Schlagwort-Archive: Militär

Hunderttausend Gangmitglieder am Westkap

Numbers Gangs, Americans, Hard Livings und Co. – kriminelle Banden kontrollieren ganze Gegenden

(Autor: Ghassan Abid)

An Brutalität sind die Männer der sogenanten „Numbers Gangs“ kaum zu übertreffen. Sie greifen notfalls nach einer Zahnbürste, um einen Menschen zu töten. Die Mitglieder dieser straff organisierten Vereinigungen sind einem hierarchischen System untergeordnet, das einer militärischen Rangordnung ähnelt. Je mehr tätowierte Sterne man auf den Schultern hat, desto höher ist die eigene Machtbefugnis. Die höchsten Gang-Mitglieder bezeichnet man als „Generäle“. Ihre Aufträge – ob Mord, Raub oder Vergewaltigung – werden umgehend umgesetzt. Die Bevölkerung lebt in großer Angst.

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© Die Numbers Gangs (26, 27 und 28er), Americans und Hard Livings sind die größten und einflussreichsten Banden in Südafrika. Sie haben längst die Kontrolle über ganze Gegenden an sich gerissen. Der Staat erscheint bei mittlerweile über hunderttausend Gangmitgliedern allein am Westkap machtlos. (Quelle: flickr/ DFID)

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Politische Forderung ohne Umsetzungswillen

Südafrikas Regierung verurteilt den Fremdenhass in Durban, ohne diesen wirklich bekämpfen zu wollen

(Autor: Ghassan Abid)

Am 16. April untermauerte Präsident Jacob Zuma gegenüber dem Parlament in Kapstadt den Standpunkt, dass „Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und Sexismus“ keinen Platz in Südafrika hätten. Die Ausschreitungen in Durban verurteilte das Staatsoberhaupt. Flüchtlinge, Asylbewerber und Personen mit legalem Aufenthaltsstatus genießen einen Schutz. Allerdings nimmt Zuma die illegalen Einwanderer nicht im selben Maße in den Schutz.“Nicht alle Ausländer, die sich in unserem Land aufhalten, sind hier auch illegal„, sagte der ANC-Politiker. Genau an diesem Punkt zeigt sich der fehlende Wille, die universellen Menschenrechte auf alle Individuen in der Regenbogennation gleichermaßen anzuwenden.

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© Südafrikas Präsident Jacob Zuma verurteilte bei seiner letzten Parlamentsrede die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Durban. Allerdings fehlt es am notwendigen Willen, diesen Missstand tatsächlich zu beseitigen. Denn Illegale werden nach wie vor wie Menschen ohne Rechte wahrgenommen. Auf dem Bild ist Zuma mit dem Zulu-König Goodwill Zwelithini zu sehen. (Quelle: flickr/ Rikesh Maharaj)

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Deutsch-südafrikanische Heereskooperation

Im Interview mit Bruno Kasdorf, Generalleutnant und Inspekteur des Heeres der Bundeswehr

(Autor: Ghassan Abid)

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© Generalleutnant Bruno Kasdorf ist seit September 2012 der Inspekteur des Heeres. Im August vergangenen Jahres erhielt der ranghohe Offizier Besuch von seinem südafrikanischen Amtskollegen. Generalleutnant Vusumuzi Ramakala Masondo, Oberbefehlshaber der südafrikanischen Landstreitkräfte, zeigte sich von einer Zusammenarbeit mit den Landstreitkräften der Bundeswehr äußerst interessiert. (Quelle: Heer/ PIZ)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Bruno Kasdorf, Generalleutnant und Inspekteur des Heeres der Bundeswehr. Im August 2014 erhielten Sie Besuch vom Oberbefehlshaber der südafrikanischen Landstreitkräfte, dem Generalleutnant Vusumuzi Ramakala Masondo. Welche Tagespunkte standen auf der Agenda?

Antwort: Es hat mich außerordentlich gefreut, Generalleutnant Masondo in Deutschland empfangen zu dürfen. Wir haben uns sehr offen über aktuelle Herausforderungen für Landstreitkräfte ausgetauscht. Dies haben wir durch einen Besuch an der Infanterieschule in Hammelburg ergänzt, wo er sich vor Ort von der Leistungsfähigkeit unserer Infanterie überzeugen konnte.

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Militärs und Hells Angels in Südafrika

Rocker marschieren gemeinsam mit Veteranen vor Militärbasis auf, um den Kriegstoten zu gedenken

(2010sdafrika-Redaktion)

Infolge der intensiven Berichterstattung über die südafrikanischen Hells Angels ist die Erlangung von Informationen – zu den internen Abläufen und Konflikten der Rocker – nur noch unter erhöhtem Aufwand möglich. Die Hells Angels am Kap haben mehrfach ihren Unmut über die redaktionelle Arbeit von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zum Ausdruck gebracht. Einzelne Rocker schweigen nun und öffentliche Informationen haben deutlich abgenommen. Ungeachtet dessen konnte die Redaktion eine neue Zusammenarbeit in Erfahrung bringen, die zwischen Militärs und Höllenengeln gepflegt wird.

© Am 10. November 2013 veranstalten die südafrikanischen Hells Angels [im Bild zu sehen] der drei Chapters Witbank, West Rand und Johannesburg - in Zusammenarbeit mit Veteranenverbänden - eine Gedenkveranstaltung vor der Militärbasis in Brakpan. Die Rocker wollen ihren Einfluss bei Armeeangehörigen ausbauen. (Quelle: Privat)

© Am 10. November 2013 veranstalten die südafrikanischen Hells Angels [im Bild zu sehen] der drei Charter Witbank, West Rand und Johannesburg – in Zusammenarbeit mit Veteranenverbänden – eine Gedenkveranstaltung vor der Militärbasis in Brakpan. Die Rocker wollen ihren Einfluss bei Armeeangehörigen ausbauen. (Quelle: Privat)

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Südafrika verurteilt Militärputsch in Ägypten

Außenministerium gibt Reisewarnung raus. Kairoer Botschaftspersonal abgezogen

(Autor: Ghassan Abid)

Die südafrikanische Regierung hat auf die gestrigen Ereignisse in Ägypten mit großer Bestürzung reagiert. Der Militärputsch gegen den von den Muslimbrüdern getragenen Staatspräsidenten Mohammed Mursi sei kritisch zur Kenntnis zu nehmen. Die Ägypter müssten nun auf einen friedlichen Dialog setzen, umso eine drohende Instabilität in Ägypten, in Nordafrika und im Nahen Osten abzuwenden. Zudem kritisierte das Außenministerium den nichtverfassungsgemäßen Regierungswechsel am Nil.

© Südafrikas Regierung verurteilt den Militärputsch in Ägypten. Das Militär hätte nicht einen demokratisch gewählten Präsidenten stürzen dürfen, heißt es aus Pretoria. Die Afrikanische Union werde die Entwicklungen am Nil genau beobachten. (Quelle: flickr/ AJstream)

© Südafrikas Regierung verurteilt den Militärputsch in Ägypten. Das Militär hätte nicht einen demokratisch gewählten Präsidenten stürzen dürfen, heißt es aus Pretoria. Die Afrikanische Union werde die Entwicklungen am Nil genau beobachten. (Quelle: flickr/ AJstream)

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Kreatives Unternehmertum aus Limpopo

Jungunternehmer Ludwick Marishane macht aus der Not eine Tugend: Waschen ohne Wasserhahn

(Autor: Ghassan Abid)

Ludwick Marishane erinnert sich noch gut an seine Jugend, als er noch in der nördlichsten Provinz Südafrikas lebte. Als Siebzehnjähriger fragte er sich bereits, dass bedingt durch die extreme Hitze und den eingeschränkten Wasserzugang in Limpopo ein Waschen doch möglich sein müsse.

© Der aus der Provinz Limpopo stammende Ludwick Marishane hat DryBath mit Unterstützung der Universität Kapstadt entwickelt. Es ist für Menschen gedacht, die keinen Wasserzugang haben, sich aber dennoch waschen möchten. Die deutsche Airline Lufthansa testet bereits die Lotion. Eine Zulassung des Produkts mit der geheimen Formel steht bisweilen aus.

© Der aus der Provinz Limpopo stammende Ludwick Marishane hat DryBath mit Unterstützung der Universität Kapstadt entwickelt. Es ist für Menschen gedacht, die keinen Wasserzugang haben, sich aber dennoch waschen möchten. Die deutsche Airline Lufthansa testet bereits die Lotion. Eine Zulassung des Produkts mit der geheimen Formel steht bisweilen aus.

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Historisches Ja-Wort im Zulu-Land

Erste traditionelle „Homo-Ehe“ in Südafrika geschlossen

(Autor: D. Tamino Böhm)

Südafrika ist eines der zwölf Staaten weltweit und der einzige afrikanische Staat, der gleichgeschlechtliche Ehen ausdrücklich erlaubt. Seit 2006 gibt es den Civil Union Act, der nach mehreren Schritten in den Jahren zuvor die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare garantiert. Seitdem nutzen viele Homosexuelle die Möglichkeit den Bund der Ehe einzugehen. Das ist, wie der internationale Vergleich zeigt, keine Selbstverständlichkeit. Noch weniger, wenn man sich die Geschichte des jungen Staates Südafrika genauer ansieht.

    © Letztes Wochenende kam es zu einem historischen Ereignis in KwaDukuza in der Region KwaZulu-Natal, als sich Tshepo Cameron Modisane und Thoba Calvin Sithol das Ja-Wort gaben. Nie zuvor hat es eine traditionelle gleichgeschlechtliche Hochzeit in Südafrika gegeben. (Quelle: YouTube/ eNCA)

© Letztes Wochenende kam es zu einem historischen Ereignis in KwaDukuza in der Region KwaZulu-Natal, als sich Tshepo Cameron Modisane und Thoba Calvin Sithol das Ja-Wort gaben. Nie zuvor hat es eine traditionelle gleichgeschlechtliche Hochzeit in Südafrika gegeben. (Quelle: YouTube/ eNCA)

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