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Kap-Kolumne: Früher Dompas, heute Green Card

Skandal in Worcester: Es ist als streue man Salz in offene Wunden

(Autor: Detlev Reichel, Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals)

Im beschaulichen Städtchen Worcester in der Provinz Western Cape – dem selbsternannten „Musterländle“ Südafrikas – werden, wie jetzt berichtet wird, so genannte Green Cards an Arbeiter vergeben, die in den wohlhabenden Vierteln der Stadt arbeiten bzw. Arbeit suchen. Diese „green cards“ werden von den örtlichen Community Policing Forums (CPF) in Zusammenarbeit mit der Polizei (SAPS) ausgestellt. Der Ausweis zeigt Passbild, Name und Geburtsdatum des Trägers. Gärtner, Hausangestellte, Bauarbeiter sowie Arbeitssuchende, die bei CPF-Kontrollen in den betreffenden Gebieten eine solche Karte nicht vorweisen können, machen sich zwar nicht strafbar, aber verdächtig und werden beobachtet.

Green Card

© Die Stadt Worcester in der Provinz Western Cape hat mit der Einführung der sog. „Green Card“ einen nationalen Skandal ausgelöst. Das örtliche Community Policing Forum (CPF) stellt in Zusammenarbeit mit der Polizei ein Dokument aus, das die Freizügigkeit der Bürger Südafrikas einschränkt – wie zu Apartheidszeiten. Kein Einzelfall, hält Kap-Kolumnist Detlev Reichel fest.

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Das lukrative Geschäft mit der Angst

Südafrika im Würgegriff: Hohe Kriminalitätsrate, schwache Polizei und einflussreiche Waffenlobby

(Autor: Ghassan Abid)

Mit dem „Firearms Control Act, 2000 (Act No. 60 of 2000)“ ist jedem südafrikanischen Bürger das Recht ermöglicht worden, Schusswaffen zu erwerben und zu benutzen. Im Gesetz steht, dass „jeder Bürger das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Sicherheit hat“. Die Vergabe von Lizenzen und Genehmigungen reguliert diese Ambition. Doch zum Schutz und zur Selbstverteidigung des einzelnen Bürgers hat das Gesetz kaum beigetragen – im Gegenteil. Die Furcht vor einen kriminellen Übergriff ist allgegenwärtig. Lediglich die Waffenlobby profitiert vom Geschäft mit der Angst.

© Südafrika hat ein ernstes Waffenproblem. Neben den lizensierten Waffen, existiert am Kap auch ein illegaler Waffenhandel. Vor allem Kleinkriminelle und Mitglieder der Organisierten Kriminalität nutzen Schusswaffen. Jeden Tag sterben rund 45 Personen in Südafrika durch den Einsatz von Schusswaffen. (flickr/ Pål Joakim Olsen)

© Südafrika hat ein ernstes Waffenproblem. Neben dem Kauf von lizensierten Waffen blüht am Kap auch der illegale Waffenhandel. Vor allem Kleinkriminelle und Mitglieder der Organisierten Kriminalität nutzen Schusswaffen. Jeden Tag sterben rund 45 Personen in Südafrika durch deren Einsatz. (flickr/ Pål Joakim Olsen)

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Bewegung im Mordfall Anni Dewani

Brite Dewani verliert Abweisung eines Auslieferungsersuchens der Justiz Südafrikas

(Autor: Ghassan Abid)

Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Shrien Dewani, ein Brite indischer Abstammung, verlor am gestrigen Freitag vor dem High Court in London seine Abweisung eines Auslieferungsersuchens der südafrikanischen Justiz. Die Richter machten unmissverständlich klar, dass sofern sich der Gesundheitszustand des Angeklagten stabilisiert hat, er mit einer unverzüglichen Auslieferung zu rechnen hat.

    © Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

© Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

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Hells Angels Südafrikas im Visier des FBI

Exklusiv: Johannesburger Rocker am US-Drogenhandel beteiligt. Ein geschasster Höllenengel packte aus

(2010sdafrika-Redaktion)

Um die Jahrhundertwende herum ereignete sich ein bisher einmaliger Vorgang in der Geschichte der Hells Angels. Johannesburger Rocker waren am internationalen Drogenhandel unter der Federführung US-amerikanischer „Brüder“ umfangreich beteiligt. Ihr Einfluss war so groß, dass die zuständige Arizona Police die US-Bundespolizei FBI einschalten musste. Gesucht wurden zwei Südafrikaner, die Drogen vom Kap aus in die USA exportierten. Mittlerweile wird der US-Drogenhandel von Mexiko und Lateinamerika aus abgewickelt. Und die Johannesburger Rocker sind längst nicht mehr im US-Drogengeschäft involviert. Einer wurde bereits erschossen.

© Die Redaktion von "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" ist auf das amerikanisch-südafrikanische Drogengeschäft und auf die inneren Strukturen der Hells Angels aufmerksam gemacht geworden. Die Johannesburger Rocker Michael Hall und Peter Conway nahmen bei den Höllenengeln in Südafrika eine Schlüsselrolle ein. Sogar die Zentrale der US-Bundespolizei FBI in Washington D.C. [im Bild] musste ermitteln, um den starken Einfluss der Hells Angels einzudämmen. (Quelle: FBI)

© Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ist auf das amerikanisch-südafrikanische Drogengeschäft und auf die inneren Strukturen der Hells Angels aufmerksam gemacht geworden. Die Johannesburger Rocker Michael Hall und Peter Conway nahmen bei den Höllenengeln in Südafrika eine Schlüsselrolle ein. Sogar die Zentrale der US-Bundespolizei FBI in Washington D.C. [im Bild] musste ermitteln, um den starken Einfluss der Hells Angels einzudämmen. (Quelle: FBI)

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Spezialeinsatzkräfte des STF

Südafrikas Elitepolizisten: Geiselbefreiung, Anti-Terror-Kampf und VIP-Personenschutz

(Autor: Ghassan Abid)

Schon in den 1970er Jahren, während der Apartheid, etablierte die südafrikanische Polizei eine Einheit, die für „riskante Operationen“ zuständig war. Die scheinbar unsichtbaren Männer dieser Spezialeinheit wurden auch in Rhodesien – dem heutigen Simbabwe – eingesetzt, um unter anderem gegen Befreiungsbewegungen vorzugehen. Das Spezialkommando GSG 9 der heutigen Bundespolizei soll die Südafrikaner inspiriert haben. Heute gilt die „South African Special Task Force (STF)“ mit ihren rund 200 Mitgliedern als international anerkannte Einheit.

© Die Spezialeinsatzkräfte des STF sind mit rund 200 Elitepolizisten an den Standorten Pretoria, Kapstadt und Durban vertreten. Ihr Auftrag ist es, die schweren Jungs am Kap festzunehmen und Einsätze mit "hohem Risiko" zu erledigen. Gegründet wurde dieses Spezialteam bereits durch das Apartheidsregime. (Quelle: SAPS)

© Die Spezialeinsatzkräfte des STF sind mit rund 200 Elitepolizisten an den Standorten Pretoria, Kapstadt und Durban vertreten. Ihr Auftrag ist es, die schweren Jungs am Kap festzunehmen und Einsätze mit „hohem Risiko“ zu erledigen. Gegründet wurde dieses Spezialteam bereits durch das Apartheidsregime. (Quelle: SAPS)

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Korruption an Südafrika-Lesotho-Grenze

Festnahme von neun Polizisten und sieben Beamten der Einwanderungsbehörde

(2010sdafrika-Redaktion)

Vor rund einer Woche informierte der südafrikanische Polizeiminister Nathi Mthethwa die Öffentlichkeit über einen erfolgreichen Schlag gegen korrupte Beamte. Neun Polizisten und sieben Beamte der Einwanderungsbehörde sind am Grenzposten Caledonspoort zu Lesotho festgenommen worden. Anklage ist erhoben worden. Alle Personen wurden bereits einem Haftrichter vorgeführt.

    © Polizeiminister Nathi Mthethwa informierte die Öffentlichkeit über eine gelungene Operation der Polizei-Einheit Hawks an der Südafrika-Lesotho-Grenze, die zur Festnahme von neun Polizisten und sieben Beamten der Einwanderungsbehörde führte, denen Korruption vorgeworfen wird. Strukturelle Probleme innerhalb der Polizei bleiben jedoch weiterhin bestehen. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

© Polizeiminister Nathi Mthethwa informierte die Öffentlichkeit über eine gelungene Operation der Polizei-Einheit Hawks an der Südafrika-Lesotho-Grenze, die zur Festnahme von neun Polizisten und sieben Beamten der Einwanderungsbehörde führte, denen Korruption vorgeworfen wird. Strukturelle Probleme innerhalb der Polizei bleiben jedoch weiterhin bestehen. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

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Kap-Kolumne: Kultur der Polizeibrutalität

232 Todesfälle in Polizeigewahrsam. Konsequenzen werden gefordert. Die Politik steht in der Verantwortung

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Niemals hätte ich geglaubt, wieder solche Bilder aus Südafrika zu sehen. Ein Mensch wird an einem Polizeiwagen gekettet und hinter dem Fahrzeug geschleift. In der Tat, der grausame Tod des mosambikanischen Taxifahrers Mido Macia in Daveyton hat Polizeiwillkür und Polizeibrutalität in Südafrika erneut zum Thema werden lassen. Der von Regierungszwängen befreite ehemalige Minister für Geheimdienste, der Kommunist Ronnie Kasrils, forderte in einem Zeitungskommentar, Präsident Zuma müsse den Polizeiminister und die Polizeipräsidentin (Police Commissioner) entlassen. Es sei Aufgabe der Regierung, der regierenden Partei, der Opposition und der Zivilgesellschaft, sicherzustellen, dass diese bedrohliche Kultur der Polizeibrutalität in eine moralische Grundhaltung transformiert werde, die mit den solidarischen Werten übereinstimme, für die die Befreiungsbewegung gekämpft habe. Offenbar sieht der Ex-Minister das derzeitige Spitzenpersonal der Polizeikräfte nicht dazu in der Lage, diese Aufgabe zu bewältigen.

© Nach dem Tod des mosambikanischen Taxifahrers Mido Macia in Daveyton durch Polizeibeamte, ist in Südafrika eine öffentliche Debatte über Polizeiwillkür und Polizeibrutalität entbrannt. Die Politik steht nun in der Verantwortung, die strukturellen Probleme innerhalb der Polizeibehörde SAPS zu lösen. (Quelle: flickr/ CityPress)

© Nach dem Tod des mosambikanischen Taxifahrers Mido Macia in Daveyton durch Polizeibeamte, ist in Südafrika eine öffentliche Debatte über Polizeiwillkür und Polizeibrutalität entbrannt. Die Politik steht nun in der Verantwortung, die strukturellen Probleme innerhalb der Polizeibehörde SAPS zu lösen. (Quelle: flickr/ CityPress)

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