Schlagwort-Archive: Mehrheitsbevölkerung

Afrikamera 2012

Filmrezension zu „Otelo Burning“: Surfen als Flucht aus der tristen südafrikanischen Realität

(2010sdafrika-Redaktion)

Wir schreiben das Jahr 1989. Südafrika befindet sich im Umbruch. Die Apartheidsregierung unter Präsident Frederik Willem de Klerk leitet die politischen Transformationen zugunsten der schwarzen Mehrheitsbevölkerung ein. Ein Jahr später wird Nelson Mandela aus der Haft entlassen, der Afrikanische Nationalkongress (ANC) und weitere Anti-Apartheids-Organisationen werden legalisiert und immer mehr Apartheidsgesetze werden außer Kraft gesetzt. Allerdings ist diese Zeit von der brutalen Rivalität zwischen dem ANC und der Inkatha-Bewegung (IFP) geprägt. In diesem Wirrwarr versuchen junge Menschen ihren Platz im neuen Südafrika zu finden. Einige der Jugendlichen entdecken für sich das Surfen. Diese sportliche Aktivität vermittelt das Gefühl von Freiheit und bietet darüber hinaus die Möglichkeit, der tristen und vor allem harten Realität zu entkommen.

    © Der Spielfilm „Otelo Burning“ behandelt die wahre Geschichte des 16-jährigen Otelo (gespielt von Jafta Mamabolo) aus dem Jahr 1989, der mit dem Surfen der harten Realität entkommt und erstmalig das Gefühl der Freiheit spüren kann. Doch am Tag der Freilassung von Nelson Mandela muss Otelo eine wichtige Entscheidung treffen - eine Schicksalsentscheidung.

© Der Spielfilm „Otelo Burning“ behandelt die wahre Geschichte des 16-jährigen Otelo (gespielt von Jafta Mamabolo) aus dem Jahr 1989, der mit dem Surfen der harten Realität entkommt und erstmalig das Gefühl der Freiheit spüren kann. Doch am Tag der Freilassung von Nelson Mandela muss Otelo eine wichtige Entscheidung treffen – eine Schicksalsentscheidung.

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Exklusiv: Respekt vor Südafrikas Rassisten

Claus Nordbruch, seine Freundschaft zum Ex-Elitesoldaten Ratte und zu deutschen Diplomaten

(2010sdafrika-Redaktion)

Infolge des Artikels „NSU-Fluchtversuch nach Südafrika“ vom 13. September 2012 erhielt „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ mehrere Zuschriften zum deutschen Rechtsextremismus am Kap. Namenslisten, Dokumente und Bildmaterial teils mit brisantem Material, welche Verbindungen bis in die aktuelle Bundesregierung erkennen lassen, sind eingegangen. Die Aufarbeitung und Verifizierung dessen wird seine Zeit in Anspruch nehmen. Vereinzelt wird ein Informationsaustausch mit mehreren überregionalen deutschen Medien gepflegt, ohne dabei den Quellenschutz zu gefährden.

    © Willem Ratte, deutschstämmiger Ex-Elitesoldat mit Einsätzen gegen schwarze Widerstandsbewegungen in Namibia, Angola, Simbabwe und Südafrika. Unter seiner Co-Führung mit Colonel Deon Ferreira leitete er die militärische Spezialeinheit "32 Battalion" der südafrikanischen Armee SADF. 1991 trat er infolge der Demokratisierung als Kommandant zurück und agiert seither mit paramilitärischen und bildungspolitischen Aktionsformen vom Untergrund aus gegen die aktuelle Regierung. Zum rechtsextremen Publizisten Dr. Claus Nordbruch unterhält Willem Ratte "freundschaftliche Beziehungen".

© Willem Ratte, deutschstämmiger Ex-Elitesoldat mit Einsätzen gegen schwarze Widerstandsbewegungen in Namibia, Angola, Simbabwe und Südafrika. Unter seiner Co-Führung mit Colonel Deon Ferreira leitete er die militärische Spezialeinheit „32 Battalion“ der südafrikanischen Armee SADF. 1991 trat er infolge der Demokratisierung als Kommandant zurück und agiert seither mit paramilitärischen und bildungspolitischen Aktionsformen vom Untergrund aus gegen die aktuelle Regierung. Zum rechtsextremen Publizisten Dr. Claus Nordbruch unterhält Willem Ratte „freundschaftliche Beziehungen“.

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Richter Eben Jordaan zerlegt Boeremag-Terrorzelle

Südafrikas Justiz zeigt Härte gegen burische Rechtsextreme: „Document 12“ als Hauptbeweismittel.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Eine Anklageschrift, bestehend aus 5.000 Seiten, reichten dem North Gauteng High Court in Pretoria für eine Verurteilung von Mike du Toit aus. Das Gericht sah es nach rund 10-jähriger Verhandlungsdauer am 26. Juli 2012 als erwiesen an, dass sich der Hauptbeschuldigte wegen Hochverrats schuldig gemacht hat. Seine maßgebliche und federführende Beteiligung an der Koordination und Planung eines Staatsstreiches ist ausführlich im Sitzungssaal thematisiert worden. Unterdessen sind Tom Vorster, Magiel Burger, Adriaan van Wyk und Rooikoos du Plessis als weitere Mitangeklagte ebenfalls für schuldig befunden worden. Andre du Toit, der Bruder des Hauptangeklagten, wurde genauso verurteilt, hieß es vergangenen Freitag. Über die genaue Höhe des Strafmaßes äußerte sich die Justiz bislang nicht.

© Das North Gauteng High Court im Justizpalast in Pretoria steht zurzeit unter höchster Sicherheitsstufe. Der Vorsitzende Strafrichter Eben Jordaan statuiert ein deutliches Exempel gegen Rechtsextreme in Südafrika. Die Boeremag-Terrorzelle erinnert an die aktuellen NSU-Entwicklungen in Deutschland. (Quelle: Wikimedia)

© Das North Gauteng High Court im Justizpalast in Pretoria steht zurzeit unter höchster Sicherheitsstufe. Der Vorsitzende Strafrichter Eben Jordaan statuiert ein deutliches Exempel gegen Rechtsextreme in Südafrika. Die Boeremag-Terrorzelle erinnert an die aktuellen NSU-Entwicklungen in Deutschland. (Quelle: Wikimedia)

Das Gericht zog als Beweise die Aussagen von mehreren Zeugen und eine Liste von Beteiligten am Staatsstreich heran, welche 2001 bei der Beschlagnahmung des Computers von Mike du Toit sichergestellt wurde. Das „Document 12“, in der Presse auch als „Kriegsplan“ umschrieben, nimmt in der aktuellen Rechtssprechung eine zentrale Bedeutung ein, da die Namen aller Angeklagten auf dieser vorzufinden sind.

Die gezielte Liquidierung von Schwarzen, der Abschuss eines Boeing-Passagierflugzeuges über dem drittgrößten Township Khayelitsha und die Nutzung von Massenvernichtungswaffen gegen die Mehrheitsbevölkerung standen laut Auffassung des Vorsitzenden Richters Eben Jordaan als Pläne des Komplotts auf der Agenda. Desweiteren wurde die Ermordung von Nelson Mandela und die Kappung der Energieversorgung vorbereitet. Ein Zeuge hielt fest, dass du Toit ihm mitgeteilt hätte, dass mehrere Mitarbeiter des staatlichen Energiekonzerns Eskom in den Plan eingewiesen wurden. Ein anderer Zeuge habe jene Informationen zu Protokoll gegeben, wonach du Toit Coloureds und Inder zuerst gegen die Schwarzen als Verbündete nutzen, sie jedoch bei einem erfolgreichen Machtwechsel auch erschießen wollte.

Insgesamt wurden 20 Männer verhaftet, die der burischen Bewegung „Boeremag“ (zu Deutsch: Burenmacht) angehört haben sollen. Ihr oberstes Ziel war der Sturz der ANC-Regierung und damit verbunden die Verhinderung der weiteren Machtausübung durch die schwarze Mehrheitsbevölkerung. Ihnen wird Mord, versuchter Mord, Hochverrat, Sabotage, Terrorismus und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Die Bombenserie von 2002 mit einer Toten in Soweto steht im direkten Zusammenhang mit dieser rechtsextremen Bewegung.

SABC-TV-Beitrag zur Verurteilung von Mike du Toit

Das letzte Urteil zu einem Hochverratsprozess wurde laut dem Rundfunksender SABC am 21. Oktober 1982 gegen Barbara Hogan ausgesprochen. Die spätere Ministerin für Gesundheit und Staatsunternehmen musste 8 von 10 Jahren absitzen, da sie für den verbotenen ANC arbeitete. 2009 ließ sie Präsident Jacob Zuma aus dem Kabinett entfernen, nachdem sie sich mehrfach sehr kritisch – auch gegenüber Zuma bezüglich seiner HIV-Wegdusch-Philosophie – geäußert hatte.