Schlagwort-Archive: Richterin

„Flitterwochen-Mörder“ erhält Freispruch

Shrien Dewani verlässt Südafrika als freier Mann. Prozessbeobachter sind überrascht. Opfer-Familie ist empört

(2010sdafrika-Redaktion)

Der Mordprozess gegen Shrien Dewani hat ein plötzliches Ende gefunden. Richterin Jeanette Traverso kam am vergangenen Montag zu der Erkenntnis, dass aufgrund der widersprüchlichen Angaben der Anklage und mangels Beweisen das Strafverfahren gegen den „Flitterwochen-Mörder“ eingestellt werden müsse. Prozessbeobachter zeigen sich überrascht. Die Familie des Opfers ist geschockt. Sie fühlen sich von der Justiz am Kap betrogen.

Shrien Dewani

© Shrien Dewani, der als „Flitterwochen-Mörder“ bekannt wurde, ist vom Vorwurf des Auftragsmordes an seine Ehefrau Anni Dewani freigesprochen worden. Prozessbeobachter zeigen sich über das plötzliche Ende des Strafverfahrens überrascht. Die Familie des Opfers fühlt sich von der Justiz am Kap hintergangen.

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Vom Hells Angels-Fall zum Pistorius-Urteil

Im Interview mit Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner

(Autor: Ghassan Abid)

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© Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Berliner Kanzlei Dr. Schulte und Partner, bewertete für die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zum Einen das Pistorius-Verfahren und zum Anderen das sogenannte Hells Angels-Urteil. Bei beiden Strafverfahren lassen sich Gemeinsamkeiten erkennen. (Quelle: Privat)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner. Als Strafrechtler haben Sie das Verfahren gegen Oscar Pistorius aufmerksam beobachtet. Der Paralympics-Star wurde am 12. September wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Ab morgen geht es um das Strafmaß. Teilen Sie die Ansicht von Richterin Thokozile Masipa, wonach kein Tötungsvorsatz vorlag?

Antwort: Diese Ansicht teile ich nicht. Dies liegt insbesondere daran, dass die Richterin in ihrer Urteilsbegründung davon sprach, eine „Tötungsabsicht“ hinsichtlich der Tötung von Reeva Steenkamp habe nicht vorgelegen. Für eine Tötung reicht meines Erachtens auch in Südafrika ein einfacher Tötungsvorsatz, der bei Schüssen durch eine geschlossene Badezimmertür ohne Frage, wer dort sei, in Kenntnis der Anwesenheit von Reeva im Apartment – auch wenn Pistorius sie angeblich im Bett wähnte – durchaus bejaht werden kann. Denn angesichts der gesamten Umstände, auch angesichts der Existenz eines Sicherheitsdienstes, an dem man erst einmal vorbei musste und dem Fehlen früherer Einbrüche, kann es kaum zweifelhaft sein, dass er zumindest in Kauf genommen hat, Reeva tödlich zu treffen.

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Vom Hero zum Zero

Oscar Pistorius wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Bis zu 15 Jahre Haft drohen – theoretisch

(Autor: Ghassan Abid)

Sechs Monate lang hörte sich Richterin Thokozile Masipa am North Gauteng High Court in Pretoria knapp 40 Zeugen an, die Oscar Pistorius entweder belasteten oder entlasteten. Sie widersprach dutzenden Aussagen über die Geschehnisse vom Valentinstag 2013. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft überzeugten nicht immer. Zwei Tage lang nahm sie sich Zeit für die Verlesung des Urteils im spektakulärsten Strafverfahren Südafrikas.

Global Sports Forum

© Südafrikas Paralympics-Star Oscar Pistorius ist der fahrlässigen Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp und des Verstoßes gegen das Waffengesetz schuldig gesprochen worden. Am 13. Oktober wird Richterin Thokozile Masipa das Strafmaß verkünden. Verteidigung und Staatsanwaltschaft können das Urteil anfechten. (Quelle: flickr/ Global Sports Forum)

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Oscar Pistorius hofft auf einen Freispruch

Pistorius-Vater Henke zeigt sich auf Anfrage der Redaktion optimistisch: „Die Wahrheit wird regieren“

(Autor: Ghassan Abid)

Am 11. September wird die Welt gespannt auf Südafrika schauen, wenn es um die Frage geht, ob Oscar Pistorius für die tödlichen Schüsse auf seine Freundin Reeva Steenkamp ins Gefängnis gehen muss oder als freier Mann den Gerichtssaal verlassen darf. Henke Pistorius, der Vater des Angeklagten, zeigt sich gegenüber der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ optimistisch.

Henke und Aimee Pistorius

© Henke Pistorius, der Vater des angeklagten Paralympics-Stars, teilt auf Anfrage der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ seinen Optimismus zum anstehenden Urteil am 11. September mit. „Ich hatte niemals die Angst, dass die Wahrheit nicht regieren würde“, so Henke Pistorius, der auf dem Bild mit seiner Tochter Aimee zu sehen ist. (Quelle: Privat)

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