Schlagwort-Archive: Musikszene

Filmkritik: Mama Goema

Südafrika-Dokumentationsfestival in Berlin – 2. Veranstaltungsbericht

(Autor: Ghassan Abid)

„Mama Goema“ ist der Titel einer multinationalen Dokumentation. Die Filmschaffenden Calum MacNaughton aus Südafrika, Ángela Ramirez aus Kolumbien und Sara Gouveia aus Portugal widmeten sich 2011 der Musikszene Kapstadts. „Mama Goema“ wurde auf dem Berliner South African Documentary Festival im Agora Collective im Juli 2015 dem Publikum präsentiert und mit einem lauten sowie langen Applaus gewürdigt.

Mama Goema

© Auf dem diesjährigen South African Documentary Festival in Berlin ist die Dokumentation „Mama Goema“ gezeigt worden. Die Redaktion von “SÜDAFRIKA – Land der Kontraste” schaute sich diese an. (Quelle: Screenshot/ Mama Goema)

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Kunst als Mittel der Vergangenheitsbewältigung

Die kreative Entfaltung kennt keine Grenzen

(Autor: Ghassan Abid)

### Sonderberichterstattung ###

´Tunesien-Woche für Demokratie´

© Sequenzausschnitt der Parodieshow ´kharabeeshtunisia´ (Quelle: YouTube)


Nachdem der ehemalige Präsident, Zine el-Abidine Ben Ali, das Land fluchtartig verlassen musste, erhält die tunesische Kulturszene eine Neubelebung der nicht bekannten Art. Schon während der Jasminrevolution wurde auf künstlerischer Weise gegen das politische System à la Ben Ali demonstriert, vor allem unter Einbeziehung der Neuen Medien.

Die  in Frankreich lebende Sängerin Amel Mathlouthi sang in Europa zuerst jene Lieder, die sich deutlich zur Freiheit des tunesischen Volkes positionierten, setzte diesen Protest jedoch auch in der Hauptstadt Tunis fort. Im Hintergrund ist die Stimme des Volkes zu hören und im Vordergrund die Melodie der Freiheit – genau diese Symbiose erweist sich mittlerweile als „Nouvelle scène de l’art tunisien“.

Melodie der Freiheit

Vor allem Rapper gelten in Tunisien, schon während der Ben Ali-Ära, als kritisches Sprachrohr der nationalen Musikszene, die kein Blatt vor den Mund nimmt und die Verantwortlichen der Regierung direkt attackiert. Der wohl bekannteste Musiker im Rap-Business stammt aus Sfax und nennt sich El Général. Er gilt als Vorbild vieler Jugendlicher, dessen Berühmtheit mit dem Beginn der Jasminrevolution auch im Ausland zugenommen hat.

Rap Tunisienne

Neu sind Parodien, wie ´Kharabeesh Tunisia´, die sich auf spöttischer Art und Weise schwerpunktmäßig mit dem abgesetzten Präsidenten und seiner Ehefrau Leila Trabelsi auseinandersetzen und die vergangenen Entwicklungen mit viel Zynismus aufgreifen. Allerdings wird die gegenwärtige Parodie in Tunesien verstärkt aus dem Ausland bestimmt, insbesondere durch Kunstschaffende aus dem Nahen Osten.

Parodie wird in Tunesien immer beliebter

Einige (Straßen-)Künstler gehen sogar soweit, dass sie mit teils brutalen Handlungen den Bruch mit der Vergangenheit verdeutlichen wollen. Allerdings erweist sich diese Kunstform als bisweilen nicht salonfähig.

Ist das noch Kunst?!
Im Großen und Ganzen ist die gegenwärtige Kunstszene des nordafrikanischen Landes breit aufgestellt. In bestimmten Feldern, unter anderem im Parodiebereich, wird sie durch ausländische Künstler dominiert, während die Musikszene die populärste Sphäre der Kreativität darstellt. Darüberhinaus legt das Goethe-Institut Tunis sein Augenmerk auf die Bloggerszene, um jungen Leuten ein größeres Forum der öffentlichen Artikulation eröffnen zu können – ganz im Sinne von Demokratieförderung.

Beiträge der 2010sdafrika-Redaktion zur ´Tunesien-Woche der Demokratie´:

Smarteez-Modebewegung auf Expansionskurs

Vom Kap der guten Modehoffnung – Smarteez

(Autor: Jan Joswig)

Lasst euch nicht von der anstehenden Fußball WM ins Bockshorn jagen. Ihr werdet allüberall die „Makarapas“, diese aufgetakelten Fan-Plastikhelme, vorgehalten bekommen. Aber Südafrika hat modisch weitaus mehr zu bieten. Genauso bunt, aber kein Stück karnevalistisch: die Smarteez.

Die Smarteez geraten gerade gewaltig als die politisch aufgeladene Antwort auf den englischen New Rave ins internationale Visier. In ihrem Neonmix aus europäischem Kolonialchic mit Fliege und Lackschuhen und afrikanischen Accessoires bringen sie die schwierige Identität schwarzer Township-Bewohner zum Leuchten.

© Vorzeige-Smartee mit Euro-Fliege und Afro-Armreif (Quelle: Chris Saunders)

Kepi Mngomezulu, Hauptprotagonist der Smarteez-Bewegung, fasst zusammen:

– Wir sind Do-it-Yourself, weil wir uns zuerst die Markenklamotten nicht leisten konnten und dann feststellten, dass wir viel stylischer aussehen, wenn wir auf die Klamotte selbst und nicht das eingenähte Markenschild achten.

– Wir lassen Kolonial- und Afrohintergrund zu gleichen Teilen aufeinander stoßen, um als lachende Dritte in unserer unverwechselbaren Individualität aus dem Clash hervorzugehen.

– In südafrikanischen Modegeschichtsbüchern sieht man nur Kolonialmode. Es macht uns einen Sauspaß, als schwarze Südafrikaner genau damit rumzuspielen.

– Smarteez wird für die globale Modeszene das werden, was HipHop für die globale Musikszene bedeutet.

Ab Mitte Mai soll die offizielle Smarteez-Webseite starten. Dann könnte die europäische Modebloggerszene sich ganz plötzlich als Diaspora fühlen.

—————————–

Lifestyle-Plattform „Sounds like me“ berichtete über die Smarteez-Bewegung:

http://www.sounds-like-me.com/