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Deutsche Tornados über Südafrika

„Two Oceans“: 150 Soldaten der deutschen Luftwaffe hielten sich am Kap der Guten Hoffnung auf

(2010sdafrika-Redaktion)

Die militärische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südafrika gilt seit mehreren Jahren als eng und vertrauensvoll. Wiederholt halten sich Verbände der deutschen Luftwaffe und der Marine am Kap der guten Hoffnung auf, um mit ihren südafrikanischen Partnern diverse Übungen durchzuspielen. Ende März fand sich das Taktische Luftwaffengeschwader 33 unter der Führung von Oberst Holger Radmann im südlichen Afrika ein. Es stand die Übung „Two Oceans“ an.

© Die deutsch-südafrikanische Militärkooperation schreitet voran. Im März wurden vier Tornados der deutschen Luftwaffe nach Südafrika verlegt. Im Gegenzug legte die südafrikanische Fregatte „SAS Amatola“ an der Ostsee an. (Quelle: flickr/ Bundeswehr)

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Manöver „Good Hope IV“ in Action

Militärische Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und South African National Defence Force

(Autor: Ghassan Abid)

Vom 15. Februar bis zum 15. März 2010 findet die vierte See- und Luftstreitkräfteübung zwischen Deutschland und Südafrika unweit von Kapstadt statt. Mehrere Kampfflugzeuge der deutschen Luftwaffe des Typs Tornado und Fregatten der Bundesmarine sind am Manöver „Good Hope IV“ beteiligt, in welcher auch Marschflugkörper (= Raketen) zum Einsatz kommen. Die wichtigsten Ziele dieser Übung sind neben einer Vertiefung der „engen und vertrauensvollen Partnerschaft“ zwischen beiden Nationen, auch der Ausbau von Verteidigungskompetenzen, die Weiterentwicklung operativer Mittel und Methoden im multilateralen Kontext und  die Vorbereitung auf mögliche internationale Einsätze.

© Fregatte BRANDENBURG bei Good Hope IV (Quelle: Marine)

Das Verteidigungsministerium Südafrikas (DOD) schätzt die bilaterale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Verteidigungspolitik hoch an, sodass die Navy ihre beiden Fregatten SAS AMATOLA und SAS SPIOENKOP sowie das U-Boot SAS QUEEN MODJADJI I für das Manöver disponiert hat. Hingegen entsandt die Bundesmarine unter anderem die Fregatten BRANDENBURG und NIEDERSACHSEN. In diesem Jahr möchte sich die Bundeswehr zusätzlich verstärkt der südafrikanischen Öffentlichkeit präsentieren. Geplant sind daher ein Tag der offenen Tür auf den Schiffen der Bundesmarine sowie ein Konzert im Tourismusareal Kapstadts.

Die Republik Südafrika plant seit etwa einem Jahrzehnt ein ehrgeiziges ordnungsmachtpolitisches Konzept, um sich im südlichen Afrika auch im militärischen Bereich als Regionalmacht aufstellen zu können. Die Bundesregierung unterstützt dieses Vorhaben im „out of area„, dem Terrain außerhalb des NATO-Gebietes. Unstrittig ist, dass die South African Army schon jetzt zu einer der schlagkräftigsten auf dem gesamten Kontinent gezählt werden kann. Das Heer, die Luftwaffe und die Marine des Landes erhielten in den letzten Jahren umfangreiche Haushaltszuweisungen, die vor allem den Erwerb von modernen Kriegsgeräten vorsahen. So ist die südafrikanische Navy in der Vergangenheit mehrfach durch deutsche Rüstungsbetriebe der maritimen Wirtschaft beliefert worden.

© Südafrikanischer Helikopter vom Typ ORYX (Quelle: Marine)

Dementsprechend entstammen die am Manöver beteiligten Seestreitkräfte Südafrikas mehrfach aus deutscher Produktion. Während das U-Boot SAS QUEEN MODJADJI I und die Fregatte SAS SPIOENKOP durch die Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH hergestellt wurden, ist die Fregatte SAS AMATOLA durch Blohm + Voss (einem Tochterunternehmen der ThyssenKrupp Marine Systems) an Südafrika verkauft worden.