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Deutsch-Südafrikanisches Jahr der Wissenschaft 2012/2013

Bekämpfung des Klimawandels als bilaterales Forschungsschwerpunkt

(Autor: Ghassan Abid)

Am heutigen Tage beginnt das Deutsch-Südafrikanische Jahr der Wissenschaft 2012/2013, welches „die Zusammenarbeit beider Länder stärken und neue Netzwerke ins Leben rufen“ soll, heißt es in den offiziellen Pressemeldungen. Während das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf ihrer Homepage das Jahr bereits öffentlichkeitswirksam zelebriert, lässt der Online-Auftritt des südafrikanischen Gegenparts, des Departments of Science and Technology (DST), bislang keine diesbezügliche Ankündigung erkennen.

© Screenshot zur Webseite Deutsch-Südafrikanisches Jahr der Wissenschaft 2012-2013

© Screenshot zur Webseite Deutsch-Südafrikanisches Jahr der Wissenschaft 2012-2013

Die Bundesforschungsministerin Annette Schavan wird mit der südafrikanischen Wissenschaftsministerin Naledi Pandor das auf insgesamt acht Themenfelder fokussierte Aktionsprogramm eröffnen. Neben dem Klimawandel als akademisches Betätigungsfeld, stehen darüberhinaus das Human Capital Development, die Bioökonomie, Urbanisierung/ Megastädte, Astronomie, Innovation in der Gesundheitswirtschaft und Geistes- bzw. Sozialwissenschaften auf der Agenda. Allerdings bleibt die Bekämpfung des Klimawandels infolge der zurückliegenden Kooperationen als wichtigstes Forschungsfeld bestehen.

Bereits am 5. März 2012 machte der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel, gegenüber „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ auf die Klima- und Nachhaltigkeitsforschung als wichtigen Schwerpunkt der deutschen Forschungspolitik aufmerksam. Grundlagenforschung als auch angewandte Forschung stehen im Mittelpunkt der staatlichen Förderung. In diesem Kontext wurden beim Wettbewerb „Green Talents 2011“ gleich drei junge südafrikanische Wissenschaftler für ihre Arbeiten prämiert: Dr. Dyllon Garth Randall (University of Cape Town) für seine Verdienste auf dem Gebiet der Wiederaufbereitung von Minenabwässern, Dr. Owen Horwood PhD (Sachverständiger für ökologische Nachhaltigkeit, Wasserpolitik und –Governance) im Hinblick auf eine effiziente Wasserwirtschaft und Alanna Rebelo (Stellenbosch University) für die Gewährleistung der Wassersicherheit sowie nachhaltigen Landwirtschaft.

Das Kapland erweist sich für Deutschland angesichts seiner Universitäten und Forschungseinrichtungen als bedeutendester afrikanischer Staat in der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ). Dennoch verliert die südafrikanische Hochschullandschaft bedingt durch die ausufernde Kriminalitätsproblematik bis zum heutigen Tage hochqualifizierte Wissenschaftler in Richtung Großbritannien, Australien oder die Vereinigten Staaten. Interessant ist zudem die zu beobachtende Intensivierung der Süd-Süd-Forschungskooperationen, welche schwerpunktmäßig auf China ausgelegt sind. Mögliche Konsequenzen für die deutsch-südafrikanische Partnerschaft sind noch nicht absehbar.

© Offizielles Logo

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Mit Südafrika setzt das BMBF die nun sechste Auflage des Jahres der Wissenschaft um (Deutsch-Ägyptisches Jahr 2007, Deutsch-Israelisches Jahr 2008, Deutsch-Chinesisches Jahr 2009/2010, Deutsch-Brasilianisches 2010/2011 und Deutsch-Russisches Jahr 2011/2012).  „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wird im Laufe seiner Berichterstattung zu mehreren deutsch-südafrikanischen Forschungsprojekten berichten.

BRICS-Gipfeltreffen in Indien

Südafrika demonstriert Selbstbewusstsein, mehr aber auch nicht

(Autor: Ghassan Abid)

Am 29.03.2012 trafen die Regierungschefs der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) zum vierten Gipfeltreffen im indischen Neu-Delhi zusammen. Das „manager magazin“ betitelte am gestrigen Tage das Gipfeltreffen unter der Leitung des Premierministers Manmohan Singh mit der These „Brics bringen Weltordnung ins Wanken“. Die Forderungen lassen erkennen, dass die sogenannte Süd-Süd-Kooperation zunehmend unabhängiger von der EU und den USA ausgebaut werden soll.

© Die BRICS-Staaten zeigen offensiv ihren Selbstbewusstsein. Die Weltwirtschaft und die Dominanz des Westens stehen in der Kritik der Schwellenländer. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa + GCIS)

© Die BRICS-Staaten zeigen offensiv ihren Selbstbewusstsein. Die Weltwirtschaft und die Dominanz des Westens stehen in der Kritik der Schwellenländer. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa + GCIS)

Die Regierungschefs plädierten für den Aufbau einer eigenen Entwicklungsbank als Alternative zu IWF und Weltbank, für eine stärkere Vernetzung ihrer Kapitalmärkte und für eine Aufwertung der chinesischen Währung Yuan. Auch betonten die aufstrebenden Wirtschaftsmächte eine friedliche Lösung in der Syrien- und Irankrise. Vor allem im Hinblick auf den Iran untermauerten die Regierungschefs das Recht der Islamischen Republik auf die zivile Nutzung der Atomenergie. Ein militärisches Angreifen wäre für die Schwellenländer fatal, da diese und insbesondere Südafrika auf das iranische Erdöl angewiesen sind (siehe hierzu den Hintergrundbericht zu den südafrikanisch-iranischen Beziehungen und die daraus resultierenden Konsequenzen für Deutschland).

Präsident Jacob Zuma erhofft sich nach einer Pressemeldung der Presidency mit der Gründung einer BRICS-Entwicklungsbank die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen am Kap sowie mehr Handlungsflexibilität. Außerdem bekräftigte Zuma die Fortentwicklung der Beschlüsse des Durbaner Klima-Gipfels vom Dezember 2011.

Der Westen ist auf dem vierten Gipfeltreffen der BRICS-Staaten für die Krise in der Eurozone und die angespannte Lage der Weltwirtschaft mehrfach kritisiert worden. Auch die Strukturen von IWF und Weltbank zugunsten der Machtverhältnisse des Westens fanden erneut tadelnde Worte seitens der Schwellenländer.

Die BRICS-Staaten versuchen sich als eine schlagfertige politische Organisation zu etablieren, die die Interessen der Schwellenländer gegenüber UNO und Westen stärker durchzusetzen versucht. Nach offiziellen Angaben soll diese Staatengruppe einen Anteil von etwa 22 Prozent an der Weltwirtschaft und rund 40 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen.

Südafrika hat seine Mitgestaltungsrolle im BRICS-Klub noch nicht gefunden

Südafrika trat als bisher letztes Mitglied im April 2011 dem Klub der Schwellenländer bei und wird als „Tor zum afrikanischen Kontinent“ bezeichnet. Der Einfluss der südafrikanischen Regierung innerhalb der BRICS-Gemeinschaft gilt nach mehreren Stimmen aus Politik und Medien als ausbaufähig.