Schlagwort-Archive: Qunu

Mandela-Beerdigung in Qunu

Südafrika tut sich mit dem Abschied Madibas schwer. Eine Nation sucht nach einer neuen Stütze – vergeblich

(2010sdafrika-Redaktion)

– MANDELA-Spezial –

Der Leichnam von Nelson Mandela ist nun in Qunu in der Ostkap-Provinz unter Ausschluss der Presse beigesetzt worden. Im Vorfeld bewegte eine Rede von Ahmed Kathrada, ein Weggefährter und enger Freund Mandelas, die Trauergäste aus dem In- und Ausland. „Ich habe einen Bruder verloren“, sagte Kathrada, der den Tränen nahe war. Morgen wird eine Statue vor den Union Buildings, dem Präsidialamt Südafrikas, zu Ehren Mandelas enthüllt. Somit endet dann die offizielle Trauerwoche. Doch das Land tut sich mit dem Abschied ihres Vorbilds noch sichtlich schwer. Die Gesellschaft sucht nach einer neuen Stütze, die sie in der aktuellen Regierung vergeblich sucht.

    © Nelson Mandela ist nun in Qunu beigesetzt worden. Morgen endet mit der Enthüllung der Mandela-Statue vor den Union Buildings die offizielle Staatstrauer. Südafrika tut sich noch schwer, diesen Verlust zu akzeptieren. Die Nation sucht vergeblich nach einer neuen Stütze. (flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© Nelson Mandela ist nun in Qunu beigesetzt worden. Morgen endet mit der Enthüllung der Mandela-Statue vor den Union Buildings die offizielle Staatstrauer. Südafrika tut sich noch schwer, diesen Verlust zu akzeptieren. Die Nation sucht vergeblich nach einer neuen Stütze. (flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

Weiterlesen

Die Person Mandela

Zwischen Tradition und Moderne: Im Kampf für die Gleichbehandlung von Schwarzen und Weißen

(Autor: Ghassan Abid)

– MANDELA-Spezial –

Am 18. Juli 1918 erblickte in der südafrikanischen Gemeinde Mvezo in der Provinz Ostkap Nelson Rolihlahla Mandela das Licht der Welt. Sein Vater, ein Mitglied des Königshauses Thembu und Ehemann von vier Frauen, entschied sich für den Namen Rolihlahla, was soviel wie „Am Ast eines Baumes ziehen“ bedeutet. Sinngemäß ist dieser Name mit „Unruhestifter“ zu verstehen. Da jedoch die weißen Südafrikaner der Schulverwaltung – etwa Lehrer – diesen traditionellen Namen der Ethnie Xhosa nicht aussprechen konnten, wurde er fortan mit Mandela angesprochen.      

© Am 18. Juli 1918 erblickte in der südafrikanischen Gemeinde Mvezo in der Provinz Ostkap Nelson Rolihlahla Mandela das Licht der Welt. Anfänglich sehr traditionell aufgewachsen, entwickelte er mit fortschreitendem Alter ein Interesse für die westliche Kultur. Während seiner Zeit als Student begann er sich für die Gleichberechtigung aller Südafrikaner einzusetzen. (Quelle: Wikimedia)

© Am 18. Juli 1918 erblickte in der südafrikanischen Gemeinde Mvezo in der Provinz Ostkap Nelson Rolihlahla Mandela das Licht der Welt. Anfänglich sehr traditionell aufgewachsen, entwickelte er mit fortschreitendem Alter ein Interesse für die westliche Kultur. Während seiner Zeit als Student begann er sich für die Gleichberechtigung aller Südafrikaner einzusetzen. (Quelle: Wikimedia)

Weiterlesen

Desillusionierung ehemaliger ANC-Guerillas

Im Interview mit Ludger Schadomsky, Redaktionsleiter der Deutschen Welle

(Autor: Ghassan Abid)

    © Ludger Schadomsky ist Buchautor und Redaktionsleiter beim deutschen Auslandsrundfunk Deutsche Welle. Vor Kurzem hielt sich der Journalist zwecks Recherche für einen Artikel in Qunu auf, der Heimat von Nelson Mandela. (Quelle: DW)

© Ludger Schadomsky ist Buchautor und Redaktionsleiter beim deutschen Auslandsrundfunk Deutsche Welle. Vor Kurzem hielt sich der Journalist zwecks Recherche für einen Artikel in Qunu auf, der Heimat von Nelson Mandela. (Quelle: DW)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den für die Deutsche Welle tätigen Journalisten und Afrika-Buchautoren Ludger Schadomsky. Sie studierten in Köln und schließlich in Kapstadt. Wie kam es dazu, dass sie den Weg nach Südafrika fanden?

Antwort: Während der Umwälzungen am Kap zu Beginn der 90er-Jahre studierte ich in Köln Afrikanistik und Politikwissenschaften. Klar war, dass ich mich intensiver und vor allem vor Ort mit dem „neuen Südafrika“ auseinandersetzen wollte. Also habe ich mich um ein DAAD-Stipendium zum Studium der Sprache Xhosa an der Universität Kapstadt (UCT) bemüht. So kam ich 1996 nach Südafrika und blieb bis 1998, schloss mein Studium an der UCT ab und begann parallel als Korrespondent für die Zeitungen „Afrika Post“ und „afrika süd“ zu berichten – eine faszinierende Zeit, zumal der Berichtsraum nicht nur Südafrika, sondern auch die Nachbarländer umfasste. Die Berichterstattung über die Aufarbeitung der Apartheidverbrechen in der sog. „Wahrheits- und Versöhnungskommission“(TRC) gehört bis heute, trotz vieler anschließender Reisen in afrikanische Krisengebiete, zum Aufwühlendsten überhaupt. Demgegenüber stand die Verabschiedung der modernsten Verfassung der Welt – ein Meilenstein für die junge Regenbogennation! 1998 bin ich schweren Herzens für ein Volontariat zur Deutschen Welle nach Deutschland zurückgegangen, wo ich heute als Redaktionsleiter tätig bin.

Weiterlesen

Kap-Kolumne: Wenn der Schmerz zum Streit wird

Mit Mandela-Überresten das große Geschäft machen? Madiba-Clan im öffentlichen Streit und vor Gericht

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Dear Nelson Mandela. You have served our country so much, now it is our time to serve. You are my hero. Thank you so much for giving us happiness.

Diese Worte, so schreibt die Sonntagszeitung „City Press“, stehen auf der selbstgefertigten Karte einer Elfjährigen vor dem Wohnhaus des „Vaters der Nation“ im Johannesburger Vorort Houghton. Hier, wie vor dem Krankenhaus in Pretoria, häufen sich die Gegenstände aller Art – Karten, Blumen, Plakate, Bilder, Tücher – die dem schwer erkrankten Nelson Rolihlahla Mandela gewidmet sind. Insbesondere die Devotionalienwand am Krankenhaus ist inzwischen zu einem Anziehungspunkt für Touristen geworden.

© Innerhalb der Mandela-Familie ist ein offener Streit ausgebrochen. Nelson Mandelas Enkel, Mandla Mandela, hat 2011 drei Gräber der Familie exhumieren und die sterblichen Überreste nach Mvezo in eine neu angelegte Grabstätte verlegen lassen. Will Mandla Mandela mit den Überresten seiner Familienangehörigen Geld machen, fragt sich die Nation. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© Innerhalb der Mandela-Familie ist ein offener Streit ausgebrochen. Nelson Mandelas Enkel, Mandla Mandela [im Bild rechts], hat 2011 drei Gräber exhumieren und die sterblichen Überreste nach Mvezo in eine neu angelegte Grabstätte verlegen lassen. Will Mandla Mandela mit den Überresten seiner Familienangehörigen Geld machen, fragt sich die Nation. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

Weiterlesen

Eine Nation betet um Madiba

Mandela im ernsten, aber stabilen Gesundheitszustand. Einlieferung in Krankenhaus in Pretoria

(Autor: Ghassan Abid)

In den Morgenstunden des heutigen Samstags informierte das Präsidialamt Südafrikas, dass Nelson Mandela erneut mit einer Lungeninfektion zu kämpfen hat. Um 1.30 Uhr Ortszeit verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Friedensnobelpreisträgers so sehr, dass dieser in ein Krankenhaus in Pretoria eingeliefert werden musste. Mandelas Gesundheitszustand sei „ernst, aber stabil“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der Regierung.

© Südafrikas Nationalheld Nelson Mandela befindet sich seit heute erneut in einem Krankenhaus in Pretoria. Er werde wegen einer Lungenentzündung behandelt. Sein Gesundheitszustand ist "ernst, aber stabil". (Quelle: flickr/ 757Live)

© Südafrikas Nationalheld Nelson Mandela befindet sich seit heute erneut in einem Krankenhaus in Pretoria. Er werde wegen einer Lungenentzündung behandelt. Sein Gesundheitszustand ist „ernst, aber stabil“. (Quelle: flickr/ 757Live)

Weiterlesen

Marke Mandela

Wie mit einer politischen Ikone viel Geld gemacht wird. Ein öffentlicher Familienstreit ist entbrannt

(Autor: Ghassan Abid)

Mandela-Bücher kann man kaufen, Mandela-Klamotten ebenfalls und Mandela-Souvenirs sowieso. Längst ist der erste schwarze Präsident Südafrikas zu einem beliebten Kaufprodukt geworden. Eine politische Ikone, die im Interesse vieler Unternehmer steht. Wenn der Vater der Nation stirbt, so dürfte der Wettbewerb um die besten Business-Ideen um ein weiteres schärfer werden.

    © Nelson Mandelas Kind Makaziwe [im Bild rechts] betreibt mit ihrer Tochter Tukwini [im Bild links] die Firma „House of Mandela“, die Mandela-Weine vertreibt. Längst wird mit dem Namen Mandela Geld gemacht, sei es mit Mandela-Büchern, Mandela-Klamotten oder Mandela-Souvenirs. (Quelle: House of Mandela)

© Nelson Mandelas Kind Makaziwe [im Bild rechts] betreibt mit ihrer Tochter Tukwini [im Bild links] die Firma „House of Mandela“, die Mandela-Weine vertreibt. Längst wird mit dem Namen Mandelas Geld gemacht, sei es mit Mandela-Büchern, Mandela-Klamotten oder Mandela-Souvenirs. (Quelle: House of Mandela)

Weiterlesen

Madiba erneut im Krankenhaus

Vierter Krankenhausaufenthalt von Nelson Mandela in knapp zwei Jahren

(2010sdafrika-Redaktion)

Update vom 06.04.2013: Nelson Mandela hat das Hospital verlassen und wird in seinem Heimatdorf ambulant weiterbehandelt.

In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag, kurz vor Mitternacht, ist Nelson Mandela in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Er werde aufgrund einer Lungenentzündung behandelt, hieß es aus Pretoria. Präsident Jacob Zuma sprach sein vollstes Vertrauen gegenüber dem Ärzteteam aus, das alles Erdenkliche tun werde, um die Genesung Mandelas zu gewährleisten.

© Nelson Mandela ist in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Es ist der vierte Hospitalaufenthalt des Nobelpreisträgers in knapp zwei Jahren. (Quelle: flickr/ South Africa The Good News)

© Nelson Mandela ist in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Es ist der vierte Hospitalaufenthalt des Nobelpreisträgers in knapp zwei Jahren. (Quelle: flickr/ South Africa The Good News)

Weiterlesen