antwoord“ zum Song Evil Boy

Die Antwoord ist bemüht den einstigen Erfolgskurs fortzusetzen. Nur so ist zu erklären, dass die Bandzusammenstellung flexibel ausgestaltet wird, Texte in neue Sprachen performt werden und die Produktion von Kurzfilmen verfolgt wird. Nicht zu vergessen ist, dass Die Antwoord ihren Ruhm vor allem den Social Networks und Blogs verdankt. Und doch erfahren diese die größte Ablehnung, so wie es „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ergangen ist – vom technischen System her ebenfalls ein Blog.

Ein Interview mit der 2010sdafrika-Redaktion ist deshalb abgelehnt worden, da Die Antwoord nur großen Medienhäusern und keinen Blogs Rede und Antwort steht – heißt es in einer an uns gerichteten schriftlichen Stellungnahme aus New York. Sollte diese präpotente Einstellung weiter anhalten, so wird Die Antwoord genauso schnell untergehen, wie sie aufgestiegen ist. Doch vielleicht gehört dieses skurrile Verhalten einfach nur zu einem skurrilen Konzept dazu!?

Black Coffee – Mode aus Südafrika wird international

Wie ein südafrikanisches Modelabel seinen Aufstieg einem deutschen Konzern verdankt

(Autor: Ghassan Abid)

Im Februar 2009 konnte sich das Johannesburger Label um das Designerteam Jacques van der Watt und Daniça Lepen von Black Coffee in den Club der internationalen Mode katapultieren. Mit der Vergabe des „Mercedes-Benz Award for South African Fashion Design 2009“ eröffnete sich den Jungdesignern neben der bisherigen nationalen Perspektive, auch der langfristige Weg ins Ausland. Nach der Teilnahme an der Berlin Fashion Week im  Juli 2009, steht im Februar 2010 die Präsentation von Kollektionen des „Modernen Südafrikas“ bei der Mercedes Benz Fashion Week in New York an.

Die Jury lobte die gelungene Idee von Black Coffee, die Vergangenheit und Zukunft Südafrikas miteinander zu verschmelzen. Schnüre und Tücher – als Merkmale zum Ursprung Afrikas – und Messing-Reißverschlüsse – als modernes Element -konnten überzeugen.

© Design des Fashion Gewinners 2009: Black Coffee

© Ghassan Abid mit Black Coffee-Designerin Lorit

Mercedes Benz Fashion Award : 

http://www.sammlung.daimler.com/contemporary/09_03_saaward/blackcoffee_g.htm

Modelabel Black Coffee:

http://www.blackcoffee.co.za/