Schlagwort-Archive: Peking

Chinesisch-Unterricht in Südafrika

500 Grund- und Mittelschulen werden Chinesisch als Fremdsprache in den nächsten 5 Jahren einführen

(2010sdafrika-Redaktion)

China und Südafrika gelten als enge Partner, die gemeinsame Interessen teilen. Immer wieder besuchen sich Mitglieder der Regierungen, Wirtschaftsvertreter und hohe politische Beamte gegenseitig. Zahlreiche Abkommen wurden geschlossen, darunter auch eines zum Ausbau des China-Unterrichts in Südafrika. Daraufhin wurde das Volksbildungsprogramm geändert, wonach in den nächsten 5 Jahren Chinesisch an 500 südafrikanischen Schulen angeboten wird.

Jonathan Kos-Read

© Die Volksrepublik China ist zurzeit bestrebt, die eigene Kultur und die Sprache in Südafrika zu vermitteln. Geplant ist, dass bis 2020 rund 500 südafrikanische Schulen die Fremdsprache Chinesisch einführen sollen. (Quelle: flickr/ Jonathan Kos-Read)

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Südafrika beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Präsident Jacob Zuma warb in der Schweiz eindringlich um neue Investitionen im Energiesektor

(Autor: Ghassan Abid)

Am heutigen Samstag kehrte Südafrikas Präsident Jacob Zuma mit sieben seiner Minister aus der Schweiz zurück, nachdem er beim Weltwirtschaftsforum in Davos für neue ausländische Investitionen am Kap warb. Das Land brauche dringend neue Wirtschaftspartner, allen voran im Energiesektor. Gemeint sind jedoch in erster Linie nicht die Europäer und Amerikaner. Zuma selbst vergraulte in der Vergangenheit seine westlichen Verbündeten.

World Economic Forum

© Südafrikas Präsident Jacob Zuma nutzte seine Teilnahme am diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos, um neue Investoren für den Energiesektor am Kap zu gewinnen. Denn Stromausfälle schaden der Wirtschaft enorm. Allerdings fühlen sich europäische und amerikanische Partner längst nicht mehr primär angesprochen. (Quelle: flickr/ World Economic Forum)

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Steinmeiers Arbeitsbesuch in Südafrika

Achte Deutsch-Südafrikanische Binationale Kommission rutscht in die Bedeutungslosigkeit ab

(2010sdafrika-Redaktion)

Freundschaft ist eine Tür zwischen zwei Menschen. Sie kann manchmal knarren, sie kann klemmen, aber sie ist nie verschlossen.“, hielt der spanische Schriftsteller Baltasar Gracián fest. Mit diesem Zitat kann der kürzliche Arbeitsbesuch des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier in Südafrika beschrieben werden. Denn längst ist klar, dass die Regierung in Pretoria neue Freundschaften pflegt und diese der Zusammenarbeit mit Deutschland vorzieht.

Photothek/Grabowsky

© Der kürzliche Südafrika-Arbeitsbesuch des Bundesaußenministers Frank-Walter Steinmeier verlief ernüchternd ab. Denn bedeutende Beschlüsse in den deutsch-südafrikanischen Beziehungen gab es keine. Längst hat sich Pretoria auf Moskau und Peking ausgerichtet. (Quelle: Photothek/Grabowsky)

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Einreise nicht erwünscht

Verweigerte Visum-Ausstellung des Dalai Lamas entwickelt sich zum internationalen Fiasko für Südafrika

(2010sdafrika-Redaktion)

Das Außenministerium in Pretoria hat das Ausmaß der Visum-Ablehnung des tibetischen Oberhaupts unterschätzt. Sämtliche internationale Medien – darunter auch die deutsche Presse wie BILD, Spiegel Online oder Deutschlandfunk – griffen die Verweigerung Südafrikas auf, wonach der Dalai Lama nicht am 14. Weltgipfel der Friedensnobelpreisträger in Kapstadt teilnehmen darf. Die Empörung über die Beeinflussung der Südafrikaner ist groß. Das Land gerät erneut als Negativschlagzeile in die Berichterstattung.

Sirensongs

© Der Dalai Lama darf zum nun dritten Mal nicht nach Südafrika einreisen. Das Außenministerium in Pretoria verweigerte dem tibetischen Oberhaupt, einem engen Freund von Desmond Tutu, die Teilnahme am 14. Weltgipfel der Friedensnobelpreisträger in Kapstadt. Mehrere Nobelpreisträger drohten mit einer Absage ihrer Visite, sollte der Dalai Lama tatsächlich nicht kommen dürfen. (Quelle: flickr/ Sirensongs)

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Abschluss des 5. BRICS-Gipfels

Keine Entwicklungsbank, keine Ratingagentur und kein Krisenfonds, aber dafür mehrere Eklats

(2010sdafrika-Redaktion)

Der 5. BRICS-Gipfel, welcher vom 26. bis zum 27. März 2013 zum ersten Mal im südafrikanischen Durban tagte, verlief eher ernüchternd ab. Vieles wurde gesprochen, aber nur weniges wurde beschlossen. Die großen Errungerschaften konnte der Gastgeber nicht realisieren. Stattdessen wird positiv in die Zukunft der BRICS-Staaten geblickt.

© Der 5. BRICS-Gipfel in Durban enttäuschte die Delegationen aus Brasilia, Moskau, Neu-Delhi, Peking und Pretoria. Wichtige Entscheidungen wurden aufgrund von Unstimmigkeiten nicht getroffen: Die Gründung einer Entwicklungsbank, einer Ratingagentur und eines Antikrisenfonds wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Stattdessen kam es hinter den Kulissen zu mehreren Eklats. Vor allem die Russen waren verärgert. (Quelle: flickr/ BRICS)

© Der 5. BRICS-Gipfel in Durban enttäuschte die Delegationen aus Brasilia, Moskau, Neu-Delhi, Peking und Pretoria. Wichtige Entscheidungen wurden aufgrund von Unstimmigkeiten nicht getroffen: Die Gründung einer Entwicklungsbank, einer Ratingagentur und eines Antikrisenfonds wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Stattdessen kam es hinter den Kulissen zu mehreren Eklats. Vor allem die Russen waren verärgert. (Quelle: flickr/ BRICS)

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Der unhaltbare Medienhype um Oscar Pistorius

Südafrikas Sprinter entzweit Sport-Community. Ein Mensch mit Fähigkeiten eines Formel-1-Wagens?

(Autor: Ghassan Abid)

Der in Johannesburg geborene Oscar Pistorius ist in diesen Tagen in aller Munde. Tagesspiegel Online titelte heute zum Sportler „Schnellster Mann auf keinen Beinen“, Welt Online mit „Pistorius schreibt Olympia-Geschichte“ und FOCUS Online mit „Pistorius läuft in die Geschichtsbücher“.

© Oscar Pistorius ist einer der erfolgreichsten internationalen Sprinter bei den Paralympics. Bei den London 2012 Olympic Games schafft er heute den Einzug ins Halbfinale in der Olympia-Disziplin 400 Meter. Doch seine Prothesen sorgen für Ärger und werfen Fragen nach Chancengerechtigkeit für gesunde Sportler auf. (Quelle: Erik van Leeuwen/ Wikimedia)

© Oscar Pistorius ist einer der erfolgreichsten internationalen Sprinter bei den Paralympics. Bei den London 2012 Olympic Games schafft er heute den Einzug ins Halbfinale in der Olympia-Disziplin 400 Meter. Doch seine Prothesen sorgen für Ärger und werfen Fragen nach Chancengerechtigkeit für gesunde Sportler auf. Zurecht. (Quelle: Erik van Leeuwen/ Wikimedia)

Im Gegensatz zu den bisherigen Goldmedaillenträgern Südafrikas bei den Olympischen Spielen 2012 in London – gemeint sind die Schwimmer Cameron van der Burgh & Chad le Clos und der Leichtgewichts-Vierer bestehend aus James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu – wird im aktuellen Fall nicht nach dem erfolgten Sieg vom Sportler gesprochen, sondern im Vorfeld dessen schon. Allein diese Tatsache verdeutlicht die Besonderheit dieser aktuellen Diskussion. Und doch verhärten sich die Zweifel an der Chancengerechtigkeit gegenüber den anderen Sportlern der Olympischen Spielen.

Pistorius verfügt über keine Unterschenkel. Aufgrund eines Gendefekts mussten beide Körperteile amputiert werden. Seither nahm er ausschließlich an den Paralympics teil, welche er mit vier Goldmedaillen erfolgreich abschloss. Ermöglicht wurde ihm diese Teilnahme durch Prothesen. Allerdings wollte sich der bei einem US-Sporthersteller unter Vertrag stehende Pistorius nie damit abfinden lediglich bei den Paralympischen Spielen teilzunehmen, sodass dieser vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) auf eine Zulassung zu Olympia klagte. Am 16. Mai 2008 entschied das Gremium dann, dass der unterschenkelamputierte Leichtathlet bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking grundsätzlich antreten darf.

Das Problem ist, dass die Prothesen des Südafrikaners aus Karbon hergestellt wurden, aus Kohlenstofffasern, die in der Luft- und Raumfahrt und bei der Herstellung von Sportgeräten eine Anwendung finden. Vor allem die Raumfahrt ist auf bestes Material angewiesen, sodass durchaus die Frage gestellt werden muss, inwieweit Pistorius hieraus einen sportlichen Vorteil für sich ziehen kann.

Ein nicht genannter Motorsport-Experte äußerte sich auf Anfrage von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ dahingehend, dass Karbon im Motorsport als „der Wunderstoff schlechthin“ gehandelt wird. „Die Leistungsfähigkeit eines Formel-1-Rennwagens begründet sich im geringen Gewicht der aus Karbon bestehenden Bremsscheiben. Karbon ist kostenintensiv, aber sehr leistungsfähig … und ultraleicht“, so der Süddeutsche. Weitere Recherchen haben ergeben, dass diese These tatsächlich stimmt. Im Beitrag „Karbon – die schwarze Magie“ auf Handelsblatt Online, datiert mit dem 06.03.2011, erläutert der stellvertretende Chefredakteur und WiWo-Autoindustrie-Experte Franz Rother die immensen Kräfte dieses Stoffes für die Autoindustrie.

© Karbon gilt in Motorsportkreisen als „Wunderstoff". Der Erfolg von Formel-1-Rennwagen basiert auf den Einsatz von Karbon in den Bremsscheiben. Auch die Luft- und Raumfahrt wendet diese Kohlenstofffaser an. (Quelle: Wikimedia)

© Karbon gilt in Motorsportkreisen als „Wunderstoff“. Der Erfolg von Formel-1-Rennwagen basiert auf den Einsatz von Karbon in den Bremsscheiben. Auch die Luft- und Raumfahrt wendet diese Kohlenstofffaser an. (Quelle: Wikimedia)

Pistorius musste sich immer wieder verteidigen, wonach er gerade durch diese Prothesen Wettbewerbsvorteile gegenüber den anderen regulären Sportlern verschafft bekommen würde. Er hielt gegen, auch aktuell in London, dass mehrere Gutachten keine anderweitigen Erkenntnisse aufkamen ließen, wonach seine technischen Hilfsmittel einen Nachteil Dritter mit sich bringen würden.

Die Debatte um Oscar Pistorius wirkt ziemlich unauthentisch und sehr öffentlichkeitswirksam inszeniert. Nicht seine sportlichen Leistungen stehen im Mittelpunkt, sondern eher seine Person. Er fühlt sich in dieser Rolle sichtlich wohl. Der Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Behindertensportverbandes Karl Quade hielt am 10.08.2011 fest, dass Oscar Pistorius „...seit Jahren der herausragende Athlet mit zwei Beinprothesen auf der Kurz- und Mittelstrecke“, aber nicht der erste seiner Art ist.

Die beiden US-Athleten Jason Smyth und Marla Runyan, beide mit einer Sehbehinderung konfrontiert, nahmen auch an internationalen Wettbewerben teil, erhielten aber keineswegs dieselbe mediale Aufmerksamkeit wie der Südafrikaner. Marla Runyan trat bereits bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney auf; also acht Jahre nach der Zulassung Pistorius. Dementsprechend könnte der Behindertensport durch den Südafrikaner mittelfristig betrachtet in Misskredit gebracht werden, zumal der Johannesburger zusätzlich zu den Olympischen nun auch noch an den Paralympischen Spielen mitwirken will. Sportler ohne Prothesen hätten dann das Nachsehen.

Olympia-Goldsegen reißt nicht ab

Leichtgewichts-Vierer gewinnt zum ersten Mal in der Geschichte Südafrikas die höchste Medaille

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Sofern südafrikanische Sportler einen Wasserbezug haben, so etwa die beiden Schwimmer Cameron van der Burgh aus Pretoria und Chad le Clos aus Durban, dann wird bei den derzeitigen Olympischen Spielen 2012 in London mit Gold triumphiert. Auch der heutige Wettbewerb knüpft an diese Erfolgsserie an.

© James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu bringen in der Olympia-Disziplin Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann die nun dritte Goldmedaille nach Südafrika. Die London 2012 Olympic Games erweisen sich für das Kapland vor allem bei den Sportarten mit Wassebezug als optimaler Austragungsort. (Quelle: MediaClubSouthAfrica.com/ Sascoc)

© James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu bringen in der Olympia-Disziplin Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann die nun dritte Goldmedaille nach Südafrika. Die London 2012 Olympic Games erweisen sich für das Kapland vor allem bei den Sportarten mit Wassebezug als optimaler Austragungsort. Gegenwärtig nimmt Südafrika beim Medaillenspiegel den 10. Platz ein. (Quelle: MediaClubSouthAfrica.com/ Sascoc)

In der sogenannten Olympiadisziplin Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann konnten die Außenseiter vom Kap in den letzten Metern mit einer Zeit von 6:02,84 Minuten den Gastgeber Großbritannien – wenn auch äußerst knapp – schlagen und auf den zweiten Platz verdonnern.

Das dänische Quartett, welches bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen und 2008 in Peking jeweils die Goldmedaille holte, wurde diesmal Dritter. Das deutsche Boot mit den beiden Saarbrückern Jochen Kühne und Martin Kühner sowie den Hamburgern Bastian Seibt und Lars Wichert ist bereits im Halbfinale ausgeschieden.

Für die Südafrikaner James Thompson, Matthew Brittain, John Smith und Sizwe Ndlovu ist es der bislang größte sportliche Erfolg, den sie jemals erzielen konnten. Das Team, welches aus drei Weißen und einem Schwarzen zusammengesetzt ist, ist das beste Beispiel dafür, dass das Projekt Regenbogennation – zumindest auf einem Ruderboot – gut klappen kann. Das Team des Leichtgewichts-Vierers ist in Südafrika weitgehend unbekannt gewesen. Dies dürfte sich nun ändern.