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Für Südafrika nicht gut genug

Sive Speelman qualifizierte sich für Olympische Winterspiele in Sotschi, wurde aber nicht zugelassen

(2010sdafrika-Redaktion)

Sive Speelman ist gerade einmal achtzehn Jahre alt und leidenschaftlicher Wintersportler. Der vom Ostkap stammende Slalomläufer trainierte lange auf sein Ziel hin, an den Olympischen Winterspielen in Sotschi für Südafrika antreten zu dürfen. Die Qualifikation schaffte der schwarze Südafrikaner. Dennoch durfte er nicht als einziger Vertreter seines Landes nach Russland reisen. Der Lebenstraum des jungen Mannes ist geplatzt.

    © Sive Speelman qualifizierte sich für die Olympischen Winterspiele in Sotschi, wurde jedoch vom Olympischen Komitee Südafrikas nicht zugelassen. Der Wintersportler würde die "minimalen Voraussetzungen" nicht erfüllen. Bedeutet im Klartext, dass er sein Land mit der eigenen Teilnahme blamiert hätte. Nicht alle Sportrepräsentanten teilen diese Entscheidung.

© Sive Speelman qualifizierte sich für die Olympischen Winterspiele in Sotschi, wurde jedoch vom Olympischen Komitee Südafrikas nicht zugelassen. Der Wintersportler würde die „minimalen Voraussetzungen“ nicht erfüllen. Bedeutet im Klartext, dass er sein Land mit der eigenen Teilnahme blamiert hätte. Nicht alle Sportrepräsentanten teilen diese Entscheidung.

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Olympische Spiele 2012

Südafrikas Sportauswahl kann stolz auf sich sein: 3 Gold-, 2 Silber- und eine Bronzemedaille

(Autor: Ghassan Abid)

Am zweiten Tag der London 2012 Olympic Games triumphierten die Menschen am Kap mit ihrem Schwimmer Cameron van der Burgh, der in der Disziplin 100 Meter Brust die begehrte Goldmedaille erschwommen hat. Zwei Tage später folgte ihm Chad le Clos im 200 Meter Schmetterling. Zur Verwunderung der internationalen Sportgemeinschaft besiegte der Youngstar aus Durban den großen US-Star Michael Phelps. Kurz darauf schlossen sich die Südafrikaner James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu im Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann dieser Goldserie an.

© 133 Sportler aus Südafrika nahmen an den Olympischen Spielen 2012 in London teil. Am erfolgreichsten waren die Schwimmer.

© 133 Sportler aus Südafrika nahmen an den Olympischen Spielen 2012 in London teil. Am erfolgreichsten waren die Schwimmer. Die Nation erkämpft insgesamt 6 Medaillen: 3x Gold, 2x Silber und 1x Bronze.

Die Silbermedaillen holten erneut Chad le Clos im 100 Meter Schmetterling und die in Polokwane geborene 21-jährige Leichtathletin Caster Semenya. Die Mittelstreckenläuferin im 800 Meter musste sich im Vorfeld der Olympischen Spiele aufgrund der ungeklärten Geschlechterzugehörigkeit unzähligen und vor allem erniedrigenden Tests unterwerfen, sagte sie. Die einzige Bronzemedaille ergatterte die 29-jährige Bridgitte Hartley im 500 Meter Einzelkajak. Großer Verlierer ist hingegen Oscar Pistorius, der beim 400 Meter Staffellauf der Männer den 8. Platz belegte.

Somit schließt Südafrika mit 3 Gold-, 2 Silber- und einer Bronzemedaille den 24. Platz im Länderranking ab. An erster Stelle stehen die USA mit 46, China mit 38 und der britische Gastgeber mit 29 Goldmedaillen. Deutschland holte insgesamt 44 Medaillen und erkletterte auf diesem Weg den 6. Platz im Spiegel.  Die meisten Goldmedaillen erwarb Südafrika bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm mit 4 Ehrungen.

Der unhaltbare Medienhype um Oscar Pistorius

Südafrikas Sprinter entzweit Sport-Community. Ein Mensch mit Fähigkeiten eines Formel-1-Wagens?

(Autor: Ghassan Abid)

Der in Johannesburg geborene Oscar Pistorius ist in diesen Tagen in aller Munde. Tagesspiegel Online titelte heute zum Sportler „Schnellster Mann auf keinen Beinen“, Welt Online mit „Pistorius schreibt Olympia-Geschichte“ und FOCUS Online mit „Pistorius läuft in die Geschichtsbücher“.

© Oscar Pistorius ist einer der erfolgreichsten internationalen Sprinter bei den Paralympics. Bei den London 2012 Olympic Games schafft er heute den Einzug ins Halbfinale in der Olympia-Disziplin 400 Meter. Doch seine Prothesen sorgen für Ärger und werfen Fragen nach Chancengerechtigkeit für gesunde Sportler auf. (Quelle: Erik van Leeuwen/ Wikimedia)

© Oscar Pistorius ist einer der erfolgreichsten internationalen Sprinter bei den Paralympics. Bei den London 2012 Olympic Games schafft er heute den Einzug ins Halbfinale in der Olympia-Disziplin 400 Meter. Doch seine Prothesen sorgen für Ärger und werfen Fragen nach Chancengerechtigkeit für gesunde Sportler auf. Zurecht. (Quelle: Erik van Leeuwen/ Wikimedia)

Im Gegensatz zu den bisherigen Goldmedaillenträgern Südafrikas bei den Olympischen Spielen 2012 in London – gemeint sind die Schwimmer Cameron van der Burgh & Chad le Clos und der Leichtgewichts-Vierer bestehend aus James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu – wird im aktuellen Fall nicht nach dem erfolgten Sieg vom Sportler gesprochen, sondern im Vorfeld dessen schon. Allein diese Tatsache verdeutlicht die Besonderheit dieser aktuellen Diskussion. Und doch verhärten sich die Zweifel an der Chancengerechtigkeit gegenüber den anderen Sportlern der Olympischen Spielen.

Pistorius verfügt über keine Unterschenkel. Aufgrund eines Gendefekts mussten beide Körperteile amputiert werden. Seither nahm er ausschließlich an den Paralympics teil, welche er mit vier Goldmedaillen erfolgreich abschloss. Ermöglicht wurde ihm diese Teilnahme durch Prothesen. Allerdings wollte sich der bei einem US-Sporthersteller unter Vertrag stehende Pistorius nie damit abfinden lediglich bei den Paralympischen Spielen teilzunehmen, sodass dieser vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) auf eine Zulassung zu Olympia klagte. Am 16. Mai 2008 entschied das Gremium dann, dass der unterschenkelamputierte Leichtathlet bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking grundsätzlich antreten darf.

Das Problem ist, dass die Prothesen des Südafrikaners aus Karbon hergestellt wurden, aus Kohlenstofffasern, die in der Luft- und Raumfahrt und bei der Herstellung von Sportgeräten eine Anwendung finden. Vor allem die Raumfahrt ist auf bestes Material angewiesen, sodass durchaus die Frage gestellt werden muss, inwieweit Pistorius hieraus einen sportlichen Vorteil für sich ziehen kann.

Ein nicht genannter Motorsport-Experte äußerte sich auf Anfrage von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ dahingehend, dass Karbon im Motorsport als „der Wunderstoff schlechthin“ gehandelt wird. „Die Leistungsfähigkeit eines Formel-1-Rennwagens begründet sich im geringen Gewicht der aus Karbon bestehenden Bremsscheiben. Karbon ist kostenintensiv, aber sehr leistungsfähig … und ultraleicht“, so der Süddeutsche. Weitere Recherchen haben ergeben, dass diese These tatsächlich stimmt. Im Beitrag „Karbon – die schwarze Magie“ auf Handelsblatt Online, datiert mit dem 06.03.2011, erläutert der stellvertretende Chefredakteur und WiWo-Autoindustrie-Experte Franz Rother die immensen Kräfte dieses Stoffes für die Autoindustrie.

© Karbon gilt in Motorsportkreisen als „Wunderstoff". Der Erfolg von Formel-1-Rennwagen basiert auf den Einsatz von Karbon in den Bremsscheiben. Auch die Luft- und Raumfahrt wendet diese Kohlenstofffaser an. (Quelle: Wikimedia)

© Karbon gilt in Motorsportkreisen als „Wunderstoff“. Der Erfolg von Formel-1-Rennwagen basiert auf den Einsatz von Karbon in den Bremsscheiben. Auch die Luft- und Raumfahrt wendet diese Kohlenstofffaser an. (Quelle: Wikimedia)

Pistorius musste sich immer wieder verteidigen, wonach er gerade durch diese Prothesen Wettbewerbsvorteile gegenüber den anderen regulären Sportlern verschafft bekommen würde. Er hielt gegen, auch aktuell in London, dass mehrere Gutachten keine anderweitigen Erkenntnisse aufkamen ließen, wonach seine technischen Hilfsmittel einen Nachteil Dritter mit sich bringen würden.

Die Debatte um Oscar Pistorius wirkt ziemlich unauthentisch und sehr öffentlichkeitswirksam inszeniert. Nicht seine sportlichen Leistungen stehen im Mittelpunkt, sondern eher seine Person. Er fühlt sich in dieser Rolle sichtlich wohl. Der Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Behindertensportverbandes Karl Quade hielt am 10.08.2011 fest, dass Oscar Pistorius „...seit Jahren der herausragende Athlet mit zwei Beinprothesen auf der Kurz- und Mittelstrecke“, aber nicht der erste seiner Art ist.

Die beiden US-Athleten Jason Smyth und Marla Runyan, beide mit einer Sehbehinderung konfrontiert, nahmen auch an internationalen Wettbewerben teil, erhielten aber keineswegs dieselbe mediale Aufmerksamkeit wie der Südafrikaner. Marla Runyan trat bereits bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney auf; also acht Jahre nach der Zulassung Pistorius. Dementsprechend könnte der Behindertensport durch den Südafrikaner mittelfristig betrachtet in Misskredit gebracht werden, zumal der Johannesburger zusätzlich zu den Olympischen nun auch noch an den Paralympischen Spielen mitwirken will. Sportler ohne Prothesen hätten dann das Nachsehen.

Olympia-Goldsegen reißt nicht ab

Leichtgewichts-Vierer gewinnt zum ersten Mal in der Geschichte Südafrikas die höchste Medaille

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Sofern südafrikanische Sportler einen Wasserbezug haben, so etwa die beiden Schwimmer Cameron van der Burgh aus Pretoria und Chad le Clos aus Durban, dann wird bei den derzeitigen Olympischen Spielen 2012 in London mit Gold triumphiert. Auch der heutige Wettbewerb knüpft an diese Erfolgsserie an.

© James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu bringen in der Olympia-Disziplin Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann die nun dritte Goldmedaille nach Südafrika. Die London 2012 Olympic Games erweisen sich für das Kapland vor allem bei den Sportarten mit Wassebezug als optimaler Austragungsort. (Quelle: MediaClubSouthAfrica.com/ Sascoc)

© James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu bringen in der Olympia-Disziplin Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann die nun dritte Goldmedaille nach Südafrika. Die London 2012 Olympic Games erweisen sich für das Kapland vor allem bei den Sportarten mit Wassebezug als optimaler Austragungsort. Gegenwärtig nimmt Südafrika beim Medaillenspiegel den 10. Platz ein. (Quelle: MediaClubSouthAfrica.com/ Sascoc)

In der sogenannten Olympiadisziplin Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann konnten die Außenseiter vom Kap in den letzten Metern mit einer Zeit von 6:02,84 Minuten den Gastgeber Großbritannien – wenn auch äußerst knapp – schlagen und auf den zweiten Platz verdonnern.

Das dänische Quartett, welches bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen und 2008 in Peking jeweils die Goldmedaille holte, wurde diesmal Dritter. Das deutsche Boot mit den beiden Saarbrückern Jochen Kühne und Martin Kühner sowie den Hamburgern Bastian Seibt und Lars Wichert ist bereits im Halbfinale ausgeschieden.

Für die Südafrikaner James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu ist es der bislang größte sportliche Erfolg, den sie jemals erzielen konnten. Das Team, welches aus drei Weißen und einem Schwarzen zusammengesetzt ist, ist das beste Beispiel dafür, dass das Projekt Regenbogennation – zumindest auf einem Ruderboot – gut klappen kann. Das Team des Leichtgewichts-Vierers ist in Südafrika weitgehend unbekannt gewesen. Dies dürfte sich nun ändern.

1. Olympia-Medaille für Südafrika erschwommen

Cameron van der Burgh und sein deutscher Trainer Dirk Lange siegen bei 100 Meter Brust

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Südafrika hat bereits am 2. Tag der Olympischen Spiele 2012 in London seine erste Medaille und auf Anhieb gleich die heiß begehrte Goldmedaille in der Sportdisziplin 100 Meter Brust erschwommen. Der aus Pretoria stammende Cameron van der Burgh hat mit einer Zeit von 58,46 Sekunden sogar den Weltrekord gebrochen. Südafrika teilt nun gemeinsam mit Georgien gegenwärtig den 13. Platz beim Medaillenspiegel. Ein Jahr vor Beginn dieses internationalen Wettkampfes äußerte sich der Südafrikaner zu den Spielen wie folgt: „We’re all very excited here in South Africa, and eager to participate“ (zu Deutsch: Wir sind hier in Südafrika alle sehr begeistert und begierig [an Olympia] teilzunehmen).

© Cameron van der Burgh ist der 1. Medaillenträger Südafrikas bei den London 2012 Olympic Games. Trainiert wird er vom Deutschen Dirk Lange. (Quelle: Facebook)

© Cameron van der Burgh ist der 1. Medaillenträger Südafrikas bei den London 2012 Olympic Games. Trainiert wird er vom Deutschen Dirk Lange. (Quelle: Facebook)

Während die deutsche Olympia-Auswahl bisher noch keine Medaille erkämpft hat, ist der Sieg van der Burghs auch ein Verdienst seines Trainers Dirk Lange. Der Deutsche trainierte in der Vergangenheit die bundesdeutsche Schwimmerauswahl. Hinsichtlich der aktuellen Niederlage deutscher Schwimmer in London äußerte sich Lange äußerst kritisch bei der Einschätzung der Leistungsstärke dieser Sportler. Bereits Anfang Juni 2012 prophezeite der Ex-Bundestrainer ein Desaster deutscher Schwimmer; begründet durch unzureichende Trainingseinheiten und einer kaum ausreichenden Förderung der Spitzensportler durch den Deutschen Schwimm-Verband (DSV).

Der 24-jährige van der Burgh hat mehrfach in seinen Paradedisziplinen 50 und 100 Meter Brustschwimmen überzeugen können, so etwa beim World Championships in Rom von 2009 bei 50 Meter Brust oder beim World Championships Short Course in Dubai von 2010 bei 100 Meter Brust. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking hat es der Hobby-Fotograf nicht übers Halbfinale hinaus geschafft.