Schlagwort-Archive: Ministerium

Südafrika schlittert in neuen Politskandal

25-jährige Präsidententochter erhält 70.000 Euro-Spitzenjob beim Staat, trotz mangelnder Qualifikation

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Ghassan Abid)

Das internationale Image Südafrikas hat infolge unzähliger Korruptionsskandale stark gelitten. Die Nkandla-Affäre – der rechtswidrige Staatszuschuss des Privatdomizils von Präsident Jacob Zuma – ist den Bürgern der Republik im Gedächtnis haften geblieben. Da bahnt sich bereits ein neuer Politskandal an. Der „Mail & Guardian“ hat einen Nepotismusskandal auf höchster Ebene aufgedeckt. Doch das Präsidialamt verweigert wie in der Vergangenheit eine öffentliche Erklärung. Die politische Führung hat nichts dazugelernt.

thuthukile.zuma

© Thuthukile Zuma ist gerade einmal 25 Jahre alt und bereits als Spitzenbeamtin mit einem Jahresverdienst von 70.000 Euro im Telekommunikationsministerium untergebracht – ohne öffentliche Ausschreibung und bei mangelnder Qualifikation. Wäre sie nicht die Tochter von Präsident Jacob Zuma, hätte sie diesen Posten mit Sicherheit nicht bekommen – so die Presse. (Quelle: Privat)

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Bundesamt für Naturschutz empfiehlt Trophäenjagd

Bundesbehörde für Artenschutz spricht sich für Tierjagd in Afrika aus – Skandal und Widerspruch zugleich

(Autor: Ghassan Abid)

Die Öffentlichkeit kocht in diesen Tagen vor Wut. Nachdem die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ als erstes deutschsprachiges Medium über die US-Tierjägerin Kendall Jones berichtete, ist im Netz ein regelrechter Shitstorm gegen die Texanerin losgetreten worden. Die junge Blondine hat mehrere vom Aussterben bedrohte Wildtiere des Spaßes wegen getötet, darunter Raubkatzen, ein Elefant und Nashorn. Dabei ist der eigentliche Skandal in der deutschen Artenschutzpolitik zu finden – und bislang unbemerkt.

Barbara Hendricks (Bundesumweltministerin), Beate Jessel (BfN-Präsidentin)

© Kendall Jones handelt nach dem Verständnis des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) völlig richtig, wenn sie in Simbabwe vom Aussterben bedrohte Tiere des Spaßes wegen tötet. Allerdings sprach sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks [im Bild links] in einem Interview mit „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ gegen die Trophäenjagd aus. Wer hat nun Recht – die Ministerin oder die Naturschutzbehörde unter der Leitung von Beate Jessel [im Bild rechts]? (Quelle: BfN)

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South African Airways und der Nazi

Staatliche Fluglinie Südafrikas als einstiges Machtmittel des Rechtsextremisten Oswald Pirow

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Ghassan Abid)

Eine Leserin informierte die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ über ein dunkles Kapitel in der Entstehungsgeschichte der staatlichen Fluglinie Südafrikas. Daraufhin begannen die Recherchen. South African Airways (SAA) mit Sitz in der Stadt Kempton Park bedient gegenwärtig mit rund 60 Flugzeugen 42 Flugziele weltweit. Als Mitglied der „Star Alliance“ kooperiert SAA mit der deutschen Lufthansa. Was die Fluglinie aber gerne verschweigt ist die Tatsache, dass ein deutsch-südafrikanischer Nazi dieses Unternehmen gründete. In diesem Jahr feiert SAA ihr 80-jähriges Bestehen.

© Die Fluglinie "South African Airways (SAA)" wurde am 1. Februar 1934 durch den deutsch-südafrikanischen Rassisten und Nazi-Anhänger Oswald Pirow gegründet. Der damalige Verkehrs- und Justizminister Südafrikas stand im direkten Kontakt mit führenden NS-Größen, unter anderem mit Reichskanzler Adolf Hitler. SAA leugnet bisweilen dieses Kapitel zur eigenen Entstehungsgeschichte. (Quelle: Martha de Jong)

© Die Fluglinie „South African Airways (SAA)“ wurde am 1. Februar 1934 durch den deutsch-südafrikanischen Rassisten und Nazi-Anhänger Oswald Pirow gegründet. Der damalige Verkehrs- und Justizminister Südafrikas stand im direkten Kontakt mit führenden NS-Größen, unter anderem mit Reichskanzler Adolf Hitler. SAA leugnet bisweilen dieses Kapitel zur eigenen Entstehungsgeschichte. (Quelle: Martha de Jong)

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CSU und ihre Apartheid-Nächstenliebe

Die Geschichte des Dr. Ludwig Holger Pfahls und der umstrittene Rüstungsdeal mit den Rassisten

(2010sdafrika-Redaktion)

© Dr. Ludwig Holger Pfahls war Rüstungsstaatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung und Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Wegen mehrerer Straftaten tauchte der CSU-Politiker ab. Die ihm nachgesagte Südafrika-Flucht, der geheime U-Bootdeal mit dem Apartheidsregime und sein Südafrika-Mittelsmann Dieter Holzer verdeutlichen, wie eng die CSU mit den Rassentrennungsbefürwortern kooperierte. (Quelle: BKA)

© Dr. Ludwig Holger Pfahls war Rüstungsstaatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung und Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Wegen mehrerer Straftaten tauchte der CSU-Politiker ab. Die ihm nachgesagte Südafrika-Flucht, der geheime U-Bootdeal mit dem Apartheidsregime und sein Südafrika-Mittelsmann Dieter Holzer verdeutlichen, wie eng die CSU mit den Rassentrennungsbefürwortern kooperierte. (Quelle: BKA)

Es ist merkwürdig, dass bislang noch kein deutscher Produzent die Geschichte des Dr. Ludwig Holger Pfahls als filmreife Story für sich entdeckt hat. Dabei erweisen sich die Entwicklungen um den einflussreichen CSU-Politiker als absoluter Politthriller, der letztlich auf wahre Begebenheiten basiert. Kontakte zu einstigen Apartheidsvertretern und dubiose Geschäfte in Südafrika verschafften Pfahls einen zweifelhaften Ruf als Politiker. Gleichzeitig verdeutlicht die Pfahls-Sache, dass die außenwirtschaftspolitische Agenda der Bonner Republik nach wie vor kritisch reflektiert werden müsste.

Der mittlerweile wegen Bestechlichkeit, Vorteilsannahme, Steuerhinterziehung, Bankrotts und Betruges zu einer viereinhalb jährigen Haftstrafe verurteilte Pfahls war von 1985 bis 1987 Präsident des deutschen Inlandsnachrichtendienstes, dem Bundesamt für Verfassungsschutz. Dann wechselte er bis ins Jahr 1992 als Beamteter Staatssekretär ins Bundesministerium der Verteidigung. Im Ministerium übte er die Entscheidungshoheit und Kontrolle über Rüstungsangelegenheiten aus.

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Wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Südafrika

Im Interview mit Bundesforschungsministerin Johanna Wanka

(Autor: Ghassan Abid)

© Prof. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. (Quelle: Bundesregierung/Steffen Kugler)

© Prof. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. (Quelle: Bundesregierung/Steffen Kugler)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Prof. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung (BMBF). Das „Deutsch-Südafrikanische Wissenschaftsjahr“ nahm im April 2013 sein offizielles Ende. Welches Fazit ziehen Sie?

Antwort: Das Wissenschaftsjahr hat uns die Gelegenheit gegeben, die fast 20-jährige Zusammenarbeit zu reflektieren, zu würdigen und in die Zukunft zu blicken. Die intensive gemeinsame Vorbereitung des Wissenschaftsjahres führte zu neuen wichtigen Projekten wie beispielsweise der Vereinbarung zur Einrichtung eines deutsch-südafrikanischen Forschungslehrstuhls. Gleichzeitig haben wir einem breiten Publikum die Vielfalt und Ergebnisse der jahrelangen Zusammenarbeit gezeigt. Wissenschaftsjahre dienen auch dem Aus- und Aufbau von Kontakten für Wissenschaftler und Forscher, Lehrende und Lernende.

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Luxusware Wasser

Der fade Beigeschmack in südafrikanischen Nestlé-Wasserflaschen

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Wasser ist das kostbarste natürliche Gut des Menschen, der Grundbaustein des Lebens und gleichzeitig eine Luxusware. Die flüssige chemische Verbindung aus den Elementen Sauerstoff und Wasserstoff wird längst in Plastikflaschen abgefüllt und für die meisten Menschen in Südafrika für einen entsprechenden Preis zum Kauf angeboten. Viele können es sich nicht leisten. Etwa Bewohner der Townships. Und dies, obwohl Wasser längst von den Vereinten Nationen mit dem Sonderstatus „Menschenrecht“ versehen wurde. Einklagbar ist dieses Recht allerdings nicht. Ein Konzern steht besonders im öffentlichen Blickfeld.

© Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé unterhält in Südafrika 11 Standorte, darunter eine Wasserabfüllanlage in Doornkloof in der Provinz Gauteng. Die angebotenen Wasserflaschen können von der armen Bevölkerungsmehrheit nicht bezahlt werden, obwohl Wasser den Sonderstatus eines Menschenrechts zugesprochen bekommen hat. (Quelle: flickr/ Roving I)

© Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé unterhält in Südafrika 11 Standorte, darunter eine Wasserabfüllanlage in Doornkloof in der Provinz Gauteng. Die angebotenen Wasserflaschen können von der armen Bevölkerungsmehrheit nicht bezahlt werden, obwohl Wasser den Sonderstatus eines Menschenrechts zugesprochen bekommen hat. (Quelle: flickr/ Roving I)

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„Die Arbeit des BMZ in Südafrika zeigt Wirkung“

Im Interview mit Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär beim Bundesentwicklungsminister

(Autor: Ghassan Abid)

© Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). (Quelle: Lukas Kolodziej)

© Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). (Quelle: Lukas Kolodziej)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Herrn Hans-Jürgen Beerfeltz.

Frauen in Südafrika sind besonders stark von sexueller Gewalt betroffen. Laut aktuellsten Angaben des „SA Institute of Race Relations (SAIRR)“ werden pro Jahr 2.500 Frauen getötet und über 200.000 Frauen attackiert. Hervorzuheben ist hierbei die Vergewaltigung der 17-jährigen Anene Booysens in Bredasdorp. Wie erklären Sie sich diese gesellschaftliche Stellung des weiblichen Geschlechts am Kap?

Antwort: Die erschreckende Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Südafrika hat viele Ursachen: Traditionelle Geschlechterrollen gehören dazu, aber auch die Zerrissenheit der Gesellschaft durch die Apartheid wirkt heute noch nach. Viele Familien wurden durch das System der Wanderarbeit auseinander gerissen. Wo in den Arbeiterwohnheimen der Bergbaustädte nur Männer unter sich waren – und zum Teil heute immer noch sind – hat Gewalt immer weiter um sich gegriffen. Arbeitslosigkeit und Alkohol unter jungen Männern verstärken die Brutalisierung.

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