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Zuma-Regierung stolziert mit exzellenten Umfrageergebnissen

Laut Marktforschungsinstitut: Zuma trotzt Negativschlagzeilen

(Autor: Ghassan Abid)

Eine im November 2009 durchgeführte Ipsos Markinor-Umfrage kam am 10. Februar 2010 zum Befund, dass die meisten Südafriker mit dem Job ihres Präsidenten zufrieden sind. Demnach befanden 77 Prozent der 3.374 interviewten Personen die Arbeit Jacob Zumas als gut und rund 70 Prozent die der Regierung. Im April 2009 erhielt der damalige Präsident Kgalema Motlanthe eine Unterstützung von lediglich 50 Prozent und die Regierung von nur 56 Prozent. Trotz der Skandale in der Vergangenheit, als Zuma sich noch mit der Justiz auseinandersetzen musste, steht die Mehrheit des Volkes hinter ihrem Präsidenten.

Jedoch ist die aktuelle Diskussion um die Vielweiberei des Regierungschefs Zuma nicht bei der Befragung miteingeflossen (siehe 2010sdafrika-Artikel vom 3. Februar 2010: “Polygamie als normalste Sache der Welt?”). Nach unbestätigten südafrikanischen Presseberichten ist die öffentliche Debatte um private Sachverhalte  für Zuma so unangenehm geworden, dass eine zweite Amtszeit wohl nicht mehr in Betracht kommen würde.

Nichtsdestotrotz erweist sich der ANC weiterhin als legitime Repräsentanz des Volkes und Präsident Zuma kann sich auf Basis dieser eindeutigen Zustimmung ungehindert den Amtsgeschäften des Landes widmen – der Bekämpfung von Kriminalität, der Korruptioneindämmung und der Errichtung von Arbeitsplätzen.

 

Website des Marktforschungsunternehmen Ipsos Markinor (PTY) Ltd.:

http://ipsos-markinor.co.za/news/how-is-government-performing-ahead-of-the-state-of-the-nation-2010

Polygamie als normalste Sache der Welt?

Mehrehen in Südafrika finden gesellschaftliche Akzeptanz dank des Präsidenten

(Autor: Ghassan Abid)

Während des Weltwirtschaftsforums in Davos dominierte ein Thema – die Vielweiberei. Der gegenwärtige Präsident Südafrikas, S.E. Jacob Gedleyihlekisa Zuma, hat nach Presseberichten zufolge nun sein 20. Kind gezeugt und am 4. Januar 2010 eine weitere Frau geheiratet. Der Präsident jedoch konterte die kritischen Anmerkungen aus dem Publikum mit dem Verweis, dass diese Liebespraxis seine kulturelle Identität sei und er alle Frauen gleich stark lieben würde.

© Nicht Ehefrau ist gefragt, sondern EhefrauEN

Seine Partei, der Afrikanische Nationalkongress (ANC), betonte in der Vergangenheit den persönlichen Charakter dieser Angelegenheit und bewertete das Stolzieren ihres Präsidenten von einer Hochzeit zur anderen als eine gesetzeskonforme Auslegung von traditionellen Wertvorstellungen. Fakt ist, dass nach nationalem Recht nur die Monogamie erlaubt ist. Es ist anzumerken, dass Jacob Zuma der Ethnie der Zulus angehört und die Vielweiberei dort als selbsverständlich und normal betrachtet wird. Auch in den Nachbarstaaten Südafrikas, etwa im Königreich Lesotho mit dem Volk der Basotho, wird die Mehrehe aktiv praktiziert. Allerdings werden Aspekte wie HIV/ AIDS, wovon mittlerweile über 5 Millionen Menschen allein in Südafrika betroffen sind, diesbezüglich bewusst oder unbewusst nicht zur Kenntnis genommen.

Die südafrikanische Botschaft in Berlin ließ am 12.01.2010 verlauten, dass Südafrika nicht nur eine First Lady anzubieten habe – wie es in den westlichen Staaten üblich ist – sondern gleich drei. Es ist zum Gewohnheitsrecht geworden, dass sich die First Ladies untereinander die Aufgaben aufteilen. So engagiert sich Sizakele Khumalo bei Projekten der Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit, Thobeka Madiba im Gesundheitsbereich und Nompumelelo Ntuli in der Sozialarbeit.

Die Bilanz zum privaten Werdegang Zumas: 5 Hochzeiten aber nur 3 Ehefrauen (eine Gattin verübte Suizid und eine andere Ehe wurde geschieden) und mit Bongi Ngema hat der Präsident ebenfalls eine Verlobte an seiner Seite.

.Südafrikanische Botschaft in Deutschland zur First Ladies-Praxis:

http://www.suedafrika.org/en/home/home-newsdetails/datum/2010/01/12/clarity-on-jacob-zumas-wives.html