Schlagwort-Archive: Shrien Dewani

„Flitterwochen-Mörder“ erhält Freispruch

Shrien Dewani verlässt Südafrika als freier Mann. Prozessbeobachter sind überrascht. Opfer-Familie ist empört

(2010sdafrika-Redaktion)

Der Mordprozess gegen Shrien Dewani hat ein plötzliches Ende gefunden. Richterin Jeanette Traverso kam am vergangenen Montag zu der Erkenntnis, dass aufgrund der widersprüchlichen Angaben der Anklage und mangels Beweisen das Strafverfahren gegen den „Flitterwochen-Mörder“ eingestellt werden müsse. Prozessbeobachter zeigen sich überrascht. Die Familie des Opfers ist geschockt. Sie fühlen sich von der Justiz am Kap betrogen.

Shrien Dewani

© Shrien Dewani, der als „Flitterwochen-Mörder“ bekannt wurde, ist vom Vorwurf des Auftragsmordes an seine Ehefrau Anni Dewani freigesprochen worden. Prozessbeobachter zeigen sich über das plötzliche Ende des Strafverfahrens überrascht. Die Familie des Opfers fühlt sich von der Justiz am Kap hintergangen.

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Brite Shrien Dewani an Südafrika ausgeliefert

„Flitterwochen-Mörder“ scheitert nach dreieinhalb Jahren mit Verhinderung eines Kap-Prozesses

(Autor: Ghassan Abid)

Nun ist es soweit. Der Brite Shrien Dewani ist kürzlich an die südafrikanische Justiz überstellt worden. Er ist bereits in Kapstadt eingetroffen und wird sich vor dem Western Cape High Court wegen eines ihm nachgesagten Auftragsmordes an seine frisch getraute Frau Anni Dewani verantworten müssen. Die Familie des schwedischen Opfers hatte lange darauf gewartet, dass der Prozess in Südafrika anfangen kann. Sie fordern Gerechtigkeit und sind davon überzeugt, dass an den Händen des Ausgelieferten Blut klebt.

Anni Hindocha

© Anni Dewani wurde in den Flitterwochen im November 2010 erschossen. Ihr eigener Ehemann, der britische Millionär Shrien Dewani, wird eines Auftragsmordes verdächtigt. Nun ist er an Südafrikas Justiz überstellt worden. (Quelle: Privat)

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Bewegung im Mordfall Anni Dewani

Brite Dewani verliert Abweisung eines Auslieferungsersuchens der Justiz Südafrikas

(Autor: Ghassan Abid)

Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Shrien Dewani, ein Brite indischer Abstammung, verlor am gestrigen Freitag vor dem High Court in London seine Abweisung eines Auslieferungsersuchens der südafrikanischen Justiz. Die Richter machten unmissverständlich klar, dass sofern sich der Gesundheitszustand des Angeklagten stabilisiert hat, er mit einer unverzüglichen Auslieferung zu rechnen hat.

    © Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

© Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

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Mordfall Anni Dewani

Verteidiger des Briten Shrien Dewani verhindern erneut eine Auslieferung an die südafrikanische Justiz

(2010sdafrika-Redaktion)

Lange hat man nichts von Shrien Dewani gehört. Nun hat der Brite indischer Abstammung in dieser Woche einen Erfolg verbucht und der Auslieferung an die Justiz Südafrikas erneut entgehen können. Das Gericht begründete seine Entscheidung mit der notwendigen Klärung offener juristischer Sachverhalte. Dem Geschäftsmann aus gutem Hause wird vorgeworfen, während der Flitterwochen in einem Slum bei Kapstadt im Jahr 2010 seine frisch Angetraute Anni ermorden lassen zu haben. Er soll südafrikanische Auftragsmörder angeheuert haben.

© Der Brite Shrien Dewani wird beschuldigt, während der Flitterwochen in Südafrika seine Ehefrau Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, ermorden lassen zu haben. Drei Südafrikaner sind bereits verurteilt worden. Die Verteidiger von Shrien Dewani konnten mittlerweile seit drei Jahren eine Auslieferung an Südafrika verhindern.

© Der Brite Shrien Dewani wird beschuldigt, während der Flitterwochen in Südafrika seine Ehefrau Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, ermorden lassen zu haben. Drei Südafrikaner sind bereits verurteilt worden. Die Verteidiger von Shrien Dewani konnten mittlerweile seit drei Jahren eine Auslieferung an Südafrika verhindern.

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ANC-Frauenliga: „Südafrika ist kein Schlachthaus“

Kampagne fordert Auslieferung des Briten Dewani an Südafrika – trotz labilem Gesundheitszustand

(Autor: Ghassan Abid)

Der Justizfall Shrien Dewani erreicht einen neuen Höhepunkt. Am 4. Dezember 2012 verkündete die ANC-Frauenliga (ANCWL), dass der Brite von Großbritannien an Südafrika ausgeliefert werden solle. Die ANCWL plane für den kommenden Montag einen Protestmarsch zur britischen Botschaft in Pretoria. Troy Martens, Pressesprecherin der ANCWL, erklärt in einer Erklärung, dass der internationalen Gemeinschaft klar sein müsse, dass Südafrika kein Schlachthaus sei und die Gerechtigkeit ihren Lauf nehmen müsse.

© Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, ist im November 2010 während ihrer Flitterwochen in Kapstadt ermordet worden. Die südafrikanische Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ihr Bräutigam Shrien Dewani einen Auftragsmord erteilt haben soll. Der britische Staatsbürger kämpft bis heute gegen seine Auslieferung an Südafrika. (Quelle: flickr/ Jay Kullar)

© Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, ist im November 2010 in ihren Flitterwochen in Kapstadt ermordet worden. Die südafrikanische Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ihr Bräutigam Shrien Dewani einen Auftragsmord an drei Südafrikaner erteilt haben soll. Der britische Staatsbürger kämpft bisweilen gegen seine Auslieferung an Südafrika. (Quelle: flickr/ Jay Kullar)

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Tragisches Bollywood-Drama in Kapstadt

Südafrikas Justiz und Medien fordern Auslieferung des Briten Shrien Dewani

(Autor: Ghassan Abid)

Shrien Dewani beschäftigt seit Ende 2010 sämtliche Medien in Südafrika, Großbritannien und Indien. Mehrere Regierungspolitiker äußerten sich bereits zum Fall. Die Justiz Südafrikas fordert bisweilen die Auslieferung von Dewani, welcher sich aktuell in einer psychiatrischen Anstalt in England befindet. Allerdings verweigerte die britische Justiz am gestrigen Tag die vorläufige Auslieferung des reichen Businessman an Südafrika. Zur Begründung wurde der schlechte Gesundheitszustand des Tatverdächtigen angeführt.

Liebesgeschichte wie aus einem Bollywood-Film

Shrien Dewani stammt aus einem reichen bürgerlichen Elternhaus. Nach seinem Studium zum Wirtschaftsprüfer an der University of Manchester, arbeitete er für das Unternehmen Deloitte und die Stadtverwaltung von London. 2009 lernte er die Schwedin indischen Ursprungs, Anni Hindocha, kennen. Sie modelte in England. Im Oktober 2010 heirateten schließlich beide im indischen Mumbai und Anni Hindocha übernahm den Namen ihres Mannes. Bis zu diesem Zeitpunkt schilderten sämtliche Familienangehörige und Freunde, dass das Ehepaar sehr glücklich war und Shrien seiner großen Liebe jeden Wunsch erfüllte.

Hochzeitsvideo aus glücklichen Tagen

Horror in den Flitterwochen

Doch als die frisch Getrauten ihre Flitterwochen in Südafrika verbrachten, kehrte eine unerwartete Kehrtwende ein. Am 7. November 2010 landeten Shrien und Anni Dewani am Cape Town International Airport. Vier Nächte hielten sich im Krüger-Nationalpark auf. Am 13. November 2010 dinierten beide in einem Strandrestaurant und setzten ihren „slum tourism“ in Gugulethu fort, einem Township bei Kapstadt. Zola Tongo war mehrfach ihr Fahrer und auch am 13. November 2010 dabei, als das Taxi von zwei bewaffneten Männern überfallen wurde. Zu fünft fuhren sie ohne Ziel in Gugulethu herum, bis Shrien Dewani und Zola Tongo aus dem Fahrzeug geworfen wurden. Die Fahrt setzten die Kidnapper mit Anni alleine fort. Ein Tag später wurde die Schwedin im Township Khayelitsha von Polizeibeamten im selben Taxi tot aufgefunden. Ihr Körper wies mehrere Spuren von äußerer Gewalteinwirkung auf, unter anderem die einer Schusskugel im Nackenbereich. Mehrere Wertgegenstände Anni´s verschwanden.

© Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, wurde im Vorort von Kapstadt entführt und ermordet. Ihr eigener Ehemann wird nach Auffassung der südafrikanischen Ermittlungsbehörden als Auftraggeber des Mordes bezichtigt. (Quelle: justice4anni.com)

© Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, wurde im Vorort von Kapstadt entführt und ermordet. Ihr eigener Ehemann wird nach Auffassung der südafrikanischen Ermittlungsbehörden als Auftraggeber des Mordes bezichtigt. (Quelle: justice4anni.com)

Verdacht des Auftragsmordes

Seit dem Vorfall vom 13. November 2010 steht Shrien Dewani in Verdacht, den Mord an seiner Ehefrau in Auftrag gegeben zu haben. Nach einem Verhör des Taxifahrers Zola Tongo kam heraus, dass Shrien ihm rund 15.000 Rand angeboten haben soll, um seine Frau umbringen zu lassen. Aus den Indizien wurden zunehmend Beweise, nachdem Überwachungsbilder des Hotels ausgewertet wurden. Zu sehen ist, dass Shrien dem Fahrer Bargeld in einer weißen Tüte übergeben hatte. Auch soll sich Shrien in einigen Aussagen widersprochen haben. Dennoch beteuert Shrien Dewani bis zum heutigen Tage seine Unschuld. Die Geldübergabe im Hotel soll lediglich im Zusammenhang mit dem Tour-Guiding stattgefunden haben.

CCTV-Aufnahme: Geldübergabe zwischen Shrien Dewani und Zola Tongo

Großbritannien unterstützt Ermittlungsbehörden Südafrikas

Der High Court of Justice, das Oberste Gericht von England und Wales, hat seine Kooperationsbereitschaft mit den südafrikanischen Behörden signalisiert. Auch die Innenministerin Großbritanniens, Theresa May, untermauerte im September 2011 die Notwendigkeit einer Auslieferung des Beschuldigten. Shrien Dewani ist allerdings gegen die geplante Auslieferung in Berufung gegangen und versucht weiterhin einen Prozess in Südafrika zu verhindern. Die Haftbedingungen in südafrikanischen Gefängnissen würden für ihn ein Risiko darstellen, vor allem im Hinblick auf sexuelle Übergriffe durch Mitgefangene.

Strafverfolgungsbehörde in Südafrika geht von Schuld aus

Der Pressesprecher Mthunzi Mhaga von der National Prosecuting Authority (NPA), welche die Funktion der obersten Strafverfolgungsbehörde Südafrikas einnimmt, hat mehrfach festgehalten, dass die südafrikanische Justiz von einer Verwicklung Shrien Dewani´s in den Mord überzeugt ist. Die NPA geht davon aus, dass bei einer Verbesserung des Gesundheitszustandes des Angeklagten einer Auslieferung durch die britischen Kollegen nichts entgegenstehen wird.

Kritik an der Ermittlungsarbeit der Behörden

Die Polizei SAPS, die NPA und die Medien sind unter anderem durch die britische Presse kritisiert worden; die Behörden für die mangelnde saubere Ermittlungsarbeit und die Medien für die Vorfeld-Verurteilung von Dewani.  Der Grundsatz der Unschuldsvermutung sei mit Füßen getreten worden, heißt es von Prozessbeobachtern. Auch wird der südafrikanischen Öffentlichkeit vorgeworfen, dass die Medienkampagne der Familie von Anni eine Beeinflussung der mit dem Fall betrauten Personen erzielt hat. Mehrere Organisationen und formlose Vereinigungen sind ins Leben gerufen worden, wie etwa Justice for Anni, die eine harte Verurteilung des Businessman fordern. Ebenso konnte noch kein  überzeugendes Motiv ermittelt werden, warum Shrien seine Frau umbringen lassen sollte.  Der Taxifahrer Tongo ist bereits zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt worden. Den beiden Kidnappern erwartet am 13. April das Urteil. Ihr Verteidiger wirft der Polizei vor, dass seine Mandaten Xolile Mngeni und Mzwamadoda Qwabe zu einem Geständnis unter Folterandrohung gezwungen wurden.

Unterdessen versicherte Südafrikas Justizminister Jeff Radebe  dem britischen Bürger einen fairen Prozess am Kap zu. Längst ist dieses Rechtsverfahren zu einem Politikum avanciert, welches die Leistungsfähigkeit der südafrikanischen Justiz ins Zentrum des öffentlichen Diskurses gerückt hat. Die weitere Entwicklung  bleibt abzuwarten.