Schlagwort-Archive: Literatur

Kap-Kolumne: Kapitaler Bock

Das kann sich kein Filmskript-Schreiber besser ausdenken

(Autor: Detlev Reichel, Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals)

Der südafrikanische Autor Jacques Pauw hat vor einigen Wochen ein Buch unter dem Titel „The President’s Keepers – Those keeping Zuma in power and out of prison“ veröffentlicht. Pauw ist ein bekannter investigativer Journalist, der bereits in den 1980er Jahren zusammen mit Max du Preez in der Wochenzeitung „Vrye Weekblad“ die schlimmsten Verbrechen des Apartheidregimes aufdeckte.

© Der südafrikanische Autor Jacques Pauw hat mit seinem Buch „The President’s Keepers – Those keeping Zuma in power and out of prison“ die Entscheidungsträger im Geheimdienst SSA nervös gemacht. Dieser droht nun vor Gericht zu ziehen. Unterdessen hat Pauw selbst Morddrohungen erhalten. (Quelle: Buchcover)

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Südafrika trauert um Nadine Gordimer

Literaturnobelpreisträgerin stirbt im Alter von 90 Jahren. Das Kapland verliert weitere große Persönlichkeit

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer ist am gestrigen Sonntag im Alter von 90 Jahren gestorben, ließ ihre Familie heute verlauten. Sie zählte zu den international bekanntesten Schriftstellern Südafrikas und schärfsten Kritikern der Apartheid. Ebenso setzte sie ihre Kritik im demokratischen Südafrika, nun allerdings gegen den ANC gerichtet, fort. Die ausufernde Korruption, Einschränkung der Pressefreiheit und Habgier der Elite prangerte sie öffentlich an. Nach dem Tod Nelson Mandelas am 5. Dezember 2013 verliert das Kapland eine weitere große Persönlichkeit.

Books Live

© Südafrika verliert nach dem Tod Nelson Mandelas die zweite große Persönlichkeit innerhalb eines Jahres. Im Alter von 90 Jahren starb die Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer in Johannesburg. Sie nutzte ihre Autorentätigkeit dafür, um die Ungerechtigkeiten während der Apartheid und im Neuen Südafrika anzuprangern.(Quelle: flickr/ Books Live)

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„GEFÄHRTEN“ im Theater des Westens

„Handspring Puppet Company“ aus Südafrika verzaubert Berliner Publikum. Ein grandioses Spektakel

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Ghassan Abid)

Überall in Berlin sind Poster zu sehen, die ein Pferd zeigen. Es handelt sich hierbei um das Theaterstück „GEFÄHRTEN“, das mindestens bis September 2014 im Theater des Westens zu sehen ist. Das von „Stage Entertainment“ betreute Spektakel erzählt die Geschichte einer tiefen Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Südafrikanische Künstler ermöglichten dieses grandiose Erlebnis im Herzen Berlins, mit aufwendig hergestellten Puppen.

© Zurzeit läuft im Theater des Westens das Stück "GEFÄHRTEN", in welchem auf südafrikanische Puppen zurückgegriffen wird. Rund 40 Darsteller verzaubern das Publikum und schaffen im Zusammenspiel mit der Bühnentechnik eine perfekte Illusion. (Quelle: Stage Entertainment)

© Zurzeit läuft im Theater des Westens das Stück „GEFÄHRTEN“, in welchem auf südafrikanische Puppen zurückgegriffen wird. Rund 40 Darsteller verzaubern das Publikum und schaffen im Zusammenspiel mit der Bühnentechnik eine perfekte Illusion. (Quelle: Stage Entertainment)

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„Ich gebe keine Interviews“

J. M. Coetzee, Südafrikas führender Dichter, las auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin vor

(Autoren: Johanna Hecht, Ghassan Abid)

© J.M. Coetzee trat als Südafrikas führender Schriftsteller am 10. September 2013 auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin auf. "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" war vor Ort und beobachtete das literarische Spektakel im Herzen der Bundeshauptstadt. (Quelle: Jerry Bauer)

© J. M. Coetzee trat als Südafrikas führender Schriftsteller am 10. September 2013 auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin auf. „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ war vor Ort und beobachtete das literarische Spektakel im Herzen der Bundeshauptstadt. (Quelle: Jerry Bauer)

John Maxwell Coetzee ist mit Abstand der populärste Schriftsteller Südafrikas, der dem Medienrummel alles andere als aufgeschlossen ist. Interviews gibt er selten. Auch eine diesbezügliche Anfrage von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wurde negativ erwidert. Der Kapstädter, der sich von der Öffentlichkeit abschirmt, ist ein gefragter poetischer Zeitgenosse in der internationalen Literaturszene. Zweimal erhielt er den Booker Price und einmal den Literaturnobelpreis in 2003. Am 10. September 2013 trat Coetzee auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin (ilb) auf.

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Südafrika-Lyrik am Sonntag

Ingo Baumgartner mit seinem Gedicht „Soweto“ – der letzte Teil

(Autor: Ingo Baumgartner)

© Baumgartners Südafrika-Gedicht:Soweto. (Quelle: flickr/ zug55)

© Baumgartners Südafrika-Gedicht: Soweto. (Quelle: flickr/ zug55)

Soweto

Soweto, tristes Ausgedinge,
Verbannung in die Ärmlichkeit,
Ist Hölle, festgezurrte Schlinge,
Doch trotzdem voller Heiterkeit.
Touristen schaudern, ziehen weiter,
Vergessen bald die Elendsstadt,
Wo manche Karriereleiter
Nach zweitem Schritt ein Ende hat.
Doch dringen auch aus Hütten Lieder,
Das Wellblech sperrt den Ton nicht ein.
Aus Müll und Unrat wächst der Flieder,
Ein Mädchen rollt den Murmelstein.
Man spürt die Hoffnung in den Mienen,
Es wird im Plaudern oft gelacht.
Das Volk wünscht Weichen in die Schienen,
Die Leute einst für sie erdacht.
Soweto wird mit Arg betrachtet,
Denn niemand schätzt der Weißen Rat.
Die Siedlung, die noch immer schmachtet,
Erhebt sich aber schon zur Tat.

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Anmerkung der Redaktion: Dieses Gedicht ist das letzte literarische Werk Baumgartners. Das Team von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ bedankt sich ganz herzlich beim Österreicher, der uns 23 Wochen lang an seiner Leidenschaft für Südafrika teilhaben ließ. Wir wünschen dir, lieber Ingo, ALLES GUTE für den weiteren Lebensweg!!!

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© Ingo Baumgartner

© Ingo Baumgartner

Ingo Baumgartner ist pensionierter Volksschuldirektor aus der Umgebung von Salzburg. Der Österreicher hat eine große Vorliebe für die Lyrik. Seine Erkundungsreisen durch Südafrika haben die Dichtung geprägt. An 23 Sonntagen wird jeweils ein Südafrika-Gedicht Baumgartners auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ veröffentlicht.

Südafrika-Lyrik am Sonntag

Ingo Baumgartner mit seinem Gedicht „Der Ellipsenwasserbock“

(Autor: Ingo Baumgartner)

© Baumgartners Südafrika-Gedicht: Der Ellipsenwasserbock. (Quelle: flickr/ AnyMotion)

© Baumgartners Südafrika-Gedicht: Der Ellipsenwasserbock. (Quelle: flickr/ AnyMotion)

Der Ellipsenwasserbock

Bewegt sich dort im Busch ein Wesen?
Verfremdet im Gestrüpp das Licht?
Recht schwierig, das herauszulesen,
wenn Schattenschwarz das Grün durchbricht.
Ganz langsam schärfen sich Konturen,
ein Gabelast bewegt sich sacht.
Das Auge folgte falschen Spuren,
nun hat es Leben ausgemacht.
Ein Tier erscheint im Dicht der Zweige,
den Hals umkost ein Mähnenschal.
Man hofft, dass etwas mehr sich zeige,
da warnt des Perlhuhns Kreischfanal.
Verschwunden ist er, kaum gesehen,
der Faun, der lautlos erst erschien.
Momente, die zu schnell vergehen,
beinahe das Erlebte flieh’n.

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© Ingo Baumgartner

© Ingo Baumgartner

Ingo Baumgartner ist pensionierter Volksschuldirektor aus der Umgebung von Salzburg. Der Österreicher hat eine große Vorliebe für die Lyrik. Seine Erkundungsreisen durch Südafrika haben die Dichtung geprägt. An 23 Sonntagen wird jeweils ein Südafrika-Gedicht Baumgartners auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ veröffentlicht.

Südafrika-Lyrik am Sonntag

Ingo Baumgartner mit seinem Gedicht „Nkosi, sikelel’ i-Afrika“

(Autor: Ingo Baumgartner)

© Baumgartners Südafrika-Gedicht: Nkosi, sikelel’ i-Afrika. (Quelle: flickr/ Brian Allen)

© Baumgartners Südafrika-Gedicht: Nkosi, sikelel’ i-Afrika. (Quelle: flickr/ Brian Allen)

Nkosi, sikelel’ i-Afrika

Hymne eines schönen Landes,
das zu neuem Aufbruch strebt.
Folgend Rufen des Verstandes
wird ein Wunschtraum neu belebt:
Ons vir jou – Suid Afrika.

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© Ingo Baumgartner

© Ingo Baumgartner

Ingo Baumgartner ist pensionierter Volksschuldirektor aus der Umgebung von Salzburg. Der Österreicher hat eine große Vorliebe für die Lyrik. Seine Erkundungsreisen durch Südafrika haben die Dichtung geprägt. An 23 Sonntagen wird jeweils ein Südafrika-Gedicht Baumgartners auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ veröffentlicht.