Schlagwort-Archive: Migration

Das lukrative Geschäft mit dem Leid

Exklusiv: Türkische Hells Angels sollen von Flüchtlingskrise in Europa erheblich profitiert haben

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Bilder der Flüchtlingskrise in Europa, die im Jahr 2015 ihren Höhepunkt erreichte, sind noch nicht vergessen. Hunderttausende Flüchtlinge machten sich auf den Weg durch die unterschiedlichen Staaten Europas, um ihrer Notsituation zu entkommen. Inoffiziellen Quellen zufolge sollen Mitglieder einer Outlaw Motorcycle Gang am Leid der Menschen in erheblichem Maße profitiert haben. Die Rocker sollen hierbei beachtliche Einnahmen erzielt haben. Die Rede ist von den türkischen Hells Angels, den Nomads Turkey.

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© Türkische Hells Angels sollen bei der Flüchtlingskrise in Europa vom Leid der Menschen in erheblichem Maße finanziell profitiert haben. Verschiedene Sicherheitsbehörden haben auf Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ die Erkenntnisse nicht dementieren wollen. Auf dem Bild ist ein türkischer Rocker zu sehen. (Quelle: Privat)

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Vielfalt in den Medien gestalten

Berichterstattung zu Köln zeigt Notwendigkeit interkultureller Schulungen für Journalisten

(Autorin: Susanne Zeckler)

Die Situation um die eingereisten Flüchtlinge in Deutschland dominiert seit Monaten die Berichterstattung der bedeutendsten Medien, Blogs und Foren. Zudem erhitzen sich die Gemüter in den sozialen Medien, insbesondere nach Bekanntgabe der sexuellen Übergriffe in der Kölner Silvesternacht. Seitdem stehen etliche Journalisten und Blätter in der Kritik, den Pressekodex verstoßen zu haben. Interkulturelle Schulungen für Medienvertreter können hier Abhilfe schaffen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unterstützt Projekte zur stärkeren Vielfalt in den Medien.

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© Am dritten Oktober-Wochenende 2015 kamen rund zwei Dutzend Medienschaffende in Berlin auf Einladung des TANG-Netzwerks und Dank finanzieller Unterstützung des BAMF in Berlin zusammen. Die Teilnehmer, darunter Ghassan Abid von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, erörterten die Gestaltung der Vielfalt in den Medien. (Quelle: TANG)

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„Westen ist an Flüchtlingskrise schuld“

Südafrikas Präsident Jacob Zuma macht NATO für illegale Migration in Richtung Europa verantwortlich

(2010sdafrika-Redaktion)

Südafrikas Präsident Jacob Zuma gilt als ein Staatsmann, der stets bedacht ist, im öffentlichen Diskurs den Westen nicht zu kritisieren. Diese bisherige Herangehensweise scheint jedoch in Zeiten der Zunahme von Süd-Süd-Kooperationen zunehmend in den Hintergrund zu rücken. Denn der 73-jährige ANC-Politiker hat die NATO beschuldigt, die aktuelle Flüchtlingskrise in Europa verursacht zu haben. Der Angriff auf Libyen im Jahr 2011 sei die Ursache für das aktuelle Chaos.

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© Südafrikas Präsident Jacob Zuma machte auf einer Veranstaltung im September 2015 den Westen für die aktuelle Flüchtlingskrise in Europa verantwortlich. Die NATO habe mit ihrem Angriff auf Libyen zur Destabilisierung beigetragen. (Quelle: GovernmentZA)

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#‎RhodesMustFall‬

Studenten der Universität Kapstadt wollen Rhodes-Statue abreißen lassen. Sie stünde für Rassismus

(2010sdafrika-Redaktion)

Zurzeit bestimmt ein Thema das Leben auf dem Campus der Universität Kapstadt (UCT), das längst die internationale Öffentlichkeit erreicht hat. Washington Post, Al Jazeera oder Spiegel Online berichteten über die Forderung der Studierendenschaft, die auf dem Gelände der UCT befindliche Statue zu Ehren des britischen Kolonialisten Cecil John Rhodes zu entfernen. Er stünde für den „institutionellen Rassismus“ und die „weiße Arroganz“ am Kap. Die Hochschule signalisiert, so ein Studentenvertreter zur Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, ihre grundsätzliche Zustimmung.

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© Unter dem Hashtag #‎RhodesMustFall‬ mobilisieren Südafrikas Studenten für den Abriss der Rhodes-Statue auf dem Campus der Universität Kapstadt. Der britische Unternehmer Cecil John Rhodes stünde für Imperialismus, Rassismus und die weiße Arroganz am Kap, heißt es. Die Hochschule signalisiert, wie die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ erfahren hat, ihre grundsätzliche Zustimmung für die Forderung. (Quelle: Facebook/ UCT: Rhodes Must Fall)

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KENAKO Afrika-Festival in Berlin

Politiker, Journalisten, Wirtschaftsrepräsentanten und viele interessierte Bürger erwartet

(2010sdafrika-Redaktion)

Zum nun dritten Mal lädt das Team des KENAKO Afrika-Festivals die Öffentlichkeit zu einem Besuch am Berliner Alexanderplatz ein. Das afrikanische Lebensgefühl steht ganze vier Tage lang im Mittelpunkt dieses Events. Ein vielfältiges Bühnenprogramm, lebendige Podiumsdiskussionen, ein interessanter Marktplatz, anspruchsvolles Kinderprogramm, eine Messe und kulinarische Köstlichkeiten stehen auf dem Programm.

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© Vom 12. bis 15. Juni 2014 findet das KENAKO Afrika-Festival am Berliner Alexanderplatz statt. Musik, Politik, Kultur und Unterhaltung werden kostenlos angeboten. Zusätzlich können zu guten Preisen afrikanische Köstlichkeiten probiert werden. Hervé Tcheumeleu, Geschäftsführer des Festivals, realisiert nun zum dritten Mal diese Großveranstaltung.

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„Ich bin endlich in Europa und bleibe“

Ein tunesischer Flüchtling in Berlin offenbart seine Lebensgeschichte

(Autor: Ghassan Abid)

### Sonderberichterstattung ###

´Tunesien-Woche für Demokratie´

Rida Mabachar (Richtiger Name ist durch den Protagonisten bewusst nicht genannt worden) wohnt seit 2009 im Berliner Bezirk Wedding. Er ist 23 Jahre jung, ohne Ausbildung, trägt sportliche Bekleidung und spricht nur wenig Deutsch. Er lebt mit einer bulgarischen jungen Frau, die einen kleinen Jungen hat, in Form einer Lebenspartnerschaft zusammen. Gegenüber der Ausländerbehörde Berlins wird er als palästinensischer Asylant geführt, dessen Abschiebung nach Palästina aufgrund der politischen Situation mit Israel nicht möglich ist. Als tunesischer Staatsbürger würde er abgeschoben werden, so Rida. Aus diesem Grund verschleiert er seine wahre nationale Identität.

© Tunesischer Pass wird vor deutschen Behörden versteckt gehalten

Schon zehn Versuche hat Rida unternehmen müssen, um endlich da zu sein, wo er hin wollte – nach Europa. „Ich bin endlich in Europa und bleibe“, bekräftigt Rida seinen Anspruch auf ein neues Leben im Abendland. Er befindet sich in Deutschland, da er hierzulande eine Perspektive für sich sieht – vor allem in beruflicher Sicht. Die illegale Migration wird von den meisten Menschen aus dem arabischen und afrikanischen Raum dadurch begründet, dass es in der Heimat keine Arbeit gäbe und man deshalb angewiesen sei, ins westliche Ausland auszuwandern – wenn nicht auf legalem Weg, dann über illegale Kanäle.

Er musste nach eigenen Aussagen viel in Kauf nehmen, um hier leben zu dürfen. Nicht nur die Trennung von seiner Familie, die in der Hauptstadt Tunis lebt, machen ihm zu schaffen, sondern auch die Auswanderungsversuche an sich. „Sechs mal haben mich die Griechen und vier mal die Türken raus geschmissen“, beklagt Rida die Strapazen seiner illegalen Migration. Über die Türkei unternahm der junge Mann mit jeweils zwei bis drei Gefährten – die größtenteils aus Tunesien, Algerien und Marokko stammen – den gefährlichen Schritt des illegalen Grenzübertritts. Vor allem die griechische Küstenwache und Polizei hat die ‚Eindringlinge‘ in mehreren Fällen mit körperlicher Gewalt begegnet. Doch die zugefügten Schmerzen waren nur von kurzfristiger Dauer, während die Sehnsucht nach einem scheinbar besseren Leben von fortwährender Natur sind.

Ich habe – abgesehen von der Familie – nichts in Tunesien, was mich hätte halten können“, untermauert Rida die Sichtweise vieler seiner Freunde. Er würde es immer wieder versuchen und zwar solange, bis er endlich den unbefristeten Aufenthaltstitel für den EU-Raum erhält. Informationen zur gegenwärtigen Lage in Tunesien und zu den Auswirkungen der Jasminrevolution erfährt Rida lediglich aus den Medien. Die wenigen Anrufe in die Heimat, bei den Eltern, verdeutlichen die Krisenstimmung in Nordafrika. Insbesondere in Tunis hat sich infolge der Revolution vieles verschlechtert und kaum gebessert. Die Sicherheitslage spielt hierbei eine zentrale Rolle, so Rida. „Meine Familie verlässt zu später Stunde nicht mehr das Haus“, so der Asylant.

Der Song ´Yal babor ya mon amour´ (zu Deutsch: Das Boot ist meine Liebe), der den Wunsch des Auswanderns thematisiert, zählt zu den beliebtesten Songs der tunesischen, algerischen und marokkanischen Jugend

Rida ist nun in Berlin und von seinen liebsten Menschen räumlich getrennt. „Dies ist schwer für mich … und vor allem darf ich nicht arbeiten“, reagiert er emotional auf die Fragen. Versunken in tiefer Nachdenklichkeit verabschiedet sich Rida und verschwindet in die hektische Menschenmenge inmitten der deutschen Hauptstadt.

Beiträge der 2010sdafrika-Redaktion zur ´Tunesien-Woche der Demokratie´:

https://2010sdafrika.wordpress.com/?s=Tunesien-Woche+für+Demokratie&x=19&y=16