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“Jeder wird genug Wasser haben”

Südafrikas Ministerin für Wasserangelegenheiten ermahnt Bürger zu mehr Verantwortung

(2010sdafrika-Redaktion)

Am Kap gehen Wasserexperten davon aus, dass bis zum Jahr 2030 das bereits jetzt begrenzte Angebot an Trinkwasser um weitere 15 Prozent abnehmen wird. Stärkere Trockenheit, Bevölkerungszuwachs und Ausschöpfung der Wasserquellen sind immer wieder als Ursache zu lesen. Am vergangenen Mittwoch stellte die südafrikanische Ministerin für Wasserangelegenheiten Edna Molewa den 2. Bericht zur Nationalen Wasserressourcen-Strategie (NWRS2) vor. Sie versichert, dass „jeder genug Wasser haben wird“, sofern bestimmte Veränderungen eintreten.

© Edna Molewa, Südafrikas Ministerin für Wasserangelegenheiten, ermahnt die Bürger des Landes zu mehr Verantwortungsbewusstsein bei der Wassernutzung. Ihr Ministerium zielt auf eine stärkere Wassereffizienz ab. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

© Edna Molewa, Südafrikas Ministerin für Wasserangelegenheiten, ermahnt die Bürger des Landes zu mehr Verantwortungsbewusstsein bei der Wassernutzung. Ihr Ministerium zielt auf eine stärkere Wassereffizienz ab. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

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Deutsches Architekturprojekt in Südafrika

Im Interview mit Bernadette Heiermann, Architektin und RWTH-Mitarbeiterin

(Autor: Ghassan Abid)

© Bernadette Heiermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen.

© Bernadette Heiermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Bernadette Heiermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Welche Aufgaben hat die Baukunst zu erfüllen?

Antwort: Behutsamen Umgang mit dem Ort, seiner Geschichte und Identität, mit dem Raumprogramm und seinen Anforderungen, Konstruktion und Materialisierung, Schönheit und Poesie.

Im Zusammenhang mit unseren Gebäuden in Südafrika bedeutet dies, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten Konstruktionen und Materialien verwenden, die lokal und nachhaltig sind. Wir beziehen Nutzer und Anwohner in Planung und Realisierung mit ein. Wir schaffen Räume, die möglichst mehrere Nutzungen erlauben und durch ihre Schönheit die Nutzer glücklich machen.

© Isometrie des von der RWTH Aachen gebauten Kindergartens „Hamlet Crèche“ in Südafrika. (Quelle: RWTH Aachen)

© Isometrie des von der RWTH Aachen gebauten Kindergartens „Hamlet Crèche“ in Südafrika. (Quelle: RWTH Aachen)

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Südafrikanische Kunst in München

Ausstellung zum Johannesburger Künstler Kendell Geers: Provokation, Humor und Gewalt

(2010sdafrika-Redaktion)

Vom 01. Februar bis zum 12. Mai 2013 ist im Haus der Kunst in München, einem öffentlichen Museum für zeitgenössische Kunst, eine Ausstellung zum Johannesburger Künstler Kendell Geers zu bewundern. Ein Künstler, der mehrfach untertauchen musste und die Provokation bewusst einsetzt.

© HDK Kendell Geers Master Mistress of my Passion

© HDK Kendell Geers Master Mistress of my Passion (Quelle: Haus der Kunst)

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Vorbestrafte in Polizeiuniform

Von Raub bis zur Vergewaltigung: 74 „Police Reservists“ aus KwaZulu-Natal sind vorbelastet

(Autor: Ghassan Abid)

Das südafrikanische System kennt seit 1995 mit dem „South African Police Service Act (Act No 68 of 1995)“ und ermöglicht die Tätigkeit des „Police Reservist“. Darunter versteht man den Einsatz von freiwilligen Bürgern in ihrer Kommune, die über die selben Kompetenzen wie Polizeibeamte des „South African Police Service (SAPS)“ verfügen. Voraussetzung für dieses Amt ist die Erlangung des Abiturs und ein sauberes Strafregister des Bewerbers.

© Südafrikas freiwilliger Polizeidienst erlebt einen Skandal: 74 sogenante "Police Reservists" aus der Provinz KwaZulu-Natal üben polizeiliche Kompetenzen aus, obwohl diese bereits kriminell aufgefallen sind. Solche Ernennungen sind strikt unzulässig. Wie es dazu kommen konnte, ist unklar [hier Archivbild].(Quelle: flickr/ ER24 EMS)

© Südafrikas freiwilliger Polizeidienst erlebt einen Skandal: 74 sogenante „Police Reservists“ aus der Provinz KwaZulu-Natal üben polizeiliche Kompetenzen aus, obwohl diese bereits kriminell aufgefallen sind. Solche Ernennungen sind strikt unzulässig. Wie es dazu kommen konnte, ist unklar [hier Archivbild].(Quelle: flickr/ ER24 EMS)

Jeder Bürger mit dauerhaftem Wohnsitz in Südafrika kann die nächstliegende Polizeistation aufsuchen und dort ein Gespräch mit dem sogenannten „Reservist Coordinator“ wünschen. Dieser händigt dem Bewerber verschiedene Bewerbungsunterlagen aus und nimmt zusätzlich die Fingerabdrücke ab. Im weiteren Verlauf entscheidet dann eine Auswahlkommission, wer von den Bewerbern angehört wird.

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Deutsches Visaverfahren in Südafrika

Datenschutzexperten sehen Bedenken bei der Einbindung privater Dienstleister 

(2010sdafrika-Redaktion)

Wer als Südafrikaner nach Deutschland einreisen möchte, der benötigt ein Visum. Dieses muss an den Visastellen in Pretoria, Kapstadt oder optional beim Honorarkonsulat in Durban oder in Port Elizabeth beantragt werden. Kritisch wird das Visaverfahren allerdings dann, wenn private Dienstleister hierbei eingebunden werden sollen. In Südafrika wird ein solches Vorhaben vorbereitet. Der Runderlass des Auswärtigen Amtes vom März 2000, besser bekannt als Volmer-Erlass, zeigte bereits, wie groß die grundsätzliche Gefahr von Missbrauchsfällen in der Visumerteilung ist.

© An den deutschen Visastellen in Pretoria, Kapstadt oder optional an den Honorarkonsulaten können Visa für den Schengenraum beantragt werden. Das Auswärtige Amt hatte eine partielle Auslagerung des Visa-Verfahrens an private Antragsannahmezentren ausgeschrieben. Ein privater Dienstleister würde somit Zugang zu sensiblen Informationen von Antragstellern erhalten. (Quelle: photothek/ Auswärtiges Amt)

© An den deutschen Visastellen in Pretoria, Kapstadt oder optional an den Honorarkonsulaten können Visa für den Schengenraum beantragt werden. Das Auswärtige Amt hatte eine partielle Auslagerung des Visa-Verfahrens an private Antragsannahmezentren ausgeschrieben. Ein privater Dienstleister würde somit Zugang zu sensiblen Informationen von Antragsstellern erhalten. (Quelle: photothek/ Auswärtiges Amt)

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Nationaler Protest

Gewerkschaft COSATU mobilisiert 100.000 Menschen: Abschaffung von Zeitarbeit und Pkw-Maut gefordert

(Autor: Ghassan Abid)

Der Dachverband der südafrikanischen Gewerkschaften, der Congress of South African Trade Unions (COSATU), hat den heutigen 7. März 2012 zum Massenprotesttag erklärt. 100.000 Südafrikaner aus Kapstadt, Johannesburg, George, Worcester, East London, Port Elizabeth, Polokwane, Bloemfontein und vielen anderen Städten schließen sich dieser nationalen Aktion an. Während der Afrikanische Nationalkongress (ANC) den Protest unterstützt, partizipiert ebenfalls Julius Malema und die ANC-Jugendliga öffentlichkeitswirksam in Johannesburg.

COSATU-Protest in Kapstadt in der Provinz Western Cape

In roter Kleidung, ganz nach der Farbe von COSATU, soll die Arbeit der Zeitarbeitsvermittler angeprangert werden. Denn diese vermitteln Arbeitskräfte – so heißt es seitens der Gewerkschaft – zu schlechten, unmenschlichen und sklavenähnlichen Bedingungen. Andere Stimmen sprechen in diesem Kontext auch von einem Menschenhandel. In Südafrika ist es ähnlich in Deutschland üblich, dass die Kontaktaufnahme mit Arbeitgebern über Zeitarbeitsfirmen erfolgt, die die Konditionen für ihr vermitteltes Klientel aushandeln. Dementsprechend sollen diese „Sklavenhändler“ abgeschafft werden.

Auch protestieren die Menschen gegen das E-Tolling-System, was vergleichbar ist mit einer Pkw-Maut. Bereits jetzt sind einige Straßen  nur gegen Zahlung  einer Gebühr befahrbar. Gewerkschafter lehnen die Abgabe für die Nutzung von öffentlichen Straßen strikt ab. Solange Armut in Südafrika besteht, erweist sich eine solche Gebühr als ungerecht, heißt es seitens der Interessensvertretung der Arbeiter.

COSATU verfolgt mit dem heutigen Protesttag zwei Ziele: Zum Einen will die Gewerkschaft auf die prekäre Arbeitssituation vieler südafrikanischer Arbeiter hinweisen. Fakt ist, dass sich die Lebensbedingungen mit der anhaltenden Inflation von Jahr zu Jahr verschlechtern. Zum Andern untermauern „die Roten“ ihre starke Rolle innerhalb der „Drei-Parteien-Allianz“ (Tripartite Alliance) zwischen ANC, COSATU und der Kommunistenpartei SACP.

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© COSATU-Protest in Burgersfort in der Provinz Limpopo (Quelle: Manyosi Gilbert  Kganyago)

Nach der Konfrontation des ANC mit seiner Jugendorganisation ANCYL, wird sich Jacob Zuma auf jeden Fall vor einem politischen Disput mit COSATU hüten. In zwei Jahren bereits sind die nächsten Nationalwahlen in Südafrika.

2010sdafrika-Interview mit Andreas Storm, Staatssekretär im BMAS:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2011/05/23/bundesagentur-fur-arbeit-arbeitsvermittlungsmodell-fur-sudafrika/