Schlagwort-Archive: Scientology

Der Glaube am Aberglauben

Tote ins Leben zurückholen: Pastor Alph Lukau aus Südafrika wird von Fans als Prophet gefeiert

(Autor: Ghassan Abid)

Wenn der selbsternannte Pastor Alph Lukau in Südafrika auftritt, dann füllen sich ganze Säle mit tausenden von Menschen, die ihm begeistert zuhören, wenn er wieder wundersame Dinge vollbringt. So habe er beispielsweise verstorbene Menschen zurück ins Leben geholt, Erkrankungen wie HIV geheilt und Behinderungen wie das Blindsein einfach verschwinden lassen. Bis zu sieben Millionen Klicks generiert Lukau mit einzelnen YouTube-Videos, der nach eigenen Aussagen kein Mensch sei. Seine Fans sehen in ihn sogar einen Propheten, den Gott auf die Erde entsandt hat.

© Selbsternannte Pastoren wie Alph Lukau [im Bild r.] aus Johannesburg locken tausende Menschen zu den Predigten. Seine Videos im Internet werden millionenfach geklickt. Sein Fall zeigt, dass der Glaube am Aberglauben in Südafrika tief verwurzelt ist. (Quelle: Facebook/ Alph Lukau)

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Scientology baut Präsenz in Südafrika aus

Umstrittene US-Sekte eröffnet vor 1.500 Gästen weitere Kirche im Norden Johannesburgs

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ beobachtet seit dem Jahr 2013 die Aktivitäten der Scientology-Kirche in Südafrika, welche von den deutschen Sicherheitsbehörden als verfassungsfeindliche Organisation eingestuft wird. Kurz vor Weihnachten im vergangenen Jahr, am 23. Dezember, eröffneten die Scientologen auf einer Fläche von 70.000 Square-Foot (ca. 6.500 Quadratmeter) eine weitere Niederlassung in Johannesburg North. Rund 1.500 Gäste sollen die Neueröffnung zelebriert haben. Während in Deutschland der Einfluss abnimmt, schreitet die Expansion in Südafrika kontinuierlich voran.

© Die Scientology-Organisation eröffnete am 23. Dezember 2017 ihre nun neunte Niederlassung in Südafrika. Mehr als 1.500 Besucher sollen nach Angaben der US-Sekte in den Norden Johannesburg erschienen sein. Nach wie vor wird Scientology am Kap nicht als Gefahr wahrgenommen. (Quelle: Scientology South Africa)

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Scientology-Expansion in Südafrika

„Castle Kyalami“ als Ort der „perfekten Gehirnwäsche“, so europäischer Sektenkritiker

(2010sdafrika-Redaktion)

Yasmine M. ist etwa 35 Jahre alt und mit Jean Marc M. glücklich verheiratet, einem Mitarbeiter einer Johannesburger TV-Produktionsfirma. Beide zählen zum schwarzen Mittelstand Südafrikas. Gebildet, gut verdienend und selbstbewusst. Zudem glauben beide an Gott. So entschlossen sie sich, die „Scientology-Kirche“ zu kontaktieren. Puneet Dhamija, ein Inder der für die Liebe zu einer Südafrikanerin ans Kap zog, ist Direktor von Scientology in Johannesburg. Yasmine und Jean Marc M. erhielten von Dhamija eine Einladung, sich das von Scientology betriebene „Castle Kyalami“ anzuschauen. Sie taten es auch, ohne sich den Gefahren der Beeinflussung und Abhängigkeit bewusst gewesen zu sein.

© Mit dem „Castle Kyalami“ kaufte die Scientology-Organisation in Südafrika ein protziges Schloss, dass die Expansion der Sekte in Afrika beschleunigen soll. Bekannt ist diese Einrichtung als beliebter Tagungsort, der vor allem die Mittelschicht anzieht. (Quelle: flickr/ Liann Lin)

© Mit dem „Castle Kyalami“ kaufte die Scientology-Organisation in Südafrika ein protziges Schloss, dass die Expansion der Sekte in Afrika beschleunigen soll. Bekannt ist diese Einrichtung als beliebter Tagungsort, der vor allem die Mittelschicht anzieht. (Quelle: flickr/ Liann Lin)

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Scientology als „Psychosekte“

Im Interview mit Wilfried Handl, Scientology-Kritiker und Blogger: Der Austritt war richtig

(Autor: Ghassan Abid)

© Wilfried Handl ist einer der populärsten Scientology-Aussteiger im deutschsprachigen Raum. Der Österreicher engagiert sich, unter anderem als Betreiber von “Blog gegen Scientology“, gegen die US-Sekte. Scientology versucht derzeit ihren ehemaligen Österreich-Leiter mit Rechtsstreitigkeiten mundtot zu machen. Sein Austritt aus dieser Organisation ist mit der Trennung von seiner Familie verbunden.

© Wilfried Handl ist einer der populärsten Scientology-Aussteiger im deutschsprachigen Raum. Der Österreicher engagiert sich, unter anderem als Betreiber von “Blog gegen Scientology“, gegen die US-Sekte. Scientology versucht derzeit ihren ehemaligen Österreich-Leiter mit Rechtsstreitigkeiten mundtot zu machen. Sein Austritt aus dieser Organisation ist mit der Trennung von seiner Familie verbunden.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ganz herzlich Herrn Wilfried Handl, ehemaliger Leiter von Scientology Österreich und einer der bekanntesten Aussteiger im deutschsprachigen Raum. Über Freunde kamen Sie zur Organisation. Vor wenigen Jahren verließen Sie diese, verbunden mit der Konsequenz, dass der Kontakt zu Ihrer Ex-Frau und Ihren drei Söhnen komplett abgebrochen ist. War der Austritt im Nachhinein richtig?

Antwort: Ja, da bin ich mir mittlerweile ganz sicher. Ich stand vor einem Scheideweg und war mir über die Konsequenzen durchaus bewusst. Aber manchmal im Leben muss man Entscheidungen treffen, die weh tun, aber in der Sache richtig sind. Und was ich 2002 nur erahnen konnte, weiß ich mittlerweile: Ein Verbleib in der Psychosekte Scientology hätte mich noch viel mehr gekostet, nämlich das vollständige Absterben jeder Menschlichkeit.

Im Übrigen bin ich Optimist. Man verliert nur Scheckkarten oder Schlüssel. Irgendwann könnte es sein, dass meine Söhne wieder vor mir stehen!

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Scientology und Südafrikas Behörden

Exklusiv: Sicherheitsbehörden beobachten Machtverlust von Scientology in Deutschland

(2010sdafrika-Redaktion)

Nach der Veröffentlichung des Beitrags „Scientology in Südafrika“ am 24. März 2013 erreichte die Redaktion eine Flut an Mails und Nachrichten, die Scientology entweder als anerkannte Glaubensgemeinschaft beschrieben oder als kommerzielle Sekte einstuften. Mehrere deutsche, schweizerische und österreichische Scientologen verwiesen auf die vollwertige Anerkennung des südafrikanischen Ablegers. Einzelne Dokumente südafrikanischer Behörden zum Rechtsstatus von Scientology, die in Fachforen bereits abrufbar sind, wurden der Redaktion zugespielt.

© Während Scientology in Deutschland an Macht verliert, baut die Organisation in Südafrika ihren Einfluss aus. Aus deutschen Sicherheitskreisen heißt es gegenüber "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste", dass vor allem die Zivilgesellschaft am Kap nun gefragt sei, auf das Gefahrenpotential dieser Sekte hinzuweisen. (Quelle: flickr/ dwinning)

© Während Scientology in Deutschland an Macht verliert, baut die Organisation in Südafrika ihren Einfluss aus. Aus deutschen Sicherheitskreisen heißt es gegenüber „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, dass vor allem die Zivilgesellschaft am Kap nun gefragt sei, auf das Gefahrenpotential dieser Sekte hinzuweisen. (Quelle: flickr/ dwinning)

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Scientology in Südafrika

Exklusiv: Eine Sekte ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, unterstützt von Politik und Medien

(2010sdafrika-Redaktion)

Ist Scientology eine Religionsgemeinschaft oder eine Sekte? Zumindest das Bundesamt für Verfassungsschutz lässt keinen Zweifel darüber aufkommen, dass diese 1954 in den USA gegründete Organisation, die seit den 70er Jahren auch von Deutschland aus mit rund 5.000 Mitgliedern operiert, eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt. Im Verfassungsschutzbericht 2011 wird ein ganzes Kapitel der Scientology-Organisation (SO) gewidmet, aus welchem hervorgeht, dass SO eine neue Zivilisation errichten will, die jenseits eines demokratischen Systems anzuordnen ist. In Südafrika hingegen hat Scientology das erreicht, was in Deutschland noch nicht realisiert werden konnte: Die Hubbard-Kirche ist längst in der Mitte der Gesellschaft am Kap angekommen. Kritische Stimmen sind selten zu hören bzw. werden einfach überhört.

© Scientology in Südafrika: Mehr als 1.000 Mitglieder dieser Organisation strömten zur südafrikanischen Hauptstadt-Repräsentanz nach Pretoria am 23. Februar 2013. Begleitet wurde die Eröffnung von Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Kultur. Die Sekte ist längst in der Mitte der Gesellschaft am Kap angekommen und nun in unmittelbarer Nachbarschaft zur Deutschen Botschaft Pretoria. (Quelle: Scientology South Africa)

© Scientology in Südafrika: Mehr als 1.000 Mitglieder dieser Organisation strömten zur südafrikanischen Hauptstadt-Repräsentanz nach Pretoria am 23. Februar 2013. Begleitet wurde die Eröffnung von Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Kultur. Die Sekte ist längst in der Mitte der Gesellschaft am Kap angekommen und nun in unmittelbarer Nachbarschaft zur Deutschen Botschaft Pretoria. (Quelle: Scientology South Africa)

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