Schlagwort-Archive: Rassismus

Wut über Fremdenhass in Südafrika

Proteste vor Botschaft in Berlin. Demonstranten fordern Ende der Gewalt gegen Ausländer am Kap

(2010sdafrika-Redaktion)

Am vergangenen Wochenende protestierten rund zwei Dutzend Personen – darunter auch in Deutschland lebende Südafrikaner – vor dem Botschaftsgebäude in Berlin. Sie fordern ein unverzügliches Ende der Gewalt gegen afrikanische Ausländer am Kap. Der Fremdenhass ist völlig inakzeptabel, so die Demonstranten. Zeitgleich gehen die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Johannesburg weiter. Die Regierung versucht bislang vergeblich die Gewalt gegen Afrikaner einzudämmen.

© Mehrere Demonstranten protestierten am vergangenen Wochenende vor der Botschaft Südafrikas in Berlin gegen den Fremdenhass am Kap. Sie verurteilen die Gewalt gegen afrikanische Mitbürger. Zeitgleich gehen die Ausschreitungen weiter. (Quelle: Thabo Tindi)

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Fremdenhass in Südafrika

Regierung gerät nach wiederholten Ausschreitungen unter Druck. Mehrere Tote bei Übergriffen

(2010sdafrika-Redaktion)

Südafrikas Regierung ist wegen wiederholten fremdenfeindlichen Ausschreitungen gegen afrikanische Bürger erheblich unter Druck geraten. In den vergangenen Tagen protestierten Tausende in Johannesburg und Pretoria gegen Ausländer. Dabei kam es zu Übergriffen, Plünderungen und Bedrohungen. Mindestens zehn Menschen sollen bereits getötet worden sein. Die Polizei versucht bislang vergeblich die öffentliche Ordnung wiederherzustellen.

© Die Sicherheitskräfte am Kap sind alarmiert, nachdem mehrere Mobs aus Einheimischen Jagd auf afrikanische Ausländer gemacht haben. Immer wieder ist Südafrika von fremdenfeindlichen Ausschreitungen betroffen. (Quelle: flickr/ Gerry Atkinson)

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Mutmaßliche Hasskriminalität in Südafrika

14 Schüsse auf junges Paar abgegeben. Opferfamilie schaltet privates Ermittlerteam ein

(2010sdafrika-Redaktion)

Am Freitag des 31. Mai ist Johanco Fleischman (19) auf dem Friedhof in Pomona unweit von Johannesburg in Anwesenheit hunderter Trauergäste beerdigt worden. „Pa is baie lief vir jou“ (zu Deutsch: Papa liebt dich sehr), lauteten die Worte seines weinenden Vaters im in der Sprache Afrikaans verfassten Brief, der während des Gottesdienstes vorgelesen wurde. Der 19-Jährige wurde gemeinsam mit seiner Freundin Jessica Kuhn (21) am 26. Mai kaltblütig erschossen. Am Kap ist eine Debatte über Hasskriminalität entbrannt.

© Hunderte Trauergäste haben Johanco Fleischman beerdigt [im Bild]. Der 19-Jährige wurde gemeinsam mit seiner Freundin Jessica Kuhn (21) erschossen. Am Kap ist eine Debatte über Hasskriminalität entbrannt. (Quelle: YouTube/ Benoni City Times)

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Mord an jungem Paar erschüttert Südafrika

Polizei richtet Sonderkommission ein und fahndet mit Hochdruck nach mutmaßlichen Gangmitgliedern

(Autorin: Susanne Zeckler)

Johanco Fleischman (19) und seine Freundin Jessica Kuhn (21) waren am Sonntag des 26. Mai 2019 mit ihrem Auto der Marke Toyota Hilux unterwegs. Begleitet wurden sie von zwei weiteren Personen dunkelhäutiger Hautfarbe, die auf der Rückbank saßen. Auf der National Route 12 in der Stadt Benoni – unweit der Ausfahrt Putfontein – mussten die Vier am Straßenrand notgedrungen anhalten, nachdem der Treibstoff ausging. Während das Paar auf Hilfe wartete, ereignete sich das Drama am hellichten Tag. Das frisch verliebte Paar wurde kaltblütig getötet. Die Brutalität hat das Land erschüttert.

© Der Mord an Fleischman (19) und Kuhn (21) hat Südafrika erschüttert. Mehrere Medien sprechen von einer mutmaßlichen Hasskriminalität, die durch Gangmitglieder verübt worden sei. Die Polizei hat bereits eine Sonderkommission eingerichtet. (Quelle: Privat)

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Südafrika-Dienstreise mit Schießtraining

AfD-Bundestagsabgeordneter Petr Bystron gerät nach Bericht von „Report Mainz“ in Bedrängnis

(2010sdafrika-Redaktion)

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron gerät in Bedrängnis, nachdem das ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ über seine Südafrika-Dienstreise vom August/ September 2018 berichtet hat. Demnach habe der Obmann der AfD im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestags an einem Schießtraining der „rassistischen Suidlanders“ teilgenommen. Diese Beteiligung bestätigte Bystron auch, bestritt jedoch vehement den extremistischen Charakter dieser „zivilgesellschaftlichen Organisation“.

© Der AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron ist wegen seiner Südafrika-Dienstreise im Zusammenhang mit der rassistischen Organisation „Suidlanders“ in Bedrängnis geraten. Das ARD-Magazin „Report Mainz“ deckte den zweifelhaften Besuch auf. (Quelle: Von Metropolico.org – Petr Bystron, CC BY-SA 2.0)

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„Heilsbringer sind in Afrika nicht gewünscht“

Im Interview mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten und CDU-Politiker Charles M. Huber

(Autor: Ghassan Abid)

© Der Münchener Afrika-Experte Charles M. Huber war von 2013 bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Für die CDU trat der Sohn eines senegalesischen Diplomaten für eine gleichberechtigte Wirtschaftskooperation zwischen Deutschland und den Staaten Afrikas ein. Der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ stand Huber für ein Interview zur Verfügung. (Quelle: Privat)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Charles M. Huber, Mitglied des Deutschen Bundestages a.D. und Politiker der CDU. Zuallererst die Frage an Sie, wie Sie den Rückzug Ihrer Parteivorsitzenden Angela Merkel bewerten?

Antwort: Ich werte ihn als positiv und ehrenhaft. Die niedrigen Umfragewerte unserer Partei wurden weitgehend ihrer Entscheidung für eine ungeregelte Flüchtlingspolitik zugeschrieben; auch das Erstarken der ultranationalen AfD. Dieses Argument ist schwer zu entkräften. Sie ist Ihrer Verantwortung gegenüber der Partei gerecht geworden, auch dahingehend, dass diese in der Regierung wieder den vielschichtigen Aufgaben einer Regierungspartei gerecht werden kann und sich nicht permanent und medienwirksam mit der Schuldfrage der abnehmenden Akzeptanz von Volksparteien in Deutschland auseinandersetzen muss. Wir haben als stärkste Industrienation in der EU nicht nur eine deutsche, sondern auch eine europäische Verantwortung. Auch da benutzen einige das Thema Migration, um von eigenen fiskal-strukturellen Fehlleistungen auf nationaler Ebene abzuleisten, wie Herr Salvini in Italien.

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Springboks erstmals mit schwarzem Kapitän

Siya Kolisi führt Südafrikas Rugby-Nationalmannschaft gegen England an. Eine historische Premiere

(2010sdafrika-Redaktion)

Wer sich mit der südafrikanischen Geschichte auseinandersetzt, der weiß, dass die Rugby-Nationalmannschaft eine bedeutende Rolle in der Verarbeitung der einstigen Rassentrennungspolitik spielt. Galten die „Springboks“ – wie die Auswahl auch bezeichnet wird – zur Apartheid noch als Symbol für den institutionellen Rassismus, so oblag ihnen bei der Rugby-WM 1995 unter der Aufsicht Nelson Mandelas der Auftrag zur nationalen Versöhnung. Insofern ist die Ernennung des dunkelhäutigen Siya Kolisi zum Kapitän der aus Weißen dominierenden Springboks als weiterer historischer Meilenstein zu werten.

© Siya Kolisi ist ein Superstar am Kap. Denn der schwarze Rugby-Spieler wurde zum Kapitän der aus Weißen dominierenden Springboks ernannt – das erste Mal in der Sportgeschichte Südafrikas überhaupt. (Quelle: Facebook/ Siya Kolisi)

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