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Der Elefant als Überraschungsgast am Pool

Safari-Feeling der besonderen Art. Video aus Südafrika sorgt für Begeisterung im Internet

(2010sdafrika-Redaktion)

Man stelle sich folgende Situation vor: Der eigene Urlaub wird am Pool eines Gästehauses oder Hotels verbracht. Das eigene Handtuch bedeckt eine Sonnenliege, während man genüsslich aus einem Cocktailglas schlürft. Und plötzlich erhebt sich über dem Pool eine Herde von Elefanten, die ebenfalls eine Entspannung benötigt. Dieses Szenario hat sich kürzlich im südafrikanischen Krüger-Nationalpark abgespielt – und wurde gefilmt. Kein Einzelfall.

© Überraschung! Afrikanische Elefanten suchen die Gäste einer Lodge im südafrikanischen Krüger-Nationalpark auf. Dabei kommt es im südlichen Afrika immer wieder zu den Begegnungen von Mensch und Tier am Pool. Videoaufnahmen verewigen diesen besonderen Moment. (Quelle: Screenshot YouTube/ TAL VLOGS)

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Cape Town is not South Africa

Südafrikas Tourismussektor als Hoffnung einer vielfältigen Nation

(Autorin: Susanne Zeckler)

Südafrika ist ein Land der Kontraste, wie es dem Titel dieses Webportals bereits zu entnehmen ist. Nicht nur in sozialen Dingen unterscheidet sich die südafrikanische Bevölkerung drastisch voneinander, sondern auch von ihrer jeweiligen Kultur, vom regionalen Erlebnisangebot und vom Klima ihres Wohnsitzes. Während im Südosten eher eine tropische Umwelt vorzufinden ist, erhält man in der Zentralregion einen Einblick in ein trockenes Wüstenklima. Das Western Cape mit Kapstadt entfaltet hingegen ein mediterranes Feeling und modernes Stadtbild, sodass diese City vor allem bei deutschen Anreisenden sehr beliebt ist. „Cape Town is not South Africa„, äußerte sich mal eine südafrikanische Beamtin uns gegenüber auf die Frage, was an Kapstadt so besonders sei. Die Stadt hat eine Menge anzubieten, jedoch muss diese lebendige Destination in einem gesonderten Artikel untergebracht werden. Mit über 20 Nationalparks und vielfältigen Lodges im ganzen Lande, erweist sich Südafrika auch als Reisetipp für Safari-Fans.

© Victoria & Alfred Waterfront-Stadtgebiet von Kapstadt

Den Tourismussektor gab es schon vor dem ersten Weltkrieg und auch während der Apartheid. Doch als 1994 die Demokratisierung des Landes offiziell ihren Gang nahm, sprang der Tourismus sprunghaft an. Waren es 1994 nur 3,9 Millionen Personen an ausländischen Gästen, kletterte diese Zahl im letzten Jahr auf über 9,9 Millionen an. Vor allem US-Amerikaner und Europäer suchen das südlichste Land Afrikas auf, aber zunehmend auch Gäste aus Lateinamerika und Asien. Mit etwa einer Viertelmillion an deutschen Touristen, gehört diese Nationalität zu einer der größten Besuchergruppen. Die sehr gastfreundlichen Einreisebestimmungen für EU-Bürger, indem man bei der Ankunft am Airport eine dreimonatige Besuchsgenehmigung (visitor´s permit) erhält, stimulieren diesen Trend.

Der Tourismus ist nach wie vor eine der am schnellsten wachsenden Branchen des Landes, in welchem rund 7 Prozent der Erwerbstätigen des Landes (etwa 1,3 Millionen Bürger) unmittelbar und mittelbar beschäftigt sind. Der Tourismus steuert am BIP des Landes einen Anteil von rund 8 Prozent bei. Speziell zur Fußball-WM 2010 ist festzuhalten, dass rund eine halbe Million Besucher aus Übersee erwartet wurden, jedoch allerhöchtens nur 250.000 Gäste nach Südafrika kamen. Begründet wird das Verfehlen dieser Erwartungshaltung unter anderem mit den überteuerten Preisen für Flug sowie Unterkunft.

Insgesamt unterhält das Kapland, wie es gerne von deutschen Touristen bezeichnet wird, acht Welterbestätten, die alle nach dem Ende der Apartheid in die Liste der UNESCO aufgenommen wurden. 1999 wurde das Feuchtgebiet iSimangaliso-Wetland-Park, mit den größten Krokodil- und Flusspferdbeständen Südafrikas, zum Weltnaturerbe erklärt. Hingegen wurde die Gefängnisinsel Robben Island vor Kapstadt zum Weltkulturerbe, in welchem Nelson Mandela den Großteil seiner 27-jährigen Haftzeit abgesessen hatte. Ebenfalls 1999 erhielten die Fundstätten fossiler Hominiden (also Menschenaffen)  den Status des Weltkulturerbes, welche 2005 um weitere Fundorte ausgedehnt wurde. 2000 sind die Drakensberge bei Lesotho bisweilen einmalig in Südafrika zum Weltnatur- und zugleich Weltkulturerbe deklariert worden. 2003 folgte der  Mapungubwe-Hügel mit seinen archäologischen Fundstätten, 2004 das Naturschutzgebiet Cape Floral, 2005 der Meteoritenkrater Vredefort als größte Einschlagsstelle weltweit sowie 2007 die von Ureinwohnern der Nama bewohnte Landschaft Richtersveld bei Namibia.

© UNESCO-Weltkulturerbe Robben Island

Es wird einem schnell ersichtlich, dass Südafrika sehr vielfältig ist und genau aus diesem Grund zu einem der beliebtesten Reiseziele der Welt hinzugezählt werden kann. Paradoxerweise gehört diese Nation auch zu den kriminellsten Ländern auf dem Globus, wo Mord- und Vergewaltigungsrate die Lebensqualität der Südafrikaner erheblich einschränken. Immer mehr vor allem weiße Bürger kehren ihrer Heimat den Rücken zu und emigrieren nach Australien, Neuseeland oder in das Vereinigte Königreich. Dieses Phänomen, in Fachkreisen als „brain drain“ bezeichnet, wird mit traurigen Rekorden bei HIV/AIDS und ungleichen sozialen Lebenslagen ergänzt. Demnach kann Südafrika als das Land aufgefasst werden, in welchem das Paradies in gleicher Augenhöhe zum absoluten Elend auftritt.

Offizielle Tourismusseite „SouthAfrica.info“ zur Branche:

http://www.southafrica.info/overview/deutsch/tourismus.htm

UNESCO-Welterbestätten in Südafrika:

http://www.unesco.org/new/en/unesco/worldwide/unesco-regions/africa/south-africa/

WELT ONLINE-Artikel zum Tourismussektor Südafrikas:

http://www.welt.de/reise/article8387933/Jetzt-peilt-Suedafrika-Tourismus-Rekorde-an.html

Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes zu Südafrika:

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Suedafrika/Sicherheitshinweise.html#t4

Weiße Minderheit Südafrikas im Pessimismuswahn

Immer mehr Südafrikaner mit weißer Hautfarbe betreiben in punkto Heimat reine Schwarzmalerei

(Autor: Ghassan Abid)

Wenn man sich die Aussagen von Südafrikanern bezüglich ihres Verhältnisses mit der Heimat anhört, dann fällt eines auf – die Wahrnehmung Südafrikas unterscheidet sich in drastischer Weise von der Hautfarbe. Demnach begegnen europäischstämmige Bürger die gegenwärtigen Entwicklungen im Lande mit äußerst viel Skepsis und Unbehagen. Man fühlt sich ausgeschlossen, bedroht und ohnmächtig.

© Antoinette Pottow

Immer mehr Südafrikaner seien Opfer einer Straftat, sodass die Flucht ins Ausland als einzig mögliche Lösung in Betracht komme. Diese Emigration wird als „brain drain“ bezeichnet und bedeutet für die südafrikanische Volkswirtschaft den Verlust von notwendigem Fachpersonal und Heimatpatriotismus.

Kriminalität sei überall gegenwärtig und die Polizei des Landes mit der eskalierten Gewalt total überfordert. „In most cases, criminals have better weapons than the police do. I know of many instances of crime where the police arrived 4 hours after the emergency was reported, that is if they arrived at all“ (zu Deutsch: In den meisten Fällen besitzen Kriminelle bessere Schusswaffen als die Polizei. Ich kenne viele Vorfälle, wonach die Polizei erst nach 4 Stunden nach dem eingegangen Notruf eingetroffen ist, falls diese überhaupt eintrifft.), so Pottow weiter. Demnach ist Enttäuschung und Misstrauen gegenüber Staat und Polizei innerhalb der weißen Minderheit nicht außergewöhnlich, sondern pure Realität im Südafrika des 21. Jahrhunderts. Und wenn auch führende ANC-Mitglieder das Lied „Kill the boer“ (zu Deutsch: Tötet die Buren) öffentlich vortragen, dann sei diese Furcht berechtigt, untermauert sie ihre Ängste (für Hintergrundinfos siehe 2010sdafrika-Artikel vom 05. April 2010 mit dem Titel Südafrika ein ethnisches Pulverfass?“).

Sofern ein Dialog des Miteinanders nicht seine vollkommene Umsetzung findet, wird die Gruppe der Skeptiker zunehmend größer und lauter. Es ist eine gefährliche Entwicklung zu beobachten, die nicht im Interesse des demokratischen Südafrikas sein kann. Eine Inklusion der weißen Minderheit durch die politische Elite muss demnach mit einer Gesprächsbereitschaft dieser Bevölkerungsgruppe einhergehen, insbesondere dann, wenn der Präsident der ANC-Jugendpartei Julius Malema bei seinem Aufenthalt in Simbabwe die Landreform des Nachbarstaates als erfolgreich bewertet. Kritisch ist der Umstand, dass infolge dieser Reform der Partei ZANU-PF von Staatschef Robert Mugabe viele weiße Farmer ihre Besitzgüter verloren haben und wegen Gewaltanwendungen sogar flüchten mussten. Die weißen Südafrikaner fühlen sich bei solchen Äußerungen in ihrer Abwehrhaltung bestätigt und befürchten ähnliche Verhältnisse in Südafrika. Der Vertrauensdialog muss schnellstmöglich erfolgen, andernfalls werden sich die Konfliktlinien zwischen „whites and blacks“ weiter verfestigen.

Artikel der Times Live zum Malema-Besuch in Simbabwe:

http://www.timeslive.co.za/local/article379271.ece/Malema-to-learn-from-Zimbabwe

Artikel von SPIEGEL ONLINE zur Landreform in Simbabwe:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,210469,00.html