Schlagwort-Archive: Polizeistation

Das lukrative Geschäft mit der Angst

Südafrika im Würgegriff: Hohe Kriminalitätsrate, schwache Polizei und einflussreiche Waffenlobby

(Autor: Ghassan Abid)

Mit dem „Firearms Control Act, 2000 (Act No. 60 of 2000)“ ist jedem südafrikanischen Bürger das Recht ermöglicht worden, Schusswaffen zu erwerben und zu benutzen. Im Gesetz steht, dass „jeder Bürger das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Sicherheit hat“. Die Vergabe von Lizenzen und Genehmigungen reguliert diese Ambition. Doch zum Schutz und zur Selbstverteidigung des einzelnen Bürgers hat das Gesetz kaum beigetragen – im Gegenteil. Die Furcht vor einen kriminellen Übergriff ist allgegenwärtig. Lediglich die Waffenlobby profitiert vom Geschäft mit der Angst.

© Südafrika hat ein ernstes Waffenproblem. Neben den lizensierten Waffen, existiert am Kap auch ein illegaler Waffenhandel. Vor allem Kleinkriminelle und Mitglieder der Organisierten Kriminalität nutzen Schusswaffen. Jeden Tag sterben rund 45 Personen in Südafrika durch den Einsatz von Schusswaffen. (flickr/ Pål Joakim Olsen)

© Südafrika hat ein ernstes Waffenproblem. Neben dem Kauf von lizensierten Waffen blüht am Kap auch der illegale Waffenhandel. Vor allem Kleinkriminelle und Mitglieder der Organisierten Kriminalität nutzen Schusswaffen. Jeden Tag sterben rund 45 Personen in Südafrika durch deren Einsatz. (flickr/ Pål Joakim Olsen)

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SPIEGEL-Chefredakteur Mascolo muss gehen

Georg Mascolo als Journalist mit großem Interesse für Südafrikas einstiges Nuklearprogramm

(Autor: Ghassan Abid)

© SPIEGEL-Chefredakteur Georg Mascolo ist am heutigen Dienstag vom SPIEGEL-Verlag mit sofortiger Wirkung von seinem Posten abberufen worden. Der Journalist befasste sich in der Vergangenheit mehrfach mit der Nuklearpolitik Südafrikas und der Mitwirkung deutscher Ingenieure bei der Nuklearisierung geächteter Regime. (Quelle: flickr/ news_aktuell_gmbh)

© SPIEGEL-Chefredakteur Georg Mascolo ist am heutigen Dienstag vom SPIEGEL-Verlag mit sofortiger Wirkung von seinem Posten abberufen worden. Der Journalist befasste sich in der Vergangenheit mehrfach mit der Nuklearpolitik Südafrikas und der Mitwirkung deutscher Ingenieure bei der Nuklearisierung geächteter Regime. (Quelle: flickr/ news_aktuell_gmbh)

Nun hat der SPIEGEL-Verlag einen Bericht des Hamburger Abendblatts vom vergangenen Freitag offiziell bestätigt. In einem heute veröffentlichten Beitrag auf SPIEGEL ONLINE wurde in eigener Sache darüber informiert, dass Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron als SPIEGEL-Chefredakteure abberufen worden sind. Vorausgegangen war ein Streit mit der Verlagsspitze über die strategische Ausrichtung des Medienhauses. Wenige Journalisten wissen noch, dass der abgesägte Deutsch-Italiener sich sehr für die Politik in Südafrika interessierte.

Gemeinsam mit den SPIEGEL-Kollegen Jürgen Dahlkamp und Holger Stark recherchierte Mascolo mehrfach zum Nuklearprogramm im Südafrika der Apartheid. Das Trio widmete seine Aufmerksamkeit den Personen in Deutschland, die dem Regime in Pretoria zum Aufstieg in den Klub der Atommächte verhalfen.

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Vorbestrafte in Polizeiuniform

Von Raub bis zur Vergewaltigung: 74 „Police Reservists“ aus KwaZulu-Natal sind vorbelastet

(Autor: Ghassan Abid)

Das südafrikanische System kennt seit 1995 mit dem „South African Police Service Act (Act No 68 of 1995)“ und ermöglicht die Tätigkeit des „Police Reservist“. Darunter versteht man den Einsatz von freiwilligen Bürgern in ihrer Kommune, die über die selben Kompetenzen wie Polizeibeamte des „South African Police Service (SAPS)“ verfügen. Voraussetzung für dieses Amt ist die Erlangung des Abiturs und ein sauberes Strafregister des Bewerbers.

© Südafrikas freiwilliger Polizeidienst erlebt einen Skandal: 74 sogenante "Police Reservists" aus der Provinz KwaZulu-Natal üben polizeiliche Kompetenzen aus, obwohl diese bereits kriminell aufgefallen sind. Solche Ernennungen sind strikt unzulässig. Wie es dazu kommen konnte, ist unklar [hier Archivbild].(Quelle: flickr/ ER24 EMS)

© Südafrikas freiwilliger Polizeidienst erlebt einen Skandal: 74 sogenante „Police Reservists“ aus der Provinz KwaZulu-Natal üben polizeiliche Kompetenzen aus, obwohl diese bereits kriminell aufgefallen sind. Solche Ernennungen sind strikt unzulässig. Wie es dazu kommen konnte, ist unklar [hier Archivbild].(Quelle: flickr/ ER24 EMS)

Jeder Bürger mit dauerhaftem Wohnsitz in Südafrika kann die nächstliegende Polizeistation aufsuchen und dort ein Gespräch mit dem sogenannten „Reservist Coordinator“ wünschen. Dieser händigt dem Bewerber verschiedene Bewerbungsunterlagen aus und nimmt zusätzlich die Fingerabdrücke ab. Im weiteren Verlauf entscheidet dann eine Auswahlkommission, wer von den Bewerbern angehört wird.

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Präsident Zuma: „Solche Ereignisse nicht erwartet.“

Netzgemeinschaft mobilisiert für Polizeiminister-Rücktritt bis hin zur gewaltsamen Rebellion

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

In einer rund 10 Minuten langen Rede hat Südafrikas Staatsoberhaupt seine Bestürzung über die Erschießung von 34 Minenarbeitern durch Polizeibeamte gestern zum Ausdruck gebracht. Die Polizeimaßnahme ist „für unser Land nicht akzeptabel“. Wichtig sei nun die Ereignisse untersuchen zu lassen und den demokratischen Prozess fortzusetzen. Eine Kommission, eingesetzt vom Präsidenten, soll mit der Wahrnehmung dieser Funktion beauftragt werden. Es bleibe das Ziel, so Zuma weiter, ein besseres Leben für alle Südafrikaner zu schaffen. Insbesondere zeige er dafür Unverständnis, dass es trotz hohem gewerkschaftlichen Organisationslevel zu solchen Zuständen kommen konnte.

© Immer mehr Bürger kommunizieren über das Internet und organisieren Proteste gegen die südafrikanische Regierung im In- und Ausland. Eine neue Netzkultur am Kap ist zu beobachten, die den Staat versucht unter Druck zu setzen. Hier eine kürzlich erfolgte Demonstration im Western Cape. (Quelle: Facebook)

© Immer mehr Bürger kommunizieren über das Internet und organisieren Proteste gegen die südafrikanische Regierung im In- und Ausland. Eine neue Netzkultur am Kap ist zu beobachten, die den Staat versucht unter Druck zu setzen. Hier eine kürzlich erfolgte Demonstration im Western Cape. (Quelle: Facebook)

Zwischenzeitlich formieren sich immer mehr Südafrikaner mit Hilfe des Netzes zu Blockade- und Protestaktionen gegen die Regierung. Die meisten Internetnutzer fordern den Rücktritt des unter Korruptionsverdacht stehenden Polizeiministers Nathi Mthethwa [ein Hintergrundbericht zum Polizei-Desaster in Südafrika wird in Kürze auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ veröffentlicht]. Mangwashi Phiyega, seit Juni 2012 die neue Polizeichefin und somit erste Frau in der Behördenleitung, wird ebenfalls kritisch beäugt und vor ihrer ersten großen Herausforderung gestellt. Eine einheitliche Meinung der Netzcommunity zur SAPS-Chefin gibt es noch nicht.

© Die Forderungen der Netzcommunity sind vielfältig. Sie reichen vom Rücktritt des Polizeiministers Nathi Mthethwa bis hin zur gewaltsamen Rebellion gegen den Staat. (Quelle: Facebook)

© Die Forderungen der Netzcommunity sind vielfältig. Sie reichen vom Rücktritt des Polizeiministers Nathi Mthethwa bis hin zur gewaltsamen Rebellion gegen den Staat. (Quelle: Facebook)

Andere User fordern Aktionen wie die Besetzung von Polizeistationen, die Belagerung von Botschaften oder das Versperren von Zugängen zu öffentlichen Gebäuden. Unzählige Logos einer Protestbewegung kursieren im WWW und verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Kommunistische Gruppierungen und das Hackerkollektiv Anonymous sind ebenfalls auf diesen Zug aufgesprungen und werfen dem ANC ein „imperialistisches Verhalten“ und die „Volksunterdrückung“ vor.

© Die Internetaktivisten versuchen sich durch Logos hervorzuheben. Das bedeutendeste Bild dürfte das "45-Marikana Strikers Killed-Motiv" sein. (Quelle: Internet)

© Die Internetaktivisten versuchen sich durch Logos hervorzuheben. Das bedeutendeste Bild dürfte das „45-Marikana Strikers Killed-Motiv“ sein. (Quelle: Internet)

Gegenwärtig kann noch nicht eingeschätzt werden, inwieweit das Netz die Südafrikaner – ähnlichen den Vorgängen des Arabischen Frühlings – mobilisieren kann. Auf jeden Fall finden diese Proteste in den Social Media-Kanälen nun große Beachtung. Noch ein blutiger Vorfall durch Polizeibeamte könnte einer Rebellion in Südafrika durchaus den letzten Funken verleihen.

1.460 Kinder verschwinden jedes Jahr

Im Interview mit Judy Olivier, Nationalkoordinatorin der NGO Missing Children South Africa

(Autor/ Editor: Ghassan Abid)

Deutsche Interview-Zusammenfassung:

Wenn es um das schlimme Schicksal von Kindern geht, dann wird oft geschwiegen. Ob in Deutschland oder in Südafrika – der Missbrauch von Kindern bleibt ein Tabuthema. Allerdings grenzt sich Südafrika von Deutschland dahingehend ab, dass der Verbleib von verschwundenen Kindern am Kap ein deutlich größeres Problem darstellt. Bisweilen führt die Regierung keine Statistiken über den Handel und die Zwangsprostitution mit Kindern. Nach Angaben des „Missing Persons Bureau of South Africa“ ist lediglich bekannt, dass jährlich über 1.460 Kinder als vermisst gemeldet werden. Diese Zahl wird von mehreren Experten in Frage gestellt, wenn man bedenkt, dass die jährliche Anzahl der vermissten Kinder in Deutschland bei bereits 50.000 liegt. Die Statistik-Misere und Defizite der öffentlichen Verwaltung am Kap sollen jedoch in diesem Artikel ausgeblendet werden.

Missing Children South Africa, eine national agierende NGO, setzt seit 2007 hierbei an und bietet besorgten Eltern Hilfe beim Aufspüren ihrer Sprösslinge an. Ihre Mission ist es, dass aus Vermissten keine dauerhaft Verschwundenen werden. Laut Judy Olivier, Nationalkoordinatorin der Organisation, werden jedes Jahr 380 Kinder an Missing Children gemeldet. Die meisten Minderjährigen können durch die Öffentlichkeitsarbeit dieser NGO und in Zusammenarbeit mit Polizei, Medien, Gemeinden und Schulen gerettet bzw. aufgespürt werden. Die Erfolgsquote liegt nach eigenen Angaben bei 87 Prozent. Für rund 3 Prozent der 380 Kinder ist allerdings jede Hilfe zu spät – sie sind tot. Ferner macht Missing Children South Africa auf Missstände aufmerksam. Beispielsweise gehen immer noch etliche Polizisten davon aus, dass auch bei vermissten Kindern eine Wartezeit von 24 bzw. 48 Stunden zu beachten ist, bis die Polizei einschreiten kann. Diese Annahme ist falsch, beklagt Judy Olivier, da die Frist zur Vermisstenanzeige und der damit verbundenen Einleitung von polizeilichen Maßnahmen nur bei Erwachsenen eine Anwendung findet. Denn die ersten 24 Stunden sind entscheidend, ob ein Kind lebend oder tot aufgespürt wird, heißt es in kriminalistischen Kreisen. Für 2012 möchte Missing Children South Africa weitere Polizeistationen besuchen, mehr Leute erreichen und ihre finanzielle Situation verbessern. Denn auf der nationalen Ebene arbeiten nur drei bezahlte Kräfte für diese NGO.

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© Judy Olivier, National Coordinator of Missing Children South Africa

© Judy Olivier, National Coordinator of Missing Children South Africa

2010sdafrika-editorial staff: We would like to welcome on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ – the German Gateway to South Africa – Ms. Judy Olivier, National Coordinator of Missing Children South Africa. Ms. Olivier, your NGO has been launched in 2007 in response to the kidnapping and brutal murders of children. What is your organisation doing exactly?

Answer: To provide a structure of re-active support to the family, authorities and other NGO’s when a child goes missing. We design a flyer of the missing child and then our aim is to distribute it to as many people as possible as quickly as possible to create as much awareness as possible about the missing child.

To provide pro-active national awareness to children and their families, media, authorities, communities and schools. Visiting schools and communities, educating/informing them about the reality of children going missing, what to do when a child goes missing, sharing safety tips and also informing communities about the reality of human trafficking.

2010sdafrika-editorial staff: Could you tell us, how many children are kidnapped and murdered each year in South Africa?

Answer: Again, based on the cases reported to Missing Children SA, 3% of the children reported missing to our organsiation were tragically found deceased.  3% of children are victims of kidnappings – this includes stranger abductions as well as non-stranger abductions. If we look at parental abductions, approximately 7% of the cases reported to our organisation falls under this category. Where one parent takes the child without the permission from the other and disappears with the child.

© Vermisst wird seit dem 16.01.2012 das Baby Mlondi Thwala, zum Zeitpunkt des Verschwindens rund 1 Monat alt, aus der Provinz Kwazulu-Natal. Mit solchen Vermisstenanzeigen macht Missing Children South Africa in Zusammenarbeit mit Polizei, Medien, Gemeinden und Schulen auf diese Fälle meist erfolgreich aufmerksam. Die Erfolgsquote liegt nach eigenen Angaben bei 87 Prozent.

© Vermisst wird seit dem 16.01.2012 das Baby Mlondi Thwala, zum Zeitpunkt des Verschwindens rund 1 Monat alt, aus der Provinz Kwazulu-Natal. Mit solchen Vermisstenanzeigen macht Missing Children South Africa in Zusammenarbeit mit Polizei, Medien, Gemeinden und Schulen auf diese Fälle meist erfolgreich aufmerksam. Die Erfolgsquote liegt nach eigenen Angaben bei 87 Prozent.

2010sdafrika-editorial staff: Which information do you have in regard to child trafficking in South Africa; in which provinces are children most in danger and who are the offenders?

Answer: Unfortunately statistics about child trafficking in South Africa is not available from MCSA at this stage. The possibility exists that the children that are still missing, could have fallen victims of trafficking, but we can unfortunately not prove this at this stage. We are slowly but surely compiling stats on human trafficking. Please try the organisation ANEX. It focuses specifically on exploitation of children. I am sure they will be able to assist.

2010sdafrika-editorial staff: Missing Children SA is also collaborating with the South African Police Service (SAPS). Which structural police deficits in context to child abuse prevention should be encountered?

Answer: We are very fortunate to work closely with SAPS and it is wonderful to get the necessary collaboration from the different stations. The assistance received from the stations differ from town to town and province to province. Some of the officers working with missing children, for example, are not yet aware that there is no waiting period to report a child (or any other person) missing. A lot of the officers (and other South African citizens) are still under the impression that one has to wait 24 hours (or even 48 hours) before reporting a person missing. This is an area we try to improve on a daily basis.

About prevention of child abuse, please be sure to try the organisation Matla-A-Bana.  Matla-A-Bana focuses specifically on child abuse in South Africa and works very closely with SAPS as well. They will be able to give you thorough feedback about this.

2010sdafrika-editorial staff: The in Durban located NGO Bobbi Bear is criticising the patriarchal Zulu tradition. Bobbi Bear is denouncing the South African police and justice for missing will to defeat the child abuse situation in KwaZulu-Natal. Are you agree with this perception?

Answer: I am familiar with the NGO Bobbi Bear, but unfortunately cannot comment on this. I am unaware of this statement. We work only with children/individuals reported missing to SAPS. Maybe again you can try Matla-A-Bana for a comment about his, as its focus is again on child abuse.

2010sdafrika-editorial staff: Which projects in 2012 are pursuing by Missing Children SA?

Answer: In 2012 we will continue to expand our network and get more and more people involved to assist us when a child goes missing. More SAPS stations will be visited, and we will continue to strive to build relationships with them to be able to work together even more efficiently. On 25 May 2012 – International Missing Children’s Day – we will be aiming to create as much awareness as possible about the reality of children going missing, using the media and other resources. We are partnering with more and more NGO’s on a daily basis and our focus this year will be specifically on getting more involved with organsations fighting against Human Trafficking.

2010sdafrika-editorial staff: Is Missing Children SA cooperating with German organisations or authorities?

Answer: At this stage Missing Children SA are working within the borders of South Africa only. Once an international case comes to our attention, we will refer them to Interpol or the Missing Persons Bureau. We hope to change this in the future. However, at this stage we are only 3 paid employees running the organisation nationally. As soon as we get the necessary financial resources to appoint more permanent employees, we will definitely look into expanding our borders.

I thank you for your interest in our organisation. Should you require any further assistance, please be sure to let me know.

2010sdafrika-editorial staff: Thank you very much for your assistance offer! Judy Olivier, National Coordinator of Missing Children South Africa, much success in your work!

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Human Rights Day – Südafrikanische Feiertage

In Gedenken an die getöteten Demonstranten von Sharpeville, Vanderbiljpark und kwaLanga

(Autorin: Anne Schroeter)

© In Gedenken an die Opfer der Apartheid. Präsident Jacob Zuma wird am heutigen Tage eine Rede in Soweto halten. Die Presidency hält fest, dass das Feuer auf Demonstranten am 21. März 1960 auch inVanderbiljpark und kwaLanga in Kapstadt eröffnet wurde. (Quelle: Graeme Williams/ MediaClubSouthAfrica.com)

© In Gedenken an die Opfer der Apartheid. Präsident Jacob Zuma wird am heutigen Tage eine Rede in Soweto halten. Die Presidency hält fest, dass das Feuer auf Demonstranten am 21. März 1960 auch im Vanderbiljpark und in kwaLanga in Kapstadt eröffnet wurde. (Quelle: Graeme Williams/ MediaClubSouthAfrica.com)

An diesem Tag wird dem Sharpeville-Massacre gedacht. Dort fanden 1960 Demonstrationen gegen das Apartheid-Regime, insbesondere deren Pass- und Ausweisregelungen statt.

Mehrere Tausend Demonstranten versammelten sich vor der Polizeistation in Sharpeville, und forderten ihre Verhaftung, weil sie nicht die korrekten Papiere bei sich trugen. Während des Tages erhöhte sich die Anzahl der Demonstranten auf fast 20.000. Versuche die Menge aufzulösen schlugen fehl und die Anfangs friedliche Stimmung schlug in Wut um. Es kam zu Schüssen, als Demonstranten versuchten die Polizeistation zu betreten.

Offiziellen Angaben zufolge wurden 69 Personen getötet, viele in den Rücken geschossen, als sie versuchten zu fliehen. Über die Hintergründe zur Eröffnung des Feuers gibt es verschiedene Angaben, Polizeiberichte von damals und Aussagen bei der Wahrheits- und Versöhnungskommission widersprechen sich.

Das Massaker hatte die zunehmende Isolierung Südafrikas zur Folge, sowie das Verbot von ANC und PAC (Pan-Africanist Congress). Das Verbot zwang die Organisationen zur Arbeit im Untergrund und führte zu einer Änderung ihrer Strategien, von passivem zum bewaffneten Widerstand gegen das Apartheid-Regime.

Al Jazeera Channel-Videobeitrag zum Sharpeville-Massaker (in Englisch)

Seit Ende der Apartheid wird der 21. März in Südafrika als Human Rights Day gefeiert, anders als im Rest der Welt, wo dieser Tag am 10. Dezember begangen wird.