Schlagwort-Archive: schwarze Südafrikaner

Fünfte Parlamentswahlen in Südafrika

Politische Katerstimmung am Kap. Die Unzufriedenheit über Parteien ist groß. Der ANC hat viele enttäuscht

(Autor: Johannes Woywodt)

Es sind die Bilder der hundertmeter- wenn nicht sogar kilometerweiten Schlangen an wartenden Menschen, die vor 20 Jahren von Südafrika aus um die Welt gingen. Schwarze Südafrikaner, die den mitunter weiten Weg zu den Wahlkabinen auf sich nahmen, um erstmalig am 27. April 1994 frei wählen zu dürfen. Trotz der drückenden Hitze und der brennenden Sonne harrten die Menschen im Freien aus und ließen auch die langen Wartezeiten geduldig über sich ergehen.

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© Die 68-jährige Rosie Vena gehört zur Mehrheit der Südafrikaner, die unter ärmlichen Bedingungen in einem Township leben müssen. Die aus der Umgebung von Port Elizabeth stammende Frau wählte auch bei den Wahlen 2009 den ANC, doch verbessert hat sich für sie kaum etwas. Rosie ist enttäuscht. Die politische Katerstimmung hat 2014 deutlich zugenommen. Millionen Bürger werden nicht wählen gehen – aus Protest. (Quelle: flickr/ BBC World Service)

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Filmkritik „Orania – Der Film“

Eine Afrikaaner-Gemeinschaft, zwischen Selbstbestimmung und Ausgrenzung

(Autor: D. Tamino Böhm)

In Orania, einem 1.000 Einwohnerdorf in Südafrika, leben ausschließlich Buren, die sich selbst verwalten und versorgen. Sie streben einen Volksstaat nach dem Vorbild einiger Versuche aus den 1990er Jahren an. Im Juni dieses Jahres läuft die gleichnamige Dokumentation „Orania“ in den deutschen Kinos an, in der Regisseur Tobias Lindner versucht, die Stimmung im Dorf festzuhalten. „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ war bei der Deutschlandpremiere am 23. April im Filmtheater Friedrichshain dabei.

© Filmsequenz aus “Orania – Der Film”.

© Filmsequenz aus “Orania – Der Film”.

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Anders Breivik und „sein Südafrika“

Norwegens Extremist fordert eine Trennung des Kaplandes in eine weiße und schwarze Nation

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Die norwegische Hauptstadt Oslo liegt rund 9.700 Kilometer Luftlinie von der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria entfernt. Ideologisch betrachtet, fühlen sich südafrikanische Rassisten und nordische Rechtsextremisten jedoch nahezu unmittelbar miteinander verbunden.Die räumliche Distanz spielt kaum eine Rolle, wenn es um die Ablehnung multikultureller Gesellschaften geht.

    © Der norwegische Rechtsextremist Anders Breivik geht in seinem "Manifest 2083" über vierzigmal auf das Land Südafrika ein. Er kritisiert einen angeblichen Genozid an weißen Südafrikanern und fordert, Südafrika in einen weißen und schwarzen Staat zu trennen. Er fürchtet, die Buren könnten sonst bis in das Jahr 2050 nahezu ausgestorben und dem "diabolischen Verhalten schwarzer Südafrikaner" vollständig zum Opfer gefallen sein. (Quelle: flickr/ Panorama Mercantil)

© Der norwegische Rechtsextremist Anders Breivik geht in seinem „Manifest 2083“ über vierzigmal auf das Land Südafrika ein. Er kritisiert einen angeblichen Genozid an weißen Südafrikanern und fordert, Südafrika in einen weißen und schwarzen Staat zu trennen. Er fürchtet, die Buren könnten sonst bis in das Jahr 2050 nahezu ausgestorben und dem „diabolischen Verhalten schwarzer Südafrikaner“ vollständig zum Opfer gefallen sein. (Quelle: flickr/ Panorama Mercantil)

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In Gedenken an Miriam Makeba

Heute vor 4 Jahren erlitt Mama Africa einen tödlichen Herzinfarkt. Ihre Enkelin fordert Rechte ein

(Autor: Ghassan Abid)

Zenzile Makeba Qgwashu Nguvama Yiketheli Nxgowa Bantana Balomzi Xa Ufun Ubajabulisa Ubaphekeli Mbiza Yotshwala Sithi Xa Saku Qgiba Ukutja Sithathe Izitsha Sizi Khabe Singama Lawu Singama Qgwashu Singama Nqamla Nqgithi ist der vollständige Name von Miriam Makeba, der bekanntesten Sängerin Südafrikas aller Zeiten. Die Komplexität des Namens ist ein Abbild dessen, wie umfangreich und vielfältig das Leben von Makeba alias Mama Africa war. Vor vier Jahren, am 10. November 2008, verstarb die Musiklegende außerhalb Südafrikas. Die nationale sowie internationale Öffentlichkeit hält inne und gedenkt Makeba – so wie sie es wollte – mit Freude, Fröhlichkeit und der Musik.

© Miriam Makeba erlitt heute vor genau 4 Jahren auf einem Benefizkonzert für den von der italienischen Mafia auf die Todesliste gesetzten Schriftsteller Roberto Saviano einen Herzinfarkt. Einen Tag später, in den Morgenstunden des 10. Novembers 2008, starb Mama Africa im Krankenhaus. Makeba ist eine bemerkenswerte Frau, die einen hohen Preis für die Freiheit Südafrikas zahlen musste. Sie ist die erfolgreichste südafrikanische Musikerin aller Zeiten. (Quelle: flickr/ Dedica Festival)

© Miriam Makeba erlitt heute vor genau 4 Jahren auf einem Benefizkonzert für den von der italienischen Mafia auf die Todesliste gesetzten Schriftsteller Roberto Saviano einen Herzinfarkt. Einen Tag später, in den Morgenstunden des 10. Novembers 2008, starb Mama Africa im Krankenhaus. Makeba ist eine bemerkenswerte Frau, die einen hohen Preis für die Freiheit Südafrikas zahlen musste. Sie ist die erfolgreichste südafrikanische Musikerin aller Zeiten. (Quelle: flickr/ Dedica Festival)

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Neue Kolumne „Südafrika im Herzen“

Im Interview mit Markus Hintze, „Austausch-Log Südafrika“-Autor auf Spiegel Online.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

© Markus Hintze, ehemaliger Autor von „Austausch-Log Südafrika“ auf Spiegel Online und neuer Kolumnist von "Südafrika im Herzen" auf "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste".

© Markus Hintze, Autor von „Austausch-Log Südafrika“ auf Spiegel Online und neuer Kolumnist von „Südafrika im Herzen“ auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ganz herzlich Markus Hintze, ehemaliger Austauschschüler, Autor von „Austausch-Log Südafrika“ auf Spiegel Online und neuer Kolumnist für unser Südafrika-Portal. Markus, am 04.01.2012 hat Spiegel Online mit deinen Südafrika-Erlebnissen angefangen. Welche ersten Eindrücke konntest du vom Land sammeln?

Antwort: Man merkt sofort, dass man nicht mehr in Europa ist. Die Leute wirken nicht so gestresst und sind einfach nur gelassen und freundlich. Weiterlesen

Musikszene Südafrika

Hip Hop, Rock, Pop, Jazz oder Schlager. Musikgeschmack am Kap bleibt grundsätzlich Ethniensache.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Das Kap hat seit dem Ende der Apartheid eine beachtliche Musikvielfalt aufbauen können, die sämtliche Genres des westlichen Musikbusiness abdeckt. Spätestens seit der Musizierung von Opernstücken durch schwarze Südafrikaner hat das Land eine breite Musikszene entwickeln können. Doch in Anbetracht des heterogenen Angebots sollte vielmehr von Musikszenen gesprochen werden.  

Allerdings ist der Musikgeschmack weiterhin von der Hautfarbe abhängig. Hip Hop wird vor allem von Schwarzen gehört und gesungen, während Schlager und Rock den Weißen vorbestimmt ist. Ähnliche ethnische Abhängigkeiten sind vom Sport bekannt – Fußball ist mehrheitlich bei Schwarzen; Rugby & Cricket bei  Weißen gefragt. Pop-Musik hingegen erfreut sich bei Schwarzen, Weißen, Indern und Asiaten – also allen Ethnien – einer sehr großen Beliebtheit. Dies soll nur eine grobe Untergliederung darstellen, da auch innerhalb der schwarzen Ethnien – beispielsweise zwischen Xhosa und Zulus – große traditionelle Unterschiede bestehen, welche sich durch die Eigenheiten der Lokalsprachen begründen. Es bleibt anzumerken, dass Südafrika elf offizielle Amtssprachen in seiner Verfassung aufgenommen hat. Einige Township-Dialekte könnten, dies hört man vor Ort öfters, gar als weitere Sprachen registriert werden – doch dies nur am Rande.

Ein besonderer Umstand in der südafrikanischen Musik ergibt sich mit Kwaito, einer in den 90er-Jahren enstandenen traditionellen Musikrichtung aus Soweto. Gangs sollen Kwaito für sich als künstlerische Plattform entdeckt haben. Diese ähnelt letztendlich sehr dem Hip Hop, ist jedoch vom Beat her deutlich verlangsamter. Ebenfalls soll auf Mbaqanga eingegangen werden, einer den Zulus nahestehendem Musikstil, welcher sich aus Elementen des Soul, Jazz oder Reggae zusammensetzt. Allerdings ist Mbaqanga, zumindest bei der jüngeren Generation, nicht mehr ganz im Trend.

Die Musik ist ständig im Wandel und vermischt sich stets mit anderen Genres aus dem In- und Ausland. Musikalische Kreationen werden auch weiterhin als Errungenschaft der Demokratisierung Südafrikas betrachtet, wobei erwähnt werden muss, dass bereits zu Apartheidszeiten einzelne schwarze Südafrikaner wie Miriam Makeba die Musikszene des Landes nachhaltig beeinflussten.

Heutzutage sind mehrere südafrikanische Bands wie The Parlotones, Die Antwoord oder Freshlyground auch in Deutschland beim breiten Publikum angekommen. Doch das Land bringt jeden Tag weitere eindrucksvolle Künstler hervor, die hierzulande unbekannt sind. Dementsprechend werden fünfzehn dieser Musiker auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ anhand eines offiziellen Musikclips kurz vorgestellt.

Songempfehlungen aus Südafrika – eine Auswahl

Artist: Cashtime Fam, Song: Stundee, Genre: Hip Hop

Artist: Ben Sharpa, Song: Hegemony, Genre: Hip Hop/ Rap

Artist: Locnville, Song: Stars Above You, Genre: Elektro-House

Artist: Kanyi, Song: Ingoma, Genre: Local-Rap (isiXhosa)

Artist: Khuli Chana & Notshi, Song: Tswa Daar, Genre: Local-Rap (Tswana)

Artist: Spoek Mathambo, Song: Control , Genre: House/ Hip Hop

Artist: Ruffest, Song: Bayavum, Genre: Kwaito

Artist: Queens of Dance, Song: Ngithanda Lonemali, Genre: Kwaito

Artist: Zahara, Song: Ndiza, Genre: Afro-Soul

Artist: Zakes Bantwini, Song: Wasting my time, Genre: Soul

Artist: Liquideep, Song: Still, Genre: House/ Soul

Artist: The Muffinz, Song: Ghetto, Genre: Jazz/ Soul

Artist: Byron Clarke, Song: The Rain, Genre: Volksmusik bzw. Folk/ Pop

Artist: Prime Circle, Song: Live This Life, Genre: Rock

Artist: Jesse Clegg, Song: Clarity, Genre: Rock