Schlagwort-Archive: Provokation

Kendall Jones sucht erneute Provokation

US-Trophäenjägerin veröffentlicht neues Video zur brutalen Jagd eines Krokodils in Südafrika

(Autor: Ghassan Abid)

Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ berichtete am 23. Juni 2014 als erste Presse im deutschsprachigen Raum überhaupt und womöglich weltweit über die US-Tierjägerin Kendall Jones, die sich auf Trophäenjagd im südlichen Afrika begab. „I’m in AFRICA y´all“, untermauerte die damals 20-jährige Texanerin ihre Freude an der Jagd von vom Aussterben bedrohten Tieren. Medien aus aller Welt griffen den eigenen Artikel auf. Außerdem zeigte sich die Öffentlichkeit entzweit. Im Jahr 2018 wiederholt sich dieses Szenario, sodass von einer erneuten Provokation auszugehen ist.

© Die US-amerikanische Trophäenjägerin reiste im Sommer 2016 zum nun sechsten Mal ins südliche Afrika, um ihre „Dangerous Seven“ voll zu kriegen. Hierzu zählen die Tiere Kapbüffel, Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn, Flusspferd und Krokodil. Dieses Erlebnis veröffentlichte sie 2018 via YouTube. (Quelle: Screenshot/ YouTube)

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Apartheidsflagge auf australischem Rathaus

Versehen oder bewusste politische Provokation? Bürgermeister Dean Lynch zeigt sich stur – ein Eklat

(Autor: Ghassan Abid)

Dean Lynch ist der Bürgermeister des australischen Verwaltungsgebietes Cooma-Monaro Shire, in welchem rund 10.000 Menschen leben. Sein Rathaus befindet sich in der Stadt Cooma, einem beliebten Ort für Wintertouristen. International kennt man Cooma nicht; zumindest bislang noch nicht. Denn ein politischer Eklat katapultierte die 10.000 Seelen-Gebietskörperschaft direkt ins politische Südafrika. Das Außenministerium kocht vor Wut und die südafrikanische Botschaft in Canberra übt Druck aus – bisher ohne Erfolg.

© Koleka Mqulwana, Botschafterin Südafrikas in Australien [links im Bild], versucht seit Tagen Dean Lynch, Bürgermeister des australischen Verwaltungsgebietes Cooma-Monaro Shire [rechts im Bild], zur Entfernung der Apartheidsflagge auf dessen Rathaus zu bewegen. Doch dieser zeigt sich stur und weigert sich. (Quelle: South African Embassy Canberra + Cooma-Monaro Shire/ collage 2010sdafrika-Redaktion)

© Koleka Mqulwana, Botschafterin Südafrikas in Australien [links im Bild], versucht seit Tagen Dean Lynch, Bürgermeister des australischen Verwaltungsgebietes Cooma-Monaro Shire [rechts im Bild], zur Entfernung der Apartheidsflagge auf dessen Rathaus zu bewegen. Doch dieser zeigt sich stur und weigert sich. (Quelle: South African Embassy Canberra + Cooma-Monaro Shire/ collage 2010sdafrika-Redaktion)

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Südafrikanische Kunst in München

Ausstellung zum Johannesburger Künstler Kendell Geers: Provokation, Humor und Gewalt

(2010sdafrika-Redaktion)

Vom 01. Februar bis zum 12. Mai 2013 ist im Haus der Kunst in München, einem öffentlichen Museum für zeitgenössische Kunst, eine Ausstellung zum Johannesburger Künstler Kendell Geers zu bewundern. Ein Künstler, der mehrfach untertauchen musste und die Provokation bewusst einsetzt.

© HDK Kendell Geers Master Mistress of my Passion

© HDK Kendell Geers Master Mistress of my Passion (Quelle: Haus der Kunst)

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FNB-Bank entzürnt ANC

Werbekampagne provoziert Regierung und Partei. Zuschauer reagieren mit Unverständnis auf ANC

(2010sdafrika-Redaktion)

In Südafrika erhitzen sich die Gemüter manchmal schneller als sonst wo auf der Welt. Eine am 17. Januar 2013 gestartete Werbekampagne der First National Bank (FNB) unter dem Titel „You Can Help“, bringt die Hoffnung und Kritik mehrerer Schüler der Naledi-Oberschule in Soweto zum Ausdruck. Allerdings kam es nun anders als geplant.

© Die First National Bank (FNB), eine der größten Banken Südafrikas im Privatbesitz, hat am 17. Januar 2013 die Werbekampagne „You Can Help“ gestartet, in der Schulkinder aus Soweto ihren Unmut über die Politik im Lande zum Ausdruck bringen. Die ANC-Regierungspartei und das Präsidialamt kritisierten die Bank in scharfer Form. (Quelle: flickr/ Shine 2010 - 2010 World Cup good news)

© Die First National Bank (FNB), eine der größten Banken Südafrikas im Privatbesitz, hat am 17. Januar 2013 die Werbekampagne „You Can Help“ gestartet, in der Schulkinder aus Soweto ihren Unmut über die Politik im Lande zum Ausdruck bringen. Die ANC-Regierungspartei und das Präsidialamt kritisierten die Bank in scharfer Form. (Quelle: flickr/ Shine 2010 – 2010 World Cup good news)

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Fatty Boom Boom

Musikvideo von „Die Antwoord“ nimmt Lady Gaga ins Visier. Einfach nur geschmacklos und abstoßend!

(2010sdafrika-Redaktion)

Skandal pur aus Südafrika. Die eigentlichen Kapstädter Comedians, welche mittlerweile als Hip Hop-Band „Die Antwoord“ weltweit bekannt geworden sind, überschreiten mit ihrem aktuellen Musikvideo „Fatty Boom Boom“ die Grenzen im Musik-Business. Im entsprechenden Clip ist Lady Gaga mit zwei ihrer Bodyguards zu sehen, die Südafrika erkunden. Nicht nur Hyänen sichtet Lady Gaga im urbanen Raum, sondern auch einen Panther und Löwen. An einer Kreuzung wird das Taxi des Superstars attackiert und sie flüchtet alleine in einen sozialen Brennpunkt. Bei einem Gynäkologen wird festgestellt, dass sich ein Insekt im vaginalen Bereich von Lady Gaga eingenistet hat. Zum Schluss wird sie Opfer eines Löwens, der sie lebendig und äußerst blutig verspeist.

© Lady Gaga reagiert auf das provokante und geschmacklose Musikvideo von "Die Antwoord" via Twitter mit starkem Selbstbewusstsein.

© Lady Gaga reagiert auf das provokante und geschmacklose Musikvideo von „Die Antwoord“ via Twitter mit starkem Selbstbewusstsein.

© "Die Antwoord" nutzt den "Beef", den künstlerischen Streit, mit Lady Gaga für den eigenen Erfolg. Auf Twitter sagen die Südafrikaner von sich, dass sie kleiner als Lady Gaga, aber dafür cooler wären.

© „Die Antwoord“ nutzt den „Beef“, den künstlerischen Streit, mit Lady Gaga für den eigenen Erfolg. Auf Twitter sagen die Südafrikaner von sich, dass sie kleiner als Lady Gaga, aber dafür cooler wären.

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Izikhokho Show – Comic aus Südafrika

Folge: „Jesus is a Shangaan“. Liegt eine Bantu-Diskriminierung und Blasphemie vor?

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Ghassan Abid)

Bei der „Izikhokho Show“ handelt es sich um eine südafrikanische Zeichentrick-Kollektion, die wöchentlich durch die Johannesburger Firma Mdu Comics produziert wird. Diese zeichnet sich durch die bewusste Einbindung lokaler Sprachen & Traditionen aus, welche in provokativer Art und Weise bestimmte Sachverhalte thematisiert.

© Ein schwarzer Jesus ist geschockt, nachdem ihm ein Arzt bescheinigt, dass er DNA der Bantu-Ethnie Shangaan besitze. Liegt hier eine Diskriminierung der Volksgruppe Shangaan und Blasphemie vor? (Quelle: YouTube/ Mdc Comics)

© Ein schwarzer Jesus ist geschockt, nachdem ihm ein Arzt bescheinigt, dass er DNA der Bantu-Ethnie Shangaan besitze. Liegt hier eine Diskriminierung der Volksgruppe Shangaan und Blasphemie vor? (Quelle: YouTube/ Mdc Comics)

Die Hauptrolle im Comic „In Heaven“ (zu Deutsch: Im Himmel) spielt ein schwarzer Jesus, der der Regierungspartei ANC angehört. In der aktuellsten Folge „Jesus is a Shangaan“ wird dem Sohn Gottes durch einen Arzt seine Zugehörigkeit zur Ethnie Shangaan bescheinigt. Die Shangaan stellen eine Bantu-Ethnie im südlichen Afrika dar, welche im heutigen Mosambik, Simbabwe und im nördlichen Südafrika beheimatet ist. Skurrill im Clip ist die Reaktion Jesus, der mit großem Entsetzen auf diese ethnische Bestimmung reagiert, niedergeschlagen ist und sich dann abschrubbt, als müsste er einen Schandfleck beseitigen. Zu guter Letzt ist Jesus sogar bereit, sein Leben durch einen Suizid zu beenden. Seine Selbstmordabsicht wird Gott mittels eines von Jesus verfassten Briefes kundgetan; im christlichen Südafrika ein äußerst kritischer Zeichentrick.

Izikhokho Show: „Jesus is a Shangaan“

Kap-Kolumne: „Der Speer“ wurde begraben

Südafrika zwischen Himmel und Erde. Der irdische Streit entweicht den Sternen; zumindest vorerst.

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger West-Berliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Der Speer wurde begraben. Die Saga um das Gemälde „The Spear“ – Der Speer – des Künstlers Brett Murray hat vorerst ein versöhnliches Ende gefunden. Der ANC zieht seine Klage vor Gericht zurück, die Galerie hängt das Gemälde ab und die Zeitung City Press löscht das Bild von ihrer Website. Die Fragen jedoch, die dieser Streit aufgeworfen hat, stehen weiter im Raum.
Die Chefredakteurin der Zeitung City Press, Ferial Haffajee, schreibt in einer sehr persönlichen Kolumne: „Der Speer ist abgelegt, aus Fürsorge und Furcht.“ (The spear is down, out of care and fear.) Sie wolle zur Heilung in der Gesellschaft beitragen, meint Haffajee, die Hitze aus einer zunehmend überhitzten gesellschaftlichen Atmosphäre herausnehmen und ihre Redakteure sowie die Zeitungsverkäufer auf der Straße schützen wollte. Freilich schwirren zig Fotodateien davon im Internet herum. Aber darum geht es nicht.

Tausende Südafrikaner folgten dem ANC und demonstrierten gegen die Zeitung City Press. Diese Presseeinrichtung gab nach und der ANC zeigte, dass er weiterhin viel Macht am Kap genießt. Der Speer-Fall hat sich längst zu einem Paradebeispiel dafür etabliert, dass die Medien im Umgang mit dem ANC die Konsequenzen bedenken sollten.

Was zunächst als eine scharfe Debatte um Kunstfreiheit versus persönliche Rechte daherkam, wandelte sich innerhalb einer Woche zu einer teils bitteren Auseinandersetzung um die Gefühle einer ganzen Nation. Mehrere tausend Menschen demonstrierten am Dienstag – dem Aufruf des ANC und seiner Verbündeten folgend – in unmittelbarer Nähe zur Goodman Gallery in Johannesburg. „Hier geht es nicht um Zuma“, sagt ein Teilnehmer der Zeitung Mail&Guardian, „hier geht es um kulturelle Unterschiede. Brett Murray hat das Recht zu sagen, was er will. Aber er sollte sich im Klaren darüber sein, wen er beleidigt. Es ist vollkommen falsch einen Ältesten mit heraushängenden Genitalien zu porträtieren. Wie würden Sie empfinden, wenn man Ihren Vater so malt?“ Der Streit hat gezeigt, wie wund die Gesellschaft noch ist, nur achtzehn Jahre nach dem Ende einer 350-jährigen Geschichte kolonialer Herrschaft mit den letzten vierzig Jahren eines gnadenlos rassistischen Gewaltregimes namens Apartheid. Dies ist eine Seite der Medaille.

Mit dem Aufruf zum Boykott der Zeitung City Press sowie mit der Demonstration zur Galerie haben die ANC-Führung und ihre Verbündeten gewiss einen Nerv getroffen und ihre Muskeln spielen lassen. Sie müssen sich aber nun die Frage gefallen lassen, ob sie hier nicht auch die Gunst der Stunde nutzen, um politisch zu punkten – und dabei ziemlich heftig überziehen. Es ist daher gar nicht ausgemacht, ob der „Speerkampf“ am Ende dem ANC-Präsidenten Jacob Zuma zu seiner Wiederwahl im Dezember in Mangaung beim nationalen Parteitag des ANC verhelfen wird, wie dies so mancher Kommentator spekuliert. Mangaung ist noch ein paar Monate hin, in dieser Zeit fließt viel Wasser den Orange River hinunter.

Griff nach den Sternen

Während die Menschen also ihre Wunden lecken, kam die aufregende Nachricht vom größten internationalen wissenschaftlichen Projekt der nächsten Jahrzehnte gerade recht. Südafrika, und damit der Kontinent, erhielt den Löwenanteil (70 Prozent) des Baus der gigantischen Teleskopanlage SKA (Square Kilometre Array). Südafrika teilt sich dieses Projekt mit Australien und Neuseeland. Das SKA wird in der Halbwüste Karroo gebaut und soll, wenn fertiggestellt, weiter ins Weltall hineinsehen könne könne, als jedes bisherige Großteleskop. Die Wissenschaft erwartet damit neue Erkenntnisse über die Entstehung des Universums.

© Südafrika erhält mit einem Anteil von 70 Prozent den Zuschlag für das SKA-Forschungsprojekt. In der Halbwüste Karroo ist der Bau dieser gigantischen Anlage vorgesehen. Australien und Neuseeland beteiligen sich ebenfalls am Projekt. Die Teleskopanlage soll noch tiefer ins Weltall blicken können. Die Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Entstehung des Universums. (Quelle: Dr Nadeem Oozeer/ SKA South Africa)

© Südafrika erhält mit einem Anteil von 70 Prozent den Zuschlag für das SKA-Forschungsprojekt. In der Halbwüste Karroo ist der Bau dieser gigantischen Anlage vorgesehen. Australien und Neuseeland beteiligen sich ebenfalls am Projekt. Die Teleskopanlage soll noch tiefer ins Weltall blicken können. Die Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Entstehung des Universums. (Quelle: Dr Nadeem Oozeer/ SKA South Africa)

In den Weiten des Weltalls mag der „Streit um den Speer“ zu Winzigkeit schrumpfen. Die in diesem Streit aufgeworfenen und die Gesellschaft spaltendnen Probleme werden die Menschen hinieden in Südafrika noch sehr lange beschäftigen.