Schlagwort-Archive: Nobelpreisträger

Einreise nicht erwünscht

Verweigerte Visum-Ausstellung des Dalai Lamas entwickelt sich zum internationalen Fiasko für Südafrika

(2010sdafrika-Redaktion)

Das Außenministerium in Pretoria hat das Ausmaß der Visum-Ablehnung des tibetischen Oberhaupts unterschätzt. Sämtliche internationale Medien – darunter auch die deutsche Presse wie BILD, Spiegel Online oder Deutschlandfunk – griffen die Verweigerung Südafrikas auf, wonach der Dalai Lama nicht am 14. Weltgipfel der Friedensnobelpreisträger in Kapstadt teilnehmen darf. Die Empörung über die Beeinflussung der Südafrikaner ist groß. Das Land gerät erneut als Negativschlagzeile in die Berichterstattung.

Sirensongs

© Der Dalai Lama darf zum nun dritten Mal nicht nach Südafrika einreisen. Das Außenministerium in Pretoria verweigerte dem tibetischen Oberhaupt, einem engen Freund von Desmond Tutu, die Teilnahme am 14. Weltgipfel der Friedensnobelpreisträger in Kapstadt. Mehrere Nobelpreisträger drohten mit einer Absage ihrer Visite, sollte der Dalai Lama tatsächlich nicht kommen dürfen. (Quelle: flickr/ Sirensongs)

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Waffenembargo gegen Israel gefordert

Südafrikas Intellektuelle fordern Sanktionen gegen jüdischen Staat. Zehntausende gehen auf die Straßen

(2010sdafrika-Redaktion)

In diesen Tagen erreicht das Image Israels in Südafrika einen neuen historischen Tiefstand. Während in Johannesburg und Kapstadt nach Angaben der Organisatoren rund 40.000 Menschen auf die Straße gingen, um ein Ende der israelischen Offensive in Gaza zu verlangen, melden sich nun auch die südafrikanischen Intellektuellen zu Wort. Sie fordern, dass die internationale Gemeinschaft ein Waffenembargo gegen den jüdischen Staat verhängen sollte. Die Persönlichkeiten sehen sich in der Tradition Nelson Mandelas.

Books Live

© In Südafrika hat sich seit Jahren eine erfolgreiche Pro-Palästina-Kampagne entwickelt, der zahlreiche Intellektuelle wie der Nobelpreisträger Desmond Tutu angehören. Bereits in den 1990er-Jahren hatte sich Nelson Mandela als Freund der Palästinenser bezeichnet und die Freiheit Südafrikas vom Schicksal der Araber abhängig gemacht. (Quelle: flickr/ Books Live)

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Desillusionierung ehemaliger ANC-Guerillas

Im Interview mit Ludger Schadomsky, Redaktionsleiter der Deutschen Welle

(Autor: Ghassan Abid)

    © Ludger Schadomsky ist Buchautor und Redaktionsleiter beim deutschen Auslandsrundfunk Deutsche Welle. Vor Kurzem hielt sich der Journalist zwecks Recherche für einen Artikel in Qunu auf, der Heimat von Nelson Mandela. (Quelle: DW)

© Ludger Schadomsky ist Buchautor und Redaktionsleiter beim deutschen Auslandsrundfunk Deutsche Welle. Vor Kurzem hielt sich der Journalist zwecks Recherche für einen Artikel in Qunu auf, der Heimat von Nelson Mandela. (Quelle: DW)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den für die Deutsche Welle tätigen Journalisten und Afrika-Buchautoren Ludger Schadomsky. Sie studierten in Köln und schließlich in Kapstadt. Wie kam es dazu, dass sie den Weg nach Südafrika fanden?

Antwort: Während der Umwälzungen am Kap zu Beginn der 90er-Jahre studierte ich in Köln Afrikanistik und Politikwissenschaften. Klar war, dass ich mich intensiver und vor allem vor Ort mit dem „neuen Südafrika“ auseinandersetzen wollte. Also habe ich mich um ein DAAD-Stipendium zum Studium der Sprache Xhosa an der Universität Kapstadt (UCT) bemüht. So kam ich 1996 nach Südafrika und blieb bis 1998, schloss mein Studium an der UCT ab und begann parallel als Korrespondent für die Zeitungen „Afrika Post“ und „afrika süd“ zu berichten – eine faszinierende Zeit, zumal der Berichtsraum nicht nur Südafrika, sondern auch die Nachbarländer umfasste. Die Berichterstattung über die Aufarbeitung der Apartheidverbrechen in der sog. „Wahrheits- und Versöhnungskommission“(TRC) gehört bis heute, trotz vieler anschließender Reisen in afrikanische Krisengebiete, zum Aufwühlendsten überhaupt. Demgegenüber stand die Verabschiedung der modernsten Verfassung der Welt – ein Meilenstein für die junge Regenbogennation! 1998 bin ich schweren Herzens für ein Volontariat zur Deutschen Welle nach Deutschland zurückgegangen, wo ich heute als Redaktionsleiter tätig bin.

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Nelson Mandela wird 95 Jahre alt

Madibas Geburtstag im Zeichen des Gemeinwohls. Eine Aktion, die vom ANC missbraucht wird

(Ein Kommentar von Chefredakteur Ghassan Abid)

Das Kalafong Hospital im Westen Pretorias ist Anfang der 70er Jahre eröffnet worden. Das im braunen Backstein erbaute Gebäude der Universität Pretoria liegt im Township Atteridgeville. An jenem Ort, das während der Apartheid im Jahr 1988 Ziel eines ANC-Bombenanschlages wurde. Genau 20 Jahre später wurden in Atteridgeville afrikanische Flüchtlinge gejagt. Sieben Ausländer starben. Und heute leben im Township arme Südafrikaner weißer Hautfarbe, die im Kalafong Hospital mit schwarzen Patienten – ebenfalls aus ärmlichen Verhältnissen – auf ihre Behandlung warten. Dennoch herrschen auch unter den Armen derselben Gemeinschaft große Berührungsängste. Das Geben und Nehmen im demokratischen Südafrika erweist sich aus Sicht vieler Bürger als utopische Vorstellung.

    © Nelson Mandela ist heute 95 Jahre alt geworden. Die Regierung hat die Bürger Südafrikas dazu aufgerufen, ehrenamtlich tätig zu werden und am Mandela Day gemeinwohlorientiert zu handeln. Man müsse die Ideale Mandelas umsetzen, heißt es. Doch die Mitglieder der Regierung, allen voran Präsident Jacob Zuma, leben alles andere als nach den Grundsätzen Mandelas. Die wahren Vorbilder sind andere Menschen. (Quelle: flickr/ edjane obama)

© Nelson Mandela ist heute 95 Jahre alt geworden. Die Regierung hat die Bürger Südafrikas dazu aufgerufen, ehrenamtlich tätig zu werden und am Mandela Day gemeinwohlorientiert zu handeln. Man müsse die Ideale Mandelas umsetzen, heißt es. Doch die Mitglieder der Regierung, allen voran Präsident Jacob Zuma, leben alles andere als nach den Grundsätzen Mandelas. Die wahren Vorbilder sind andere Menschen. (Quelle: flickr/ edjane obama)

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Madiba erneut im Krankenhaus

Vierter Krankenhausaufenthalt von Nelson Mandela in knapp zwei Jahren

(2010sdafrika-Redaktion)

Update vom 06.04.2013: Nelson Mandela hat das Hospital verlassen und wird in seinem Heimatdorf ambulant weiterbehandelt.

In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag, kurz vor Mitternacht, ist Nelson Mandela in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Er werde aufgrund einer Lungenentzündung behandelt, hieß es aus Pretoria. Präsident Jacob Zuma sprach sein vollstes Vertrauen gegenüber dem Ärzteteam aus, das alles Erdenkliche tun werde, um die Genesung Mandelas zu gewährleisten.

© Nelson Mandela ist in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Es ist der vierte Hospitalaufenthalt des Nobelpreisträgers in knapp zwei Jahren. (Quelle: flickr/ South Africa The Good News)

© Nelson Mandela ist in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Es ist der vierte Hospitalaufenthalt des Nobelpreisträgers in knapp zwei Jahren. (Quelle: flickr/ South Africa The Good News)

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Geheimsache Madiba

Gerücht über Tod Mandelas kursiert in Medienkreisen und im Netz. Regierung dementiert prompt

(2010sdafrika-Redaktion)

Seit einigen Tagen kursiert im Netz und in Kreisen von südafrikanischen Journalisten das Gerücht, wonach Nelson Mandela bereits gestorben sein soll und die Regierung diese Information der Öffentlichkeit vorenthalten würde. Krankenhausangestellte wurden zur Verschwiegenheit verpflichtet. Familienangehörige und Parteifreunde schweigen. Dieser Zustand bietet einen optimalen Nährboden für Gerüchte am Kap.

    © Erstmalig kursiert im Netz und in südafrikanischen Journalistenkreisen das Gerücht, wonach Nelson Mandela bereits gestorben sein soll und die Regierung diese Information der Öffentlichkeit vorenthalten würde. Offiziell heißt es von der Regierung, dass Mandela weiterhin in ärztlicher Behandlung sei. Sein Zustand befinde sich allerdings in einer "schwierigen Phase". (Quelle: flickr/ PHILIP SCHEDLER)

© Erstmalig kursiert im Netz und in südafrikanischen Journalistenkreisen das Gerücht, wonach Nelson Mandela bereits gestorben sein soll und die Regierung diese Information der Öffentlichkeit vorenthalten würde. Offiziell heißt es von der Regierung, dass Mandela weiterhin in ärztlicher Behandlung sei. Sein Zustand befinde sich allerdings in einer „schwierigen Phase“. (Quelle: flickr/ PHILIP SCHEDLER)

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„Black Thursday“ in Südafrika

Secrecy Bill wird nun zum Gesetz – zu Lasten der Demokratie. Das Auswärtige Amt ist in der Pflicht

(Ein Kommentar von Chefredakteur Ghassan Abid)

Am heutigen Tag ist genau das passiert, was die meisten Demokraten in Südafrika befürchtet hatten. Mit den Stimmen der Regierungspartei ANC ist die „Protection of State Information Bill“, auch als Secrecy Bill bezeichnet, in der zweiten Parlamentskammer beschlossen worden. 34 Mitglieder des National Council of Provinces (NCOP) stimmten dafür, 16 dagegen. Aus einem Gesetzentwurf wird nun ein Gesetz, dass einerseits die grundsätzliche Klassifizierung von Informationen als Geheimsache erleichert und andererseits eine harte Bestrafung für „Gesetzesbrecher“ vorsieht. Besonders enttäuschend ist, dass die Länderkammer Südafrikas in den letzten Jahren mehrfach vom Bundesrat im Sinne eines leistungsfähigen Parlamentarismus unterstützt wurde.

    © Im November 2011 beschloss die erste Parlamentskammer, die National Assembly, mit den Stimmen der Regierungspartei ANC das umstrittene Gesetz “Protection of State Information Bill”. Heute schloss sich die zweite Parlamentskammer, der National Council of Provinces (NCOP), dem Regierungsvorhaben an. Nun wird aus einem Gesetzentwurf ein Gesetz, dass Journalisten und Informanten ins Visier nimmt. (Quelle: flickr/ Animation Concept)

© Im November 2011 beschloss die erste Parlamentskammer, die National Assembly, mit den Stimmen der Regierungspartei ANC das umstrittene Gesetz “Protection of State Information Bill”. Heute schloss sich die zweite Parlamentskammer, der National Council of Provinces (NCOP), dem Regierungsvorhaben an. Nun wird aus einem Gesetzentwurf ein Gesetz, dass Journalisten und Informanten ins Visier nimmt. (Quelle: flickr/ Animation Concept)

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