Schlagwort-Archive: Nukleartechnologie

Geheimsache Nuklearenergie in Südafrika

Bauauftrag neuer Atomkraftwerke im Wert von 71,5 Milliarden Euro geht höchstwahrscheinlich an Russland

(Autor: Ghassan Abid)

Südafrikas Behörden sind dafür bekannt, Anfragen der Presse schlichtweg zu ignorieren. Journalisten müssen immer wieder geduldig nachfragen, meist über Telefon oder auf einer Pressekonferenz, warum etwas wie beschlossen worden ist. In der Atompolitik jedoch schweigen die zuständigen Stellen gänzlich. Wichtige Fragen bleiben unbeantwortet. Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ versucht seit über einem Jahr Informationen zum geplanten Ausbau der Nuklearenergie zu bekommen – bisher vergeblich.

Koeberg 05 - Photo by Bjorn Rudner (2)

© Bisher unterhält Südafrika das Atomkraftwerk Koeberg bei Kapstadt, das einzige AKW in Afrika überhaupt. Doch in den nächsten Jahren könnten weitere Kraftwerke folgen. Alles deutet darauf hin, dass Russland mehrere Atomkraftwerke am Kap bauen wird. Die Regierung in Pretoria schweigt zum Milliardendeal beharrlich. (Quelle: Eskom)

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„Die Klageabweisung in den USA ist enttäuschend“

Im Interview mit Barbara Müller, Koordinatorin der Schweizer Entschädigungskampagne KEESA

(Autor: Ghassan Abid)

© Barbara Müller ist Koordinatorin der Schweizer „Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika (KEESA)“. Ihre Organisation setzt sich seit 1998 dafür ein, dass südafrikanischen Apartheidsopfern durch westliche Konzerne Entschädigungszahlungen geleistet werden sollen. Deutschen Unternehmen wie Rheinmetall und Daimler wirft KEESA vor, durch ihre Geschäftstätigkeit Beihilfe zu den schweren Menschenrechtsverletzungen des Apartheidregimes begangen zu haben.

© Barbara Müller ist Koordinatorin der Schweizer „Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika (KEESA)“. Ihre Organisation setzt sich seit 1998 dafür ein, dass südafrikanischen Apartheidsopfern durch westliche Konzerne Entschädigungszahlungen geleistet werden sollen. Deutschen Unternehmen wie Rheinmetall und Daimler wirft KEESA vor, durch ihre Geschäftstätigkeit Beihilfe zu den schweren Menschenrechtsverletzungen des Apartheidregimes begangen zu haben.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Barbara Müller, Koordinatorin der „Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika (KEESA)“. Seit wann gibt es Ihre Organisation und welche Ziele verfolgt diese?

Antwort: Die KEESA wurde 1998 in der Schweiz gegründet, sie ist Teil einer internationalen Kampagne, welche die Forderung erhob, dem Neuen Südafrika die Apartheid-Schulden zu erlassen und die Apartheid-Opfer zu entschädigen. Die Kampagne entstand im Rahmen von Jubilee 2000, einer Kampagne, die sich unter anderem auch mit der Frage von illegitimen Schulden befasste. In der Schweiz tritt die KEESA darüber hinaus auch dafür ein, dass Politik und Wirtschaft Verantwortung für ihre Verstrickung mit dem Apartheid-Regime übernehmen. Sie hat erreicht, dass der schweizerische Bundesrat 2001 ein nationales Forschungsprojekt zur Untersuchung der Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika in Auftrag gab, dessen Resultate 2005 publiziert wurden [Anmerkung der Redaktion: Der Bundesrat in der Schweiz ist vergleichbar mit der Bundesregierung in Deutschland] .

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