Schlagwort-Archive: Parlamentswahlen 2019

Zentralbank Südafrikas hebt Zinsen an

Kontinuierliche Verteuerung von Lebensmitteln und Benzin zwingen Preisstabilitätshüter zum Handeln

(2010sdafrika-Redaktion)

Das Leben in Südafrika wird Jahr für Jahr teurer. Die Preise für Benzin, Lebensmittel und Kleidung steigen kontinuierlich, sodass sich etliche Südafrikaner die Frage stellen, wie lange diese Preisspirale überhaupt noch gut gehen kann. Wiederholt ist davon zu hören, dass das Geld beispielsweise für Grundnahrungsmittel wie Mais oder Milch nicht mehr ausreicht. Denn jährlich steigen die Preise für Waren und Dienstleistungen in Südafrika auf knapp 5 Prozent – 2008 sogar auf über 10 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die gegenwärtige Inflationsrate im Jahr bei knapp 2 Prozent. Aus diesem Grund musste die Zentralbank in Pretoria nun gegensteuern.

© Das Leben in Südafrika wird stetig teurer. Immer mehr Bürger können sich zunehmend weniger Lebensmittel leisten. Die Inflationsrate von rund 5 Prozent pro Jahr setzt weite Teile der Bevölkerung zu. Nun hat die Zentralbank den Leitzins erhöht, um entgegenwirken zu können. (Quelle: flickr/ Steve Crane)

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Südafrika forciert Enteignungspolitik

Weiße Farmer fürchten Landreform. Kritiker warnen vor Wirtschaftskrise wie in Simbabwe

(2010sdafrika-Redaktion)

Kaum ein Thema spaltet zurzeit so stark die südafrikanische Gesellschaft wie die geplante Landreform, nach der der Grundbesitz von weißen Farmern an die schwarze Mehrheitsbevölkerung zwangsweise und vor allem ohne Entschädigung umverteilt werden soll. Immer wieder werden Vergleiche zum benachbarten Simbabwe gezogen, wo es letztendlich zu Ausgrenzung, Diskriminierung und Anarchie gekommen war. Die ehemalige „Weizenkammer Afrikas“ steckt bisweilen in einer schweren Wirtschaftskrise. Kritiker warnen vor ähnlichen katastrophalen Zuständen am Kap der guten Hoffnung.

© Nach dem Willen von Südafrikas Staatspräsident Cyril Ramaphosa soll es nun ganz schnell gehen: Die Landreform. Weiße Farmer befürchten ähnliche Zustände wie in Simbabwe, wo die dortige Umverteilungspolitik zur flächendeckenden Vertreibung von Weißen geführt hatte. (Quelle: flickr/ Department of Foreign Affairs and Trade)

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Spannungen zwischen USA und Südafrika

US-Präsident Donald Trump, Außenministerium und Fox News üben Kritik an Landreform

(2010sdafrika-Redaktion)

Die geplante Landreform in Südafrika sorgt außenpolitisch für heftige Reaktionen. Denn Staatspräsident Cyril Ramaphosa erwägt die entschädigungsfreie Enteignung von Farmern, also die Umverteilung von Agrarflächen weißer Grundbesitzer zugunsten der schwarzen Bevölkerung. Bereits im Frühjahr legte sich Australien mit Südafrika an, als es um Flüchtlingsvisa für Weiße ging. Dann wurde vor wenigen Wochen eine umstrittene Doku im australischen Rundfunk zu Farmermorden ausgestrahlt. Nun schalten sich auch die USA mit scharfen Worten in die Debatte ein.

© Südafrika steht unter Beschuss wegen der geplanten Landreform. US-Präsident Donald Trump, das US-Außenministerium und der US-Sender Fox News werfen Pretoria die Diskriminierung von Weißen vor. Südafrika sieht sich hingegen einer Kampagne von Lobbyisten aus Washington ausgesetzt und widerspricht den haltlosen Anschuldigungen. Die USA sollten sich nicht einmischen. (Quelle: flickr/ Gage Skidmore)

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ARD begeht Tabubruch bei Südafrika

Leiter des ARD-Studios Johannesburg thematisiert sogenannte Farmermorde

(2010sdafrika-Redaktion)

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hatte sich bislang stets damit schwer getan, die sogenannten Farmermorde, wonach weiße Landwirte in Südafrika gezielt durch Schwarze getötet werden würden, zu thematisieren. Tatsächlich gibt es keine empirischen Erhebungen, die diese bei Rechtspopulisten beliebte These bestätigen würden. Vielmehr erfasst die immense Kriminalität im Land sämtliche Bevölkerungsgruppen – ob reich oder arm, schwarz oder weiß. Nun begeht die ARD in gewisser Weise einen Tabubruch und stellt die weiße Minderheit in den Mittelpunkt einer Opferdebatte.

© Die ARD thematisiert seit der Verkündung der geplanten Landreform durch die Regierung Südafrikas wiederholt die Ängste der weißen Farmer am Kap. Die Redaktion von „Weltspiegel“ begeht in gewisser Weise einen Tabubruch und stellt die weiße Minderheit in den Mittelpunkt einer Opferdebatte. (Quelle: flickr/ Andy Scheidle)

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Der Glücksfall der begrenzten Präsidentschaft

Die Notwendigkeit des Artikels 88 der Verfassung Südafrikas für den Erhalt der Demokratie. Ein Kommentar

(Autor: Ghassan Abid)

Die Gefahr für die Demokratie in Südafrika ist so groß wie noch nie zuvor. Die einstigen Errungenschaften des ersten Staatspräsidenten scheinen in Vergessenheit geraten zu sein. Nelson Mandela trat für ethische Grundsätze wie Verantwortungsbewusstsein, Aussöhnung und Bescheidenheit ein. Millionen von Bürgern sehen genau dieses Erbe auf der Kippe. Denn Tausende demonstrieren seit dem „Mitternachtsmassaker“ für ein Ende von Korruption, Vetternwirtschaft und Missmanagement. Der am 4. Februar 1997 in Kraft getretenen Verfassung kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu.

© Jacob Zuma würde nach dem Willen seiner Anhängerschaft für eine dritte Amtszeit kandidieren. Jedoch verhindert dies der Artikel 88 der Verfassung. Im Bild ist Zuma am Karfreitag im Ellis-Park-Stadium zu sehen. (Quelle: flickr/ The Presidency of South Africa)

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