Schlagwort-Archive: Provinzregierung

Die Person Mandela

Zwischen Tradition und Moderne: Im Kampf für die Gleichbehandlung von Schwarzen und Weißen

(Autor: Ghassan Abid)

– MANDELA-Spezial –

Am 18. Juli 1918 erblickte in der südafrikanischen Gemeinde Mvezo in der Provinz Ostkap Nelson Rolihlahla Mandela das Licht der Welt. Sein Vater, ein Mitglied des Königshauses Thembu und Ehemann von vier Frauen, entschied sich für den Namen Rolihlahla, was soviel wie „Am Ast eines Baumes ziehen“ bedeutet. Sinngemäß ist dieser Name mit „Unruhestifter“ zu verstehen. Da jedoch die weißen Südafrikaner der Schulverwaltung – etwa Lehrer – diesen traditionellen Namen der Ethnie Xhosa nicht aussprechen konnten, wurde er fortan mit Mandela angesprochen.      

© Am 18. Juli 1918 erblickte in der südafrikanischen Gemeinde Mvezo in der Provinz Ostkap Nelson Rolihlahla Mandela das Licht der Welt. Anfänglich sehr traditionell aufgewachsen, entwickelte er mit fortschreitendem Alter ein Interesse für die westliche Kultur. Während seiner Zeit als Student begann er sich für die Gleichberechtigung aller Südafrikaner einzusetzen. (Quelle: Wikimedia)

© Am 18. Juli 1918 erblickte in der südafrikanischen Gemeinde Mvezo in der Provinz Ostkap Nelson Rolihlahla Mandela das Licht der Welt. Anfänglich sehr traditionell aufgewachsen, entwickelte er mit fortschreitendem Alter ein Interesse für die westliche Kultur. Während seiner Zeit als Student begann er sich für die Gleichberechtigung aller Südafrikaner einzusetzen. (Quelle: Wikimedia)

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Westkap unter Wasser

Wetterdienst warnt vor neuen Regenfällen. Kapstädter Stadtteil Somerset West stark betroffen

(2010sdafrika-Redaktion)

In den letzten 24 Stunden verschlimmerte sich die Lage am Westkap erheblich. Starke Regenfälle führten dazu, dass die „Vergelegen Mediclinic“ im Kapstädter Stadtteil Somerset West evakuiert werden musste. Starke Wassermassen strömten ins Krankenhaus hinein. Zudem sind mehrere Ortschaften innerhalb und außerhalb Kapstadts überflutet worden. Mehrere Straßen sind nicht passierbar. Der südafrikanische Wetterdienst warnt bereits vor neuen Regenfällen. Die Provinzregierung des Westkaps ist bemüht, die Lage in den Griff zu bekommen.

© Der südafrikanische Wetterdienst warnt von neuen Regenfällen in den Provinzen Westkap, Free State und KwaZulu-Natal. Besonders stark betroffen vom Umwetter ist der Kapstädter Stadtteil Somerset West.. Seit Freitag regnet es sehr stark im südlichsten Zipfel der Republik. (Quelle: South African Weather Service)

© Der südafrikanische Wetterdienst warnt von neuen Regenfällen in den Provinzen Westkap, Free State und KwaZulu-Natal. Besonders stark betroffen vom Umwetter ist der Kapstädter Stadtteil Somerset West. Seit Freitag regnet es sehr stark im südlichsten Zipfel der Republik. (Quelle: South African Weather Service)

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Kap-Kolumne: Bollywood Reality Show

Gupta-Saga: Ein Stück aus dem Tollhaus

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Ein Bubenstück wie aus einer Seifenoper, oder besser, aus Bollywood: Die so genannte Gupta-Saga beschäftigt die Medien seit Beginn des Monats Mai. Nahezu täglich fügen neue Informationen ein weiteres Puzzlestück zu einem grotesken Bild des „Guptagate“, wie die Presse schreibt.

    © Ein Privatflugzeug landete am 30. April 2013 auf dem Militärflughafen Waterkloof bei Pretoria. Die Passagiere des Airbus 330 waren keine Militärangehörige, sondern Gäste der indischen Unternehmerfamilie Gupta. Behörden der Zuma-Regierung ermöglichten diese Exklusivlandung. Seither steht die Politik in Pretoria unter massivem öffentlichen Druck. (Quelle: Wikimedia)

© Ein Privatflugzeug landete am 30. April 2013 auf dem Militärflughafen Waterkloof bei Pretoria. Die Passagiere des Airbus 330 waren keine Militärangehörige, sondern Gäste der indischen Unternehmerfamilie Gupta. Behörden der Zuma-Regierung ermöglichten diese Exklusivlandung. Seither steht die Politik in Pretoria unter massivem öffentlichen Druck. (Quelle: Wikimedia)

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Bayerns Außenbeziehungen mit Südafrika

Im Interview mit Emilia Müller, Staatsministerin in der Bayerischen Staatskanzlei

(Autor: Ghassan Abid)

© Emilia Müller, Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Bayerischen Staatskanzlei und Bayerische Bevollmächtigte beim Bund. (Quelle: Bayerische Staatskanzlei)

© Emilia Müller, Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Bayerischen Staatskanzlei und Bayerische Bevollmächtigte beim Bund. (Quelle: Bayerische Staatskanzlei)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Emilia Müller, Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Bayerischen Staatskanzlei und Bayerische Bevollmächtigte beim Bund. Frau Müller, welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Amt im Hinblick auf das europäische und außereuropäische Ausland?

Antwort: Regionen können in der globalisierten Welt ihr Potenzial heute nur dann voll entfalten, wenn sie sich international ausrichten, mit anderen zusammenarbeiten und sich dadurch gegenseitig entscheidende Wettberwerbsvorteile verschaffen. Der Freistaat Bayern erhebt den Anspruch, alle Möglichkeiten für eine fruchtbare internationale Zusammenarbeit umfassend auszuschöpfen. Als für die internationalen Beziehungen zuständige Ministerin in der Bayerischen Staatsregierung kann ich mit Stolz sagen: Die Marke Bayern steht heute in Europa und der Welt für eine hoch innovative und wirtschaftlich erfolgreiche Region, die sich zugleich ihrer Traditionen und Werte bewusst ist. Die internationalen Kontakte und Partnerschaften des Freistaats sind wertvolle Plattformen für die Zusammenarbeit in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und auf vielen weiteren Gebieten.

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Reiseziel Südafrika

120 eingereiste Südafrikaner warben auf der Tourismusmesse ITB Berlin um deutsche Urlauber

(Autor: Ghassan Abid)

Es ist Sonntag, der 10. März 2013, als winterliche Temperaturen die Bundeshauptstadt Berlin voll im Griff haben. An einem Ort hingegen war die Atmosphäre alles andere als grau, kühl und trist. Denn auf der weltgrößten Tourismusmesse ITB Berlin tummelten sich Menschen aus aller Welt. Tänze, Gesänge und bunte Farben prägten die Messe. Von regionalen Reiseanbietern aus Deutschland bis hin zu exotischen Zielen war alles vertreten. Auch warme Reiseziele wie Südafrika waren wie in den Jahren zuvor erneut präsent.

© 120 Südafrikaner sind anlässlich der Tourismusmesse ITB 2013 nach Berlin eingeflogen worden, um die deutsche Öffentlichkeit für einen Urlaub in Südafrika zu gewinnen. 204.247 deutsche Touristen besuchten im Zeitraum Januar 2012 bis Oktober 2012 das Kap.

© 120 Südafrikaner sind anlässlich der Tourismusmesse ITB 2013 nach Berlin eingeflogen worden, um die deutsche Öffentlichkeit für einen Urlaub in Südafrika zu gewinnen. 204.247 deutsche Touristen besuchten im Zeitraum Januar 2012 bis Oktober 2012 das Kap.

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Kap-Kolumne: Koloniale Rückstände

Wenn Rückstände der Apartheid im neuen Südafrika fortbestehen – zu Lasten der Arbeiter

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Früh morgens auf dem Parkplatz vor dem Pick’n’Pay-Supermarkt in Thabazimbi: Hunderte Männer und Frauen warten und hoffen auf Arbeit. Malocher für die Melonenernte, zum Ausheben eines Grabens, zum Rasenmähen oder Heckenschneiden, für Handlangerdienste aller Art – Farmer, Bauunternehmer, private Hausbesitzer bedienen sich auf diesem Menschen-Markt. Alltag, auch im neuen Südafrika.

    © Die Beschäftigten mehrerer Wirtschaftszweige in Südafrika fordern mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Die Weingutarbeiter von De Doorns zum Beispiel fordern nicht nur 150 Rand pro Tag, sondern auch die Einführung der gesetzlichen 40-Stunden-Woche, die Abschaffung der Kinderarbeit unter 18 Jahre, bezahlten Mutterschaftsurlaub sowie einen Jahresurlaub von 21 Tagen. (Quelle: Swartland Wine Routes/ MediaClubSouthAfrica.com)

© Die Beschäftigten mehrerer Wirtschaftszweige in Südafrika fordern mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Die Weingutarbeiter von De Doorns zum Beispiel fordern nicht nur 150 Rand pro Tag, sondern auch die Einführung der gesetzlichen 40-Stunden-Woche, die Abschaffung der Kinderarbeit unter 18 Jahre, bezahlten Mutterschaftsurlaub sowie einen Jahresurlaub von 21 Tagen. (Quelle: Swartland Wine Routes/ MediaClubSouthAfrica.com)

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Kap-Kolumne: Bildung als Ware

Marodes Bildungssystem Südafrika: Wenn Schulbücher auf dem Müllberg landen. Ein Skandal!

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger West-Berliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Der Schulbuch-Skandal in Limpopo nimmt kein Ende. Jetzt hat der Präsident eine gründliche Untersuchung der „Textbook Saga“ angeordnet. Inzwischen sind vier (4!) Taskteams in der Provinz unterwegs, um der Sache auf den Grund zu gehen. Vor allem die ländlichen Schulen, dort, wo die Ärmsten in der nördlichen Provinz Südafrikas leben, haben in diesem Schuljahr noch keine Schulbücher gesehen – und das nach mehreren Abmahnungen und Gerichtsbeschlüssen.

© Korruption und Vetternwirtschaft sind mittlerweile fester Bestandteil des öffentlichen Bildungssystems in Südafrika, an welchem sich Politiker und Firmenrepräsentanten im Rahmen von öffentlichen Ausschreibungsverfahren bereichern. Das Nachsehen hat die Gesellschaft. Im konkreten Fall werden schulpflichtige Kinder ohne Schulmaterial auskommen müssen. Die Schulaufsichtsbehörden auf Landes- und Bundesebene haben komplett versagt. Das südafrikanische Bildungssystem ist marode. Der Staat kommt zum erneuten Male seiner Verantwortung nicht nach und große Reformen bleiben aus. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© Korruption und Vetternwirtschaft sind mittlerweile fester Bestandteil des öffentlichen Bildungssystems in Südafrika, an welchem sich Politiker und Firmenrepräsentanten im Rahmen von öffentlichen Ausschreibungsverfahren bereichern. Das Nachsehen hat die Gesellschaft. Im konkreten Fall werden schulpflichtige Kinder ohne Schulmaterial auskommen müssen. Die Schulaufsichtsbehörden auf Landes- und Bundesebene haben komplett versagt. Das südafrikanische Bildungssystem ist marode. Der Staat kommt zum erneuten Male seiner Verantwortung nicht nach und große Reformen bleiben aus. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

Stattdessen hat man Tausende Bücher – Lehr- und Lernmaterial – gefunden, auf Müllkippen, im offenen Feld, in Flüssen und teils vebrannt. Die Provinzregierung schweigt weitgehend, weil sie ja derzeit unter Zentralverwaltung steht und damit alle Verantwortung abschieben kann. Die Ministerin für Basic Education hat den ganzen Misthaufen nun auf ihrem Tisch und eiert auch gewaltig herum.

Wie so häufig in derartigen Fällen liegt auch hier ein Ursachen-Mix vor: Zuvorderst das System staatlicher Ausschreibungen (Tender System) mit seinem inherenten Potential an Korruption und Vetternwirtschaft sowie die Überforderung der Bürokratie, in diesem Fall der Schulbehörden.

Ich denke, dies ist nur die Spitze des Eisbergs namens Bildungswesen, das in einer tiefen Krise steckt. An fehlenden staatlichen Mitteln liegt das nicht. Verglichen mit anderen Staaten des südlichen Afrika steckt Südafrika mehr Geld ins Bildungswesen. Doch diese Mittel versickern offenbar woanders und nähren die saftigen Wiesen privater Firmen.

Inzwischen haben Journalisten herausgefunden, dass die private Firma EduSolutions („Bildungslösungen“), die für die Schulbuchlieferungen zuständig ist, enge Verbindungen mit Politikern hat, darunter auch mit der Bildungsstiftung des Präsidenten Jacob Zuma. EduSolutions verdient Milliarden Rand mit staatlichen Aufträgen in mehreren Provinzen. Auf insgesamt 1,2 Milliarden Rand wird allein der Limpopo-Auftrag beziffert.

Und die Schulbehörde in Limpopo? Die hat das Schuljahr über ganz offensichtlich geschlafen und ihre Aufsichtspflicht sträflich vernachlässigt bzw. ist ihr gar nicht erst nachgekommen. Der Non-Profit-Organisation Section27 ist es zu verdanken, dass die Schulbehörden und das Ministerium aus ihrem Schlaf der (Selbst)Gerechten geweckt wurden. Die Bürgerrechtsorganisation (“SECTION27 is a public interest law centre that seeks to influence, develop and use the law to protect, promote and advance human rights.”) brachte den Schulbuchskandal vor Gericht und damit die Sache an die Öffentlichkeit und ins Rollen.

Nun beginnt die Suche nach den Schuldigen, ich denke eher: nach den Sündenböcken. „Name-and-Shame“ ist eine Art Volkssport hierzulande. Das Problem dabei: Es ändert sich nichts, solange der Fehler im System steckt. Wer Geld hat, kann sich eine gute Bildung leisten, d.h. seine Kinder auf private Schulen oder Universitäten schicken. Wer sich‘s nicht leisten kann, muss mit dem öffentlichen Schulwesen vorlieb nehmen. Dabei sind Schule und Bildung die vornehmste Verfassungsaufgabe des Staates. Diese Verantwortung sollte er nicht auslagern in die Privatwirtschaft. Bildung ist eine der wichtigsten Investitionen in die Zukunft. Sie darf nicht zur Ware verkommen, mit der man auf dem Markt Profit erzielt.