Schlagwort-Archive: Polizeiminister

Millionen-Entschädigung für Marikana-Opfer

Regierung zahlt nach tödlichem Polizeieinsatz gegen Bergarbeiter rund 75 Millionen Euro

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Ereignisse um den blutig niedergeschlagenen Bergarbeiter-Streik durch die südafrikanische Polizei in Marikana vor gut viereinhalb Jahren ist noch nicht vergessen. Zu groß war der öffentliche Aufschrei über das „Marikana-Massaker“, welches nach Ansicht zahlreicher Medien den Kontrollverlust der Regierung Südafrikas über die eigene Polizei verdeutlicht haben soll. Nun entschloss sich der Staat rund 1,1 Milliarden Rand – umgerechnet 75 Millionen Euro – als Entschädigung an die Opfer zu zahlen. Das Polizeiministerium gestand sich erhebliche Fehler ein.

© Am 16. August 2012 wurden 34 Bergarbeiter durch die Polizei in Marikana erschossen. Die Regierung Südafrikas hat nun rund viereinhalb Jahre später eine Millionen-Entschädigung an die Opfer der Demonstranten in Aussicht gestellt. So ein Vorgang dürfe sich nicht wiederholen, hieß es. (Quelle: flickr/ Daniel Arauz)

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1.600 Kinder und 146 Polizisten getötet

Polizeiminister Nkosinathi Nhleko schockt Parlament mit neuesten Statistiken zu Morden in Südafrika

(2010sdafrika-Redaktion)

Innerhalb von zwei Jahren starben rund 1.600 südafrikanische Kinder durch die Gewaltanwendung Dritter, so der Polizeiminister Nkosinathi Nhleko gegenüber dem Parlament. Die neueste Statistik hat etliche Abgeordnete sprachlos gemacht. Das Erschreckende ist, dass das Polizeiministerium von einem Anstieg getöteter Kindern in den nächsten Jahren ausgeht.

sdirkx

© Südafrikas neuer Polizeiminister Nkosinathi Nhleko informierte das Parlament über zwei erschreckende Statistiken. Demnach wurden innerhalb von zwei Jahren rund 1.600 Kinder ermordet. Ferner verloren 146 Polizisten in den letzten drei Jahren während des Dienstes ihr Leben. (Quelle: flickr/ sdirkx)

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Drei Tote bei Mothutlung-Protesten

Kommunal-, Landes- und Nationalverwaltung schieben sich gegenseitig die Schuld zu

(2010sdafrika-Redaktion)

In Mothutlung, einem Township in der Provinz North West, demonstrierten in den vergangenen Tagen die Bewohner gegen die Ignoranz und Untätigkeit der Behörden. Sie forderten die Wiederherstellung des kommunalen Wasserzugangs. Allerdings blieb ihr Anliegen ungehört. Der Frust schlug in Gewalt um, die sich gegen die Polizei richtete. Diese wiederum schoss mit scharfer Munition und tötete drei Demonstranten. Erneut steht die Polizei in der Kritik, nicht angemessen gehandelt zu haben.

© Südafrikas Polizeiminister Nathi Mthethwa und Polizeichefin Riah Phiyega stehen erneut in der Kritik, dass die ihnen unterstehende Polizei beim jüngsten Einsatz im Township Mothutlung nicht verhältnismäßig vorgegangen sei. Drei Demonstranten wurden erschossen, die einen Wasserzugang forderten. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

© Südafrikas Polizeiminister Nathi Mthethwa und Polizeichefin Riah Phiyega stehen erneut in der Kritik, dass die ihnen unterstehende Polizei beim jüngsten Einsatz im Township Mothutlung nicht verhältnismäßig vorgegangen sei. Drei Demonstranten wurden erschossen, die einen Wasserzugang forderten. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

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Spezialeinsatzkräfte des STF

Südafrikas Elitepolizisten: Geiselbefreiung, Anti-Terror-Kampf und VIP-Personenschutz

(Autor: Ghassan Abid)

Schon in den 1970er Jahren, während der Apartheid, etablierte die südafrikanische Polizei eine Einheit, die für „riskante Operationen“ zuständig war. Die scheinbar unsichtbaren Männer dieser Spezialeinheit wurden auch in Rhodesien – dem heutigen Simbabwe – eingesetzt, um unter anderem gegen Befreiungsbewegungen vorzugehen. Das Spezialkommando GSG 9 der heutigen Bundespolizei soll die Südafrikaner inspiriert haben. Heute gilt die „South African Special Task Force (STF)“ mit ihren rund 200 Mitgliedern als international anerkannte Einheit.

© Die Spezialeinsatzkräfte des STF sind mit rund 200 Elitepolizisten an den Standorten Pretoria, Kapstadt und Durban vertreten. Ihr Auftrag ist es, die schweren Jungs am Kap festzunehmen und Einsätze mit "hohem Risiko" zu erledigen. Gegründet wurde dieses Spezialteam bereits durch das Apartheidsregime. (Quelle: SAPS)

© Die Spezialeinsatzkräfte des STF sind mit rund 200 Elitepolizisten an den Standorten Pretoria, Kapstadt und Durban vertreten. Ihr Auftrag ist es, die schweren Jungs am Kap festzunehmen und Einsätze mit „hohem Risiko“ zu erledigen. Gegründet wurde dieses Spezialteam bereits durch das Apartheidsregime. (Quelle: SAPS)

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Korruption an Südafrika-Lesotho-Grenze

Festnahme von neun Polizisten und sieben Beamten der Einwanderungsbehörde

(2010sdafrika-Redaktion)

Vor rund einer Woche informierte der südafrikanische Polizeiminister Nathi Mthethwa die Öffentlichkeit über einen erfolgreichen Schlag gegen korrupte Beamte. Neun Polizisten und sieben Beamte der Einwanderungsbehörde sind am Grenzposten Caledonspoort zu Lesotho festgenommen worden. Anklage ist erhoben worden. Alle Personen wurden bereits einem Haftrichter vorgeführt.

    © Polizeiminister Nathi Mthethwa informierte die Öffentlichkeit über eine gelungene Operation der Polizei-Einheit Hawks an der Südafrika-Lesotho-Grenze, die zur Festnahme von neun Polizisten und sieben Beamten der Einwanderungsbehörde führte, denen Korruption vorgeworfen wird. Strukturelle Probleme innerhalb der Polizei bleiben jedoch weiterhin bestehen. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

© Polizeiminister Nathi Mthethwa informierte die Öffentlichkeit über eine gelungene Operation der Polizei-Einheit Hawks an der Südafrika-Lesotho-Grenze, die zur Festnahme von neun Polizisten und sieben Beamten der Einwanderungsbehörde führte, denen Korruption vorgeworfen wird. Strukturelle Probleme innerhalb der Polizei bleiben jedoch weiterhin bestehen. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

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Kap-Kolumne: Bollywood Reality Show

Gupta-Saga: Ein Stück aus dem Tollhaus

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Ein Bubenstück wie aus einer Seifenoper, oder besser, aus Bollywood: Die so genannte Gupta-Saga beschäftigt die Medien seit Beginn des Monats Mai. Nahezu täglich fügen neue Informationen ein weiteres Puzzlestück zu einem grotesken Bild des „Guptagate“, wie die Presse schreibt.

    © Ein Privatflugzeug landete am 30. April 2013 auf dem Militärflughafen Waterkloof bei Pretoria. Die Passagiere des Airbus 330 waren keine Militärangehörige, sondern Gäste der indischen Unternehmerfamilie Gupta. Behörden der Zuma-Regierung ermöglichten diese Exklusivlandung. Seither steht die Politik in Pretoria unter massivem öffentlichen Druck. (Quelle: Wikimedia)

© Ein Privatflugzeug landete am 30. April 2013 auf dem Militärflughafen Waterkloof bei Pretoria. Die Passagiere des Airbus 330 waren keine Militärangehörige, sondern Gäste der indischen Unternehmerfamilie Gupta. Behörden der Zuma-Regierung ermöglichten diese Exklusivlandung. Seither steht die Politik in Pretoria unter massivem öffentlichen Druck. (Quelle: Wikimedia)

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Kap-Kolumne: Kultur der Polizeibrutalität

232 Todesfälle in Polizeigewahrsam. Konsequenzen werden gefordert. Die Politik steht in der Verantwortung

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Niemals hätte ich geglaubt, wieder solche Bilder aus Südafrika zu sehen. Ein Mensch wird an einem Polizeiwagen gekettet und hinter dem Fahrzeug geschleift. In der Tat, der grausame Tod des mosambikanischen Taxifahrers Mido Macia in Daveyton hat Polizeiwillkür und Polizeibrutalität in Südafrika erneut zum Thema werden lassen. Der von Regierungszwängen befreite ehemalige Minister für Geheimdienste, der Kommunist Ronnie Kasrils, forderte in einem Zeitungskommentar, Präsident Zuma müsse den Polizeiminister und die Polizeipräsidentin (Police Commissioner) entlassen. Es sei Aufgabe der Regierung, der regierenden Partei, der Opposition und der Zivilgesellschaft, sicherzustellen, dass diese bedrohliche Kultur der Polizeibrutalität in eine moralische Grundhaltung transformiert werde, die mit den solidarischen Werten übereinstimme, für die die Befreiungsbewegung gekämpft habe. Offenbar sieht der Ex-Minister das derzeitige Spitzenpersonal der Polizeikräfte nicht dazu in der Lage, diese Aufgabe zu bewältigen.

© Nach dem Tod des mosambikanischen Taxifahrers Mido Macia in Daveyton durch Polizeibeamte, ist in Südafrika eine öffentliche Debatte über Polizeiwillkür und Polizeibrutalität entbrannt. Die Politik steht nun in der Verantwortung, die strukturellen Probleme innerhalb der Polizeibehörde SAPS zu lösen. (Quelle: flickr/ CityPress)

© Nach dem Tod des mosambikanischen Taxifahrers Mido Macia in Daveyton durch Polizeibeamte, ist in Südafrika eine öffentliche Debatte über Polizeiwillkür und Polizeibrutalität entbrannt. Die Politik steht nun in der Verantwortung, die strukturellen Probleme innerhalb der Polizeibehörde SAPS zu lösen. (Quelle: flickr/ CityPress)

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