Schlagwort-Archive: Sonne

Südafrikas unbekannte Seite

Skigebiet Tiffindell als Geheimtipp für Wintersport-Fans aus aller Welt: 100 Tage im Jahr ist Skisaison

(2010sdafrika-Redaktion)

Strand, Sonne und vor allem Wärme werden Südafrika als international beliebtes Tourismusziel zugeordnet. Wenn allerdings jemand von seinem Skiurlaub spricht, den er in Südafrika verbrachte, dann denken die meisten Zuhörer, dass sich der Erzählende versprochen hat und stattdessen die Schweiz oder Österreich meinte. Doch das Kapland verfügt tatsächlich über ein Skigebiet, das einzige seiner Art im Land überhaupt.

© Tiffindell ist das einzige Skigebiet Südafrikas, gelegen am Südhang des Ben McDhui-Gipfels auf  2.720 Meter Höhe. Die wenigsten Südafrika-Touristen wissen, dass das Land über ein winterliches Erholungsgebiet verfügt. (Quelle: Tiffindell Ski Resort)

© Tiffindell ist das einzige Skigebiet Südafrikas, gelegen am Südhang des Ben McDhui-Gipfels auf 2.720 Meter Höhe. Die wenigsten Südafrika-Touristen wissen, dass das Land über ein winterliches Erholungsgebiet verfügt. (Quelle: Tiffindell Ski Resort)

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Sommerliche Impressionen aus Kapstadt

Der Sommer erhält auch in Deutschland allmählich seinen Einzug

(Autorin: Annalisa Wellhäuser)

Kapstadt – Das ist ganz viel Sonne, noch mehr Wind, Strand, Berge und Meer.
Wir nennen sie auch „Mothercity“, die Stadt, die irgendwie wie ein kleines Europa am südlichsten Punkt Afrikas liegt. Denn neben den verschiedenen südafrikanischen Kulturkreisen, die hier miteinander leben, haben sich überwiegend Menschen aus Europa hier ein Nest (oder eher Haus) gebaut. Wahrscheinlich weil es ein Ort ist, der eine perfekte Kombination aus Europa und Afrika bietet. Das Leben unter der südafrikanischen Sonne ist an diesem Örtchen ruhig (nicht hektisch wie Joburg), „gechillt“ (afrikanische Zeit eben), man bekommt weltliche Köstlichkeiten an jeder Ecke (sogar Döner) und das Transportsystem und die Sicherheitsverhältnisse sind sehr viel besser als in anderen Teilen Südafrikas. Hier laufen die Leute ohne große Bedenken in Downtown herum oder fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit. Es scheint als ob in Kapstadt die Idee der sogenannten Regenbogennation  bereits gelebt wird, wo Menschen verschiedenster Kulturen miteinander in Harmonie leben. Eine Sache muss jedoch bemängelt werden: Europa und Sicherheit schön und gut, wenn man mehr südafrikanische Kultur sehen möchte, muss man einfach entweder direkt aufs Land oder nach Joburg.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

© Bilder aus dem sonnigen Kapstadt

Deutsch-südafrikanische Forschungskooperation

Im Interview mit Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium

(Autor: Ghassan Abid)

© Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Herrn Thomas Rachel.

Herr Rachel, seit einigen Jahren widmet sich Ihr Haus dem Klimawandel. Welche konkreten Anstrengungen unternimmt das BMBF, um dieser globalen Herausforderung entgegenzutreten?

Antwort: Selbstverständlich sind Klima- und Nachhaltigkeitsforschung ein ganz wichtiger Schwerpunkt der deutschen Forschungspolitik. Und in diesem Jahr rücken wir das besonders ins Blickfeld. Das Wissenschaftsjahr „Zukunftsprojekt Erde“, das Bundesministerin Annette Schavan vor wenigen Tagen eröffnete, zeigt die Wirksamkeit wissenschaftlicher Arbeit für die Nachhaltigkeit mit zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen und Initiativen in ganz Deutschland. Das betrifft sowohl geowissenschaftliche Grundlagenforschung als auch angewandte Forschung. Beides, also die Suche nach einem Verständnis des „Systems Erde“, als auch die Entwicklung von Lösungen zur Anpassung an unvermeidbare Folgen der Erwärmung, fördern wir mit zahlreichen Initiativen und Projekten. Deutschland ist, um nur ein Beispiel zu nennen, in der Meeres- und Polarforschung sehr aktiv, die zentrale Erkenntnisse über das Klimasystem liefert. 2015 wird das neue Forschungsschiff Sonne in Dienst gehen.

Klimaschutz ist eine grenzüberschreitende, globale Aufgabe. Wir wissen, dass andere Länder stärker von den Folgen des Klimawandels betroffen sein werden als Deutschland. Das betrifft vor allem Afrika. Daher startet das Bundesforschungsministerium jetzt die Initiative „WASCAL – West African Science Service Center on Climate Change and Adapted Land Use“ gemeinsam mit zehn westafrikanischen Staaten und SASCAL mit Südafrika und anderen Staaten des südlichen Afrika. Ziel ist bei beiden Initiativen die Erforschung der Folgen des Klimawandels für das Wassermanagement und die Landnutzung und die Entwicklung wirksamer Schutzmaßnahmen gegen klimabedingte Risiken.

2010sdafrika-Redaktion: Mit der Initiative „Green Talents“, einem internationalen Wettbewerb, würdigen Sie junge Wissenschaftler, die sich der nachhaltigen Bekämpfung des Klimawandels verdient machen. Diese Green Talents besuchen deutsche Universitäten, Forschungseinichtungen und Unternehmen. Inwieweit entfalten sich hierbei mittelfristige Synergieeffekte zwischen ausländischen Nachwuchswissenschaftlern einerseits und deutschen Forschungsinstitutionen andererseits?

Antwort: Ich freue mich sehr, dass wir durch das „Green Talents“-Programm bereits Synergieeffekte zwischen den Preisträgern und deutschen Einrichtungen erzielen konnten. Das liegt vor allem daran, dass die Initiative an sich nachhaltig angelegt ist. Der erste Teil des Preises, das „Green Talents“-Forum, ist eine Reise durch Deutschland, um die deutsche Forschungslandschaft kennenzulernen und erste Kontakte mit hiesigen Experten zu knüpfen. Im darauffolgenden Jahr werden die „Green Talents“ vom BMBF zu einem dreimonatigen Forschungsaufenthalt an einer deutschen Forschungseinrichtung ihrer Wahl eingeladen. Es kommt oft vor, dass die aufnehmenden Institutionen eine Verlängerung des Aufenthaltes finanzieren. Zwei Preisträgern aus dem Jahr 2010 wurden nach ihrem Aufenthalt Festanstellungen in deutschen Unternehmen angeboten. Zwei weitere absolvieren derzeit ihren Post-Doc an deutschen Universitäten. Von einigen anderen wissen wir, dass sie sich um hochdotierte deutsche Forschungsstipendien oder das Bundeskanzlerstipendium bewerben. Zudem werden die geknüpften Kontakte zu deutschen Experten für bilaterale Projekte mit den jeweiligen Heimatinstituten genutzt.

Der „Green Talents“ Wettbewerb trägt also dazu bei, junge Wissenschaftler früh für Deutschland zu interessieren und durch längerfristige Aufenthalte und Forschungskooperationen dauerhaft für Deutschland zu gewinnen.

2010sdafrika-Redaktion: Der „Green Talents“-Wettbewerb wurde 2011 nun zum dritten Mal ausgeschrieben. Drei Südafrikaner – Dr. Dyllon Garth Randall (University of Cape Town), Dr. Owen Horwood PhD (Sachverständiger für ökologische Nachhaltigkeit, Wasserpolitik und –Governance) und Alanna Rebelo (Stellenbosch University) – wurden ausgezeichnet. Können Sie uns darlegen, warum diese Personen für welchen Untersuchungsgegenstand prämiert wurden?

Antwort: Ich freue mich über die rege Beteiligung junger südafrikanischer Wissenschaftler. Südafrika gehört zu den Schwerpunktländern des Wettbewerbs.

Die Qualität südafrikanischer Forschungsarbeiten schlägt sich in der Zahl der bisherigen Preisträger nieder: Seit 2009 gab es sechs südafrikanische Preisträger, zwei weitere Gewinner haben zwar nicht die südafrikanische Staatsbürgerschaft, arbeiten jedoch seit vielen Jahren dort.

Die Auszeichnung als „Green Talent“ wird nicht für einzelne Forschungsprojekte, sondern an junge Wissenschaftler mit herausragendem Potential im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung, vergeben. Es geht um junge Menschen, denen wir zutrauen, die Welt positiv zu verändern.

Dr. Dyllon Randall hat für sein junges Alter (27) bereits eine beachtliche Karriere hinter sich. Er ist promovierter Chemieingenieur und arbeitet hauptsächlich an der Wiederaufbereitung von Minenabwässern. Südafrika ist ein weltweit führendes Bergbauland und dieser Industriezweig dort besonders wichtig. Dabei spielen Umweltaspekte eine wichtige Rolle. Dr. Randall beschäftigt sich damit, die bei der Förderung von Kohlen und Metallen anfallenden Abwässer umweltschonend von Schadstoffen zu reinigen. Zu diesem Zweck hat er ein absolut neuartiges Verfahren entwickelt: Eutectic Freeze Crystallization. Mit Hilfe dieser Technologie ist es möglich, 96% des verunreinigten Wassers in brauchbare Salzprodukte und Trinkwasser umzuwandeln. Die Jury ehrte ihn für seine Innovation und seine weitergehende ganzheitliche Betrachtung der Bergbauwirtschaft auch vor dem Hintergrund, dass die Versorgung mit sauberem Wasser weltweit eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Es ist für uns alle lebensnotwendig, die Verschwendung von Wasser zu minimieren und den Wasserkreislauf zu schließen. Dr. Randall trägt signifikant dazu bei und unterstreicht damit die erfreuliche Entwicklung der südafrikanischen Wasserwirtschaft. Dr. Randall hat den Aufenthalt in Deutschland genutzt, um sich über deutsche Spitzenforschung und –technologien im Bereich des Wassermanagements zu informieren und Forschungskooperationen in diesem Bereich anzubahnen.

Hier knüpft auch die Arbeit von Dr. Owen Horwood an. Nach drei Master-Abschlüssen und der Promotion an der Universität Oxford ist Dr. Horwood nun als Sachverständiger für ökologische Nachhaltigkeit in seinem Heimatland Südafrika tätig, das ihm besonders am Herzen liegt. Mit seinem besonders breit gefächerten fachlichen Hintergrund hat er sich auf das Thema Wasserwirtschaft spezialisiert. Er bezieht dabei politische, wirtschaftliche und soziale Aspekte ein. In einer Studie verglich er die Wasserwirtschaft im Rhein-Ruhr-Gebiet in Deutschland mit dem Olifants-Wassergebiet in Südafrika.

Alanna Rebelo von der Stellenbosch University wurde ebenfalls aufgrund ihrer hohen Interdisziplinarität und ihres sozialen Engagements ausgewählt. Sie befindet sich noch im Masterstudium, doch lassen ihre bisherigen Leistungen auf eine vielversprechende Forscherkarriere schließen. Frau Rebelo nutzt ihre Expertise in den Bereichen der Hydrologie, Ökologie, Wirtschaft und Soziologie, um die Auswirkungen von Änderungen in der Landnutzung zu untersuchen. Ihre Forschung trägt dazu bei, Wassersicherheit zu gewährleisten sowie nachhaltige Landwirtschaft durch angemessenes Landmanagement und die Beseitigung invasiver fremder Pflanzenarten zu fördern.

Der interdisziplinäre Ansatz, den alle drei „Green Talents“ zeigen, ist ein Schlüssel zu globaler Nachhaltigkeit. Wir müssen voneinander und miteinander lernen. Das „Green Talents“ Forum bringt Menschen verschiedenster Fachrichtungen aus aller Welt zusammen, um gemeinsam an den Problemstellungen zu arbeiten, die uns alle betreffen: Klimawandel, Wasserknappheit, Biodiversitätsverlust und Rohstoffmangel.

© Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel mit den südafrikanischen Preisträgern von 2011 (Quelle: Internationales Büro des BMBF)

2010sdafrika-Redaktion: Südafrika gilt ja als „Tor zu Afrika“ und gleichzeitig als wichtigster Wissenschaftspartner Deutschlands auf dem afrikanischen Kontinent. Auf der Grundlage einer gemeinsamen Erklärung des BMBF und seines südafrikanisches Counterparts Department of Science and Technology (DST) von 2008, konzentriert sich die bilaterale Kooperation auf die Nachhaltigkeitsforschung. Welche Ziele werden hierbei verfolgt und wo sehen Sie weiteren Handlungsbedarf?

Antwort: Bei der Nachhaltigkeitsforschung geht es darum, Fragen zu nachhaltiger Entwicklung wissenschaftlich aufzubereiten und Nachhaltigkeitsstrategien auf lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene und in Praxisfeldern zu bearbeiten. Afrika ist vom Klimawandel in hohem Maße betroffen. Hier gilt es, zusammen mit Südafrika, besonders effektive Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, um den durch den Klimawandel entstehenden Herausforderungen zu begegnen und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln. Nachhaltigkeitsforschung wird aber nicht die alleinige Ausrichtung der vielfältigen Kooperationen mit Südafrika sein. Allerdings werden alle Projekte und Maßnahmen aus den oben genannten Gründen dem Gesichtpunkt der Nachhaltigkeit in besonderer Weise Rechnung tragen.

2010sdafrika-Redaktion: Erwägt das BMBF einen Ausbau der Kooperationen mit Südafrika?

Antwort: Die Kooperation mit Südafrika soll weiter ausgebaut werden. Am 16. April 2012 eröffnet Bundesministerin Schavan gemeinsam mit ihrer südafrikanischen Amtskollegin Ministerin Naledi Pandor in Kapstadt das „Deutsch-Südafrikanische Jahr der Wissenschaft 2012/13“. Dieses Jahr wird ein Anreiz sein, um durch eine Vielzahl von Projekten, Vorhaben und Veranstaltungen die bereits jetzt sehr gute und fruchtbare Kooperation zwischen Deutschland und Südafrika weiter zu vertiefen.

2010sdafrika-Redaktion: Der Einfluss Chinas in Südafrika, unter anderem im Forschungsbereich, manifestiert sich zunehmend. Befürchten Sie eine akademische Kooperations-Umverlagerung zu Lasten Deutschlands?

Antwort: Die Bemühungen Chinas sind bekannt. Für Südafrika ist es wie für uns selbst von Interesse, weltweit in der Forschung zu kooperieren. Wenn Deutschland in der Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung die Kooperation mit den weltweit Besten anstrebt, verstehen wir jeden sehr gut, der dies ebenfalls anstrebt. Die deutsche Forschung ist aber auch im internationalen Vergleich sehr gut aufgestellt und fürchtet die Konkurrenz nicht. Im Gegenteil. Ich betrachte dies als Anreiz und als Herausforderung, globale Probleme gemeinsam zu lösen.

Chinas Präsident Hu Jintao begrüßte am 14.04.2011 den Beitritt Südafrikas in den Klub der Schwellenländer, den BRICS-Staaten, und betont u.a. die Zukunft der Süd-Süd-Forschungskooperation zwischen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. 

2010sdafrika-Redaktion: Waren Sie persönlich schon in Südafrika und welche Aspekte verbinden Sie rein intuitiv mit diesem Land?

Antwort: Ja, ich war vor längerer Zeit einmal in Südafrika. Es ist für mich ein wunderschönes, ein spannendes Land mit atemberaubender Landschaft. Ich verbinde mit Südafrika insbesondere auch gesellschaftlichen Aufbruch, aber auch enorme Herausforderungen.

2010sdafrika-Redaktion: Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, vielen Dank für dieses informative Interview!

KG – Die schüchterne Dame mit der Power-Stimme

Interview mit der in Berlin lebenden Sängerin Kgomotso Tsatsi

(Autorin: Annalisa Wellhäuser)

Kgomotso Tsatsi bzw. ,,KG“ wie sie sich vorstellt, wurde am 26. Februar 1987 in Johannesburg, in Südafrika geboren. Während sie dort aufwuchs, verfolgte sie ihre Interessen des Singens, Schauspielerns sowie Gitarren- und Klavierspielens. Im Jahre 2003 nahm KG an der TV-Talentshow ,,South African Idols“ (der Gegenpart zu ,,Deutschland sucht den Superstar“) teil und schaffte es bis unter die Top-6; sie war mit 16 Jahren die jüngste Finalistin. Als sie 18 Jahre alt war, zog sie mit ihrer Familie nach Saskatchewan in Kanada. Nachdem sie die Schule beendet hatte, machte sie einen Austausch in Argentinien.

Dann begann sie ihr Studium in Musik und Wirtschaft in Waterloo, Kanada. Dieses brach sie nach einigen Semestern ab und ging 2007 nach Toronto, um sich voll und ganz auf ihre Musikkarriere zu konzentrieren. In den darauf folgenden Jahren nahm sie an diversen Talentwettbewerben erfolgreich teil und gewann zahlreiche Auszeichnungen für ihre Schauspielerei und ihren Gesang. Um nur einige zu nennen: „Talent rock“ in Florida, USA (2006), „USA World Showcase“ in Las Vegas (2007), wo sie es unter die besten 20 von 40.000 Konkurrenten schaffte sowie „Honeyjam“ in Toronto (2007) – die kanadische Show, in der Nelly Furtado entdeckt wurde.

2008 veröffentlichte sie ihr erstes Album ,,The Art of Love“ in 2008. Außerdem war sie die Gewinnerin des „Rhythm of the Future“ Wettbewerbs des kanadischen Radiosenders „The Beat 91,5 FM“. Sie hatte viele Auftritte bei großen Festivals wie beim ,,Afrofest“, dem größten afrikanischen Festival Nordamerikas, ,,Bana Y´afrique“ und ,,Gladstone`s hotel`s World Music series“ in Toronto. Des Weiteren arbeitete sie zusammen mit dem weltberühmten Produzenten Marcus Kane sowie Tone Mason, einer kanadischen, für den Grammy nominierten Hip-hop und RnB Produktion aus Toronto. Kgomotso engagierte sich in gemeinnützigen Projekten, unter anderem im ,,YWCA Toronto Girl Jam“, ein Projekt gegen Gewalt gegenüber gefährdeten Personen in der Gesellschaft, Frauen und Kindern. Zu dem war sie involviert in dem Charity Aids Song ,,Let`s find a way“ in Toronto in 2008.

Kgomotsos unglaublicher Stimme kann man auf ihrer Myspace Seite lauschen: http://www.myspace.com/musicbykg . Der Song ,,I am in love“ aus ihrem Album ,,The Art of Love“ ist hier zu hören:

© KG power

© KG shy

2010sdafrika-Redaktion: Kgomotso Tsatsi- eine Sängerin, Songwriterin und Musikerin, die an vielen Talentwettbewerben in der Welt erfolgreich teilgenommen, bis jetzt ein Album veröffentlicht hat und derzeit das deutsche Publikum mit ihren großartigen Auftritten in Staunen versetzt.

Wir blicken zurück…. wo und wann hat diese Karriere angefangen? Haben Sie immer Spaß an der Musik gehabt und wollten eine Sängerin werden? Wann wurde Ihnen bewusst, dass es das ist, was Sie machen wollen und nichts anderes?

Antwort: Ich habe das Gefühl, dass für mich die Musik und das Singen Gaben sind, mit welchen ich geboren wurde. Ich kann mich noch zurück erinnern an einen Moment, als ich vielleicht drei Jahre alt war und Whitney Houston im Fernsehen sah. Sie sang dieses Lied ,,All the man that I need“… sie stand am Fenster, zum Mond herauf blickend und ich war hin und weg und versuchte mitzusingen. Ich konnte noch nicht mal richtig sprechen, aber ich erinnere mich daran, dass ich versuchte dieses Lied zu singen. So fühle ich mich als ob das Singen vielleicht etwas größeres ist als ich selbst, mit dem ich geboren bin. Während meiner gesamten Schulzeit habe ich an Talent Shows und Projekten teilgenommen und im Chor gesungen. Ich habe es immer geliebt zu singen und Musik zu machen, wusste, dass ich gut darin bin, aber je älter ich wurde, desto mehr wurde mir bewusst, dass die meisten Leute Singen nicht so sehr mochten wie ich. Ich musste damals in der Schule zu so einer Art Probe gehen, wo wir geübt haben, Hymnen zu singen. Und einfach jeder hat es gehasst. Aber ich habe mich immer total darauf gefreut und gesagt: ,,Super, wir werden singen.“ Und die anderen meinten nur: ,,Bah…“ Das war der Punkt an dem ich merkte, dass ich vielleicht anders bin. Wissen Sie, je älter ich wurde, desto mehr begann ich zu träumen und zu glauben und ich war einfach immer am Singen, so dass ich meine Familie irgendwann extrem damit nervte.

2010sdafrika-Redaktion: …und dann hat Ihre Familie sie zu ,,Idols“ geschickt?

Antwort: Nein, das habe ich selber gemacht, irgendwie im Geheimen.

2010sdafrika-Redaktion: Sie waren die jüngste Teilnehmerin, die es in das Finale von ,,South African Idols“ schaffte, in 2003. Wenn Sie gewonnen hätten, wären Sie bereit gewesen, die Schule abzubrechen? Was haben Ihre Eltern dazu gesagt?

Antwort: Gut, ich wollte eigentlich nicht gewinnen, so lächerlich sich das anhören mag. Das ist irgendwie komisch. Ich habe diese ganze Aktion im Geheimen geplant, ich habe mich beworben und dann meinen Vater gefragt, ob er mich mal wohin fahren könnte. Und er war total verwundert, er wusste ja nicht, was ich vorhatte. Ich wollte nicht wirklich gewinnen, weil ich mir einfach die Tür offen halten wollte, ich einfach nur die Möglichkeit habe wollte, in die Industrie mal reinzuschnuppern, mir einen Namen zu machen. Und NEIN, ich wäre nicht bereit gewesen, die Schule dafür aufzugeben. Ich wollte unbedingt die Schule beenden. Meinen Eltern und mir war das sehr wichtig. Außerdem hatte ich damals eine größere Vision als die meisten Künstler dieser Zeit. Diese sind in Südafrika geblieben, aber ich wollte lieber auf internationaler Basis arbeiten. Deshalb mochte ich den Plattenvertrag nicht unterschreiben. Ich erinnere mich noch an den Tag nachdem ich aus der Show gewählt worden bin. Meine Eltern wollten, dass ich direkt wieder in die Schule gehe und ich dachte nur: ,,Was?„ Das geht gar nicht. Und dann hatte ich ein Interview am darauf folgenden Tag und ich sagte stolz :, ,Nein, ich habe ein Interview.„ Aber am nächsten Tag musste ich natürlich trotzdem zur Schule.

2010sdafrika-Redaktion: Wann und warum sind Sie nach Kanada gezogen?

Antwort: Meine gesamte Familie und ich sind umgezogen. Mein Vater ist Arzt und wir sind nach Saskatchewan, einem Bundesstaat in Kanada gegangen. Wir sind umgezogen, als ich 18 Jahre alt war, nachdem ich die Schule beendet hatte. In dieser Zeit bin ich auch für paar Monate nach Argentinien gegangen, um an einem Austausch teilzunehmen. Danach bin ich dann in Kanada an die Universität gegangen, habe Musik und Wirtschaft in Waterloo, Ontario studiert für zwei Jahre. Im Jahre 2007 habe ich mich dann entschlossen, nach Toronto zu gehen, um die großen Fische ans Land zu ziehen. Insgesamt habe ich vier Jahre studiert, habe aber keinen Abschluss gemacht. Irgendwann war einfach der Moment gekommen, an dem ich genau wusste, was ich mit meinem Leben machen will. Ich wusste, ich war ein schlaues Mädchen und die Universität war auch interessant, besonders mit den Fächern Musik und Spanisch, welche ich mochte, aber dann wurde mir einfach bewusst, dass dies nicht das Richtige für mich war. Es war eine harte Entscheidung, aber ich brach mein Studium ab und seit dem mache ich nur noch Musik.

2010sdafrika-Redaktion: Ihre Musik umfasst die verschiedensten Genres und Stilrichtungen: Pop, RnB, Disco, Jazz, Afrobeat….wie würden Sie Ihre Musik beschreiben?

Antwort: Heute beschreibe ich meine Musik als ,,Neo-fro„. Denn ich vereine gerne das Neue und das Alte. Ich mag sehr viel alte und auch sehr viel neue Musik und ich will diese irgendwie zusammenbringen. ,,Neo„: neu und ,,fro„: offensichtlich afrikanisch, afrikanische Musik. Ich liebe einen guten Trommelbeat ,natürlich kommt das aus meiner Kultur. Aber auch die anderen Musikrichtungen aus Afrika wie Blues, ich liebe Blues, ein bisschen Jazz, ich liebe Jazz, RnB und Soul…ja, ich nehme mich als Person, eine Südafrikanerin und versuche die Musik mit all meinen Einflüssen zu kreieren.

2010sdafrika-Redaktion: Schreiben Sie alle Ihre Liedtexte selbst? Sind alle Ihre Lieder autobiographisch?

Antwort: Ja, ich schreibe alle meine Texte selbst. Und die meisten meiner Songs ,sagen wir 95 % sind autobiographisch. Aber manchmal lasse ich mich auch inspirieren. Es gibt da diesen einen Song ,,Will I ever see you again„ ,ich habe ihn bis jetzt noch nicht in Deutschland gesungen. Er handelt von einer Geschichte einer Freundin von mir. Sie war mit diesem Jungen zusammen,… wissen Sie, sie hatte zuvor noch nie eine feste Beziehung und dann verliebte sie sich und wir alle haben den Jungen kennengelernt ,er war toll. Und aus heiterem Himmel, als es ernster wurde zwischen den beiden, musste er plötzlich in eine andere Stadt ziehen. Also war meine Freundin sehr traurig und manchmal berührt einen diese Traurigkeit, so dass ich diesen Song schrieb. So bekomme ich Inspiration manchmal durch meine Freunde oder auch durch einen Film, der einen mitnimmt…

2010sdafrika-Redaktion: Wenn die meisten Ihrer Lieder autobiographisch sind, in wie weit ist dann Ihr Song ,,In Love„ autobiographisch, in welchem Sie darüber singen, dass Sie verliebt sind, Ihre Mutter das aber nicht verstünde?

Antwort: Haha, … Ich habe nie etwas über mein Liebesleben preisgegeben, so war das schon immer, auch gegenüber meiner Familie. Meine Eltern waren sehr sorgend und beschützerisch, ein bisschen zu beschützend. Vielleicht ist Ihnen auch aufgefallen, dass einige südafrikanische Eltern so sind, besonders wenn es um die Mädchen geht. Sie warnen: ,,Geh nachts nicht raus! Jungs sind der Teufel!„ Genauso waren meine Eltern und ich durfte nicht oft ausgehen und wenn ich mit einem Jungen gesehen wurde oder mich einer anrief ,würde meine Mutter fragen:,, Wer ist dieser Junge? Wer ist das? „ Es ist nicht so, dass sie das nicht verstehen würde, aber ich weiß , dass sie sagen würde:,, Was? Du bist mit jemandem zusammen? Du bist so jung, du bist 18…„ Sie verstehen….

2010sdafrika-Redaktion: Auf Ihrer Myspace–Seite sagen Sie, dass sie gerne über Liebe, Sucht, Herzschmerz und das Paradies singen. Wieso gerade über diese Themen?

Antwort: Das ist eine sehr gute Frage. Ich habe bereits erwähnt, dass ich über Dinge schreibe, die ich selber erlebt und durchgemacht habe. Dinge, welche wir alle an einem bestimmten Punkt durchmachen. Jeder, nicht jeder, aber die meisten Leute haben einen Traum, den sie realisieren wollen. Und darüber schreibe ich gerne und ich schreibe auch gerne über die Sachen, die uns von unseren Träumen ablenken, welche vielleicht das Paradies wären. Irgendwie sind wir schon jetzt im Paradies, wir wollen die Art des schnellen und somit kurzen Glücks , aber dies kann uns von dem langanhalten Glück ablenken und fernhalten . Wissen Sie, besonders als Jugendlicher denken manche : ,,Ach, ich bin so dick.„ Jeder hatte Teenie-Probleme als er jünger war. Vielleicht war man abhängig von irgendetwas. Ich zum Beispiel bin mir sicher, dass ich zu einem bestimmten Zeitpunkt süchtig danach war, zu trainieren, was sehr negativ ist, wenn man es auf die falsche Weise betreibt. Ich schreibe gerne über diese dunklen Stunden ,mit denen wir uns all auseinandersetzen mussten.

2010sdafrika-Redaktion: Die meisten Ihrer Lieder sind in Englisch, aber manchmal ist auch etwas Zulu, Setswana, Französisch oder Spanisch dabei. Wie viel Sprachen sprechen Sie und wo haben Sie diese gelernt?

Antwort: Hahaha…Oh, ich würde sagen, dass ich zweieinhalb Sprachen sprechen kann, falls das einen Sinn ergibt. Ich bin mit Setswana aufgewachsen….aber als ich in die Schule gekommen bin ,hat sich das geändert. Auf der Privatschule durften wir kein Setswana sprechen. Die sind sogar so weit gegangen, dass sie zu unseren Eltern gesagt haben:  ,,Sprechen Sie diese Sprache nicht zu Haus!„ Wegen Apartheid und weil es seine englische Schule war. Sie sagten zu meinen Eltern: ,,Es wird sie bestimmt verwirren…zwei Sprachen zu lernen..„ Offensichtlich war das unlogisch und es steckte eine Intention dahinter.

2010sdafrika-Redaktion: …schließlich gibt es so viele Südafrikaner, die einfach viele Sprachen sprechen können und überhaupt kein Problem damit haben.

Antwort: Ich weiß, es ist unglaublich wie die meisten Südafrikaner mindestens zweisprachig aufwachsen. Aber ich nehme an, weil es eine Privatschule war und meine Eltern nur das Beste für uns wollten, dachten sie:,, Ok, vielleicht verwirrt es sie wirklich.„ Ich bin mit Setswana aufgewachsen und dann hat es immer mehr nach gelassen, dass wir es zu Hause sprachen. Ich verstehe es natürlich und ich kann es ein bisschen sprechen, aber nicht 100 %. Da ist noch sehr viel Englisch darin…..das wäre also der Punkt fünf, haha….In Englisch bin ich fließend , Spanisch bin ich fast fließend und ich spreche ein ganz ordentliches Französisch, aber ich würde nicht sagen zu 100 %. Ich habe es in der Schule gelernt und immer ein bisschen dafür getan. Ich liebe Sprachen.

2010sdafrika-Redaktion: Ihre Stimme wurde beschrieben als ein ,,feiner Rotwein„; Laurence Keer von Jazz Fm 91, Kanadas Premier Jazz Sender, sagte, Sie hätten die überwältigendste stimmliche Performance, die er je gesehen habe. Haben Sie Gesangsunterricht gehabt oder sind Sie ein Naturtalent?

Antwort: Haha… Ich denke, es ist ein bisschen von beidem. Ich habe definitiv stundenlang gesungen und habe immer Spaß daran gehabt. Aber ich hatte auch Gesangsstunden. Es gab einen Punkt, an dem ich so viel sang, dass mein Vater sagte: ,,Sei ruhig!„ und irgendwann sagte er plötzlich: ,, Wow, das Mädel kann echt singen!„ Haha, …. Also bekam ich klassisches Gesangstraining und ich machte das für ungefähr zwei oder drei Jahre ,mit Pausen zwischendrin. Und das hat wirklich geholfen. In Toronto habe ich dann auch noch etwas Unterricht gehabt, verschiedene Gesangsstile kennengelernt.

2010sdafrika-Redaktion: Damit sich die Leser ein Bild von KG machen können, bitte vervollständigen Sie die folgenden Aussagen: Ich bin….

Antwort: Haha, mein erster Gedanke war: verrückt…haha! Wie viel Platz habe ich? Mein Gott, da kann ich wirklich viel sagen. Ich bin…. ich bin eine Person, die gerne Spaß hat, ich liebe es, zu lächeln, ich bin kreativ, ich bin ein bisschen durchgedreht , habe wie jeder andere Mensch meine Macken, ich bin sensibel ,aber nach außen hin wirke ich stark. Ich liebe es , zu lachen….

2010sdafrika-Redaktion: Das ist der nächste Satz: Sie lieben…..

Antwort: Haha… Ich liebe es zu lachen, zu essen, zu kochen, zu tanzen, Musik zu machen, ich liebe sympathische Menschen….

2010sdafrika-Redaktion: Sie hassen …

Antwort: Ich mag keine Menschen ,die schlechte Stimmung verbreiten..negativ denkende Menschen ,die sich aus ihrer eigenen Negativität nicht befreien können und das immer an dir auslassen. Ich hasse Beurteilung. Wissen Sie, wir alle urteilen offensichtlich über andere Menschen, aber ich versuche so sehr es mir gelingt, dies nicht zu tun. Es ist nicht fair wenn wir andere verurteilen, obwohl wir das jeden Tag tun. ….Ich hasse auch noch schlechtes Essen. Haha…..

2010sdafrika-Redaktion: Eines Tages wäre ich gerne / würde ich gerne…. tun….

Antwort: Eines Tages würde ich gerne im Wembley Stadium in England auftreten. Das ist einer meiner vielen Träume.

2010sdafrika-Redaktion: Vermissen Sie Südafrika und Ihre Familie? Möchten Sie irgendwann einmal zurückkehren?

Antwort: Ja, ich vermisse Südafrika. Ich vermisse die Menschen, die Sonne, das Essen und natürlich meine Familie. Ich verstehe mich sehr gut mit meinen zwei Brüdern. Ich habe einen Älteren und einen Jüngeren. Und in meiner Familie machen wir immer viele Scherze, einfach die ganze Zeit über. Ich liebe es zu lachen und deshalb vermisse ich sie. Als ich letztes Jahr nach Südafrika zurückkehrte, war ich wirklich beeindruckt wie sehr Südafrika sich entwickelt hat. Und ich denke es steckt noch viel mehr in diesem Land. Und ja ich würde dorthin zurück ziehen, ich würde dort gerne leben.

2010sdafrika-Redaktion: Sie sind von Kanada nach Berlin gezogen. Wie lange werden Sie bleiben? Was sind Ihre Pläne für die Zukunft und wann bringen Sie Ihr nächstes Album heraus?

Antwort: Uhhh…..haha…..wow-viele interessant Fragen. Ich führe eine Art improvisiertes Leben und weiß nie, was als nächstes kommt. Aber ich beantrage gerade eine Aufenthaltserlaubnis und ich erwarte, dass ich wahrscheinlich 2 Jahre bleiben darf. Ob ich in Berlin bleiben werde oder in einen anderen Ort gehen werde, weiß ich noch nicht. Ich bin wirklich aufgeregt, was das neue Album betrifft. Jetzt steht mir wirklich nichts mehr im Wege und ich denke, ich habe tolle Lieder, die ich unbedingt aufnehmen möchte. Deshalb sollte das Album in den nächsten Monaten aufgenommen werden. Vielleicht arbeite ich mit einer deutschen Produktionsfirma zusammen, was eigentlich auch der Grund für meinen Umzug hierher war. Also werde ich das Album mit dieser aufnehmen oder allein. Und wenn es veröffentlicht wird, möchte ich ,dass es von den richtigen Leuten vermarktet wird. Das Album ist definitiv mein nächstes Ziel. Die Erfahrungen, welche ich hier mache, sind außerdem großartig .Und nun ist es als wenn man ein Fisch sei, der aus dem Wasser kommt. Man darf keine Zeit mehr verschwenden, man hat keine Ausreden mehr. Man muss loslegen. Jetzt bin ich hier in diesem fremden Land, allein, ohne meine Eltern, die mir helfen könnten. Also frage ich mich, warum bin ich hier? Musik ist der Hauptgrund warum ich hier bin, also würde ich sehr gern das Album veröffentlichen ,auf Tour gehen…mit interessanten Menschen zusammen arbeiten, die Welt sehen….

2010sdafrika-Redaktion: ,,SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ bedankt sich bei Ihnen für dieses interessante Interview und wünscht Ihnen alles Gute für Sie persönlich und Ihre Karriere !

Antwort: Dankeschön!

————————————————————-

Original Interview in English

————————————————————-

KG – the shy lady with the power voice

Interview with the in Berlin living singer Kgomotso Tsatsi

(Editor: Annalisa Wellhäuser)

Kgomotso Tsatsi , or KG as she presents herself, was born on 26th February 1987 in Johannesburg, South Africa. While growing up she followed her passions of singing, acting and playing the piano and guitar. 2003 she participated in the talent show South African Idols( comparable to the German version „Deutschland sucht den Superstar„) and made it into the top 6 ; being the youngest finalist with the age of 16. When she was 18 years old she and her family moved to Saskatchewan, Canada. After finishing high school she took a Gap Year to go to Argentina for a s student exchange.

Then she started to study music and business in Waterloo, Canada. After a few semesters she quit and moved to Toronto to concentrate on her music career in 2007. In the following years she participated successfully in various talent shows and won numerous awards for acting and singing in both Canada and USA. To only name a few of them: „`Talent rock„ in Florida, USA( 2006),„ USA World Showcase „in Las Vegas( 2007),where she made it into the top20 out of 40.000 competitors and „Honeyjam„ in Toronto ( 2007)-the Canadian show in which Nelly Furtado was discovered.

2008 she released her first album called „The Art of love„. Furthermore she was the winner of The Beat 91,5 FM`s „Rhythm of the Future„ in Canada. She performed at big festivals such as North America`s largest African festival „Afrofest„, „Bana Y´afrique„ and „Gladstone`s hotel`s World Music series„ in Toronto. She worked together with the world renowned writer and producer Marcus Kane and Tone Mason, a grammy –nominated Canadian Hip-hop and RnB production team from Toronto. Moreover Kgomotso was involved in community projects like YWCA Toronto Girl Jam, a project against violence against vulnerable members of society, women and children. Also she collaborated on a Charity Aids song „ Let`s find a way„ in Toronto in 2008.

You if you want to listen to her incredible voice, you can listen to her songs on http://www.myspace.com/musicbykg.

KG live in concert, Canada.

2010sdafrika-editorial staff: Kgomotso Tsatsi- a singer, songwriter and musician who has participated successfully in many talent shows all over the world, brought out an album so far and is currently wowing the people in Germany by her terrific performances. Let us look back…where and when did this career start? Have you always enjoyed doing music and wanted to become a singer? When did you know it is serious?

Answer: Well, I feel like music and singing for me is just a gift that I was born with. I can remember far back as being 3 years old maybe and watching Whitney Houston on TV. It was this one song „All the man that I need„, I don`t know if you know it….she is like standing by the window looking at the moon and I was like: „Wow!„ and I was trying to sing it „Lalala…„, I couldn’t even speak but I remember I was trying to sing. So I feel like maybe it`s something that is bigger than me, that I was born with it. So I`ve always loved to sing and I`ve always loved music and all the way through school I was doing talent shows , choir and taking part in different projects. And for the longest time I knew that I was good and I knew that I loved it, but the older I got the more I realized that most people didn’t enjoy singing as much as I did. I got to go to rehearsal- I don’t know if you do this here as well- where we sing hymns in school and then we have to go to a hymn practice. And everybody hates it. So I was always looking forward to this, I was like: „YEAH ,we are gonna sing„ and the others were like: „Bah….„.So that’s when I started to notice that „Ok, maybe I`m different.„ You know the older I got the more I started to dream and believe and just sing all the time to the point where I annoyed my family tremendously…..

2010sdafrika-editorial staff:….and then they sent you to idols?

Answer: No, I did it on my own as kind of like a secret…

2010sdafrika-editorial staff: You were the youngest competitor who got into the finals of South African Idols 2003.If you had won, would you have been willing to stop school? What did your parents say?

Answer: Well, yah I actually didn’t want to win, funnily enough, which is kind of weird. I kind of did it in secret, I applied and then I said to my dad „Oh hey , could you take me to this place…„ and he was like :„What?„ He didn’t even know what was going on. So I didn’t really want to win, because I wanted a foot in the door, wanted to experience the industry, you know get my name out there. But NO,I would not have been willing to stop school. I definitely wanted to finish high school. And my parents were very ademin about that too as I was. And also at that time I wanted to dream a bit bigger .Most of the artists of that time stayed in South Africa and I wanted to be more international, so I didn`t want to sign the record contract. I remember the day after I got voted out and I was all sad and my parents said:„ Ok, you are going to school tomorrow!„ I was like : „What? „That’s so like ripless. And then I had an interview the following day…so I said : „No, I have an interview.„ But then the following day I had to go back to school.

2010sdafrika-editorial staff: When and why did you move to Canada?

Answer: Well, it was my whole family, we moved together. My dad is a doctor and we moved to Saskatchewan, which is a province in the middle of Canada. We moved when I was 18 after I finished high school. In between that period I wanted to take a gap year, I went to Argentina for a couple of month, it was a lot of fun. It was an exchange. So then in Canada I went to school, I went to university. I started off studying music and business, separately. I did this for 2 years in Waterloo which is in Ontario and then I decided I`ve got to go to Toronto, get the big bites. And then I moved to Toronto in 2007…I did 4 years of studying but I didn’t finish a degree, because I swopped in between. It just got for me to the point, where I knew exactly what I wanted to do with my life. And I knew I was a smart girl and intelligent ….and university was interesting- especially when I took courses in music and Spanish that I liked…..but it got to the point, where I knew this is not where I`m supposed to be .So it was a very hard decision and I stopped….and have been doing music ever since.

2010sdafrika-editorial staff: Your music includes various genres and styles: Pop, RnB, Disco, Jazz, Afrobeat…How would you describe your music?

Answer: Well ,these days I`ve been describing it as „Neo-fro„. It` s because I like to combine the new and the old. I like a lot of old music and I like a lot of new music and I kind of like to bring it together. „Neo„ : new and „fro„ : obviously African, African music, I love a good drum beat, obviously it`s from my culture, but also all the kinds of music than came from Africa, like Blues, I love Blues-music, a little bit of Jazz, I love Jazz, RnB and Soul….yes, I kind of take who I am, which is a South African and try to make it with all my influences…

2010sdafrika-editorial staff: Do you write all the lyrics of your songs on your own? Are all of them autobiographic?

Answer: Yes ,I do write all the lyrics of my songs on my own. And most of them, let`s say like 95 % of them are autobiographical. But sometimes I can get inspired. There is this song, I haven’t played it yet here, but it`s called : „Will I ever see you again„ and it`s about this friend of mine, who was seeing this guy, you know she had never had a proper boyfriend before, she fell in love and we all met him, he was great….. and then just when things started to get serious he moved to like another city. So she was really sad and you know sometimes this sadness touches you, so I just came up with that song. So I get an inspiration sometimes just from my friend and sometimes even from a movie that really touches you…

2010sdafrika-editorial staff: If you say most of your songs are autobiographic, then I would like to ask how far this song „ In love„ is autobiographical, where you sing that you are in love, but your mother doesn’t understand……

Answer: Haha …I`ve always been very secret about my love life, I have always been that way, even with my whole family. Everyone is like: „Are u seeing…?„ And I wouldn’t say anything. My parents are very protective, a little bit over protective. I`m not sure but maybe you even counted that some South Africans parents can be that way especially with girls : „Don’t go out at night! Boys are the devil !„So my parents were totally like that and I was not allowed to go out a lot ,if I was even seen talking to a boy or if a boy called me, my mum would say:„ Who is that boy? Who is he?„ So it`s not that she wouldn’t understand, but just like if I was even dating someone, I know that she`d be like: „What? You are dating? You are so young, you`re 18…..„ You know, so ……

2010sdafrika-editorial staff: On your myspace-page you state that you love to song about love, addiction ,heartbreak, paradise. How come?

Answer: That’s a really good question. I guess those are things… you know I said I write about things that I`ve experienced myself and what I go through. And I think what we all go through at some point. Everyone ,not everyone, most people have a dream that they are after. And I like to write about that and I also like to write about the things that distract us from our dreams, that would be maybe the paradise. We are kind of on paradise right now, we want that kind of short term pleasure, but it can distract us from the long term. I just like to write about fun as well. Just everything that I`ve been through….everyone has some sort of addiction or some sort of you know kink in their personality. You know especially when you are a teenager you might think: „Oh my gosh I`m so fat, I`m so fat.„ Everybody went through that phase of teenager problems…you are maybe addicted. Like I`m sure that at one point I was addicted to working out, which is a negative thing if it`s done in the wrong way. I like to write about these deep and dark places as well ,because we have all been to those deep and dark places…

2010sdafrika-editorial staff: Most of your songs are in English ,but sometimes you add some isiZulu, Setswana, French or Spanish to it. How many languages do you speak and where did you learn them?

Answer: Hahaha…oh, I would say I speak like 2 and a half languages, if that makes any sense. I grew up speaking Setswana actually…but when I was going to school and at private school we were actually forbidden to speak Setswana. And they even went that far as to say to our parents: „Don’t speak that language at home. Because of apartheid and it was an English school. What they said to my parents was:„ Oh its gonna confuse her….learning two…..„You know obviously it`s bias.

2010sdafrika-editorial staff :…because you see so many South Africans who can speak many different languages and they do not struggle with it at all…..

Answer: I know…. It`s amazing how most South Africans are at least bilingual. But I guess, because it was a private school and my parents always wanted the best for us, they thought:„ Ok, maybe it will confuse her…„.I grew up speaking Setswana and then it kind of faded. I understand it obviously and I can speak a little bit, but like not a 100 %.There is still a lot of English in there….. so this would be the point 5,haha. English- obviously I`m fluent, Spanish I`m nearly fluent… and I speak a pretty good French, yeah, but I wouldn`t say a 100%. I learnt it at high school and I just kept up with it, I love languages.

2010sdafrika-editorial staff : Your voice has been described as „ a fine red wine„; Laurence Keer from Jazz Fm 91, Canada`s Premier Jazz Station said you have „one of the most powerful live vocal displays„ that he has ever seen. Have you had singing lessons or are you just a natural talent?

Answer: Haha… well, I think it is a bit of both. I definitely, as I told you, I used to sing hours and hours a day and it was just always fun for me. But I did have singing lessons. There was a point when I sang so much when my dad was like: „Shut up!„ and then he was like: „ You know what, this girl can sing! „ Haha….so he took me to go and get like classical training and then I went for maybe 2 to 3 years, kind of on and off. And that really helped a lot. In Toronto I also did a bit of training, different kind of styles of singing.

2010sdafrika-editorial staff: To give the reader a better idea of who KG is, please complete the following sentences: I am…..

Answer: Haha, well the first thing that came to mind my mind was: crazy…..haha! How much space do I have? My gosh that’s really open. I am… I am a fun loving person, I love to smile, I am creative, I am a little bit crazy, you know normal human being, I have my flaws like anyone else, I`m sensitive, but I`m gooi on the inside but I still have a strong exterior . I love to laugh……

2010sdafrika-editorial staff :That’s actually the next statement: You love to…..

Answer: Haha… I love to laugh, I love to eat ,I love to cook, haha, I love to dance, I love to make music, I love cool people….

2010sdafrika-editorial staff: You hate….

Answer: I hate people with bad vibes…negative people who can`t get out of their negativity and always wanna dump it on you. I hate judgment. You know we all judge obviously, but I try not to as much as I can. I think it`s unfair if we judge people even though we do it every day…… I hate bad food. Haha….

2010sdafrika-editorial staff: One day I wanna do/be…

Answer: One day I wanna play at Wembley Stadium in the UK, yeah. That`s one of my many dreams.

2010sdafrika-editorial staff: Do you miss South Africa and your family? Do you want to move back there at any point of your life?

Answer: Yes, I do, I do miss South Africa. I miss the people, I miss the sunshine, I miss the food, I miss my family as well. I get along really well with both of my brothers. I`ve an older and a younger one. And my family in general were always cracking jokes ,it`s like 100 % of the time, I love laughing and I miss them. I was really impressed by how much South Africa had grown when I came back just last year and I think it got so much more potential still to go. And yeah I would ,I would move back, I would like to live there.

2010sdafrika-editorial staff: You moved from Canada to Berlin. How long are you going to stay? What are your plans for the future, when are you bringing out your next album?

Answer: Uhhh…..haha…..wow-a lot of interesting questions. I kind of live an improvised life so I never really know what`s the next step .But I`m now applying for a residence permit and I think I will probably get two years that I can stay here. Whether I will stay in Berlin or maybe somewhere else I`m not sure yet. I`m really excited about the new album. It got to the point now where I`ve got everything out of the way and I really feel like I have enough great songs that I`m really passionate about to record. So I think it will definitely be recorded this year in the next coming months. I might be working with a production company actually here in Germany which is kind of part why I moved here. So either with them or I will do it on my own and yeah so it will definitely recorded within the next few months .And when we will bring it out then we will have to see…. I wanna have the right people to promote it and everything. And plans for the future: yeah, definitely the album is number one. And it`s been a great experience being here, because kind of when you are a fish out of water you kind of have no excuse anymore to fuffing around ,wasting time. It`s kind of like : „Ok, well I`m in this foreign country, there is no mommy and daddy, help, support, nothing, why are u here…? „ So music is the number one reason for me being here and I would like to release the album and start touring ….working with some great people, see the world, you know….

2010sdafrika-editorial staff: We, „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste„ – the German gateway to South Africa – would like to thank you for this interesting interview and wish you all the best for you and your career!

Answer: Dankeschön!

MdB bewertet Atomenergie Südafrikas

„Die Atomkraft wird die Energieprobleme nicht lösen“, sagt der Abgeordnete Oliver Krischer

(Autor: Ghassan Abid)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer. Sie hatten sich vor kurzer Zeit mit dem Kugelhaufenreaktorprojekt PBMR beschäftigt. Können Sie uns kurz sagen, wer diesen Reaktor überhaupt entwickelt hatte, was PBMR bedeutet und wer zurzeit dieses Projekt weiterverfolgt?

© Bundestagsabgeordneter Oliver Krischer, Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz der Partei Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag.

Antwort: PBMR bedeutet „Pebble Bed Modular Reactor“ und ist die Bezeichnung für einen speziellen Atomreaktortyp. Er heißt auch „Kugelhaufenreaktor“, weil die Brennelemente kugelförmig sind und in einem „Haufen“ im Reaktorkern liegen; dieser wird aber auch „Hochtemperaturreaktor“ genannt. Dieser Reaktortyp wurde in der 1950er und 1960er Jahren im Kernforschungszentrum in Jülich bei Aachen in Deutschland entwickelt, wo auch bis 1988 ein kleiner Versuchsreaktor mit 15 MW elektrischer Leistung in Betrieb war. In Deutschland gab es einen weiteren Reaktor dieses Typs von 1984 bis 1988 mit etwa 300 MW Leistung, der jedoch wegen zahlreicher Pannen nach nur 1,5 Jahren Netto-Betriebszeit stillgelegt werden musste. In Deutschland wird seitdem offiziell nicht mehr am Kugelhaufenreaktor gearbeitet. Darüber hinaus gab es noch zwei Reaktoren ähnlichen Typs in den USA, die aber auch beide stillgelegt wurden. Das kürzlich eingestellte Projekte von ESKOM in Südafrika war das letzte relevante Kugelhaufenreaktorprojekt. China soll angeblich noch daran arbeiten, aber da gibt es nicht viel mehr als Gerüchte. Es gibt immer noch einzelne Wissenschaftler, die den Kugelhaufenreaktor propagieren, aber nach dem Aus in Südafrika ist diese Technologie wohl endgültig weltweit gescheitert.

2010sdafrika-Redaktion: Was ist am PBMR überhaupt so gefährlich?

Antwort: Die Befürworter dieses Reaktortyps behaupten, er sei „inhärent sicher“. Soll heißen, eine Kernschmelze so wie bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl geschehen, sei konstruktionsbedingt ausgeschlossen. Das ist aber Unsinn, wie Studien und praktische Erfahrungen mit dem Reaktor belegen. Im Gegenteil: Neben den Gefahren, Risiken und Probleme aller Atomkraftwerke birgt der Kugelhaufenreaktor erhebliche konstruktionsbedingte Risiken. Diese hätten 1978 in Jülich beinahe zu einer schweren Katastrophe geführt, als unkontrolliert Wasser in den Reaktorkern eingedrungen ist. Wahrscheinlich hatte der Reaktor viel höhere Temperaturen entwickelt als ursprünglich vorausberechnet. Der Störfall, bei dem die Gegend um den Reaktor nur knapp einen atomaren Katastrophe entgangen war, wurde damals vertuscht, um das Projekt nicht zu gefährden. Jahre später fand man heraus, dass das Erdreich stark verstrahlt war. Auch über 20 Jahre nach seiner Stilllegung und Kosten von mehreren hundert Millionen Euro ist es nicht gelungen, die verstrahlte Reaktorruine in Jülich zurückzubauen.

2010sdafrika-Redaktion: Der südafrikanische Energieversorger ESKOM betont auf seiner Internetpräsenz die Notwendigkeit von Kernenergie als kostengünstigere Alternative zur Kohlekraft. Allein die Transmissionskosten wären bei AKWs, speziell beim Reaktor Koeberg, erheblich geringer als anderswo und würden aus fiskalischer Sicht somit positiv ins Gewicht gefallen. Was halten Sie von dieser Stellungnahme?

Antwort: Das ist Unsinn! Wenn man alle Folgekosten einrechnet, ist die Atomkraft die mit Abstand teuerste Form der Stromerzeugung. Nirgendwo auf der Welt werden Atomkraftwerke unter marktwirtschaftlichen Bedingungen gebaut. Atomkraft rechnet sich immer nur dann, wenn der Staat die sehr hohen Entwicklungs- und Investitionskosten und die Risiken des Betriebes der Anlagen absichert. Und den strahlenden Müll hinterlassen wir kommenden Generationen, denn nirgendwo auf der Welt gibt es bisher ein sicheres Endlager.

—————————————————————————

Info-Box:

© Atomkraftwerk Koeberg/ Südafrika (Quelle: Pipodesign Philipp P Egli/Wikimedia)

© Atomkraftwerk Koeberg/ Südafrika (Quelle: Pipodesign Philipp P Egli/Wikimedia)

Das Atomkraftwerk Koeberg, welches von ESKOM unterhalten wird, liegt rund 30 Kilometer nördlich von Kapstadt im Western Cape. Über 1.200 Menschen sind unmittelbar in dieser Anlage beschäftigt. Das AKW besteht aus zwei mit Uran betriebenen Druckwasserreaktoren mit einer Gesamt-Nettoleistung von 1.800 MW. Ferner besteht am selben Standort ein Forschungsreaktor des Typs PBMR. Während die beiden Atomreaktoren vom französischen Unternehmen Framatome entwickelt wurden, stammt der Forschungsreaktor aus dem nordrhein-westfälischen Jülich. Koeberg deckt ca. 6 Prozent des südafrikanischen Strombedarfes ab und beliefert auch das Nachbarland Namibia mit Strom. Es ist das bislang einzige AKW in Südafrika und auf dem gesamten afrikanischen Kontinent.

—————————————————————————

2010sdafrika-Redaktion: Tatsächlich verfolgt das „ESKOM’s Nuclear Programme“ die „mögliche“ Errichtung von Atomkraftwerken an 4 Küstenorten, nämlich in Brazil, Schulpfontein, Bantamsklip and Thyspunt. Beim Letzteren, unweit von der Großstadt Port Elizabeth gelegen, formiert sich seit einigen Wochen erheblicher Widerstand. Die Bewohner befürchten mit dem Bau eines Atommeilers eine Beeinträchtigung des Tourismussektors. Die NGO „Earthlife Africa“ tritt hierbei besonders in Erscheinung. Inwieweit kooperieren und unterstützen die Grünen die Anti-Atomgegner in Südafrika?

Antwort: Es gibt verschiedenste Kontakte von Atomkraftgegnern in Deutschland und Südafrika. Man tauscht Informationen und Erfahrungen aus. Das ist hilfreich für die konkrete Arbeit vor Ort. In der Vergangenheit waren Atomkraftgegner auf Einladung der Heinrich-Böll-Stiftung auch schon in Deutschland.

2010sdafrika-Redaktion: Wie soll Südafrika die anhaltenden Energieversorgungsengpässe lösen, wenn nicht durch den Bau von AKWs? Auch sind kürzlich neue Stromtariferhöhungen beschlossen worden, welche bei der Mehrheit der armen Bevölkerung Südafrikas schwer ins Gewicht fallen. Es kursieren gegenwärtig Meldungen, wonach ESKOM sein Nuclear Programme nun verstärkt umsetzen möchte. Ist nicht der Umstand wichtiger, dass die Armen erstmal mit erschwinglichem Strom versorgt werden müssten?

Antwort: Nochmal: Atomstrom ist nicht billig. Das geht nur wenn der Staat die Atomkraft direkt oder indirekt subventioniert. Atomkraft wird die Energieprobleme Südafrikas nicht lösen. Das zeigt doch auch die gescheitete Entwicklung des PBMR, die Unsummen verschlugen und nichts für das Land gebracht hat. Die Milliarden Euro, die Atomkraftwerke kosten, sollten besser in Erneuerbare Energien – vor allem in Wind und Sonne – und auch in Energieeffizienz investiert werden. Hier hat Südafrika riesige Potenziale, die bisher kaum genutzt werden.

2010sdafrika-Redaktion: Können Sie uns die Vorteile von Erneuerbaren Energien im Gegensatz zur Atomenergie erläutern?

Antwort: Atomkraft birgt das Risiko schwerer Unfälle, die ganze Regionen unbewohnbar machen können, wie die Katastrophe von Tschernobyl zeigt. Sie hinterlässt strahlenden, hochgefährlichen Müll, der kommende Generationen für Jahrtausende belasten wird. Die Vorräte an Uran, den Brennstoff für Atomkraftwerke, sind sehr begrenzt und reichen kaum länger als die von Öl und Gas. Die Atomkraftwerke sind sehr große, aufwendige und teure technische Anlagen mit der Folge, dass die Abwärme – oft mehr als 50 % der eingesetzten Energie – nicht genutzt werden kann – eine riesige Energieverschwendung. All dieses Probleme gibt es mit Erneuerbarer Energie nicht. Sonne und Wind sind parktisch überall verfügbar. An vielen Stellen ist die Nutzung von Biomasse und Wasserkraft möglich. Die Ressourcen sind parktisch nicht begrenzt und im Falle von Sonne und Wind immer kostenlos und die Anlagen zur Energiegewinnung aus Erneuerbaren heute schon ausgreift und sehr effizient. Sie sind überwiegend dezentral. Das heißt, die Energie kann eher dort erzeugt werden, wo sie auch verbraucht wird, was Netzkosten einspart. Und vor allem: Sie hinterlassen keinen strahlenden Müll und das Risiko von Unfällen ist Null.

2010sdafrika-Redaktion: Zu guter Letzt eine Frage zu Deutschland. Wie bewerten Sie die aktuelle Atomenergiepolitik der Bundeskanzlerin Angela Merkel?

Antwort: Deutschland ist in den letzten zehn Jahren zum Weltmeister beim Ausbau der Erneuerbaren Energie geworden und hat beschlossen, aus der Atomkraft auszusteigen. Inzwischen gehen alle Parteien davon aus, dass Deutschland sich Mitte des Jahrhunderts zu 100 % durch Erneuerbare Energie wird versorgen können. Mit ihrem Ziel, die Laufzeit der 17 in Deutschland noch verbliebenen Atomkraftwerke jetzt doch noch einmal zu verlängern, gefährdet die Bundeskanzlerin den Ausbau der Erneuerbaren und macht ein Schritt zurück in die energiepolitische Vergangenheit. Das nutzt in Deutschland nur den vier großen Energiekonzernen, die die Atomkraftwerke betreiben. Auf der Strecke bleiben die Bürgerinnen und Bürger, die teuer die Zeche dieser Politik zahlen müssen sowie kommunale Stadtwerke und viele tausend kleine Unternehmen, die den Ausbau der Erneuerbaren bisher vorangetrieben haben.

2010sdafrika-Redaktion: Oliver Krischer, Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz der Partei Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, vielen Dank für das Interview.