Schlagwort-Archive: leader

Ubuntu in Germany Column

South African government to rebuild trust and promote entrepreneurs

(Editor: Alex Smit-Stachowski is speaking in her column about life as a South African now living in Germany. The South African journalist lives in Krefeld, in North Rhine-Westphalia/ Germany).

The South African government recognises it should improve service delivery, “rebuild trust with the NGOs” and address that the “inequality gap is widening,” said Nonceba Mashalaba, Chief Director: Programme Monitoring and Evaluation – The Incentive Development and Administration Division at the Department of Trade and Industry (DTI), in Frankfurt recently.

© Strong female business leaders from Germany and South Africa met at the “Frauen in der Wirtschaft in Deutschland und Südafrika" roundtable hosted by Brand South Africa in Frankfurt, recently to exchange ideas. Ubuntu-Columnist Alex Smit-Stachowski attended this event.

© Strong female business leaders from Germany and South Africa met at the “Frauen in der Wirtschaft in Deutschland und Südafrika“ roundtable hosted by Brand South Africa in Frankfurt, recently to exchange ideas. Ubuntu-Columnist Alex Smit-Stachowski attended this event.

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Kenako-Festival 2013 verabschiedet sich

Verantwortlichkeiten, Effektivität und Einflussnahme. Streitgespräche auf dem größten Afrika-Festival in Berlin

(2010sdafrika-Redaktion)

Vom 23. bis 26. Mai 2013 fand die zweite Auflage des Kenako-Festivals am Berliner Alexanderplatz statt. Tausende Gäste lauschten afrikanischer Musik, probierten afrikanische Speisen und wirkten bei Diskussionen mit Afrika-Experten mit. Ghassan Abid, Chefredakteur von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, moderierte die Veranstaltung „Deutsch-afrikanische Zusammenarbeit“ und trat bei der Podiumsdiskussion „Die Afrikanische Union: ein Papiertiger?“ als Referent auf. Zwei Berichte zu beiden Podien.

    © Auf dem Kenako-Festival 2013 wurde viel gestritten über die Gegenwart, die Zukunft und das westliche Engagement in Afrika. Afrika-Experten der nördlichen und südlichen Hemisphäre diskutierten, teilweise emotional, über die Chancen und Risiken auf dem aufstrebenden Kontinent. Kritisiert wurde von allen Teilnehmern, dass die deutschen Medien zu negativ über Afrika berichten. Auch der persönliche Afrikabeauftragte der Bundeskanzerlin, Günter Nooke, nahm auf dem Festival an der Debatte teil. Im Bild ist Nooke mit Ghassan Abid, Chefredakteur von "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste", zu sehen.

© Auf dem Kenako-Festival 2013 wurde viel gestritten über die Gegenwart, die Zukunft und das westliche Engagement in Afrika. Afrika-Experten der nördlichen und südlichen Hemisphäre diskutierten, teilweise emotional, über die Chancen und Risiken auf dem aufstrebenden Kontinent. Kritisiert wurde von allen Teilnehmern, dass die deutschen Medien zu negativ über Afrika berichten. Auch der Persönliche Afrikabeauftragte der Bundeskanzlerin, Günter Nooke, nahm auf dem Festival an der Debatte teil. Im Bild ist Nooke mit Ghassan Abid, Chefredakteur von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, zu sehen.

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Kap-Kolumne: Marikana und kein Ende?

Schere zwischen Lebenshaltung und Löhne geht weiter auseinander. Die Politik ist in der Belastungsprobe.

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger West-Berliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Marikana felt like a nightmare, but this is what our 2012 democracy has become„, ruft Desmond Tutu zornig in Richtung Regierung. Der  anglikanische Alt-Erzbischof trifft einen Nerv: Der kollektive Schock und die Trauer über die Ereignisse sitzen noch tief. Das Massaker von Marikana drückt in der Tat schwer wie ein Albtraum auf die Stimmung in Südafrika, mal mehr, mal weniger, je nach dem, von welcher Seite aus der Betrachter schaut.

© Die Vorgänge um das Marikana-Massaker sind eine Belastungsprobe für die Dreierallianz zwischen ANC, COSATU und SACP. Die Masse der Menschen sieht für sich in der Befreiung vom Apartheid-Regime einen geringen sozio-ökonomischen Vorteil. Die Gewerkschaftsspaltungen werden durch diese Unzufriedenheit begünstigt. Im Bild ist AMCU-Präsident Joseph Mathunjwa zu erkennen, der der konkurrierenden Minengewerkschaft NUM die Verantwortung für das Marikana-Massaker in die Schuhe schiebt. Allerdings zeigt sich dieser Gewerkschaftsführer selbst darüber erschrocken, was passiert ist. (flickr/ Pan-African News Wire)

© Die Vorgänge um das Marikana-Massaker sind eine Belastungsprobe für die Dreierallianz zwischen ANC, COSATU und SACP. Die Masse der Menschen sieht für sich in der Befreiung vom Apartheid-Regime einen geringen sozio-ökonomischen Vorteil. Die Gewerkschaftsspaltungen werden durch diese Unzufriedenheit begünstigt. Im Bild ist AMCU-Präsident Joseph Mathunjwa zu erkennen, der der konkurrierenden Minengewerkschaft NUM die Verantwortung für das Marikana-Massaker in die Schuhe schiebt. Allerdings zeigt sich dieser Gewerkschaftsführer selbst darüber erschrocken, was passiert ist. (Quelle: flickr/ Pan-African News Wire)

Alle Fakten sind längst nicht geklärt, aber eines steht fest: Es hätte nie geschehen dürfen. Selbst mit den ärgsten Feinden der demokratischen Entwicklung nach dem Fall der Apartheid wurde so nicht verfahren.

Unstrittig sind die sozio-ökonomischen Verhältnisse, die zu solch krassen Auswüchsen in der Auseinandersetzung zwischen Kapital und Arbeit in Südafrika führen. Die Lage der Arbeiter, hier insbesondere der Minenarbeiter, ist bekanntlich äußerst mies. In dem oftmals zitierten Nebeneinander von „1. und 3. Welt“ in Südafrika, leben die Minenkumpels in der „3.“, also auf der armen Seite der Gesellschaft. Das nimmt sie jedoch nicht aus von den Preisentwicklungen, die sich zunehmend mit denen in der „1. Welt“ messen können.

Jüngstes Beispiel ist der Spritpreis, der just diese Woche um 93 Cent (Benzin) bzw. 69 Cent (Diesel) angehoben wurde. Damit kostet der Liter Benzin in Gauteng zwölf Rand (rund € 1,20) und in der Nordprovinz Limpopo sogar mehr wegen der Entfernung zu den Raffinerien an der Küste. Das wirkt sich unmittelbar auf die Preise der Sammeltaxen aus, die hier das wichtigste Verkehrsmittel der arbeitenden Bevölkerung zwischen den Townships und ihren jeweiligen Arbeitsorten sind. Auch die gesamte Kette der Nahrungsmittelindustrie wird, Glied für Glied die Spritpreiserhöhung an den Endverbraucher weitergeben. So gallopieren die Lebenshaltungskosten den mageren Löhnen der Kumpel ständig davon.

Eines der Hauptübel in den Arbeitsbeziehungen der Bergbauindustrie ist die Wanderarbeit. Die gibt es seit Beginn des industriell betriebenen Abbaus von Bodenschätzen in Südafrika. Daran hat sich kaum etwas verändert. Die Wanderarbeit liefert der Industrie billige Arbeitskräfte, sie ist somit eine der wichtigsten Profit-Quellen der großen internationalen Minenkonzerne wie Anglo-American, Lonmin, De Beers usw. Es ist auch kein Geheimnis, dass die südafrikanischen Minen zu den profitabelsten der Welt gehören. Wanderarbeit bedeutet auf der anderen Seite die Zerstörung gewachsener sozialer Strukturen, das Entstehen und die Vermehrung von so genannten Squatter Camps (Blechhüttensiedlungen) samt all den damit verbundenen Merkmalen der Verelendung.

Das ist die eine, nie zu vergessende Seite jeglicher Arbeitskämpfe in den Minen. Ein anderer Aspekt der aktuellen Auseinandersetzungen ist der politische. Die sich weitende Schere zwischen Reich und Arm, die zunehmende Unzufriedenheit mit den sozialen Verhältnissen führt zu Verwerfungen im politischen Machtgefüge. Und weil der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) eine so genannte „broad church“ ist, d.h. eine Organisation, die alle gesellschaftlichen Schichten und Klassen einschließt, spiegeln sich in dieser Organisation die gesellschaftlichen Widersprüche in Form von Machtkämpfen wider.

Die Vorgänge um das Marikana-Massaker sind auch eine Belastungsprobe für die Dreierallianz zwischen ANC, COSATU und SACP. Insbesondere die Gewerkschaftsföderation COSATU ist durch ihre Einbindung ins Regierungslager in eine wenig beneidenswerte Zwitterposition geraten. Die Regierung will das Investitionsklima in Südafrika freundlich gestalten. Das ist nicht ohne kapitalfreundliche Politik zu haben und geht oftmals gegen die Interessen der Arbeiter. Die wachsende Ungeduld vieler Menschen, die sich ausgeklammert fühlen vom Prozess der Transformation der südafrikanischen Gesellschaft, ist ein nicht zu unterschätzendes Element. Die Masse der Menschen in den Townships und in den ‚informal settlements‘ sehen die Ernte der Befreiung vom Apartheid-Regime im neu-gewonnen Reichtum einer dünnen schwarzen Mittelschicht verschwinden. Das leistet auch einer Spaltung der Gewerkschaften Vorschub. So manche ‚leader‘ haben sich, so scheint es, zu weit entfernt von ihrer Mitgliedschaft. Daher ist Marikana auch ein bedenkliches Zeichen für die Führungsschwäche der Eliten, wie Dr. Mamphela Ramphele feststellte.

Understanding the Malema Debacle

An analysis to the Malema-Zuma-relationship

(Editor: Leon Schreiber*)

The circumstances surrounding Julius Malema’s suspension has been extensively covered in the South African media. But just how did such an embarrassing situation arise? Why has an organisation with a proud history of integrity reached a point where its representatives are openly calling for regime change in democratic countries, provoking racial tensions and publicly insulting its President? And why did the top six leaders of the African National Congress (ANC), including President Zuma, decide to hold an embarrassing press conference last week where they were preaching unity, while it was obvious to all observers that there are great tensions between them? The answer is to be found at the ANC’s 2007 Polokwane conference.

President Jacob Zuma is no longer supported by Julius Malema. The suspended ANCYL president is using the chaotic lack of discipline & respect and embarrassing the ANC leadership. (Quelle: flickr/The Presidency of the Republic of South Africa + GCIS)

President Jacob Zuma is no longer supported by Julius Malema. The suspended ANCYL president is using the chaotic lack of discipline & respect and embarrassing the ANC leadership. (Quelle: flickr/The Presidency of the Republic of South Africa + GCIS)

It was during the Polokwane conference that Zuma’s camp let the Malema genie out of the bottle. They had identified the populist talents of the newly-elected ANC Youth League (ANCYL) leader, and these talents were very useful to Zuma at the time. Zuma’s supporters sat back and watched as Malema was given free rein to use whatever tactics were necessary to get rid of Zuma’s opponent at the time, Thabo Mbeki. The important point is that there were no limits to the lengths Malema was allowed to go, as illustrated by his infamous call that the ANCYL is prepared to ‘kill for Zuma’. But there was more to it than just this rhetorical flourish. Zuma’s camp allowed Malema to completely assassinate Mbeki’s character. He was also allowed to make pronouncements on the corruption and rape investigations which were being carried out against Zuma at the time. However, in the process of using Malema to advance his own political agenda (seeking the position of President), Zuma effectively sacrificed all discipline and integrity. Indeed, if integrity and discipline were still present within the ANC, Malema would never have gotten away with claiming that the alleged victim of Zuma’s rape ‘had a nice time’ whiles the case was still sub judice. In short, political expediency was regarded by Zuma to be more important than the principles of the ANC. In 2007, the ANC spectacularly surrendered all of its principles in the most public of fashions. And from Zuma’s perspective it had worked like a charm. The corruption and rape charges were controversially dropped and he was free to be elected as President of the ANC, while his opponent Mbeki was unceremoniously tossed out to sea.

During the ensuing four years, Malema has steadily lost favour with Zuma and his supporters. It appears as if Zuma initially believed that there would be no consequences to allowing discipline and respect to collapse. He may perhaps even have felt vindicated when Malema started making racist pronouncements against whites, because it gave the ANC an easy scapegoat to blame for its lack of progress in fighting poverty and inequality. If Malema could get young black South Africans to blame whites for the lack of service delivery and their continuing poverty, then the ANC’s hold on power would not be threatened by its own incompetence. This explains why the ANC initially did not even attempt to reprimand Malema for his clearly racist behaviour – it continued to work in their favour. However, the honeymoon came to an abrupt end when Malema started openly criticising Zuma, even ironically comparing him to Mbeki in an unfavourable light. Never mind his calls for nationalisation, racial violence and perhaps even regime change in Botswana (the ostensible cause for his suspension) – it was Malema’s decision to attack the Zuma camp (which includes powerful individuals like the ANC Secretary-General Gwede Mantashe) which finally led to the marriage collapsing.

The embarrassing events of the past few months are very easy to understand when keeping the context of the Zuma-Malema relationship in mind: now that Malema has lost his value to Zuma, the ANC is trying to put the genie back into the bottle. But they will find that it is much harder to force Malema’s considerable girth back into the proverbial lamp than it was to let his (skinnier) self out back in 2007. This is because reinstating discipline and integrity will be almost impossible after it was sacrificed on the altar of Zuma’s quest for political power in 2007 for the entire world to see. The result is that Malema will continue to use the chaotic lack of discipline and respect which now rules in the ANC to embarrass the leadership. He will defy his suspension(s). He will openly criticize Zuma. He will call for a new ANC President to be elected in December. Why? Because Zuma had opened the floodgates at the Polokwane conference. And now the torrent may very well wash him away to the ocean, where he would join Mbeki in floating around aimlessly as pieces of South African political driftwood.

*Leon Schreiber is a South African PhD student in Political Science at the Free University of Berlin in Germany. The views expressed are his own. Follow Leon on Twitter @Die_Schreiberei

Johannesburg -The City That Never Sleeps

„The City of Gold“ is also known as Jozi, Egoli or Joburg

(Editor: Bruce Ncube from Johannesburg)

Deutsche Zusammenfassung:

Bruce Ncube berichtet für „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ aus der Goldstadt – aus Johannesburg. Eine riesige Metropole, die viele Probleme einerseits und Chancen andererseits aufzeigt. Während ein Spaziergang im Stadtteil Hillbrow, in der Orange Farm oder in Sebokeng lebensgefährlich ist, erweisen sich Sandton und Diepkloof als gegensätzliche teure Pflaster der  Johannesburger Mittelschicht. Zudem ist diese Stadt auch die Heimat von vielen afrikanischen Flüchtlingen und dementsprechend kulturell betrachtet äußerst heterogen.

© Jozi at night (Source: Chris Kirchhoff/ MediaClubSouthAfrica.com)

I have been a keen follower of how culture has an impact on a growing nation. We are naturally ignorant when it comes to how we want a nation look like in the future. We are all about the „now“ factor.

We forget that the foundation we lay is ours and for those to follow. Today’s society is that of a mixture of different races, mixed traditions and beliefs. Johannesburg, popularly known as Joburg or Egoli, The City of Gold is a pure of example of this. The world has become one big oyster. Johannesburg has been and continues to be, without doubt, a leader in this regard.

I’m not one to dwell on the past a lot. Yes, Egoli has seen its fair share of problems but it has also seen a great amount of change especially in terms of culture and the society in general. It has become a multicultural haven. From the dusty streets of Orange Farm and Sebokeng, the new middle class development of Diepkloof aka DK, the corner joints of Hillbrow, which has seen a great deal of development, the ever so cultural streets of Yeoville to the Poshy suburbs of Sandton.

Egoli, also known as Jozi Maboneng, which Joburg City Lights, has become a diverse nation on its own, multilingual and a bee-hive of activity. I will take you through the streets of Jozi, the culture it possess, the love it so longs to spread to the whole world, the food, the places, the music, the landmarks, the politics, the celebrated individuals and that ordinary man on the ground who has a better view of his surroundings.

Jozi has evolved. You will get to see the inside of the city that is widely regarded as the Diversity Capital of the World. On a regular basis, I will take you through an amazing journey of exploring and learning. We will go to different places and events and give a profile of each. Pictorial illustrations will also be included.
You will see what makes this city tick. The ever so rich history will get you thinking.
Egoli, Place of Gold, Jozi Maboneng, KwaNyama Kayipheli, kphela amazinyo endoda (meaning a culturally superior place). Are you ready?

Follow me on Twitter @brucencube and www.beedestiny.wordpress.com.

Julius Malema – Alb(Traum) für Südafrika?!

„Do you know who I am? Do you know what I can do?“

(Autor: Ghassan Abid)

Die US-Depeschen zu Südafrika beschäftigten sich ausführlich mit den ANC-Spitzenpolitikern Thabo Mbeki und Jacob Zuma, letzterer aktueller Präsident der Republik Südafrika (2010sdafrika-Redaktion berichtete hierzu am 15. Dezember 2010). Nun ist bekannt geworden, dass Julius Malema – aktueller Präsident der Jugend-Regierungspartei ANCYL – ebenfalls im Fokus der US-Diplomatie stand und steht.

Julius Malema konnte in vielerlei Hinsicht meist negativ von sich Reden machen. Nicht nur das öffentliche Vortragen von einstigen Anti-Apartheids-Lieder wie „Kill the Boer“ (zu Deutsch: Tötet die (holländischstämmigen/ weißen) Buren) sorgte für viel Unruhe in der Regenbogennation, sondern auch der filmreife Rauswurf eines BBC-Journalisten aus einer Johannesburger ANC-Pressekonferenz verbunden mit den Beschimpfungen „bloody agent“ und „bastard“ (siehe Video), die frauenverachtenden Slogans, der überzogene Lebensstil ungeachtet der immensen Armut im Lande, die Zustimmung für die desaströse Landenteignungspolitik des simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe´s oder der Ruf nach einer Verstaatlichung der südafrikanischen Bergwerkindustrie.


© Logo von WikiLeaks

All dies sind im Großen und Ganzen Erkenntnisse, die mehr Unbehagen als Freude auslösen dürften. Womöglich insbesondere dieser verbalen und radikalen Bekenntnisse zählt Julius Malema seit Längerem zu den Who´s Who der südafrikanischen Politik. Dies weiß auch die US-Botschaft Pretoria, ersichtlich aus einer von WikiLeaks veröffentlichten Depesche vom 5. November 2009. Demnach besteht ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis zwischen Jacob Zuma und Julius Malema. Einerseits machte sich Malema für Zuma als vierten Präsidenten der Post-Südafrika-Ära stark, andererseits unterstützt Zuma den in der Provinz Limpopo geborenen Malema als Präsidenten des ANCYL: „… however, it is becoming clearer that President Jacob Zuma respects Malema and his place within the movement“.

Vor allem die mediale Berichterstattung um Malema verfolgte die US-Botschaft mit großer Aufmerksamkeit. Neben seinen Hassreden und juristischen Konfrontationen, fanden auch die ihm nachgesagten Alkohol- und Sexparties im Norden Johannesburgs eine protokollarische Beachtung. Höhepunkt seiner verbalen Entgleisung dürfte seine Aussage aus dem Jahr 2006 sein, wonach das vermeintliche Vergewaltigungsopfer von Jacob Zuma, so Malema, während des sexuellen Missbrauchs eine „schöne Zeit gehabt hatte“:

„He has also been in the news for doing questionable things such as hosting wild parties in northern Johannesburg that reportedly rage late into the evening and are fueled by alcohol and sex. Moreover, Malema has been involved in several court cases in front of the Equality Court. Most recently, a judge on November 2 delayed a case in the Court in which Malema is accused of hate speech. Malema earlier this year told an election rally that the woman who accused Zuma of rape in 2006 „had a nice time.“

Überraschend sind jedoch die Umstände hinsichtlich des Vorfalls an der University of the Free State von 2007, wonach vier weiße Studenten in Mahlzeiten uriniert und diese dann schwarzen Angestellten der Bildungseinrichtung zum Verspeisen überreicht hatten. Diese skandalösen Begebenheiten wurden auf Video festgehalten und lösten in der Öffentlichkeit erheblichen Protest aus. Als der Kanzler der Hochschule, Jonathan Jansen, alle vier Studenten trotz der Rassismusanschuldigungen den Wiedereintritt in den Hochschulbetrieb ermöglichen wollte, forderte die ANCYL inklusive Malema die sofortige Entlassung des Kanzlers sowie die grundsätzliche Möglichkeit einer Hinrichtung all jener Personen, die sämtliche Formen von Rassismus in Südafrika dulden bzw. verzeihen würden. Nach einem Treffen zwischen dem ANCYL-Präsidenten und dem Kanzler der University of the Free State nahm Malema seine Forderung nach einer Bestrafung zurück. Ganz im Gegenteil – der Jungpolitiker des ANC gab Jansen volle Rückendeckung. Er „ist einer uns uns“ und ein „Symbol der Transformation“, begründete Malema seinen Sinneswandel. Bis zum heutigen Tage bleiben die genauen Hintergründe des Gespräches unklar.

Darüberhinaus ist das arrogante und größenwahnsinnige Verhalten Malema´s im Straßenverkehr oder bei der Abhaltung von Parties durch die US-Botschaft aufgegriffen worden. Als der Jungpolitiker infolge einer Raserei durch Verkehrspolizisten gestoppt worden ist, leitete Malema über offizielle und inoffizielle Kanäle eine Disziplinarmaßnahme gegen die beteiligten Beamten ein:

„On October 14, Malema was reportedly stopped for speeding on the road between Polokwane and Seshego. When his vehicle was pulled over, the ANC Youth League President is said to have berated traffic officials and asked, „Do you know who I am?“ Malema then called numerous senior ANC and government officials and instructed them to discipline the traffic officers. A general manager for traffic was ultimately called to the scene and the following day he asked traffic officials to write letters describing how „they mistreated the youth leader.“

Klar ist, dass Julius Malema unbestritten zu einer politischen Größe in der südafrikanischen Politik geworden ist und sich einer sehr großen öffentlichen Popularität bedienen kann. Unklar bleibt allerdings, wie stark die Unterstützung Jacob Zuma´s für die „Bulldogge des ANC“, wie Malema zynischerweise auch genannt wird, tatsächlich ist. In fast allen Vorfällen des ANCYL-Präsidenten, so die US-Botschaft Pretoria, äußerte sich der Präsident keines Wortes:

„Clearly, Malema is a force in South African politics … Zuma’s only comment regarding these issues may have been when he declared publicly on October 26 that Malema is a „good leader worthy of inheriting the ANC.“


2010sdafrika-Artikel über US-Depeschen zu Thabo Mbeki und Jacob Zuma:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/12/15/wikileaks-veroffentlicht-berichte-sudafrikanischer-us-vertretungen/

„The Guardian“ über Julius Malema:

http://www.guardian.co.uk/world/2010/dec/08/wikileaks-cables-julius-malema-ancyl?intcmp=239

WikiLeaks: US-Depesche über Julius Malema vom 5. November 2009:

http://213.251.145.96/cable/2009/11/09PRETORIA2263.html

Gareth Cliff about „kleptomania“ in government

TV star about his disapointment in South African politics

(Autor/ Editor: Martin Hiebsch)

Deutsche Interview-Zusammenfassung:

Gareth Cliff ist in gewisser Weise das südafrikanische Gegenstück von Dieter Bohlen. Er ist im TV-Business aktiv, sitzt als Juror bei der Fernsehshow „Idols“ (= DSDS) und äußert sich gerne provokativ und ziemlich hart. Einen Unterschied gibt es jedoch – Gareth Cliff kritisiert auch die Politik des Landes, die ANC-Elite um Präsident Jacob Zuma. Die Eigenbereicherungen, die fehlende Motivation der Politiker die Probleme Südafrikas wie HIV/ AIDS, Korruption, Arbeitslosigkeit, Kriminalität oder Armut anzugehen, sind ihm ein gewaltiger Dorn im Auge, sodass er einen offenen Brief an die Regierung verfasst hat. „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ konnte mit Gareth Cliff dessen Brief sowie seine Wahrnehmung von Deutschland erörtern.

© Gareth Cliff, Entertainer

2010sdafrika-editorial staff: Hello Gareth Cliff and welcome on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“! Your “letter to the government” kicked off a wave of reactions and was read thousands of times. While you were quite popular in South Africa before, but now you have become famous in many other countries too. Did you expect this result?

Answer: No, I simply put into writing what I am sure many South Africans feel. The government needed to be told some cold, hard truths.

2010sdafrika-editorial staff: In your letter you talk about very well-known problems in your country such as the bad education policy, corruption, unemployment and poverty. Like many others, you criticize the government for doing more for themselves than for the people. Why do you think the reputation of the current government is so bad? And why do people have the feeling that their elected representatives can not solve the problems of South Africa?

Answer: There seems to be a bout of kleptomania going on in government, and I blame the ANC’s policy of deployment – where the party deploys loyal cadres to powerful and important positions without consideration to the job that needs doing, the qualifications of the person being deployed, or the urgency of the task. Too many of those people then occupy the position with a sense of entitlement and pillage the office of any value.

2010sdafrika-editorial staff: Do you think that another government could solve problems like unemployment or the HIV-epidemic? In your opinion, what has to change within the South African society to approach those problems?

Answer: I think most governments try to address societal problems, even ones that are not of their doing. I’m not interested in ANOTHER government. This is the one we have got, and we deserve more from them. Having said that, civil society isn’t playing enough of a role. South Africans are apathetic and expect government to solve all their problems for them. We need to meet them halfway.

2010sdafrika-editorial staff: People express their resentment in strikes and protests. Do you think that the situation could escalate sometime in future? If not, what is your picture of the country in, lets say, 10 years?

Answer: Yes, I imagine that if these problems are not urgently addressed, people will become violent, rebellious and ungovernable. New leaders will emerge and threaten national stability and the government of the day. All the more reason to take these issues very seriously indeed.

2010sdafrika-editorial staff: Lets leave South Africa and get on to the topic of Germany. Name three things, you think of, when you hear the word Germany!

Answer: Friedrich der Große; Wagner, beer.

2010sdafrika-editorial staff: As a South African, you are probably not a soccer fan. Soccer is huge in Germany! Did you follow the performance of the German Team during the World Cup 2010?

Answer: I’m a huge soccer fan. I have been watching the World Cup since 1990 and have not missed a single game. I think Germany were fantastic and most unlucky to lose to Spain when they did.

2010sdafrika-editorial staff: The audience of your breakfast show is growing fast and you are getting more and more popular. Are people recognizing you on the street and do you like to get recognized?

Answer: Ha ha ha. Yes, but having been on TV for ten years means I’m not shocked or surprised anymore.

2010sdafrika-editorial staff: You got famous through a radio program. Do you want to stay at your broadcaster 5FM or could you imagine switching to a TV channel?

Answer: Well I think one can do both.

2010sdafrika-editorial staff: Gareth Cliff, entertainer and presenter, thank you very much for this interview!


Website of Gareth Cliff:

http://www.garethcliff.com/