Schlagwort-Archive: Oliver Tambo

Anti-apartheid activist dies in Germany

Veteran anti-apartheid activist Eric Singh dies in Berlin, days before his planned return to South Africa

(Editor: Anli Serfontein, South African journalist in Berlin)

Veteran anti-apartheid activist Eric Singh (81) dies in Berlin on Tuesday 11 February 2014, only days before he was due to fly to South Africa to spend his last days with his closest relatives.

© Veteran anti-apartheid activist Eric Singh (81) dies in Berlin. The South African citizen was responsible for the magazine production of Sechaba the ANC mouthpiece in exile. He was also for many years the face of the ANC in East Germany

© Veteran anti-apartheid activist Eric Singh (81) dies in Berlin. The South African citizen was responsible for the magazine production of Sechaba the ANC mouthpiece in exile. He was also for many years the face of the ANC in East Germany

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Mandela-Film in den deutschen Kinos

Madibas Leben beeindruckt, macht emotional und nachdenklich. Ein Mensch, der viel aufopfern musste

(2010sdafrika-Redaktion)

Am morgigen Donnerstag läuft in den deutschen Kinos der Film „Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“ an. Am 5. Dezember vergangenen Jahres starb die Weltikone im Alter von 95 Jahren. Nun, rund zwei Monate später, kann das deutsche Publikum miterleben, welche individuellen Einschränkungen der berühmteste Südafrikaner bei seiner eigenen Freiheit ertragen musste, um diese einem gesamten Volk zugutekommen zu lassen.

© Ab dem 30. Januar 2014 ist der Mandela-Film in den deutschen Kinos zu sehen. Die britisch-südafrikanische Produktion geht auf mehrere Lebensabschnitte des Nationalhelden Südafrikas ein. (Quelle: Senator Film)

© Ab dem 30. Januar 2014 ist der Mandela-Film in den deutschen Kinos zu sehen. Die britisch-südafrikanische Produktion geht auf mehrere Lebensabschnitte des Nationalhelden Südafrikas ein. (Quelle: Senator Film)

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Die Person Mandela

Zwischen Tradition und Moderne: Im Kampf für die Gleichbehandlung von Schwarzen und Weißen

(Autor: Ghassan Abid)

– MANDELA-Spezial –

Am 18. Juli 1918 erblickte in der südafrikanischen Gemeinde Mvezo in der Provinz Ostkap Nelson Rolihlahla Mandela das Licht der Welt. Sein Vater, ein Mitglied des Königshauses Thembu und Ehemann von vier Frauen, entschied sich für den Namen Rolihlahla, was soviel wie „Am Ast eines Baumes ziehen“ bedeutet. Sinngemäß ist dieser Name mit „Unruhestifter“ zu verstehen. Da jedoch die weißen Südafrikaner der Schulverwaltung – etwa Lehrer – diesen traditionellen Namen der Ethnie Xhosa nicht aussprechen konnten, wurde er fortan mit Mandela angesprochen.      

© Am 18. Juli 1918 erblickte in der südafrikanischen Gemeinde Mvezo in der Provinz Ostkap Nelson Rolihlahla Mandela das Licht der Welt. Anfänglich sehr traditionell aufgewachsen, entwickelte er mit fortschreitendem Alter ein Interesse für die westliche Kultur. Während seiner Zeit als Student begann er sich für die Gleichberechtigung aller Südafrikaner einzusetzen. (Quelle: Wikimedia)

© Am 18. Juli 1918 erblickte in der südafrikanischen Gemeinde Mvezo in der Provinz Ostkap Nelson Rolihlahla Mandela das Licht der Welt. Anfänglich sehr traditionell aufgewachsen, entwickelte er mit fortschreitendem Alter ein Interesse für die westliche Kultur. Während seiner Zeit als Student begann er sich für die Gleichberechtigung aller Südafrikaner einzusetzen. (Quelle: Wikimedia)

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50 Jahre Afrikanische Union

Präsident Jacob Zuma erinnerte an Aufteilung Afrikas durch Reichskanzler Otto von Bismarck

 (2010sdafrika-Redaktion)

Lass uns alle eins sein und zusammen feiern“ wurde bei der heutigen Jubiläumsfeier in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba von afrikanischen Staats- und Regierungschefs gesungen. Ausländische Staatsgäste aus den USA, Frankreich und China begleiteten den 50. Jahrestag der Afrikanischen Union (AU). Präsident Jacob Zuma traf einerseits seine Ex-Frau und die amtierende Vorsitzende der AU-Kommission, Nkosazana Dlamini-Zuma. Andererseits adressierte er in einer Erklärung die Bedeutung der AU für die Entwicklung des Kontinents; mit kritischem Rückblick auf Deutschland.

    © Heute feierte die Afrikanische Union (AU) ihr 50-jähriges Bestehen. Vor 2002 hieß die AU noch OAU. Präsident Jacob Zuma erinnerte in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba an die Aufteilung Afrikas durch die europäischen Mächte, die durch Reichskanzler Otto von Bismarck mit der Berlin-Konferenz im Jahr 1884 vorangetrieben wurde. (Quelle: flickr/ State Department)

© Heute feierte die Afrikanische Union (AU) ihr 50-jähriges Bestehen. Vor 2002 hieß die AU noch OAU. Präsident Jacob Zuma erinnerte in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba an die Aufteilung Afrikas durch die europäischen Mächte, die durch Reichskanzler Otto von Bismarck mit der Berlin-Konferenz im Jahr 1884 vorangetrieben wurde. (Quelle: flickr/ State Department)

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Herzlichen Glückwunsch Madiba!

Südafrika feiert Mandelas 94. Geburtstag: Freude und Melancholie als zwei Seiten einer Medaille

(Autor: Ghassan Abid)

Am heutigen 18. Juli 2012, also einen Tag nach dem Ehrentag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, feiert Südafrikas Nationheld Nelson Mandela seinen 94. Geburtstag.  Ganz still und mit wenig Lärm in seinem Haus in Qunu. Doch tatsächlich feiert vielmehr Südafrika den Geburtstag seiner Ikone. Bereits am 11. Juli 2012 besuchte Präsident Jacob Zuma das personifizierte Symbol des demokratischen Südafrikas im Eastern Cape. Gegenüber der Presse machte Zuma deutlich, dass Mandela in guter gesundheitlicher Verfassung sei. Jedoch schaut eine gesamte Nation mit gemischten Gefühlen in die Zukunft des Landes. Freude und Melancholie erweisen sich vor allem in diesem Jahr als zwei Seiten einer Medaille.

© Nelson Mandela ist Südafrikas Nationalheld schlechthin. Er gilt als bescheiden, gemeinwohlorientiert und ehrlich. Der Afrikanische Nationalkongress ist - so die mehrheitliche Auffassung der südafrikanischen Presse - seinem Idol im Großen und Ganzen nicht gefolgt. Nach dem Tod Mandelas erwartet das Land eine seelische Belastung und somit die Auflösung der letzten Hoffnung. Die großen Medienhäuser und die Regierung haben bereits Mandela-Abschiedspläne entworfen. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© Nelson Mandela ist Südafrikas Nationalheld schlechthin. Er gilt als bescheiden, gemeinwohlorientiert und ehrlich. Der Afrikanische Nationalkongress ist – so die mehrheitliche Auffassung der südafrikanischen Presse – seinem Idol im Großen und Ganzen nicht gefolgt. Nach dem Tod Mandelas erwartet das Land eine seelische Belastung und somit die Auflösung der letzten Hoffnung. Die großen Medienhäuser und die Regierung haben bereits Mandela-Abschiedspläne entworfen. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

Letztendlich war Mandela ganze 27 Jahre in Gefangenschaft. Sein Kampf gegen die Apartheid bescherte dem zielstriebigen Juristen bei der schwarzen Mehrheitsgesellschaft einen enormen Popularitätsbonus, während er durch das Rassentrennungsregime zum Staatsfeind-Nummer 1 erklärt wurde. Im Westen erhielt Mandela den Status eines Terroristen; in den USA sogar bis ins Jahr 2008 hinein. Mit Walter Sisulu, Oliver Tambo und anderen Persönlichkeiten formierte Mandela die ANC-Jugendliga, die für einen militanten Kampf gegen das Unrechtsregime einstanden.

1961 leitete er schließlich den bewaffneten Arm des ANC, die “Umkhonto We Sizwe”. Im Rivonia-Prozesses von 1964 wurde Mandela mit Walter Sisulu, Denis Goldberg, Govan Mbeki, Ahmed Kathrada, Raymond Mhlaba, Elias Motsoaledi und Andrew Mlangeni wegen terroristischen Aktivitäten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Diese sitzte er hauptsächlich auf der Gefangenen-Insel Robben Island vor Kapstadt ab. Am 11. Februar 1990 ist Nelson Mandela schließlich aus der Haft entlassen worden. Am 10. Mai 1994 wurde er schließlich das erste schwarze Staatsoberhaupt Südafrikas. In seiner rund fünfjährigen Amtszeit setzte er sich für die nationale Versöhnung zwischen Weißen, Schwarzen, Coloureds sowie Asiaten ein. Die Rugby-Weltmeisterschaft von 1995 nutzte er medienwirksam für diesen Dialogprozess. Bereits 1993, also vor Beginn seiner Präsidentschaft, ist Mandela gemeinsam mit Frederik Willem de Klerk mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Mehrere interviewte Persönlichkeiten der deutsch-südafrikanischen Beziehungen haben gegenüber „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ihre persönliche Begegnung mit Mandela erläutert. Während Priester Stefan Hippler dieses Erlebnis als einprägsamen Moment beschrieb, hat Fotograf Jürgen Schadeberg den charismatischen Südafrikaner in eindrucksvollen Bildern verewigt.

Eine gesamte Republik schaut am heutigen Tag mit gemischen Gefühlen nach Qunu. Politiker wie Nelson Mandela sind im gegenwärtigen ANC-Gespann die absolute Rarität. Bescheidenheit, Ehrlichkeit und das Einstehen für gemeinwohlorientierte Ideale sind in Anbetracht des von Korruption gebeuteten Südafrikas kaum mehr in Partei & Staat anzutreffen. Vor allem der ANC stolpert von einem in den nächsten Skandal hinein. Die Presse des Landes befürchtet durch die geplanten ANC-Regulierungsvorhaben eine Einschränkung der Pressefreiheit, während im Ausland die Euphorie aus den frühen 90er Jahren nun sichtlich verflogen ist.

Nelson Mandela traf Bundeskanzler Gerhard Schröder in Baden-Baden im Jahr 2001. 6 Jahre später besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ikone am Kap. International wird Madiba für das Einstehen für Ideale geschätzt.

Mandelas Geist scheint sich wie ein schützender Schleier über sein Volk zu legen. Doch wenn die größte Hiobsbotschaft der Nation, der Tod Madibas, durch die Eilticker der Presseagenturen durchsickern wird, verliert der einfache Bürger auf den Straßen seine womöglich letzte Hoffnung in die Politik. Mehrere Journalisten haben gegenüber „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ bestätigt, dass sämtliche großen Medienhäuser und auch die Regierung über Mandela-Abschiedspläne verfügen. Großes Programm erwartet dann den TV-Zuschauer, den Bürger … und die Welt. Bereits im Vorfeld ehrt man diese Ikone. Öffentliche Plätze, Brücken und Straßen erhalten den Mandela-Namenszusatz. Ebenso werden die südafrikanischen Geldscheine mit dem Abbild Mandelas verziert. Die letzten Anzeichen eines Lichtblicks in die eigene Staatsführung könnte sich in der Post-Mandela-Ära komplett in Luft auflösen. Nun ja, sie – die Hoffnung – ist die schöne Erinnerung an die Zukunft, wie es der französische Philosoph Gabriel Marcel mal zum Ausdruck brachte. Das südafrikanische Volk wird neue Vorbilder brauchen. Ob es diese bekommt, hängt in erster Linie von ihr selbst ab.

„I am a proud member of the ANC“

A guest article by Sibusiso Buthelezi, blogger on www.thesbu.com

– ANC-SPEZIAL: 100 JAHRE –

© Sibusiso Buthelezi - proudly ANC member, former head in Gauteng Department of Public Transport, Roads and Work AND blogger on http://www.thesbu.com

Deutsche Zusammenfassung:

Mit 15 Jahren widmete sich Sibusiso Buthelezi dem Afrikanischen Nationalkongress, einer Organisation zur Vertretung der Rechte von Schwarzen. Frustiert musste er die Bevorzugung von Weißen bei Toiletten, Banken, Menschenschlangen oder Geschäften ertragen. Schilder, die mit „Whites only“ versehen waren, dominierten das Leben im Südafrika der Apartheid. Buthelezi kann sich erinnern, dass Weiße innerhalb der Geschäfte kaufen durften, während Schwarze ihren Einkauf vom Außenfenster aus abwickeln mussten. Der ANC bot ihm deshalb die Hoffnung, sich dieser Benachteiligung zu befreien. Buthelezi betrachtete den Kampf des ANC nicht als einer gegen die Weißen gerichtet, sondern vielmehr gegen ein „System des instrumentalisierten Rassismus“. Seine ANC-Mitgliedschaft verbindet er mit Eigenschaften wie Stolz und Ehre, betont Buthelezi. Der ANC ermöglichte ihm eine Beschäftigung in der Kommunal- und Länderverwaltung, wurde jedoch später durch die selbe Partei „schlecht behandelt“. Der ANC müsse noch lernen, die Fähigkeit einer führenden Partei anzunehmen, so die selbstkritische Ansicht des Parteimitglieds. Doch auf der heutigen Jahrhundertfeier besinnt sich der ANC in erster Linie auf glorreiche und vor allem auf die gefallenen Genossen. Dieser Tag widmet sich dem alten ANC-Kader wie Oliver Tambo, Walter Sisulu, Solomon Mahlangu, Bathandwa Ndondo und allen voran Nelson Mandela.

© ANC is remembering today freedom fighters like Oliver Tambo, Walter Sisulu, Solomon Mahlangu, Bathandwa Ndondo and above all Nelson Mandela.

Guest article in English:

I am a member of the African National Congress – and I am proud to be associated with this glorious revolutionary movement. I was 15 years old (1982), my late father advised that I go find the ANC as it was the only true representative of the aspirations of the people of South Africa. I had been frustrated by the „Whites only“ signs in toilets, bank queues and some shops – blacks had to buy from the window outside the shops. Schools for whites were much better than the schools I went to.

I joined the ANC with the hope of liberation. I had anger and hatred towards whites and the police. The ANC comrades that I met, way back in 1983, moved quickly to remove all racial and ethnic thoughts that lingered in my mind. By 1984 I had been exposed to the most advanced thinking about the world we live in. From the various reading materials that we brought to my house by the ANC cadres, I understood the primacy of democracy, that the struggle against apartheid was not a gripe against whites as a racial group. That ours was a principled struggle against a system of institutionalized racism. This became very clear in 1985 when Oliver Tambo commanded that the youth render the country ungovernable, thus making apartheid unworkable.

This is the ANC I joined, this is the ANC I am proud and honoured to be associated with. The ANC that taught me the principles of non-racialism and non-sexism. This is the ANC of Oliver Tambo, Walter Sisulu and Nelson Mandela. This is the ANC that produced Thabo Mbeki. The ANC of Solomon Mahlangu and Bathandwa Ndondo. The ANC that taught us never to betray the masses of our people, the thousands of ordinary people, the overwhelming majority of whom are working class Africans, who through their daily experiences, struggle and battle against adversities, together as comrades, in pursuance of the vision of a South Africa that would be a better place for all its people.

At university I got to understand the Strategies and Tactics of the ANC, the strategic content of which is the total emancipation of the black people in general, and the Africans in particular. I learned the skills of organizing communities around their basic needs. The ANC gave me the privilege of participating in the transformation of government, from municipalities to provincial administration. Two years ago, the very same ANC treated me badly (see my blog http://www.thesbu.com) – that notwithstanding, I have been long in this organization to know that it has the capacity for introspection, self-criticism and corrective action.

I know and understand that the ANC was not well prepared to adapt to being a ruling party with control over state machinery and resources potentially for patronage. This ANC is now grappling with challenges it never prepared for, the competition for elected positions and government posts, the reality of being an open organization, that draws within its ranks even the most unscrupulous in society. It is such deviant characters that have occupied the driving seat at all levels of the organization. But this organization has survived for 100 years. I have no doubt it will cleanse itself – drawing from its capacity to introspect, self-criticise and take corrective action.

I am a proud member of the ANC. The ANC has a proud history of struggle; my generation will live to reclaim the proud character of this organization.

As we reach the critical milestone of the ANC Centenary – we owe it to the fallen hero’s to bring integrity and sacrifice back to this glorious movement of the people of South African.

Happy Birthday, Nelson Mandela

Vom einstigen „Terroristen“ zum internationalen „Helden“ ohne Einfluss

(Autor: Ghassan Abid)

Am 18. Juli wurde Nelson Rolihlahla Mandela stolze 92 Jahre alt. Wie in den Jahren zuvor, feierte Madiba seinen Ehrentag in aller Stille und in Beisammensein seiner Familie und engsten Freunde. Ihm verdankt das südafrikanische Volk die Etablierung eines demokratischen politischen Systems. Mandela steht in persona für Freiheit, Gleichheit und soziale Gerechtigkeit, wofür er ganze 27 Jahre seines Lebens in Gefangenschaft aufopfern musste. Anlässliches dieses besonderen Einsatzes wird alljährlich zum Geburtstag dieses Charismaten der Mandela Day zelebriert.

© Nelson Mandela-Statue in Kapstadt

Mandela, zugehörig der Ethnie Xhosa, erkannte schon während seines Jura-Studiums an der Johannesburger Witwatersrand-Universität die Ungerechtigkeiten gegenüber der schwarzen Mehrheitsgesellschaft, die von der Apartheidspolitik ausgingen. In den 1940er Jahren trat er schließlich dem schwarzen Widerstand, dem African National Congress (ANC), bei und gründete mit Walter Sisulu, Oliver Tambo und anderen Persönlichkeiten die Jugendorganisation des ANC. Diese plädierte stets für einen Kampf gegen das Unrechtsregime der National Party (NP). Als Mandela 1961 schließlich den bewaffneten Arm des ANC leitete, bezeichnet als „Umkhonto We Sizwe“, machte das weiße Minderheitsregime ernst und verurteile ihn mit anderen Anti-Apartheids-Aktivisten (Walter Sisulu, Denis Goldberg, Govan Mbeki, Ahmed Kathrada, Raymond Mhlaba, Elias Motsoaledi und Andrew Mlangeni) im Rahmen des berühmten Rivonia-Prozesses von 1964 wegen terroristischen Aktivitäten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Diese sitzte er hauptsächlich auf der Gefangenen-Insel Robben Island vor Kapstadt ab.  Am 11. Februar 1990 ist Nelson Mandela schließlich aus der Haft entlassen worden.

Während seiner Präsidentschaft als erstes schwarzes Staatsoberhaupt Südafrikas von 1994 bis 1999, widmete er sich der nationalen Versöhnung zwischen Weißen, Schwarzen, Coloureds sowie Asiaten und nutzte jede Gelegenheit, z.B. die Rugby-Weltmeisterschaft von 1995, um einen ethnienübergreifenden Dialog in Gang zu setzen. Zu groß waren die damaligen Vorbehalte gegenüber den eigenen Mitbürgern anderer Hautfarbe, um sich dieser Herausforderung nicht mit vollem Einsatz und ganzer Leidenschaft zu stellen. Als Nachfolger trat Thabo Mbeki, der Sohn von Mandelas Haftgenossen Govan Mbeki, den Präsidentenposten an. 2009 führte Jacob Gedleyihlekisa Zuma, ein Zulu, das Amt des Präsidenten fort, welcher ebenfalls eine Haftstrafe auf Robben Island verbüßte und in dieser Zeit im Rahmen eines Privatunterrichts viel von Govan Mbeki, dem Vater von Thabo Mbeki, gelernt hatte. Auch Zuma lernte Nelson Mandela während seiner Aktivitäten in der Umkhonto We Sizwe kennen.

Es ist hierbei ersichtlich, dass die gesamte Staatsführung des heutigen Südafrikas mit Nelson Mandela vertraut und verbunden ist. Mandela´s Visionen – die Schaffung einer Nation auf Basis von Demokratie, Gleichheit, Versöhnung, Vielfalt, Verantwortung, Achtung und Freiheit – werden durch mehrere soziale Einrichtungen weiter verfolgt, namentlich die Nelson Mandela Foundation, das Nelson Mandela Children’s Fund oder die Mandela Rhodes Foundation. 1993 ist Mandela mit Frederik Willem de Klerk mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Ferner erhielt er bisweilen über 60 Preise aus aller Welt.

Jedoch ist spätestens seit dem ANC-internen Konflikt zwischen Jacob Zuma- und Thabo Mbeki-Anhängern, aus welcher die Partei „Congress of the People“ (COPE) hervorging, weniger eine Harmonie, sondern vielmehr ein harter Wettbewerb um Macht, Geld und eigenen Interessen zu verzeichnen, welcher nicht im Interesse der Entwicklung Südafrikas sein kann. Viel zu viel Zeit sind für Partei-Diskussionen und Ämterbesetzungen vergeudet worden und dabei die sozialen Probleme im Lande, etwa Armut, Kriminalität oder Bildung, vernachlässigt worden.  Hätte Nelson Mandela noch eines politisches Mitsprachrecht, zusätzlich zum bisherigen gesellschaftlichen Einfluss, so würde diese Habgier von ANC-Politikern nicht fortbestehen. Denn politische Analysten und Journalisten befürchten, dass die gegenwärtige Führungsebene des ANC die staatlichen Institutionen für parteieigene Zwecke instrumentalisiert und persönliche Interessen einen zunehmenden Bezugspunkt für die politische Praxis darstellen. Professor William M. Gumede zum Beispiel, welcher an der Witwatersrand-Universität beschäftigt ist, betrachtet die Demokratie in Südafrika für zerbrechlich und lehnt die ANC-Elite um Zuma, Mbeki und Co. schlichtweg ab. Zumindest aus der politischen Perspektive ist Nelson Mandela mehr Geschichte als Gegenwart; vielleicht auch so von ihm gewollt.

Offizielle Internetpräsenz zum Mandela Day:

http://en.mandeladay.com/Home.aspx