Schlagwort-Archive: Mord

Im Dienst kaltblütig erschossen

Südafrikas Präsident Jacob Zuma verurteilt Ermordung von vier Polizeibeamten in einer Woche

(2010sdafrika-Redaktion)

Südafrika zählt den Statistiken zufolge zu den Staaten mit der höchsten Kriminalitätsrate weltweit. 50 Morde und 100 Vergewaltigungen pro Tag gehören zur traurigen Realität am Kap. Zeitweise überstieg die Zahl der Morde sogar die der Verkehrstoten im Raum Johannesburg. In den Townships werden die meisten Gewaltdelikte registriert. Die Polizeibehörde SAPS mit ihren über 150.000 Beschäftigten ist selbst immer wieder das Ziel von Kriminellen. Jüngst starben innerhalb einer Woche vier Polizeibeamte im Dienst. Die Politik ruft die Bevölkerung zur Solidarität auf.

GovernmentZA

© Seit Jahresbeginn wurden bereits 53 Polizeibeamte erschossen. Davon starben erst kürzlich vier Polizisten innerhalb einer Woche. Südafrikas Polizeipräsidentin Riah Phiyega [im Bild] versicherte, die Täter dingfest zu machen und strafrechtlich zu belangen. Staatspräsident Jacob Zuma pflichtete der Polizeichefin bei und rief die Bevölkerung zur Solidarität mit der Polizei auf. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

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Hunderttausend Gangmitglieder am Westkap

Numbers Gangs, Americans, Hard Livings und Co. – kriminelle Banden kontrollieren ganze Gegenden

(Autor: Ghassan Abid)

An Brutalität sind die Männer der sogenanten „Numbers Gangs“ kaum zu übertreffen. Sie greifen notfalls nach einer Zahnbürste, um einen Menschen zu töten. Die Mitglieder dieser straff organisierten Vereinigungen sind einem hierarchischen System untergeordnet, das einer militärischen Rangordnung ähnelt. Je mehr tätowierte Sterne man auf den Schultern hat, desto höher ist die eigene Machtbefugnis. Die höchsten Gang-Mitglieder bezeichnet man als „Generäle“. Ihre Aufträge – ob Mord, Raub oder Vergewaltigung – werden umgehend umgesetzt. Die Bevölkerung lebt in großer Angst.

DFID

© Die Numbers Gangs (26, 27 und 28er), Americans und Hard Livings sind die größten und einflussreichsten Banden in Südafrika. Sie haben längst die Kontrolle über ganze Gegenden an sich gerissen. Der Staat erscheint bei mittlerweile über hunderttausend Gangmitgliedern allein am Westkap machtlos. (Quelle: flickr/ DFID)

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Pretoria im diplomatischen Dilemma

Ex-Bundesinnenminister fordert Sanktionen gegen Südafrika nach Fluchthilfe für Sudan-Präsidenten

(2010sdafrika-Redaktion)

Man stelle sich folgende Situation vor: Es wird ein Gipfeltreffen in Südafrika veranstaltet, bei welchem die Staats- und Regierungschefs Afrikas zusammenkommen. Sie genießen im Gastgeberland die Immunität vor strafrechtlicher, zivilrechtlicher oder administrativer Verfolgung – so sieht es das Völkerrecht vor. Jedoch sollte Südafrika von dieser gängigen Praxis Abstand nehmen und den sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir am Rande des Gipfels festnehmen und an Den Haag ausliefern. Denn als Vertragsstaat des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) wäre das Land dazu verpflichtet gewesen – ein Dilemma für Pretoria in mehrfacher Hinsicht.

Al-Bashir

© Sudans Präsident Omar al-Baschir konnte trotz Aufforderung des Internationalen Strafgerichtshofs Südafrika als Ausrichterland des 25. Gipfeltreffens der Afrikanischen Union verlassen. Die Regierung in Pretoria steht nun in der massiven Kritik, einen Kriegsverbrecher entkommen gelassen zu haben. Der Ex-Bundesinnenminister Gerhart Baum fordert sogar Sanktionen gegen Südafrika. (Quelle: Al Jazeera)

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Kriminelle tragen Uniform

Studie sorgte für große Entrüstung. Südafrikas Polizei grundsätzlich in schwere Verbrechen involviert?

(2010sdafrika-Redaktion)

Am 28. Januar 2015 stellte das renommierte „South African Institute for Race Relations (IRR)“ in Zusammenarbeit mit der Burenlobby AfriForum zum zweiten Mal eine knapp dreißig Seiten umfassende Studie vor, die für viel Entrüstung im politischen Pretoria sorgte. Dem „Broken Blue Line“-Report zufolge sei die Polizei, die bekanntermaßen für die Bekämpfung und Verhinderung von Straftaten zuständig ist, selbst kriminell. Es läge ein strukturelles Problem vor, so die Forscher.

Broken Blue Line

© Die zweite Ausgabe des Broken Blue Line-Reports, herausgegeben von IRR und AfriForum, bescheinigt der Polizei Südafrikas ein grundsätzliches Kriminalitätsproblem. Zu oft seien die Beamten in schwere Straftaten verwickelt. Es könne längst nicht mehr die Rede von Einzelfällen sein. (Quelle: Cover des 2. Broken Blue Line-Reports)

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„Ich vermisse ihn, mein Bruda“

Mutmaßlicher Hells Angels-Tippgeber Dennis W. provoziert kurz vor Wettbüro-Mordprozess mit Foto

(2010sdafrika-Redaktion)

Der Deutsch-Türke Dennis W. soll den Wettbüro-Mord an Tahir Özbek ermöglicht haben, indem er den Aufenthaltsort seines ehemaligen Freundes an den Berliner Hells Angels-Boss Kadir Padir verraten hatte. Kollegen von SPIEGEL.TV berichteten am 16. März 2014 über die Hintergründe. Wenige Wochen vor Beginn des Wettbüro-Prozesses scheint der mutmaßliche Tippgeber bewusst provozieren zu wollen. Denn an Geschmacklosigkeit ist seine Aktion kaum zu überbieten. Einzelne Freunde des Getöteten sind schockiert.

Tahir Özbek und Dennis W.

© Es ist eine Provokation und Verhöhnung des Mordopfers Tahir Özbek: Dennis W., der den Aufenthaltsort von Özbek an die Hells Angels verraten haben soll, postete vor wenigen Wochen ein Foto. Zu sehen ist der mutmaßliche Tippgeber [in der Mitte] und Tahir Özbek [links im Bild]. Mit dem Satz „Ich vermisse ihn, mein Bruda“ wird dieses kommentiert. Einzelne Freunde Özbeks kochen vor Wut. (Quelle: Facebook)

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Berliner Justiz macht Hells Angels den Prozess

Ein Kronzeuge und vierzehn angeklagte Rocker: Landgericht verhandelt zwei Mordverfahren

(2010sdafrika-Redaktion)

Berlin bereitet sich auf die größten Rockerprozesse Deutschlands vor. Die Pressestelle des Landgerichts Berlin hat angekündigt, den Mord an dem Soda Club-Türsteher Sebastian „Locke“ K. ab dem 24. September zu verhandeln. Drei Personen aus dem Umfeld der Hells Angels sind angeklagt worden. Am 17. Oktober schließt sich dann der zweite Prozess gegen elf weitere Rocker an, die im Wettbüro-Mord für den Tod von Tahir Özbek verantwortlich sein sollen.

Marc Fray

© Am Landgericht Berlin werden in Kürze zwei bedeutende Rockerverfahren verhandelt: Der Mord an dem Soda Club-Türsteher Sebastian „Locke“ K. und der Wettbüro-Mord an Tahir Özbek. Insgesamt befinden sich vierzehn Personen aus dem Hells Angels-Umfeld auf der Anklagebank. (Quelle: flickr/ Marc Fray)

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Deutschsprachiges Ehepaar in Südafrika ermordet

Polizei ermittelt nach Raubüberfall in Richards Bay. Entlassener Gärtner steht unter dringendem Tatverdacht

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Botschaften Deutschlands und der Schweiz stehen aktuell im engen Austausch mit den Behörden in Richards Bay, nachdem am vergangenen Freitag in der ostsüdafrikanischen Küstenstadt ein älteres Ehepaar ermordet wurde. Ein Schweizer und seine deutsche Ehefrau wurden getötet und im Anschluss in ihrem eigenen Haus angezündet, so die jüngsten Ermittlungsergebnisse.

© Der Schweizer Ernst B. (74) und seine aus Köln stammende Frau Lilo (86) sind vor Jahrzehnten nach Südafrika ausgewandert. Sie waren glücklich in Richards Bay. Am vergangenen Freitag ist das Ehepaar ermordet worden – wohl vom entlassenen Gärtner. Die Auswanderer hinterlassen die beiden Töchter Nicole und Michele. (Quelle: Privat)

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