Schlagwort-Archive: Quarantäne

Quarantäne in Durban

Gesundheitsbehörden registrieren Rotavirus-Ausbruch. Die Lage sei „unter Kontrolle“, heißt es offiziell

(Autor: Ghassan Abid)

© Der Rotavirus ist in Durban in der Provinz KwaZulu-Natal ausgebrochen. 1.000 Menschen sollen bereits an Diarrhöe-Erkrankungen leiden und die Hälfte der Patienten den Virus in sich tragen. Immer mehr Menschen erkranken. Die Gesundheitsbehörden behaupten, sie hätten die "Lage unter Kontrolle". (flickr/ AJ Cann)

© Der Rotavirus ist in Durban in der Provinz KwaZulu-Natal ausgebrochen. 1.000 Menschen sollen bereits an Diarrhöe-Erkrankungen leiden und die Hälfte der Patienten den Virus in sich tragen. Immer mehr Menschen erkranken. Die Gesundheitsbehörden behaupten, sie hätten die „Lage unter Kontrolle“. (flickr/ AJ Cann)

Die eThekwini-Kommune im Osten Südafrikas steht zurzeit im Fokus der Gesundheitsbehörden von Bund, Provinz und Gemeinden. Steigende Fälle von Diarrhöe-Erkrankungen sind zu verzeichnen. Bei jeder zweiten Erkrankung konnte der Rotavirus diagnostiziert werden. Eine Expertengruppe befinde sich bereits seit einer Woche in der Region und untersuche einige Patienten. Mittlerweile seien rund 1.000 Menschen bereits erkrankt. Alarm wollen die Behörden dennoch nicht schlagen.

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Kap-Kolumne: Weltkapitale des Vogelstrauß

Am Krankenbett: Seuche und Kommerz bedrohen die Existenz des südafrikanischen Lifestyle-Tieres

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Der Vogelstrauß dürfte eines der außergewöhnlichsten Exemplare der Tierwelt sein. Er ist ein Vogel, der nicht fliegen kann, aber eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h zu Lande hinlegt. Der größte lebende Vogel unseres Planeten hat schöne große runde Augen und einen Fußtritt, der einen Löwen töten kann. Bei über hundert Kilogramm Lebendgewicht und bis zu 2,4 Meter Größe kein Wunder. Und weil sie ein Vogel ist, legt Frau Strauß natürlich Eier. Deren dicke Schale ist für die daraus schlüpfenden Küken der erste beinharte Überlebenstest ihres Vogeldaseins. Diese Geburtsarbeit spricht nicht nur für die Stärke des Straußenschnabels, sondern zeigt auch den zähen Lebenswillen dieses Federviehs.

© Der Strauß in Südafrika ist längst zu einem beliebten Lifyestyle-Produkt geworden: Schuhe, Jacken, Koffer oder die Ostrich-Mahlzeit - alle basieren auf Substanzen des größten lebenden Vogels der Erde. Doch seine Existenz ist bedroht. (Quelle: flickr/ amorimur)

© Der Strauß in Südafrika ist längst zu einem beliebten Lifyestyle-Produkt geworden: Schuhe, Jacken, Koffer oder die Ostrich-Mahlzeit – alle basieren auf Substanzen des größten lebenden Vogels der Erde. Doch seine Existenz ist bedroht. (Quelle: flickr/ amorimur)

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Entdeckung der Substanz MMV390048

Universität Kapstadt gelingt mit Schweizer Wissenschaftlern Durchbruch in Malaria-Forschung

(Autor: Ghassan Abid)

Das südafrikanische Wissenschaftsministerium versandt in der 34. Kalenderwoche an mehrere Journalisten eine kurze Einladung, in welcher die Universität Kapstadt (UCT) als Ort benannt wurde. Auf der Pressekonferenz teilte Wissenschaftsministerin Naledi Pandor mit, dass UCT-Forscher eine Substanz entdecken konnten, die „Heilungseffekte“ gegenüber der Tropenkrankheit Malaria aufzeige.

© Das "Drug Discovery and Development Center (H3-D)" der University of Cape Town hat in Kooperation mit Schweizer Wissenschaftlern das Molekül MMV390048 entdeckt, welches als Impfstoff zur Bekämpfung von Malaria herangezogen werden kann. Klinische Studien in 2013 sollen Klarheit zur Entdeckung verschaffen. Bisweilen existiert kein Impfstoff gegen Malaria. An mehreren Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit wird hierzu geforscht. (Quelle: flickr/ ZackWilson)

© Das „Drug Discovery and Development Center (H3-D)“ der University of Cape Town hat in Kooperation mit Schweizer Wissenschaftlern das Molekül MMV390048 entdeckt, welches als Impfstoff und/ oder Arzneimittel zur Bekämpfung von Malaria herangezogen werden kann. Klinische Studien in 2013 sollen Klarheit zur Entdeckung verschaffen. Bisweilen existiert kein Impfstoff gegen Malaria. An mehreren Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit wird hierzu geforscht. (Quelle: flickr/ ZackWilson)

Das seit 2010 laufende Projekt am UCT Drug Discovery and Development Center (H3-D) wird von Professor Kelly Chibale geleitet und steht in direkter Kooperation mit der in Genf ansässigen Stiftung Medicines for Malaria Venture (MMV). Das bilaterale Forschungsteam verspricht sich mit der Entdeckung der Substanz MMV390048 große medizinische Chancen für die Bekämpfung von Malaria. 2013 sollen erste klinische Studien folgen. Diese bedeuten im Klartext die Erprobung des Wirkstoffs an Patienten oder gesunden Probanden, um eine Heilbehandlung entwickeln zu können. Professor Chibale fügte auf der Pressekonferenz hinzu, dass zum ersten Mal afrikanische Wissenschaftler ein Molekül entdeckt haben. 

Plasmodien, so der Name der Erreger der Malaria, gehören zu einer Gattung innerhalb der Protozoengruppe der Sporozoa. Sie befallen wie ein Parasit die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) des Menschen. In den verschiedenen Gebieten der Welt sind bislang vier Spezies der Plasmodien bekannt: Plasmodium falciparum (Malaria tropica), P. ovale sowie P. vivax (Malaria tertiana) und P. malariae (Malaria quartana).

© Im südlichen Afrika wird die Tropenkrankheit Malaria tropica vor allem durch den Stich der Anopheles übertragen. Es liegen Schätzungen vor, dass jedes Jahr weltweit rund 1 Million Menschen durch die mit dem Mückenstich übertragene Krankheit sterben. (Quelle: flickr/ alexwmueller)

© Im südlichen Afrika wird die Tropenkrankheit Malaria tropica vor allem durch den Stich der Anopheles übertragen. Es liegen Schätzungen vor, dass jedes Jahr weltweit rund 1 Million Menschen durch die mit dem Mückenstich übertragene Krankheit sterben. (Quelle: flickr/ alexwmueller)

Im südlichen Afrika kommt hauptsächlich die Malaria tropica vor, die durch weibliche Stechmücken der Gattung Anopheles, besser bekannt als Moskitos, übertragen werden. Sie zählt als die gefährlichste Malariaform überhaupt, die bei ausbleibender Therapie zum Tod führt.  Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Schweißausbruch treten als Symptome auf.

Vor allem nachts stechen die Mücken zu. „Je nach Risiko und Resistenzlage in A-, B- und C-Gebiete“, können zur Prophylaxe die Medikamente Atovaquon/Proguanil, Mefloquin und Doxycyclin eingenommen werden, heißt es in der vom Robert Koch Institut (RKI) herausgegeben Publikation „Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten. Diese senken das Risiko einer Erkankung, bieten allerdings keinen hundertprozentigen Schutz an. Das RKI ist das zentrale Bundesinstitut im Bereich der Krankheitsüberwachung/ -prävention und biomedizinischen Forschung. Allerdings wird die Wirksamkeit dieser Chemoprophylaxe von nicht wenigen Infektionsforschern in Frage gestellt.

Animation zu den Auswirkungen des Malaria-Erregers Plasmodien für den menschlichen Organismus

Zu den endemischen Malaria-Gebieten mit hohem Risiko in Südafrika zählen die Provinzen Mpumalanga, Limpopo und KwaZulu-Natal. Der bei deutschen Touristen beliebte Krüger-Nationalpark wird vor allem im Zeitraum Oktober bis Mai von Moskitos befallen. Es wird geschätzt, dass fast ein Viertel aller Todesfälle bei Kindern im südlichen Afrika durch Malaria verursacht wird. Weltweit sterben jedes Jahr rund eine Million Menschen an der Malaria. Sollte mit der Substanz MMV390048 tatsächlich ein Impfstoff und/ oder Arzneimittel gegen Malaria entwickelt werden können, dann dürfte diese Entdeckung ein wichtiger Meilenstein für die internationale  Wettbewerbsfähigkeit der südafrikanischen Wissenschaftslandschaft darstellen.