Schlagwort-Archive: Publikationen

Exklusiv: Respekt vor Südafrikas Rassisten

Claus Nordbruch, seine Freundschaft zum Ex-Elitesoldaten Ratte und zu deutschen Diplomaten

(2010sdafrika-Redaktion)

Infolge des Artikels „NSU-Fluchtversuch nach Südafrika“ vom 13. September 2012 erhielt „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ mehrere Zuschriften zum deutschen Rechtsextremismus am Kap. Namenslisten, Dokumente und Bildmaterial teils mit brisantem Material, welche Verbindungen bis in die aktuelle Bundesregierung erkennen lassen, sind eingegangen. Die Aufarbeitung und Verifizierung dessen wird seine Zeit in Anspruch nehmen. Vereinzelt wird ein Informationsaustausch mit mehreren überregionalen deutschen Medien gepflegt, ohne dabei den Quellenschutz zu gefährden.

    © Willem Ratte, deutschstämmiger Ex-Elitesoldat mit Einsätzen gegen schwarze Widerstandsbewegungen in Namibia, Angola, Simbabwe und Südafrika. Unter seiner Co-Führung mit Colonel Deon Ferreira leitete er die militärische Spezialeinheit "32 Battalion" der südafrikanischen Armee SADF. 1991 trat er infolge der Demokratisierung als Kommandant zurück und agiert seither mit paramilitärischen und bildungspolitischen Aktionsformen vom Untergrund aus gegen die aktuelle Regierung. Zum rechtsextremen Publizisten Dr. Claus Nordbruch unterhält Willem Ratte "freundschaftliche Beziehungen".

© Willem Ratte, deutschstämmiger Ex-Elitesoldat mit Einsätzen gegen schwarze Widerstandsbewegungen in Namibia, Angola, Simbabwe und Südafrika. Unter seiner Co-Führung mit Colonel Deon Ferreira leitete er die militärische Spezialeinheit „32 Battalion“ der südafrikanischen Armee SADF. 1991 trat er infolge der Demokratisierung als Kommandant zurück und agiert seither mit paramilitärischen und bildungspolitischen Aktionsformen vom Untergrund aus gegen die aktuelle Regierung. Zum rechtsextremen Publizisten Dr. Claus Nordbruch unterhält Willem Ratte „freundschaftliche Beziehungen“.

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18,7 Mio. Euro Steuergelder für Zumas Privatdomizil

Minister für öffentliche Bauvorhaben attackiert Zeitung City Press für „schwerwiegende Rechtsverstöße“

(Autor: Ghassan Abid)

Die Journalisten Paddy Harper und Adriaan Basson von der Zeitung City Press hätten wohl nicht damit gerechnet, welches Echo ihr Sonntagsbeitrag zur Finanzierung des Ausbaus der Residenz von Südafrikas Präsident Zuma auslösen würde. Am 30.09.2012 veröffentlichte City Press sensible Informationen aus einem als Top Secret eingestuften Dokument, wonach das Anwesen von Jacob Zuma mit rund 203 Millionen Rand (umgerechnet knapp 18,7 Millionen Euro) bezuschusst werden soll. Demnach wird 95 Prozent dieser Summe durch den Steuerzahler abgedeckt, während die restlichen 5 Prozent durch Zuma selbst getragen werden.

    © Präsident Jacob Zuma empfing im Juni 2011 den König der Ethnie Ndebele, Makhosonke II of the AmaNdebele, in seiner Residenz in Nkandla. Die Aussagen des Ministers für Öffentliche Bauvorhaben, Thembelani Thulas Nxesi, wonach ausländische Staatsgäste die Residenz Zumas aufsuchen würden und aus diesem Grund in Sicherheitsmaßnahmen investiert werden müsse, lässt sich nicht bestätigen. Fast sämtliche Staatsgäste hielten sich bisweilen - bei mehrtätigen Arbeitsbesuchen in Südafrika - in Hotels auf bzw. in den offiziellen Gebäuden der Regierung. Der Verdacht der Ausschöpfung von Steuergeldern für private Zwecke liegt nahe. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© Präsident Jacob Zuma empfing im Juni 2011 den König der Ethnie Ndebele, Makhosonke II of the AmaNdebele, in seiner Residenz in Nkandla. Allerdings halten sich übrige Staatsgäste in Hotels bzw. in den offiziellen Gebäuden der Regierung in Pretoria auf. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

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Exklusiv: Der Südafrika-Kontaktmann der NPD

Die engen Kontakte zwischen NPD-Bundesparteivorstand Jens Pühse und Dr. Claus Nordbruch.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Dr. Claus Nordbruch, der deutsch-österreichische Publizist in Südafrika, rückt erneut in den Fokus der medialen Berichterstattung. Nicht nur seine revisionistisch-rechtsextremen Publikationen fielen auf, sondern auch seine aktive Partizipation beim geplanten Fluchtversuch des NSU-Trios Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. Ferner hat Dr. Nordbruch den ehemaligen V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes, Tino Brandt, sowie den Rechtsextremen André Kapke zum „Ermittlungsgespräch“ persönlich am Kap empfangen.

Weitere Recherchen ergaben, dass Dr. Nordbruch nun auch direkte Verbindungen zum NPD-Bundesvorstand in Berlin unterhielt und womöglich weiterhin unterhält. Insbesondere steht der ehemalige Bundeswehroffizier, so die Information, in unmittelbarem Kontakt mit NPD-Vorstand Jens Pühse, derzeitiger Geschäftsführer der Partei.

© Jens Pühse, Bundesgeschäftsführer der NPD und Mitwirkender beim parteinahen rechtsextremistischen Verlag Deutsche Stimme (DS). Pühse soll enge Verbindungen zum in Südafrika lebenden Publizisten Dr. Claus Nordbruch unterhalten. Dr. Nordbruch verfasste im Auftrag der NPD die Publikation „Verfassungsschutz: Wie verhalte ich mich, wenn Geheimdienstagenten versuchen mich anzusprechen?“. (Quelle: Marek Peters/ Wikimedia)

© Jens Pühse, Bundesgeschäftsführer der NPD und Mitwirkender beim parteinahen rechtsextremistischen Verlag Deutsche Stimme (DS). Pühse soll enge Verbindungen zum in Südafrika lebenden Publizisten Dr. Claus Nordbruch unterhalten. Dr. Nordbruch verfasste im Auftrag der NPD die Publikation „Verfassungsschutz: Wie verhalte ich mich, wenn Geheimdienstagenten versuchen mich anzusprechen?“. (Quelle: Marek Peters/ Wikimedia)

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Deutscher Rechtsextremismus in Südafrika

Dr. Claus Nordbruch, der Kontaktmann von NPD, NSU und Kameradschaften am Kap?

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

In der linken Szene, in deutschen Nachrichtendienstkreisen und im rechtsextremen Milieu ist Claus Nordbruch eine bekannte Größe für nationalsozialistische Ideologien. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet die Aktivitäten des ehemaligen Bundeswehroffiziers sehr genau, wie beispielsweise dessen jüngste Buchveröffentlichung im Abschnitt Rechtsextremismus des Verfassungsschutzberichtes 2010.

© Screenshot zur Webseite von Claus Nordbruch. Er relativiert die NS-Zeit, die Kolonialverbrechen Deutschlands in Namibia und bedauert letztendlich die Demokratisierung Südafrikas infolge des Niedergangs der Apartheid. Ist er ein ideologischer Brandstifter? Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet ihn.

© Screenshot zur Webseite von Claus Nordbruch. Er relativiert die NS-Zeit, die Kolonialverbrechen Deutschlands in Namibia und bedauert letztendlich die Demokratisierung Südafrikas infolge des Niedergangs der Apartheid. Ist er ein ideologischer Brandstifter? Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet ihn.

Der sich selber als „Historiker und freischaffender Journalist“ bezeichnende Deutsch-Österreicher emigrierte 1986 ins Südafrika der Apartheid. Er studierte an der University of Pretoria und an der Unisa. Seither nahm er als Referent an verschiedenen Veranstaltungen der rechten Szene teil.

Vor allem mit seinen Publikationen hat Nordbruch den eigenen Bekanntheitsgrad erheblich steigern können. Dies belegen diverse Interneteinträge. In seinem 2001 veröffentlichten Buch „Sind Gedanken noch frei? Zensur in Deutschland“ kommt er zur Erkenntnis, dass Journalisten und Schriftsteller genötigt werden, ihre „Werke selbst zu rezensieren“. Dementsprechend hält er fest, dass die öffentliche Meinung „nichts anderes mehr als eine veröffentlichte Meinung“ sei.

Im Buch „Volksbetrug am Kap: Richtigstellungen zur jüngsten Geschichte Südafrikas“ übt er hingegen scharfe Kritik am Neuen Südafrika. Man gewinnt hierbei schnell den Eindruck, dass der Publizist das Ende der Apartheid zutiefst bedauert. Im Essay „Das Neue Südafrika“ schildert er in dramatischer Weise die Konsequenzen des Machtwechsels durch den ANC und stellt fragend fest: „Wie konnte Südafrika derart verkommen?„. In anderen Aufsätzen relativiert er die Verbrechen des deutschen Kaiserreichs im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia.

Auch die Bundesregierung hat sich mit dem rechten Publizisten mit Wohnhaft in Südafrika vor Kurzem auseinandersetzen dürfen. In einer Antwort der Bundesregierung (Drucksache 17/9255 vom 03.04.2012) auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Niema Movassat, Wolfgang Gehrcke, Sevim Dagdelen und der Fraktion DIE LINKE. wurde Nordbruch eine rechtsextremistische Gesinnung bescheinigt: „Der Bundesregierung ist bekannt, dass Dr. Claus Nordbruch als Publizist und Autor mittels zahlreicher Publikationen in einschlägigen Zeitschriften und Büchern eine rechtsextremistische Gesinnung verbreitet. In der Vergangenheit reiste er wiederholt nach Deutschland, um für seine Einstellung und Bücher zu werben. Ein zentrales Thema ist hierbei die revisionistische Agitation hinsichtlich der deutschen Vergangenheit seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts.

Spätestens seit dem persönlichen Zusammentreffen von Claus Nordbruch und dem V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes, Tino Brandt, der im Zusammenhang mit der NSU in Erscheinung trat, hat auch die nationale Presse Deutschlands den Geschichtsrevisionisten als Thema entdeckt. Keine Frage – Claus Nordbruch kann ein großes Netzwerk an Kontakten zur rechtsextremistischen Szene aufweisen. Einzelne NPD-Gliederungen folgen dem Publizisten über Twitter. Doch wie stark sein ideologischer Einfluss auf Dritte ist, bleibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt ungewiss: In der Deutschen Nationalbibliothek (DNP) sind zehn Bücher Nordbruchs hinterlegt und stets einsehbar. Unter den Angaben „Hochschuldozent; Vortragsreisender, Publizist des rechtsextremen Spektrums, lebt hauptsächlich in Südafrika“ bleiben seine ideologischen Gedanken somit dauerhaft archiviert.

In Österreich gibt es keine Kängurus

Peter Koblmiller, österreichischer Publizist in Südafrika, im Interview

(Autor: Ghassan Abid)

© Der in Kapstadt lebende Publizist Peter Koblmiller ist Herausgeber des Magazins „Kapstadt auf gut Deutsch“ und des Online-Mediums Kapstadt.com.

© Der in Kapstadt lebende Publizist Peter Koblmiller ist Herausgeber des Magazins „Kapstadt auf gut Deutsch“ und Betreiber des Online-Mediums Kapstadt.com.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Peter Koblmiller, österreichischer Publizist in Südafrika. Zuerst ein großes Servus an Sie! Wie lange leben Sie schon am Kap und wie kam es dazu, dass Sie sich dort niedergelassen haben?

Antwort: Es ist eine lustige Geschichte: Nach acht Wochen Urlaub hatte ich meinen Rückflug am 20. Februar 1989 um 00.20 Uhr. Ich war an dem Tag – meiner damaligen Ansicht nach – pünktlich zwei Stunden vorher am Flughafen – und hab ganz schön dumm geguckt, als mir gesagt wurde, dass ich zwölf Stunden zu spät sei – ich hätte schon am 19. Februar da sein sollen. Einen neuen Rückflug konnte ich mir nicht mehr leisten – und so habe ich meinen Ex-Chef in München erfolgreich um sechs Monate unbezahlten Urlaub gebeten und in Kapstadt zu arbeiten angefangen. Um es kurz zu machen: Das Wetter und die Stadt waren einfach zu schön, und schließlich hielt diese Liebe mich hier fest.

2010sdafrika-Redaktion: Sie leben in Kapstadt und wollen diese kosmopolitische Stadt wohl nicht mehr verlassen. Können bitte die Unterschiede zwischen Kapstadt und Johannesburg für einen Nicht-Südafrika-Kenner erläutern; wie unterscheiden sich beide Städte und welche Gemeinsamkeiten haben diese womöglich?

Antwort: Ich bin eigentlich kein Johannesburg-Kenner, war nur zweimal beruflich dort, habe aber viele Freunde, die immer wieder ihren Urlaub in Kapstadt verbringen, und genau das ist der Unterschied. In Johannesburg arbeitet man, und in Kapstadt macht man Urlaub. Johannesburg ist die Business-Metropole Afrikas: Alle großen Firmen haben sich dort angesiedelt, und das Leben ist hektisch und schnell, so ungefähr, wie in Deutschland. Kapstadt hingegen wird die Mutterstadt genannt, und deshalb dauert hier alles neun Monate. Im Gegensatz zu Joburg findet man in Kapstadt alles auf einmal: Weinberge, Sandstrände, den Tafelberg, die Waterfront – und man entdeckt jeden Tag wieder Neues. Gemeinsamkeiten gibt es meiner Meinung nach nicht – die beiden Städte sind wie Tag und Nacht.

© Kapstadt unterschiedet sich in vieler Hinsicht massiv von anderen südafrikansichen Städten wie Johannesburg. Diese kosmopolitische Stadt, nach Joburg und Durban die drittgrößte Stadt des Landes, zieht Touristen aus aller Welt an. Mittlerweile leben in dieser City rund 3,5 Mio. Menschen. Die Mutterstadt erfreut sich besonderer Beliebtheit auch von Künstlern, Filmschaffenden und Models.

© Kapstadt unterschiedet sich in vieler Hinsicht massiv von anderen südafrikansichen Städten wie Johannesburg. Diese kosmopolitische Stadt, nach Joburg und Durban die drittgrößte Stadt des Landes, zieht Touristen aus aller Welt an. Mittlerweile leben in dieser City rund 3,5 Mio. Menschen. Die Mutterstadt erfreut sich besonderer Beliebtheit auch von Künstlern, Filmschaffenden und Models.

© Magazin „Kapstadt auf gut Deutsch“

© Magazin „Kapstadt auf gut Deutsch“

2010sdafrika-Redaktion: Sie publizieren das Magazin „Kapstadt auf gut Deutsch“ und betreiben darüber hinaus das Online-Medium Kapstadt.com. Was bedeutet es für Sie persönlich, publizistisch aktiv zu werden?

Antwort: Ich liebe meine Arbeit und freue mich, wenn ich dadurch auch nur einige Leute dazu bewegen kann, uns zu besuchen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, ist Kapstadt – von seinen Vororten einmal abgesehen – die sicherste Stadt in Afrika. Man fährt mit offenem Autofenster, man lebt nicht in Festungen, und man kann sich auch nachts sicher und frei bewegen. Das alles möchte ich in meinem Magazin zum Ausdruck bringen und an das gute Marketing der WM 2010 anknüpfen.

2010sdafrika-Redaktion: Welche Ambitionen verfolgen Sie mit Magazin und Internetmedium?

Antwort: Das Internet hat die Welt verändert, auf Knopfdruck kann jede Information abgerufen werden, und ein Ende der Entwicklung ist nicht in abzusehen. Facebook, Twitter, Blog, iPhone und iPad werden die Medienlandschaft weiteren Wechseln unterwerfen, und wir versuchen, auch hier immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und alles aus erster Hand zu berichten. Hauptaugenmerk liegt dabei auf Land & Leuten, aber auch Freizeit & Abenteuer, politische Themen werden nur angerissen.

2010sdafrika-Redaktion: Mit Ihrem Beitrag „Sex and Slaves in the City“, veröffentlicht in der 17. Ausgabe Ihres Magazins im Sommer 2012, sprechen Sie von Sex als Machtinstrumentarium. Könnten Sie bitte den historischen Kontext erläutern und wie die Kaptstädter heutzutage mit dem Thema Sex umgehen?

Antwort: In den ersten Ausgaben unseres Magazins habe ich über die Entstehung Kapstadts geschrieben und mich im Stadtarchiv in die Geschichte eingelesen. Es gab nicht viel Gutes aus der „Guten Alten Zeit“ zu berichten, und mir wurde bewusst, das Kapstadt von Sklaven erbaut wurde, die zudem noch miserabel behandelt wurden und am späteren geschäftlichen Erfolg des Kaps nicht teilhaben konnten. Folter und Vergewaltigung waren an der Tagesordnung, Sklaven hatten einen niedrigeren Stellenwert als Hunde, und schon Kinder im Alter von sechs Jahren wurden oftmals als Ware verschachert. Sexthemen sind grundsätzlich Tabu in Südafrika, und noch vor 20 Jahren war der reine Besitz zum Beispiel des Magazins Playboy strafbar – viele Touristen im Besitz solcher Publikationen durften nicht einreisen bzw. wurden umgehend des Landes verwiesen. Das muss man sich mal vorstellen!

2010sdafrika-Redaktion: Haben Sie bereits mit einem Artikel für viel (negative) Aufmerksamkeit gesorgt? Oder lassen Sie mich anders fragen – kennen Sie publizistische Tabuthemen?

Antwort: Politische Themen werden heutzutage grundsätzlich negativ behandelt, die goldenen Mandela-Jahre sind lange vorbei. Gab es unter Nelson Mandela nur Positives zu berichten, ist es nun umgekehrt: Korruption, Misswirtschaft, die Unfähigkeit der Behörden und politische Untauglichkeit passen nicht in ein Tourismus-Magazin.

2010sdafrika-Redaktion: Sie stehen in engem Kontakt zu vielen Akteuren in Kapstadt. Welches Bild haben Kapstädter eigentlich von Österreichern und Deutschen?

Antwort: Deutsche sind sehr beliebt – Ihnen wird nachgesagt, dass sie sogar ihr eigenes Gästezimmer vor der Abreise noch putzen. Hochachtung hat man vor allem vor der Qualität deutscher Marken. Mercedes, BMW, Audi und Volkswagen sind die beliebtesten Autoproduzenten in Südafrika. Österreicher haben es etwas schwerer und, wie am eigenen Leib erfahren, werden wir immer mit Australiern verwechselt. Ich habe es lange aufgegeben zu erklären, dass es in Austria keine Kängurus gibt und wir auch nicht Rugby spielen.

© Man mag es nicht glauben. Der eine oder andere Südafrikaner verwechselt Australia, also Australien, gerne mit  Austria, also Österreich. Österreicher müssen ihrem Gegenüber dann erklären, warum es in Österreich keine Kängurus gibt. Lustig ist es schon.^^ (Quelle: Tannin/ Wikimedia)

© Man mag es nicht glauben. Der eine oder andere Südafrikaner verwechselt Australia, also Australien, gerne mit Austria, also Österreich. Österreicher müssen ihrem Gegenüber dann erklären, warum es in Österreich keine Kängurus gibt. Lustig ist es schon.^^ (Quelle: Tannin/ Wikimedia)

2010sdafrika-Redaktion: Vermissen Sie ihre alte Heimat oder fühlen Sie sich mittlerweile als quasi echter Südafrikaner?

Antwort: Mittlerweile bin ich von ganzem Herzen Kapstädter, habe Familie und mich der Stadt gänzlich angepasst. Österreich vermisse ich sehr selten, habe aber ein großes Foto meines Heimatortes über meinem Schreibtisch hängen. Hin und wieder besuche ich meine Mutter, die es aber bevorzugt, mich mit ihren Enkeln hier zu besuchen.

2010sdafrika-Redaktion: Peter Koblmiller, Publizist mit einer Leidenschaft für Kapstadt, vielen Dank für das Interview!