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Spielergebnis: Südafrika vs. Kap Verde

Schwaches Spiel von Bafana Bafana: Passungenauigkeit und unzureichende Ballkontrolle

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

– Afrika-Cup 2013-Spezial –

Unter strömenden Regen trat um 16.45 Uhr MEZ Gastgeber Bafana Bafana in der ersten Spielbegegnung des Afrika Cups 2013 gegen Kap Verde an. Die unhörbaren Vuvuzela-Geräusche erinnern an die Stimmung der Weltmeisterschaft 2010. Dementsprechend war der Druck auf die Südafrikaner riesig, das erste Spiel gegen den westafrikanischen Außenseiter zu gewinnen. Als Schiedsrichter pfiff der Algerier Jamel Haimoudi an.

© Südafrikas Mittelfeldspieler Siphiwe Tshabalala vom Johannesburger Erstligisten Kaizer Chiefs war bemüht, dem Eröffnungspiel des Afrika Cups 2013 gegen den Inselstaat Kap Verde Struktur zu geben. Doch verbauten die unzähligen Passfehler und die unzureichende Ballkontrolle mehrerer Spieler von Bafana Bafana die Chance zum Sieg. Es blieb bei einem schwachen Spiel mit einem Ergebnis von 0:0. (Quelle: flickr/ coulsontom)

© Südafrikas Mittelfeldspieler Siphiwe Tshabalala vom Johannesburger Erstligisten Kaizer Chiefs war bemüht, dem Eröffnungspiel des Afrika Cups 2013 gegen den Inselstaat Kap Verde Struktur zu geben. Doch verbauten die unzähligen Passfehler und die unzureichende Ballkontrolle mehrerer Spieler von Bafana Bafana die Chance zum Sieg. Es blieb bei einem schwachen Spiel mit einem Ergebnis von 0:0. (Quelle: flickr/ coulsontom)

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Glück im Unglück in den Flitterwochen

Safari-Erlebnis unter Gefahr: 24-jährige Südafrikanerin überlebt Nashornangriff

(2010sdafrika-Redaktion)

© Das junge Johannesburger Ehepaar Chantal Beyer und Zven Fouché hatten Glück im Unglück. Beim Fotografieren mit Nashörnern ist die Frau von einem Nashorn schwerverletzt worden. Nur durch das Eingreifen ihres Mannes konnte Schlimmeres verhindert werden. Das Aloe Ridge Hotel & Game Reserve schweigt zum Vorfall. (Quelle: Privatbestand)

© Das junge Johannesburger Ehepaar Chantal Beyer und Zven Fouché hatten Glück im Unglück. Beim Fotografieren mit Nashörnern ist die Frau von einem Nashorn schwer verletzt worden. Nur durch das Eingreifen ihres Mannes konnte Schlimmeres verhindert werden. Das Aloe Ridge Hotel & Game Reserve schweigt zum Vorfall. (Quelle: Privatbestand)

Am 28. März 2011 sind Chantal Beyer und Zven Fouché aus Johannesburg offiziell als Liebespaar zusammengekommen. Am 30. Oktober 2011 folgte die Verlobung und am 1. Dezember 2012 der große Tag in ihrem Leben – die Hochzeit. In diesem Monat, so eine Information aus dem unmittelbaren Freundeskreis der Beiden, verbrachte das junge Ehepaar ihre Flitterwochen am Pool und mit Tieren.

Vor wenigen Tagen hielten sich Chantal und Zven im Aloe Ridge Hotel & Game Reserve auf. Sie wollten ihre Flitterwochen mit einem klassischen Safari-Erlebnis abschließen, heißt es. Nach einem Artikel der Afrikaans-Zeitung „Beeld“[zu Deutsch: Bild] soll der Reserve-Eigentümer Alex Richter die in unmittelbarer Umgebung befindlichen Nashörner mit Futter angelockt haben.

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Farmarbeiter-Proteste in De Doorns eskalieren

„Intervention des Staates“ gefordert. Regierung ignoriert Geschehnisse. Polizei feuert Gummigeschosse

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Lage am Western Cape ist am Brodeln. Nach neuesten Pressemeldungen hat die Polizei gegen 3 Uhr morgendlicher Ortszeit Gummigeschosse und Tränengas auf demonstrierende Farmarbeiter einsetzen müssen. Die Wut der für mehr Lohn streikenden Menschen hat einen Höhepunkt erreicht. Nun fordern der Gewerkschaftsdachverband COSATU, die Democratic Alliance als Regierungspartei am Western Cape und die als Vermittler tätige Kommission CCMA eine „Intervention des Staates“.

© Die Farmarbeiterproteste in De Doorns eskalieren. Nun fordern Landespolitik und Gewerkschaft eine "Intervention des Staates". Dies bedeutet in der Praxis den Einsatz von mehr Polizei und/ oder die Verlegung von Armeeeinheiten an den Westkap. Weder das Arbeitsministerium noch die Presidency in Pretoria reagieren auf die Entwicklungen in De Doorns. (Quelle: Helivac)

© Die Farmarbeiterproteste in De Doorns eskalieren. Nun fordern Landespolitik und Gewerkschaft eine „Intervention des Staates“. Dies bedeutet in der Praxis den Einsatz von mehr Polizei und/ oder die Verlegung von Armeeeinheiten an den Westkap. Weder das Arbeitsministerium noch die Presidency in Pretoria reagieren auf die Entwicklungen in De Doorns. (Quelle: Helivac)

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Exklusiv: Südafrikaner in Halle verletzt

Fremdenfeindliche Straftat oder Unfall? LKA Sachsen-Anhalt hat Ermittlungen aufgenommen

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

In den Morgenstunden des Neujahrs meldete sich ein Südafrikaner beim Polizeirevier in Halle (Saale). Mit sichtbaren Verletzungen im Gesicht  ist der Mann dann zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gefahren. Die erste Befragung soll nach lokalen Presseberichten vorerst ohne Ergebnis verlaufen sein. Noch ist unklar, was genau passierte.

© Am Neujahrstag hat in Halle (Saale) ein Südafrikaner mit Verletzungen im  Gesicht das örtliche Polizeirevier aufgesucht. Zurzeit wird der Mann in einem Krankenhaus behandelt. Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen-Anhalt hat, wie exklusiv erfahren, bereits die Ermittlungen aufgenommen. Im Bild sind Anhänger einer Neo-Nazi-Demo, die 2011 in Halle stattfand, zu sehen. (Quelle: flickr/ Zeitfixierer)

© Am Neujahrstag hat in Halle (Saale) ein Südafrikaner mit Verletzungen im Gesicht das örtliche Polizeirevier aufgesucht. Zurzeit wird der Mann in einem Krankenhaus behandelt. Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen-Anhalt hat, wie exklusiv erfahren, bereits die Ermittlungen aufgenommen. Im Bild sind Anhänger einer Neo-Nazi-Demo, die 2011 in Halle stattfand, zu sehen. (Quelle: flickr/ Zeitfixierer)

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Blutiger Afghanistan-Terroranschlag

Acht Südafrikaner sterben bei Autobombenanschlag in Kabul als Rache für Anti-Mohammed-Film.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Damit hatte niemand gerechnet. Das Außenministerium in Pretoria bestätigte den heute verübten Terroranschlag gegen mehrere seiner Bürger in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Eine Selbstmordattentäterin riss in den frühen Morgenstunden acht Südafrikaner mit in den Tod, nachdem diese ihren mit Sprengstoff beladenen Pkw beim Minibus der Ausländer zur Explosion brachte. Das neunte Todesopfer war ein Einheimischer.

© Ein Anschlag der islamistischen Terrorgruppe "Hezb-e-Islami" (zu Deutsch: Die Islamische Partei") riss acht Südafrikaner des Johannesburger Luftfrachtunternehmens BalmOral Central Contracts in den Tod. Die Regierung hält sich bisweilen mit näheren Angaben zu den Opfern bedeckt. (Quelle: flickr/ Pan-African News Wire)

© Ein Anschlag der islamistischen Terrorgruppe „Hezb-e-Islami“ (zu Deutsch: Die Islamische Partei“) riss acht Südafrikaner des Johannesburger Luftfrachtunternehmens BalmOral Central Contracts in den Tod. Die Regierung hält sich bisweilen mit näheren Angaben zu den Opfern bedeckt. (Quelle: flickr/ Pan-African News Wire)

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Kap-Kolumne: Marikana und kein Ende?

Schere zwischen Lebenshaltung und Löhne geht weiter auseinander. Die Politik ist in der Belastungsprobe.

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger West-Berliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Marikana felt like a nightmare, but this is what our 2012 democracy has become„, ruft Desmond Tutu zornig in Richtung Regierung. Der  anglikanische Alt-Erzbischof trifft einen Nerv: Der kollektive Schock und die Trauer über die Ereignisse sitzen noch tief. Das Massaker von Marikana drückt in der Tat schwer wie ein Albtraum auf die Stimmung in Südafrika, mal mehr, mal weniger, je nach dem, von welcher Seite aus der Betrachter schaut.

© Die Vorgänge um das Marikana-Massaker sind eine Belastungsprobe für die Dreierallianz zwischen ANC, COSATU und SACP. Die Masse der Menschen sieht für sich in der Befreiung vom Apartheid-Regime einen geringen sozio-ökonomischen Vorteil. Die Gewerkschaftsspaltungen werden durch diese Unzufriedenheit begünstigt. Im Bild ist AMCU-Präsident Joseph Mathunjwa zu erkennen, der der konkurrierenden Minengewerkschaft NUM die Verantwortung für das Marikana-Massaker in die Schuhe schiebt. Allerdings zeigt sich dieser Gewerkschaftsführer selbst darüber erschrocken, was passiert ist. (flickr/ Pan-African News Wire)

© Die Vorgänge um das Marikana-Massaker sind eine Belastungsprobe für die Dreierallianz zwischen ANC, COSATU und SACP. Die Masse der Menschen sieht für sich in der Befreiung vom Apartheid-Regime einen geringen sozio-ökonomischen Vorteil. Die Gewerkschaftsspaltungen werden durch diese Unzufriedenheit begünstigt. Im Bild ist AMCU-Präsident Joseph Mathunjwa zu erkennen, der der konkurrierenden Minengewerkschaft NUM die Verantwortung für das Marikana-Massaker in die Schuhe schiebt. Allerdings zeigt sich dieser Gewerkschaftsführer selbst darüber erschrocken, was passiert ist. (Quelle: flickr/ Pan-African News Wire)

Alle Fakten sind längst nicht geklärt, aber eines steht fest: Es hätte nie geschehen dürfen. Selbst mit den ärgsten Feinden der demokratischen Entwicklung nach dem Fall der Apartheid wurde so nicht verfahren.

Unstrittig sind die sozio-ökonomischen Verhältnisse, die zu solch krassen Auswüchsen in der Auseinandersetzung zwischen Kapital und Arbeit in Südafrika führen. Die Lage der Arbeiter, hier insbesondere der Minenarbeiter, ist bekanntlich äußerst mies. In dem oftmals zitierten Nebeneinander von „1. und 3. Welt“ in Südafrika, leben die Minenkumpels in der „3.“, also auf der armen Seite der Gesellschaft. Das nimmt sie jedoch nicht aus von den Preisentwicklungen, die sich zunehmend mit denen in der „1. Welt“ messen können.

Jüngstes Beispiel ist der Spritpreis, der just diese Woche um 93 Cent (Benzin) bzw. 69 Cent (Diesel) angehoben wurde. Damit kostet der Liter Benzin in Gauteng zwölf Rand (rund € 1,20) und in der Nordprovinz Limpopo sogar mehr wegen der Entfernung zu den Raffinerien an der Küste. Das wirkt sich unmittelbar auf die Preise der Sammeltaxen aus, die hier das wichtigste Verkehrsmittel der arbeitenden Bevölkerung zwischen den Townships und ihren jeweiligen Arbeitsorten sind. Auch die gesamte Kette der Nahrungsmittelindustrie wird, Glied für Glied die Spritpreiserhöhung an den Endverbraucher weitergeben. So gallopieren die Lebenshaltungskosten den mageren Löhnen der Kumpel ständig davon.

Eines der Hauptübel in den Arbeitsbeziehungen der Bergbauindustrie ist die Wanderarbeit. Die gibt es seit Beginn des industriell betriebenen Abbaus von Bodenschätzen in Südafrika. Daran hat sich kaum etwas verändert. Die Wanderarbeit liefert der Industrie billige Arbeitskräfte, sie ist somit eine der wichtigsten Profit-Quellen der großen internationalen Minenkonzerne wie Anglo-American, Lonmin, De Beers usw. Es ist auch kein Geheimnis, dass die südafrikanischen Minen zu den profitabelsten der Welt gehören. Wanderarbeit bedeutet auf der anderen Seite die Zerstörung gewachsener sozialer Strukturen, das Entstehen und die Vermehrung von so genannten Squatter Camps (Blechhüttensiedlungen) samt all den damit verbundenen Merkmalen der Verelendung.

Das ist die eine, nie zu vergessende Seite jeglicher Arbeitskämpfe in den Minen. Ein anderer Aspekt der aktuellen Auseinandersetzungen ist der politische. Die sich weitende Schere zwischen Reich und Arm, die zunehmende Unzufriedenheit mit den sozialen Verhältnissen führt zu Verwerfungen im politischen Machtgefüge. Und weil der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) eine so genannte „broad church“ ist, d.h. eine Organisation, die alle gesellschaftlichen Schichten und Klassen einschließt, spiegeln sich in dieser Organisation die gesellschaftlichen Widersprüche in Form von Machtkämpfen wider.

Die Vorgänge um das Marikana-Massaker sind auch eine Belastungsprobe für die Dreierallianz zwischen ANC, COSATU und SACP. Insbesondere die Gewerkschaftsföderation COSATU ist durch ihre Einbindung ins Regierungslager in eine wenig beneidenswerte Zwitterposition geraten. Die Regierung will das Investitionsklima in Südafrika freundlich gestalten. Das ist nicht ohne kapitalfreundliche Politik zu haben und geht oftmals gegen die Interessen der Arbeiter. Die wachsende Ungeduld vieler Menschen, die sich ausgeklammert fühlen vom Prozess der Transformation der südafrikanischen Gesellschaft, ist ein nicht zu unterschätzendes Element. Die Masse der Menschen in den Townships und in den ‚informal settlements‘ sehen die Ernte der Befreiung vom Apartheid-Regime im neu-gewonnen Reichtum einer dünnen schwarzen Mittelschicht verschwinden. Das leistet auch einer Spaltung der Gewerkschaften Vorschub. So manche ‚leader‘ haben sich, so scheint es, zu weit entfernt von ihrer Mitgliedschaft. Daher ist Marikana auch ein bedenkliches Zeichen für die Führungsschwäche der Eliten, wie Dr. Mamphela Ramphele feststellte.

No Comment: Bergwerk-Krise in Südafrika

„Hinrichtung“ von Minenarbeitern durch Polizisten? Video belastet Beamte schwer. Rund 18 Tote

(2010sdafrika-Redaktion)

Heute tauchte ein erschreckendes Video auf, welches wenige englischsprachige Medien bereits veröffentlicht haben. Der Zuschauer soll sich zur dramatischen Lage in den Bergwerken eine eigene Meinung bilden können, heißt es von euronews. Diesen Anspruch verfolgt auch „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“. Die Situation in den südafrikanischen Minen ist katastrophal. Bereits am letzten Montag wurden 9 bis 10 Menschen bei der Platinmine in Marikana getötet, darunter zwei Polizisten. Heute ist die Lage in Rustenburg eskaliert, nachdem Polizisten auf eine anstürmende Menge von Minenarbeitern das Feuer eröffnet hat. Weitere Einzelheiten sind nicht bekannt. Ein Flächenbrand kann nicht mehr ausgeschlossen werden. „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ steht mit einigen Minenarbeitern in Kontakt. Übersandtes Bildmaterial aus der Provinz North West kann aufgrund der brutalen Abbildungen nicht veröffentlicht werden. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Polizisten richten Minenarbeiter in Rustenburg hin. Es liegen Berichte vor, wonach heute rund 18 Menschen getötet worden sein sollen. [Hinweis: Das Anschauen des Videos liegt in der eigenen Verantwortung]. (QUELLE: Reuters)