Schlagwort-Archive: Schusswaffe

Bewaffnete attackieren Tourismusminister

Derek Hanekom kommt mit Schrecken davon, nachdem Bodyguard Angriff abwehrt

(2010sdafrika-Redaktion)

Südafrikas Tourismusminister Derek Hanekom wirbt überall wo er sich aufhält, im In- und Ausland, für Südafrika als Reiseziel. Sein Terminkalender ist voll und ein Meeting jagt das nächste. Nach einem langen Arbeitstag will man da einfach nur schnell nach Hause, um ein wenig schlafen zu können. Doch ein bewaffneter Raubüberfall machte Hanekom einen Strich durch die Rechnung. Wie südafrikanische Medien berichten, attackierten mehrere unbekannte Personen das Dienstfahrzeug des Ministers. Durch das schnelle und entschlossene Eingreifen seines Bodyguards konnte der mutmaßliche Raubüberfall erfolgreich abgewehrt werden. Die Hintergründe bleiben unklar.

Derek Hanekom

© Glück im Unglück: Mehrere bewaffnete Männer haben den südafrikanischen Tourismusminister Derek Hanekom am Abend des 23. Februars attackiert, als er mit seinem Dienstwagen auf dem Weg nach Hause war. Sein Bodyguard wehrte den Angriff dreier Personen ab, nachdem es zu seiner Schießerei kam. Verletzt wurde niemand. (Quelle: flickr/ Axel Bührmann)

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Senzo Meyiwas-Tod wirft Fragen auf

Südafrika zwischen brutaler Lebensrealität und politischer Inkompetenz. Ein Kommentar

(Autor: Ghassan Abid)

Die südafrikanische Musikerin und Schauspielerin Kelly Khumalo lebte vor einigen Jahren in einer Beziehung, die von häuslicher Gewalt geprägt war. Sie brauchte Zeit, um sich vom schlagenden Partner zu trennen. Seither engagiert sie sich gegen Gewalt an Frauen. Mit dem Nationaltorwart Senzo Meyiwa lernte sie endlich einen Mann kennen, der sie respektierte und am vergangenen Sonntag beschützen wollte. Dafür musste er mit seinem Leben bezahlen.

The Presidency of the Republic of South Africa

© Der gewaltsame Tod des Nationaltorwarts Senzo Meyiwa belegt, dass Südafrika große Probleme mit der Kriminalitätsbekämpfung hat. Allerdings stellt die Inkompetenz der politischen Elite am Kap die größere Herausforderung dar. Habgier und Egoismus schaden der Wohlstandsentwicklung der jungen Demokratie im südlichen Afrika. Im Bild ist Präsident Jacob Zuma zu sehen, der in etliche Korruptionsfälle verstrickt ist. (flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

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Nationaltorhüter Südafrikas ermordet

Senzo Meyiwa, Kapitän der Orlando Pirates und Keeper von Bafana Bafana, stirbt im Alter von 27 Jahren

(Autor: Johannes Woywodt)

Vor Kurzem glänzte er noch mit seinen Paraden und trug wesentlich dazu bei, dass die südafrikanische Fußballnationalmannschaft gut in die Qualifikation für den Afrika-Cup 2015 gestartet war. Umso größer ist nun die Bestürzung: Senzo Meyiwa, Kapitän der Orlando Pirates und Torwart von Bafana Bafana, wurde am Sonntagabend in Vosloorus – 25 Kilometer südlich von Johannesburg – erschossen.

Orlando Pirates Football Club

© Senzo Meyiwa, Kapitän der Orlando Pirates und Keeper der südafrikanischen Nationalmannschaft Bafana Bafana, wurde am Sonntagabend in Vosloorus bei Johannesburg erschossen. Die gesamte Nation befindet sich im Schock – nicht zum ersten Mal. (Quelle: Facebook/ Orlando Pirates Football Club)

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Vom Hells Angels-Fall zum Pistorius-Urteil

Im Interview mit Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner

(Autor: Ghassan Abid)

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© Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Berliner Kanzlei Dr. Schulte und Partner, bewertete für die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zum Einen das Pistorius-Verfahren und zum Anderen das sogenannte Hells Angels-Urteil. Bei beiden Strafverfahren lassen sich Gemeinsamkeiten erkennen. (Quelle: Privat)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner. Als Strafrechtler haben Sie das Verfahren gegen Oscar Pistorius aufmerksam beobachtet. Der Paralympics-Star wurde am 12. September wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Ab morgen geht es um das Strafmaß. Teilen Sie die Ansicht von Richterin Thokozile Masipa, wonach kein Tötungsvorsatz vorlag?

Antwort: Diese Ansicht teile ich nicht. Dies liegt insbesondere daran, dass die Richterin in ihrer Urteilsbegründung davon sprach, eine „Tötungsabsicht“ hinsichtlich der Tötung von Reeva Steenkamp habe nicht vorgelegen. Für eine Tötung reicht meines Erachtens auch in Südafrika ein einfacher Tötungsvorsatz, der bei Schüssen durch eine geschlossene Badezimmertür ohne Frage, wer dort sei, in Kenntnis der Anwesenheit von Reeva im Apartment – auch wenn Pistorius sie angeblich im Bett wähnte – durchaus bejaht werden kann. Denn angesichts der gesamten Umstände, auch angesichts der Existenz eines Sicherheitsdienstes, an dem man erst einmal vorbei musste und dem Fehlen früherer Einbrüche, kann es kaum zweifelhaft sein, dass er zumindest in Kauf genommen hat, Reeva tödlich zu treffen.

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Vom Hero zum Zero

Oscar Pistorius wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Bis zu 15 Jahre Haft drohen – theoretisch

(Autor: Ghassan Abid)

Sechs Monate lang hörte sich Richterin Thokozile Masipa am North Gauteng High Court in Pretoria knapp 40 Zeugen an, die Oscar Pistorius entweder belasteten oder entlasteten. Sie widersprach dutzenden Aussagen über die Geschehnisse vom Valentinstag 2013. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft überzeugten nicht immer. Zwei Tage lang nahm sie sich Zeit für die Verlesung des Urteils im spektakulärsten Strafverfahren Südafrikas.

Global Sports Forum

© Südafrikas Paralympics-Star Oscar Pistorius ist der fahrlässigen Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp und des Verstoßes gegen das Waffengesetz schuldig gesprochen worden. Am 13. Oktober wird Richterin Thokozile Masipa das Strafmaß verkünden. Verteidigung und Staatsanwaltschaft können das Urteil anfechten. (Quelle: flickr/ Global Sports Forum)

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Das lukrative Geschäft mit der Angst

Südafrika im Würgegriff: Hohe Kriminalitätsrate, schwache Polizei und einflussreiche Waffenlobby

(Autor: Ghassan Abid)

Mit dem „Firearms Control Act, 2000 (Act No. 60 of 2000)“ ist jedem südafrikanischen Bürger das Recht ermöglicht worden, Schusswaffen zu erwerben und zu benutzen. Im Gesetz steht, dass „jeder Bürger das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Sicherheit hat“. Die Vergabe von Lizenzen und Genehmigungen reguliert diese Ambition. Doch zum Schutz und zur Selbstverteidigung des einzelnen Bürgers hat das Gesetz kaum beigetragen – im Gegenteil. Die Furcht vor einen kriminellen Übergriff ist allgegenwärtig. Lediglich die Waffenlobby profitiert vom Geschäft mit der Angst.

© Südafrika hat ein ernstes Waffenproblem. Neben den lizensierten Waffen, existiert am Kap auch ein illegaler Waffenhandel. Vor allem Kleinkriminelle und Mitglieder der Organisierten Kriminalität nutzen Schusswaffen. Jeden Tag sterben rund 45 Personen in Südafrika durch den Einsatz von Schusswaffen. (flickr/ Pål Joakim Olsen)

© Südafrika hat ein ernstes Waffenproblem. Neben dem Kauf von lizensierten Waffen blüht am Kap auch der illegale Waffenhandel. Vor allem Kleinkriminelle und Mitglieder der Organisierten Kriminalität nutzen Schusswaffen. Jeden Tag sterben rund 45 Personen in Südafrika durch deren Einsatz. (flickr/ Pål Joakim Olsen)

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Südafrikas meist beschützter Bürgermeister

27 Bodyguards bewachen Bürgermeister Tlhalefi Mashamaite, finanziert aus Steuergeldern

(2010sdafrika-Redaktion)

© Der ANC-Politiker Tlhalefi Mashamaite ist amtierender Bürgermeister der Mogalakwena-Gemeinde. Er folgte seiner Vorgängerin Esther Mothibi, die öffentliche Gelder für private Zwecke missbraucht hatte. Doch steht Mashamaite nun ebenfalls in der Kritik, Steuergelder aus dem Fenster zu schmeißen. Er engagierte 27 Bodyguards zu seinem Schutz.

© Der ANC-Politiker Tlhalefi Mashamaite ist amtierender Bürgermeister der Mogalakwena-Gemeinde. Er folgte seiner Vorgängerin Esther Mothibi, die öffentliche Gelder für private Zwecke missbraucht hatte. Doch steht Mashamaite nun ebenfalls in der Kritik, Steuergelder aus dem Fenster zu schmeißen. Er engagierte 27 Bodyguards zu seinem Schutz.

Der SPD-Politiker Gerhard Schröder hatte während seiner Amtszeit als Bundeskanzler im Schnitt 15 Leibwächter, maximal jedoch bis zu 20 Bodyguards an seiner Seite. Die Anzahl der einzusetzenden Beamten richtet sich nach dem Gefährdungspotential, um einen „sicheren Raum“ zu schaffen. Das Bundeskriminalamt stellt mit den sogenannten Sicherungsgruppen (SG) unter anderem den Schutz von Regierungsmitgliedern sicher. Doch ein südafrikanischer Bürgermeister lehrt nun die Öffentlichkeit, dass die Anzahl seines Personenschutzes die des deutschen Kanzlers weit übertrifft.

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