Schlagwort-Archive: schwarze Bevölkerung

USA über Südafrika-Vizeminister verärgert

Vizeverteidigungsminister Kebby Maphatsoe löst diplomatischen Affront gegen Washington aus

(2010sdafrika-Redaktion)

Am Wochenende hat Südafrikas Vizeverteidigungsminister Kebby Maphatsoe die Ombudsfrau Thuli Madonsela als CIA-Spionin diffamiert, die nur darauf bedacht sei, dem ANC im Auftrag Washingtons zu schaden. Dann hatte der US-Botschafter in Südafrika Protest beim Außenministerium in Pretoria eingelegt. Patrick Gaspard, Amerikas höchster Vertreter am Kap, forderte eine Erklärung. Die bekam er auch prompt. Während Justizminister Jeff Radebe sich von Maphatsoe distanzierte, ruderte der Vizeminister zurück. Er habe Madonsela zu keinem Zeitpunkt explizit als CIA-Agentin bezeichnet.

Patrick Gaspard

© Patrick Gaspard, der US-Botschafter in Südafrika, „is not amused“. Südafrikas Vizeverteidigungsminister Kebby Maphatsoe diffamierte Ombudsfrau Thuli Madonsela, indem er ihr eine CIA-Agententätigkeit unterstellte. Daraufhin hatte die US-Botschaft eine Beschwerde beim Außenministerium in Pretoria eingelegt. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

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20 Jahre Demokratie in Südafrika

Freude und Ernüchterung am Freedom Day 2014: Eine Regenbogennation auf Abwegen?

(2010sdafrika-Redaktion)

Am heutigen Freedom Day feiert eine Nation das Ende der Apartheid und somit den Beginn von Freiheit und Demokratie in Südafrika. Vor genau zwanzig Jahren fanden die ersten freien Parlamentswahlen am Kap statt. Doch mittlerweile machen sich Freude und Ernüchterung breit. Die Republik im südlichen Afrika muss nun ohne ihre Ikone Nelson Mandela auskommen.

Ted Eytan

© Am heutigen Freedom Day zelebriert Südafrika zum zwanzigsten Mal die Demokratie und Freiheit am Kap. Allerdings waren noch nie so viele kritische Stimmen zu hören wie es gegenwärtig der Fall ist. Das Erbe Nelson Mandelas droht ins Leere zu laufen. (Quelle: flickr/ Ted Eytan)

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Kap-Kolumne: Der Arzt, der mit dem Tod tanzte

Wird „Dr. Death” seine ärztliche Approbation verlieren oder behalten?

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Am 18. Dezember 2013 spricht der „Health Professions Council of South Africa (HPCSA)“ [Anmerkung der Redaktion: Vergleichbar mit Ärztekammer] sein Urteil über die Fortdauer der ärztlichen Zulassung des Wouter Basson. Der Kardiologe besitzt eine lukrative private Herzklinik in Kapstadt und KwaZulu-Natal. Basson (Jahrgang 1950) ist eine der finstersten Figuren des Apartheidregimes.

© Wouter Basson ist studierter Kardiologe. Der Mediziner ist der ärztlichen Ethik und somit dem Wohlergehen des Menschen verpflichtet. Der internationale Grundsatz „Primum non nocere“ verbietet das Beifügen eines Schadens am Menschen. Doch der Südafrikaner ist für viel Leid von Apartheidopfern verantwortlich und bis heute noch nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Am 18. Dezember 2013 entscheidet die Ärztekammer HPCSA über die Fortdauer des "Dr. Death" als zugelassenen Arzt.

© Wouter Basson ist studierter Kardiologe. Der Mediziner ist der ärztlichen Ethik und somit dem Wohlergehen des Menschen verpflichtet. Der internationale Grundsatz „Primum non nocere“ verbietet das Beifügen eines Schadens am Menschen. Doch der Südafrikaner ist für viel Leid von Apartheidopfern verantwortlich und bis heute noch nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Am 18. Dezember 2013 entscheidet die Ärztekammer HPCSA über die Fortdauer des „Dr. Death“ als zugelassenen Arzt.

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„Nicht nur Tebartz-van Elst bräuchte eine Auszeit“

Im Interview mit Bischof Michael Wüstenberg des südafrikanischen Bistums Aliwal

(Autor: Ghassan Abid)

© Michael Wüstenberg ist Bischof des südafrikanischen Bistums Aliwal. In der Hansestadt Hamburg ist er aufgewachsen. Später unterhielt er Kontakte nach Burkina Faso in Westafrika. In Südafrika engagiert er sich heute in vielfältiger Hinsicht in einer "Kirche der Armen unter den Armen". Die Berichterstattung zum Limburger Bischof Tebartz-van Elst hält er für wichtig und richtig, sofern Respekt und Menschenwürde geachtet werden. Zum Südafrika-Aufenthalt von Tebartz-van Elst wurde der Bischof durch das Online-Medium "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" auf die Probleme aufmerksam gemacht.

© Michael Wüstenberg ist Bischof des südafrikanischen Bistums Aliwal. In der Hansestadt Hamburg ist er aufgewachsen. Später unterhielt er Kontakte nach Burkina Faso in Westafrika. In Südafrika engagiert er sich heute in vielfältiger Hinsicht in einer „Kirche der Armen unter den Armen“. Die Berichterstattung zum Limburger Bischof Tebartz-van Elst hält er für wichtig und richtig, sofern Respekt und Menschenwürde geachtet werden. Zum Südafrika-Aufenthalt von Tebartz-van Elst wurde der Bischof durch das Online-Medium „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ auf die Probleme aufmerksam gemacht.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Michael Wüstenberg, deutscher Bischof in Südafrika. Sie sind in Hamburg aufgewachsen und seit 1992 in Südafrika tätig. Wie kam es dazu, dass es Sie ans Kap verschlagen hatte?

Antwort: Ich bin ja noch immer etwa 1000 km vom Kap weg, eben im Ost-Kap. Verschlagen hat es mich nicht. Ich wollte in Afrika mehr über Inkulturation, aktive Beteiligung von Gemeindemitgliedern und Basisgemeinschaften lernen. Das hatte mich in Begegnungen mit Gemeinden vor allem in Burkina Faso fasziniert. Wenn etwas mich verschlagen hat, dann meine Unkenntnisse in Französisch. Ansonsten wäre Westafrika auch eine Wahl gewesen.

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Kap-Kolumne: Wir hier – Ihr dort

Von angenehmen und unangenehmen Gefühlen

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Beim Lesen des Beitrags „Kunst im Post-Apartheid-Südafrika“ gingen mir einige Gedanken durch den Kopf. Ich gestehe: Ich sehe mir gern ‚soapies‘ an. Vom südafrikanischen (staatlichen) TV-Sender SABC werden drei Seifenopern ausgestrahlt, die sich großer Beliebtheit unter dem hiesigen Fernsehvolk erfreuen: „Generations“, „7de Laan“ und „Isidingo“. Die erste gilt als die meistgesehene, die zweite wurde von den ZuschauerInnen erst kürzlich zur „besten“ gewählt und die dritte gilt als die interessanteste. Für die beiden ersten Prädikate – beliebt und meistgesehen – können die Macher Preise bzw. Abstimmungsergebnisse als Beweise anführen. Das Prädikant „interessant“ ist eher eine subjektive Einschätzung, die ich mehrfach von meinen hiesigen Bekannten gehört habe, und die ich auch teile.

    © „Generations“, „7de Laan“ und „Isidingo“ sind drei populäre Seifenopern im südafrikanischen TV. Während "Generation" in afrikanische Sprachen ausgestrahlt wird, ist "7de Laan" eine Afrikaans-Produktion. Die Serien spiegeln im Grunde genommen die immer noch vorhandene Trennung von Schwarzen und Weißen in den Köpfen der Menschen wider. Im Bild sind Serienschauspieler zu sehen. (Quelle: Facebook/ SABC2)

© „Generations“, „7de Laan“ und „Isidingo“ sind drei populäre Seifenopern im südafrikanischen TV. Während „Generation“ in afrikanische Sprachen ausgestrahlt wird, ist „7de Laan“ eine Afrikaans-Produktion. Die Serien spiegeln im Grunde genommen die immer noch vorhandene Trennung von Schwarzen und Weißen in den Köpfen der Menschen wider. Im Bild sind Serienschauspieler zu sehen. (Quelle: Facebook/ SABC2)

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