Schlagwort-Archive: Roman

Kooperation zwischen ZDF und M-Net

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk aus Mainz arbeitet mit südafrikanischem Pay-TV-Sender zusammen

(2010sdafrika-Redaktion)

Das ZDF arbeitet erstmals mit dem Pay-TV-Sender M-Net bei der Verfilmung des Krimi-Romans „Rote Spur“ (Originaltitel „Trackers“) des Bestseller-Autors Deon Meyer zusammen. M-Net gehört zum südafrikanischen Medienkonzern Naspers mit einem Jahresumsatz von rund fünf Milliarden Euro. Der in Paarl unweit von Kapstadt geborene Schriftsteller Meyer wird als Drehbuchautor bei der Produktion mitwirken, teilte das ZDF in einer Pressemitteilung vom 4. Dezember 2018 mit.

© Das ZDF und M-Net vom südafrikanischen Medienkonzern Naspers werden bei der Verfilmung des Krimi-Romans „Rote Spur“ (Originaltitel „Trackers“) des Bestseller-Autors Deon Meyer zusammenarbeiten. Die 6-teilige Serie soll Anfang 2019 in Kapstadt und Umgebung gedreht werden. (Quelle: flickr/ warrenski)

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Valentinstag in Südafrika

Zelebrierung des Tages der Liebe als öffentliche Festlichkeit: Wenn die ganze Familie den Sommer genießt

(Autor: Ghassan Abid)

Kaum ein Phänomen menschlichen Daseins kann so wunderschön und schmerzvoll sein, wie die Liebe. In guten Zeiten genießt man als Paar das Bauchkribbeln, die Zweisamkeit und Zärtlichkeit. In Schlechten hingegen sehnt man sich nur noch an das schnelle Ende von Enttäuschung, Schmerz und Leid. Indiens Nationalheld Mahatma Gandhi hielt mal fest: „Liebe ist die stärkste Macht der Welt, und doch ist sie die demütigste, die man sich vorstellen kann.“ Zumindest am Valentinstag sollte die Freude an diesem Phänomen überwiegen, das seit Bestehen der Menschheit das irdische Leben prägt.

Ryan Smith Photography

© Am 14. Februar ist Valentinstag. In Südafrika wird der Tag der Liebe, anders als in Deutschland, als öffentliche Festlichkeit zelebriert. Straßenumzüge und Festivals laden die Menschen dazu ein, die kulturelle Vielfalt am Kap zu feiern. Die ganze Familie verbringt den heutigen Sommertag an der frischen Luft. (Quelle: flickr/ Ryan Smith Photography)

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André Brink stirbt im Alter von 79 Jahren

Schriftsteller mahnte kurz vor Tod die Meinungsfreiheit an. Belgische Universität verlieh Ehrendoktortitel

(2010sdafrika-Redaktion)

Am 2. Februar ist Südafrikas Schriftsteller André Brink gemeinsam mit Eve Ensler aus den USA und Jean-Claude Guillebaud aus Frankreich von der belgischen Universität UCL mit einem Ehrendoktortitel gewürdigt worden. Brink habe mit seiner Afrikaans-Literatur einen Beitrag dazu geleistet, gegen die Ungerechtigkeiten in Gestalt der Apartheid einzutreten. Vier Tage später starb der Schriftsteller auf dem Rückflug nach Kapstadt, der vor seinem Tod an einen Rollstuhl gebunden war. Die genauen Todesumstände sind bislang unklar.

Books Live

© Südafrika verliert einen bedeutenden Schriftsteller. Im Alter von 79 Jahren starb André Brink am 6. Februar auf dem Rückflug nach Südafrika im Flugzeug. Er nutze, ähnlich wie Nadine Gordimer, seine Autorentätigkeit dafür, um die Ungerechtigkeiten in Gestalt der Apartheid anzuprangern. Im Neuen Südafrika sah Brink die Ideale Mandelas in Gefahr. (Quelle: flickr/ Books Live)

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„GEFÄHRTEN“ im Theater des Westens

„Handspring Puppet Company“ aus Südafrika verzaubert Berliner Publikum. Ein grandioses Spektakel

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Ghassan Abid)

Überall in Berlin sind Poster zu sehen, die ein Pferd zeigen. Es handelt sich hierbei um das Theaterstück „GEFÄHRTEN“, das mindestens bis September 2014 im Theater des Westens zu sehen ist. Das von „Stage Entertainment“ betreute Spektakel erzählt die Geschichte einer tiefen Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Südafrikanische Künstler ermöglichten dieses grandiose Erlebnis im Herzen Berlins, mit aufwendig hergestellten Puppen.

© Zurzeit läuft im Theater des Westens das Stück "GEFÄHRTEN", in welchem auf südafrikanische Puppen zurückgegriffen wird. Rund 40 Darsteller verzaubern das Publikum und schaffen im Zusammenspiel mit der Bühnentechnik eine perfekte Illusion. (Quelle: Stage Entertainment)

© Zurzeit läuft im Theater des Westens das Stück „GEFÄHRTEN“, in welchem auf südafrikanische Puppen zurückgegriffen wird. Rund 40 Darsteller verzaubern das Publikum und schaffen im Zusammenspiel mit der Bühnentechnik eine perfekte Illusion. (Quelle: Stage Entertainment)

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Kap-Kolumne: Identitätssuche am Freedom Day

Schriftsteller François Loots zeigt im Roman „Rooi Jan Alleman“ ein Neues Südafrika auf

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Manchmal findet sich ein Kleinod in einem Buchladen – unter all den marktschreierisch angepriesenen Grishams, Pattersons und wie sie alle heißen. Neulich entdeckte ich einen afrikaansen Roman über das Leben des Bram Fischer. Das Buch ist tatsächlich eine Seltenheit in der neueren afrikaanssprachigen Literatur. Der Schriftsteller François Loots hat damit ein Thema aufgegriffen, über das unter den (weißen) Afrikanern oder Buren wenig Kenntnis vorhanden ist. Bram Fischer repräsentiert den Teil ihrer Geschichte, den das Apartheidregime dem historischen Reißwolf anvertrauen wollte.

© Der burischstämmige Schriftsteller François Loots [hier im Bild] skizziert in seinem Roman "Rooi Jan Alleman" am Beispiel des Rechtsanwalten Bram Fischer das Engagement einzelner weißer Südafrikaner, die sich unter der Entziehung ihrer eigenen Freiheit für die Rechte aller Südafrikaner einsetzten. (Quelle: flickr/ Books LIVE)

© Der burischstämmige Schriftsteller François Loots [hier im Bild] skizziert in seinem Roman „Rooi Jan Alleman“ am Beispiel des Rechtsanwalten Bram Fischer das Engagement einzelner weißer Südafrikaner, die sich unter der Entziehung ihrer eigenen Freiheit für die Rechte aller Südafrikaner einsetzten. (Quelle: flickr/ Books LIVE)

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Waar is die nuwe Heidi?

Afrikaaner im Heidi-Fieber: Schlagerstar Kurt Darren und  Magazin Huisgenoot starten Aufruf.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Zeitungen und Magazine starten des Öfteren einen Aufruf. Passend zum gerade in München stattfindenden Oktoberfest entschied sich das bei den Afrikaanern – den Buren – beliebte Magazin Huisgenoot einen durchaus ungewöhnlichen Wettbewerb ins Leben zu rufen.

© Heidi, ein Waisenkind, wird von ihrer Tante zum Großvater, dem Alm-Öhi, in die Schweizer Alpen geschickt. Alm-Öhi hat anfänglich sichtlich Schwierigkeiten mit dem Mädchen, doch mit jedem gemeinsamen Tag wächst seine Zuneigung für Heidi & ihre Fröhlichkeit. (Quelle: thecartoonpictures.com)

© Heidi, ein Waisenkind, wird von ihrer Tante zum Großvater, dem Alm-Öhi, in die Schweizer Alpen geschickt. Alm-Öhi hat anfänglich sichtlich Schwierigkeiten mit dem Mädchen, doch mit jedem gemeinsamen Tag wächst seine Zuneigung für Heidi & ihre Fröhlichkeit. (Quelle: thecartoonpictures.com)

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Interessante Biografien, packende Krimis oder trockener Lernstoff

Südafrikaner müssen lesen, Deutsche wollen lesen: Ein Buchmarktvergleich

(Autor: Ghassan Abid)

Sobald man in Deutschland unterwegs ist, insbesondere morgens, dann fällt relativ schnell auf, dass überall Bücher gelesen werden. Ob in Bahn, Cafés oder im Wartebereich eines Amtes – das Lesen bleibt hierzulande eine beliebte Freizeitaktivität. Nach Angaben der Frankfurter Buchmesse stieg der Umsatz der Buchbranche im Jahr 2007 um 3,4 Prozent an. Dies entspricht einem Umsatz von 9,6 Milliarden Euro; Tendenz steigend. Insbesondere die Verlage profitieren von diesem Wachstum, sodass das Anzeigengeschäft sehr zufriedenstellend ist. Nicht so gut läuft es hingegen beim Verkauf von Zeitschriften. Online-Angebote, man spricht hier unter anderem von den sog. E-Books, erweisen sich in den USA einer großen Beliebtheit, sind in Deutschland jedoch gemessen am Umsatz der klassischen Bücher noch kaum gefragt. Dementsprechend wird der Umsatz des deutschen Online-Buchhandels für 2007 mit rund 850 Millionen Euro beziffert; entspricht dies einem Anteil am gesamten Buchmarkt von lediglich 8,9 Prozent.

© Buchmarkt Südafrika – viel Potential nach oben

In Südafrika allerdings befindet sich der Buchmarkt gegenwärtig im Abwärtstrend. Nach dem Ende der Apartheid konnten zwar viele neue Verlage gegründet worden, die ihr Sortiment und ihre Kundengröße stetig ausweiten konnten.  Man schätzt, dass zurzeit etwa 230 Verlage in Südafrika (im Vergleich: ca. 15.000 Verlage sind in Deutschland vorhanden) aktiv sind; größtenteils vertreten durch den Verlegerverband PASA. Mit einem Gesamtumsatz von rund 380 Millionen Euro (ca. 4 Milliarden Rands) für das Jahr 2008, erweist sich dieser mit dem deutschen Markt als überhaupt nicht wettbewerbsfähig. Der Großteil des südafrikanischen Umsatzes entfiel auf ´Lehrmittel´ (ca. 2,1 Mrd. Rands), gefolgt von der Sparte ´Belletristik, Sachbuch, Kinder- und Jugendbuch´ (ca. 1,2 Mrd. Rands) und Fachbücher (773 Mio. Rands). Ein Jahr später, 2009, sank der Umsatz des gesamten südafrikanischen Buchmarktes um ganze 237 Mio. auf 143 Millionen Euro.

Ist wird ersichtlich, dass zwischen dem deutschen und südafrikanischen Buchmarkt Welten liegen. Verschiedene Bedingungen begründen diesen Status quo. Einerseits befindet sich Südafrika als junge Demokratie in politischer und ökonomischer Hinsicht in einem  Transformationsstadium. Daten haben gezeigt, dass je wohlhabender eine Nation ist, desto größer fällt dann die Bereitschaft zum Lesen aus. Denn wer hungert oder arm ist, wird sein weniges Geld nicht dem Buchkauf „opfern“. Ferner kommt hinzu, dass Südafrika im Jahr 2009 über eine Analphabetenrate von 13,6 Prozent verfügt, Deutschland hingegen nur einen Prozent aufweist. Auch die Arbeitslosigkeit in Südafrika mit einer Quote von 24 Prozent (2009) ist deutlich höher als in Deutschland mit rund 7,9 Prozent (2009). Außerdem müssen sich viele Südafrikaner über die hohen Inflationsraten im Lande ärgern. Während die Verteuerung von Waren und Dienstleistungen im Kapland für das Jahr 2009 mit stolzen 7,2 Prozent veranschlagt wird, beträgt diese in Deutschland lediglich 2,3 Prozent. Demnach steht dem Bürger im südlichen Afrika weniger Geld für Bücher zur Verfügung, als Deutschen. Andererseits kann man festhalten, dass das Lesen an sich eher in Deutschland verbreitet ist, als in Südafrika. Wer in Südafrika liest, hierbei sind insbesondere schwarze Südafrikaner gemeint, tut es meist zur eigenen Weiterbildung im Rahmen von Schule, Arbeit oder Hochschule, während Deutsche die Freizeitgestaltung gerne mit Romanen ausfüllen.

Überraschend ist, dass die Frankfurter Buchmesse mit dem südafrikanischen Verlegerverband PASA seit 2006 die „Cape Town Book Fair (CTBF)“ betreibt, die größte Buchmesse des Landes. Kritisch anzumerken bleibt, dass die Buchpreisbindung nur in Deuschland existent ist, während der südafrikanische Einzelhandel nach eigenem Ermessen den Preis von Literatur bestimmt – ein Unsicherheitsfaktor für Autoren. Zugute kommt, dass auch Südafrika der Berner Übereinkunft beigetreten ist, sodass das Urheberrecht in  Südafrika seine Anerkennung findet. Es bleibt also abzuwarten, wie sich der südafrikanische Buchmarkt in den nächsten Jahrzehnten einwickeln und ob die Stärkung der Autorenrechte mehr Beachtung finden wird.